CH87382A - Verfahren zur Herstellung besonders haltbarer kolloidaler Lösungen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung besonders haltbarer kolloidaler Lösungen.

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CH87382A
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  Verfahren zur Herstellung besonders haltbarer kolloidaler Lösungen.    Es ist bekannt, dass man mechanisch hin  reichend zerkleinerte feste Stoffe durch Be  handeln mit Lösungen gewisser Verbindungen  in kolloidale Lösungen überführen kann. So  ist es zum Beispiel bekannt, dass Kaolin mit  telst geringer Mengen Alkalilösungen weit  gehend in ein Hydrosol verwandelt wird. An  derseits ist auch bekannt, dass durch Zu  satzbestimmter Elektrolyte oder organischer  Nichtelektrolyte die Haltbarkeit bereits vor  handener Sole bedeutend erhöht werden kann.  Von solchen Stoffen letzterer Art, die ge  wöhnlich als Schutzkolloide bezeichnet wer  den, seien unter anderem erwähnt: Eiweiss,  Gelatine, Gummiarabikum, Agar, Hausenblase  USW.  



  Es wurde nun gefunden, dass wässerige  Lösungen von     Kirschgummi    die beiden eben  erwähnten Wirkungen, nämlich mechanisch  fein zerkleinerte feste Stoffe zu     kolloidali-          sieren    und bereits vorhandene Sole zu stabili  sieren, in ganz besonders hervorragendem  Masse besitzen. Die erhaltenen kolloidalen  Lösungen zeigen nicht nur, was die Absetz  geschwindigkeit ihrer Teilchen, sondern auch    w as ihre Wider.standsfähigkeit D gegen aus  flockende Mittel betrifft, eine ganz hervor  ragende Haltbarkeit.  



  Als chemische Stoffe, die nach vorliegen  dem Verfahren kolloidalisiert werden können,  seien beispielsweise die festen Elemente er  wähnt, zum Beispiel Schwefel, Selen, Tellur,  Kohlenstoff in verschiedenen Modifikationen,  insbesondere als     Russ,    Graphit, Blutkohle,  Tierkohle, Silizium, Titan, Nickel, Molybdän  oder Chrom. Ferner kommen chemische     Ver-          bindungen;    wie     Bariumsulfat,    Bleisulfat, Blei  weiss, Eisenoxyde,     Chromosy    de,     Metallsulfide     und dergleichen in Frage.  



  Die Stoffe werden     zweckmässig    in äusserst  fein gemahlenem oder amorphem oder     klein-          kristallinisehem        Zustande    verwendet.  



  In manchen Fällen führt das vorliegende Ver  fahren zunächst nicht zu vollständig kolloi  dalen Systemen. Vielmehr enthalten die her  gestellten Sole ausser den erwünschten ultra  mikroskopischen Teilchen auch gröbere, be  reits unter dem Mikroskop oder schon mit  blossem Auge sichtbare Teilchen. Diese un  vollständige     Kolloidalisierung    tritt zum Bei-      spie1 bei Stoffen ein, welche vor der Behand  lung mit Kirschgummi nicht genügend weit  gehend mechanisch zerkleinert worden sind.  



  In solchen Fällen genügt es, diese noch  eröbere Teilchen enthaltenden Sole einige  Zeit ruhig stehen zu lassen, wobei sich jene  gröberen Teilchen zu Boden setzen. Die über  stehende Flüssigleit wird sodann, zum Bei  spiel durch Dekantieren, vom Bodensatze ge  trennt. Bei genügend langer Absetzzeit ent  hält dann die gewonnene Flüssigkeit aus  schliesslich ultramikroskopische Teilchen. Die  Trennung der Ultramikronen von den gröbe  ren Teilchen kann natürlich auch mittelst  Zerntrifugierens oder Filtrierens vorgenommen  werden.  



  In dieser Ausführungsform kann das     vor-          lieende    Verfahren auch dazu dienen, die  Komponerntern eines Stoffgemisches weitge  hend oder vollständig voneinander zru trennen.  Da sich verschiedene     Stoffe    verschieden leicht  kolloidalisieren lassen, so erreicht man durch  Wahl geeigneter Mengen des Kirschgummis  und durch Wahl geeigneter Mischzeiten, dass  der eine Stoff bereits in den kolloidalen Zu  stand übergeführt ist, während zum Beispiel  eine zweite Komponente des ursprünglichen  Stoff gemischenochs nicht kolloidalisiert ist.

    Der anschliessende Sedimentationsprozess oder  das anschliessende Zentrifugieren oder Filtrie  ren führt dann gleichzeitig mirt der Trennung  der kolloidalen Teilchen von den nicht kolloi  dalen auch zu einer Trennung der Kompo  nenten des ursprünglichen Gemisches.  



  Beispiel 1:  Eisenoxyd, welches als Farbstoff Verwen  dung finden soll, wird mit etwa 3  %     Kirsch-          grunmmi    versetzt, den man vorher in     wässe-          rLige    Lösung gebracht hat, und beides mit  der nötigen Menge Wasser innig verrührt.       Hurt    man mit dem Rühren auf, so werden  sich im Laufe einiger Zeit die etwa in der  Hase noch vorhandenen gröberen Teilchen  zu Boden setzen und können von der darüber  stehenden Suspension abgetrennt werden. Man  kann diesen Rückstand unter Umständen noch  einmal vermahlen und wiederum mit     Kirsch-          gummilösung    behandeln.

   Dieerhaltene Kolloid-    lösung ist alsdann beispielsweise als Anstreich  farbe zu verwenden.  



  Beispiel 2:  Die Hydrosole von elementarem Platin,  welche durch elektrische Zerstäubung, zum  Beispiel nach demn Verfahren von Bredig,  hergestellt worden sind, besitzen eine ver  hältnismässig geringe Haltbarkeit. Vermischt  man ein solches Sol, welche. 0,02 % Platin  enthält, mit so viel Kirschgummilösung, dass  dann das Sol 0,05 - 0,5 % Kirshgurmmi  enthält, oder bringt in diesem Sol die ent  sprechende Menge Kirschgummi zur Auf  lösung, so erhält     man    Sole von bedeutend  überlegener Haltbarkeit. Naturgemäss kann  die elektrische Zerstäubung von vornherein  statt in reinem Wasser in verdünnter     Kirsch-          gummilösung    vorgenommen werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung besonders halt barer kolloidaler Lösurngyen, dadurch gekenn- zeiehnet, dass man Kirschgummi als Hilfs mittel verwendet. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu kolloidali- sierenden Stoffe mit wässrigen Lösungen von lKirschgrummi innig vermischt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu kolloidali- sierenden Stoffe in mechanriielh weitgelhen- dem zerkleinerten Zustande mit wässrigen Lösungen von Kirschgummi innig vermischt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die zu l#:olloidaii- sierenden Stoffe zunächst in bekannter Weise als Hydrosole gewinnt und hierauf Kirschgummi zufügt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch eli:ennzeielinet, dass man die zri kolloidali- sierenden Stoffe zunächst in bekannter Weise als Hydrosole gewinnt und hierauf hirsclrgummilösungen zufügt.
CH87382D 1917-03-03 1918-03-19 Verfahren zur Herstellung besonders haltbarer kolloidaler Lösungen. CH87382A (de)

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