CH85872A - Verfahren zum Schutz der Oberfläche von metallischem Glühgut gegen die Einwirkung höherer Temperaturen. - Google Patents

Verfahren zum Schutz der Oberfläche von metallischem Glühgut gegen die Einwirkung höherer Temperaturen.

Info

Publication number
CH85872A
CH85872A CH85872DA CH85872A CH 85872 A CH85872 A CH 85872A CH 85872D A CH85872D A CH 85872DA CH 85872 A CH85872 A CH 85872A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
coating
annealing material
protecting
higher temperatures
coating contains
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Schulz Hans
Original Assignee
Schulz Hans
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schulz Hans filed Critical Schulz Hans
Publication of CH85872A publication Critical patent/CH85872A/de

Links

Landscapes

  • Application Of Or Painting With Fluid Materials (AREA)

Description


  Verfahren zum Schutz der Oberfläche von     metallischem        Glühgut    gegen die  Einwirkung höherer Temperaturen.    Es ist bereits vorgeschlagen worden, me  tallisches Glühgut, das entweder aus reinere  Metall oder einer Metallegierung bestehen  kann, beim Erhitzen und Glühen dadurch  blank zu erhalten, dass man es mit einem  Überzuge     versieht,    der während der Wärme  behandlung einen Oxydationsschutz bildet.  



  Gemäss dem den Gegenstand der vorlie  genden Erfindung bildenden Verfahren wird  auf dem Glühgut vor dem Erhitzen ein Über  zug angebracht, der mindestens eine wasser  lösliche     Bor-Sauerstoff-Verbindung    enthält.  Als wasserlösliche     Bor-Sauerstoff-Verbindurr-          gen    kommen dabei in Betracht die Borsäure  als     Anhydrid    und in den verschiedenen     hy-          dratischen    Formen, sowie ihre     organischen     und anorganischen Salze. Der Überzug kann  eine solche Verbindung oder auch ein Ge  misch von zweien oder mehreren enthalten.

    Als besonders vorteilhaft haben sich Über  züge erwiesen, welche     zurr    Beispiel ein Ge  misch von Borax und Borsäure oder von  Borax und     Ammonborat    oder von Borax,  Borsäure und     Ammonborat    enthalten.

      Um dem Überzug auch schon bei     ge-          wöhnlicber    Temperatur eine gewisse Ge  schmeidigkeit zu verleihen, damit er zum  Beispiel beim Biegen der zu glühenden Metall  körper vor ihrem Einbringen in den     Glüh-          ofen    nicht stellenweise rissig wird oder ab  platzt, kann der Überzug kleine Mengen  mindestens eines wasseranziehenden Stoffes,       zürn    Beispiel von Glyzerin oder einer G     ly7erin-          verbindung,    wie     Boroglyzerin    enthalten.  



  Ist es in gewissen Ausnahmefällen er  wünscht, den Überzug dicker aufzutragen,  oder ihre grössere mechanische Festigkeit zu  verleihen, so kann der Überzug ferner min  destens einen     indifferenten,    feuerfesten Stoff  nicht basischen, also neutralen oder sauren  Charakters als Füllmittel enthalten. Solche  Füllmittel sind zum Beispiel     Quarz,    Silikate  von Kalk, Tonerde, Magnesia.  



  Das Anbringen des Überzuges auf dem  Glühgut kann     ziem    Beispiel durch Aufstreuen  in     Pulverform,        zwecknräläig    unter Anwendung  eines Bindemittels, geschehen. Besonders vor  teilhaft ist es     indessen,    das Glühgut mit      einer Lösung des Überzugmittels zu bestrei  chen oder zu bespritzen, oder am besten die       Metallkörper    irr die Lösung einzutauchen.  Als Lösungsmittel kommen neben Wasser       hauptsächlich        3iethyl-    und     Äthylalkohol    in  Betracht.

   Bei Anwendung einer wässerigen  Lösung empfiehlt es sich, die metallischen  Körper vor der, Anbringen des Überzuges zu       reini-gen,        bezw.    zu entfetten.  



  Der     Überzug    schmilzt bei etwa     5r50      bis       65011    C, bei oder oberhalb welcher Tempe  ratur die meistern Metalle ausgeglüht werden,       und    bildet irr erweichtem,     bezw.        flüssigem     Zustande einen völlig     gasdiclrterr    Abschluss  des     (-ilühgutes.    Er wirkt jedoch zurr Teil  auch schon in festem Zustande oxydations  verhindernd.  



  Der     Überzu-    ist ferner befähigt, beim  Erhitzen     Oxydbelage    der mit dem Überzuge       versehenen        MAallkürper    aufzulösen, wobei  seine Dicke     entprechend    der aufzunehmenden       Oxydrnerrge    zu bemessen ist.  



  ist der     Überzug    in Form einer Lösung  auf     dc_m        Glühgut    angebracht worden, so bildet  der     nach    dem Verdunsten des Lösungsmittels  und     @lem        Antrocknen    eine hauchdünne Schicht,  die     jedoch,    zur Erzielung der beabsichtigten       Wirkung        vollkümmen    ausreicht.  



  ach     beendigtem        Glühen    des     llletalles     springt das     Schutzhäutchen    zum Teil von  selbe ab.     Zür    seiner völligen Beseitigung ge  nügt es im     alllgemeinen,    den     Metallkörper    in       zvarD,es        \ffasse_#        zrr    legen, in welchem der  Überzug in     Li* rnrrg    geht.

   Erforderlichenfalls       kann    man die     Ablösung        dadurch    beschleu  nigen, dass man dem Waschwasser ganz ge  ringe     Al:engen        freie    Säure zugibt.  



  Der Überzug erfüllt nun ausser dem     Oxy-          datiunsschutze        auch    eine andere sehr wichtige  Aufgabe, indem er nämlich verhindert, dass  beim Glühen     von        zinkhaltigen    Legierungen,  wie Messing,     2eusilber    und dergleichen, das  Zink aus     unseschützten,    nicht oxydierten  Oberflächen herausdestilliert.  



  Das Hauptanwendungsgebiet des neuen  Verfahrens ist das     sogenannte    Ausglühen der  Metalle,     welches    zur Beseitigung der durch    das halte Bearbeiten der Metalle     entstehcn-          den    Gefügeänderungen vorgenommen wird.  Die Anwendbarkeit des     \er#fahrens        erstrecht     sich ausserdem auf alle Fälle, in denen     3le-          talle    und Legierungen aus' irgendwelchen  Anlässen und zu irgendwelchen Zwecken  auf höhere Temperaturen gebracht werden.

    Als eines der zahlreichen     Anwetrdungsgebiete     der Erfindung sei zunächst das     Aalassen    von  Stahl hervorgehoben. Ferner vermag der  Überzug beim Emaillieren wertvolle Dienste  zu leisten. Durchsichtige Emails zum Beispiel  lassen sich bisher nur auf Edelmetallen, wie       (juld    und Silber, erzeugen, weil die.

   Oxydation  der andern     Metalle    beim Aufschmelzen des  Emails im Ofen     miläfarbige    Töne     hervorbrin-t.     Bringt man jedoch auf solche Metalle     ausser     dein Emailpulver nur einen Überzug nach der  Erfindung, so wird dieser das Metall bis zum  Schmelzen des     Erna.ilpulvers        blank    erhalten.

    Anderseits werden     bei        Ernailkunstgegenstä.n-          den    meist nur kleine Teile     bezw.    Felder des       Metalles    mit     Ernail    überzogen, so dass auch  für das     Blankerhalten    der freibleibenden       Oberflächenteile    das neue Schutzverfahren in  Betracht     kommt.        Auch    vermag mm)

       metal-          liselre    Leiter in     elektrischen        Heizapparaten     nach dieser     Erfindung    vor     Oxydation    zu  schützen. Des weiteren kann Schmelzgut mit  grosser Oberfläche, wie Späne, Abfälle von  dünnen Blechen oder Drähten, das bei ge  wöhnlichem Einschmelzen     grossen        Verlust     durch     Abbrand    verursacht und     minderwerti;e     Güsse erzeugt, mit Hilfe des     Verfahrens        un-          verbrennbar    gemacht werden.

   Die     Berrutzurrg     der Erfindung kann aber auch, beim     Giessen     von Metallen derart erfolgen, dass die     luh-          formen    und die Kerne au dem Teil ihrer  Oberfläche reit     dein    Pulver bestaubt oder     rnit     der als Überzug gedachten     Lösung    bestrichen  werden, welcher während des     (-,'rieE)ens    vorn  der Oberfläche des flüssigen     lietalles    berührt  wird.

   Es wird auch in diesen, Falle das  Metall dadurch gegen die sich während des  Giessens aus der Berührung des heissen     l3lre-          talles    mit der     Gussform    bildenden Gase und  gegen Luftgase geschützt.     Schliesslich    sei  noch ein anderes Anwendungsgebiet erwähnt,      nämlich die Erzeugung von Schrift oder an  dern Zeichen oder Figuren auf     Metallflächen,     indem durch geeignete Arbeitsverfahren nur  die Zeichnung oder nur der Grund mit dem  Überzuge versehen und der Metallgegenstand  alsdann geglüht wird. Darnach heben sich  die durch den Oxydationsschutz blank erhal  tenen Stellen von den nicht geschützt ge  wesenen,     oxydierten    Stellen ab.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCIi Verfahren zum Schutze der Oberfläche von metallischen i Glühgut gegen die Einwirkung höherer Tennperatureu, dadurch gekennzeich net, daP) auf dem Glühgute vor deni Erhitzen ein Überzug angebracht wird, der mindestens eine wasserlösliche Bor-Sauerstoff-Verbindung enthält. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach dem Patenanspruch, da durch gekennzeichnet, da('' der Überzug Borax und Borsäure enthält. 2. Verfahren nach dein Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Cberzug Borax und Ammonborat enthält. 3. Verfahren nach dem Patentansprueh, da durch gekennzeichnet, dass der Überzug Borax, Borsäure und Ammonborat enthält. 4.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Überzug zur Erhiiliung seiner Geschmeidigkeit bei gewöhnlicher Temperatur kleine Mengen mindestens eines wasseranziehenden Stoffes enthält. 5. Verfahren nach dem Patentansprueh, da durch gekennzeichnet, dass der Überzug mindestens einen indifferenten feuerfesten Stoff nicht basischen Charakters als Füll- inittel enthält. 6.
    Verfahren nach dein Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass der Überzug auf dem Glühgut in Form einer Lösung angebracht wird. 7. Verfahren nach Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der >Jberzug in Form einer w:t,ssei-igen Lösung auf dein Ulühgut angebracht wird. B. Verfahren nach dem Unteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass der Überzug in Form einer alkoholischen Lösung auf dem Glühgut angebracht wird.
CH85872D 1916-10-18 1918-08-12 Verfahren zum Schutz der Oberfläche von metallischem Glühgut gegen die Einwirkung höherer Temperaturen. CH85872A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE85872X 1916-10-18

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH85872A true CH85872A (de) 1920-07-16

Family

ID=5641028

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH85872D CH85872A (de) 1916-10-18 1918-08-12 Verfahren zum Schutz der Oberfläche von metallischem Glühgut gegen die Einwirkung höherer Temperaturen.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH85872A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1154132B (de) * 1955-04-01 1963-09-12 Daimler Benz Ag Verfahren zum Aufbringen einer Schutzschicht zum Verhindern der Bildung von stark anhaftendem Zunder und der Randentkohlung bei der Warm-behandlung von Stahlteilen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1154132B (de) * 1955-04-01 1963-09-12 Daimler Benz Ag Verfahren zum Aufbringen einer Schutzschicht zum Verhindern der Bildung von stark anhaftendem Zunder und der Randentkohlung bei der Warm-behandlung von Stahlteilen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1266201B (de) Kohle- oder Graphitkoerper mit einer darauf aufgebrachten oxydationshemmenden Schutzschicht, sowie Verfahren zu dessen Herstellung
ATE250565T1 (de) Verfahren zur herstellung einer beschichtung auf einem feuerfesten bauteil
AT89649B (de) Verfahren zum Blankerhalten von Metallen und Legierungen beim anhaltenden Glühen im Ofen.
CH85872A (de) Verfahren zum Schutz der Oberfläche von metallischem Glühgut gegen die Einwirkung höherer Temperaturen.
DE1907099C3 (de) Verwendung eines Verbundwerkstoffes für ein Gefäß zur Handhabung, insbesondere zum Verdampfen von Aluminium oder Aluminium-Legierungen
DE312947C (de)
DE3147755A1 (de) Verfahren zum beschichten eines metalls mit einem davon verschiedenen metall
DE2049542A1 (de) Behandlungsverfahren zum Abbeizen und zum Schutz von Teilen aus Aluminium und Aluminiumlegierungen bevor die Teile hart gelotet werden
DE1015298B (de) Verfahren zur Oberflaechenbehandlung von Metallen durch Aufbringen von Silikatschichten
CH556396A (de) Verfahren zum aufbringen einer korrosionsschutzschicht auf ein metall und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens.
DE461202C (de) Verfahren, Gegenstaende aus oxydierbaren Metallen oder Metallegierungen vor Oxydation oder Anfressung zu schuetzen
DE441964C (de) Verfahren zur Erzeugung von Aluminiumueberzuegen auf Metallen
US645197A (en) Process of producing metal foil or leaf.
DE854473C (de) Verfahren zur Herstellung festhaftender loetfaehiger Kupferschichten auf keramischenKoerpern
AT272929B (de) Verfahren zur vakuumdichten Verlötung eines Metallkörpers mit einem glasphasenfreien Keramikkörper
DE740349C (de) Tiegel zum Schmelzen von Aluminium und dessen Legierungen
US1704086A (en) Method of cleaning and/or annealing metal
DE568858C (de) Verfahren zur Verhuetung der Hartzinkbildung bei eisernen Pfannen fuer Feuerverzinkungsbaeder
AT103484B (de) Verfahren zur Verhinderung des Verschlackens von Roststäben, Rostflächen usw.
DE676959C (de) Verfahren zur Erzeugung starker oxydischer Schichten auf Metallen und Metallegierungen
DE347781C (de) Verfahren zur Herstellung eines schuetzenden UEberzuges auf Gegenstaenden aus Magnesium
DE1583352B1 (de) UEberzugsmasse zur Verwendung bei der Waermebehandlung von Metallteilen
DE384137C (de) Giessverfahren fuer Magnesium
DE673435C (de) Gluehkoerper
DE2310726C2 (de) Verfahren zur Erhöhung der mechanischen Festigkeit von Gegenständen aus Glas, Keramik und dgl.