Verfahren zur Wiederinstandsetzung einer unbrauchbar gewordenen elektrischen Glühlampe. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf elektrische Glühlampen, und ihr Zweck ist ein einfaches, billiges und schnelles Verfah ren zur Wiederinstandsetzung von Lampen zu schaffen, deren Faden gebrochen ist, oder die in anderer lHinsicht unbrauchbar gewor- dlen sind.
Die zur Geit am meisten gebrauchte Type vorm Metallfadengliihlampen ist die Lampe mit. gezogenem Drahte. welche ein mittleres Glassäulchen mit zwei Einführungsdrähten, mehrere aus Glasfusse angebrachte vor springende Tragarme mit kräftigen oller schwachen Häkchen undl mehrere an einem Glasknopfe am freien Ende des mittlere Glassäulchens angebrachte, ebenfalls vor springende Tragarme mit schwachen bieg- sasnen Häkchen aus Molybdän enthält.
Eine andere Type von Lampen ist die bei welcher die Lampe weder ein mittleres Glassäulchen. noch die zwei obern erwäbnten Gruppen von Tragarmen mit Häkchens besitzt. Diese Lampen können Kohlenladenlampen. Lampen mit Faden, die nach demn Spritzverfahren hergestellt wur den, Lampen mit gezogenem Draht oder auch Lampen anderer Art sein; in allen Fällens ist aber dlas mittlere Glassäulchen nicht vorhanden, oder es ist infolge eines Unfalles abgebrochen, oder es wurde ab- sichtliclh entfernt.
rEs ist bereits vorgeschlagen worden. einrn Mletallfaden um einen Dorn zu wik- keln, so stall derselbe eine Spule von klei nem Durchmesser bildet. und den auf diese Weiso erhaltenen Faden in einer elektri schen Lampe anzubringen, so dass es nicht nötig ist, Faden von der fürgewöhnlich ge brauchten Länge an Zwischenpunkten zu unierstiitzen.
Es ist nur durch Versuche fest gestellt worden, dass sich eine röhrenförmige Dralhtspule von den erforderlichen Abmes- sungen fiii- die Verwendung bei der Wieder von unbrauchbar -ewor- denen 1"inrpen (leg oben angeführten Arten besonders gut eignet. Gemäss vorliegender Erfindung besteht das Verfahren zur Wiederinstandsetzung von unbrauchbar gewordenen elektrischen Glühlampen,
bei welchen ein neuer Glüh faden in die Birne eingeführt und auf Trä ger innerhalb der Birne gebracht wird. darin, dass man einen Metallfaden in Spu- lentform auf einem Dorn in dichten Windun gen aufwickelt, welche höchstens den zehn fachen Durchmesser des Fadens haben, und diese Spule so lang streckt, bis dieselbe die Länge hat welche für das Einsetzen in die Lampe nötig ist.
Zur Erneuerung von elektrischen Glüh lampen der beschriebenen Art ohne mittlere Glassäulch en verfährt man beispielsweise wie folgt: a) Man macht eine kleine Öffnung an dem Ende der Birne, an welchem sich das Zäpfchen befindet, und erweitert durch An wendung einer Stichflamme den Rand der Öffnung; h) Man entfernt aus der Lampe alte, bezw. gebrochene Fäden und reinigt, falls nötig, das Innere der Lampe; c) Wenn ein vom Glasfusse in die Lampe hineinragendes mittleres Glassäulchen vor- lhanclen ist, so entfernt man das ganze Säul- chen oder den untern Teil desselben;
cl) Man schmelzt innen an die Glasbirne "Anker" an, welche schmelzende Sockel, z. B. aus Glas, und vorspringende Häkchen aus Metall besitzen; e) Man stellt einen Wolframfaden in Spulenform leer, indem man einen Wolfram faden von der erforderlichen Gesamtlänge um einen Dorn von den vorgeschriebenen Abmessungen wickelt; f) Man streckt die Spule so lange, bis die Spulenlänge diejenige ist, welche für das Einsetzen in die Lampe nötig ist; g) Man befestigt zwei kleine spiralför ivize, federnde Bügel an die aus dem Fusse hinausragenden Einführungsdrähte, wobei der, eine Bügel dlas eine Fadenende trägt, welches in demselben festgeklemmt ist:
h) Man sclhlingt in der Lampe den spulen- förmigen Faden um einen oder mehrere Anker undl setzt das andere Ende des spulen- förmiben Fadens zwischen die Windungen des andern federnden Biügels ein, welcher dann, oder schon vorher, an den Einfüh rungsdraht befestigt wird; i) Man schmelzt eine Glasröhre an den Rand der in die Birne gemachten Öffnung an, evakuiert die Birne und schliesst sie durch Zuschmelzen.
Häufig ist die Ursache der Beschädigung der Lampe, d. lh. des Schwarzwerdens, des Bruches der Fäden oder des Bruches des Glasfusses eine Art Entlaclung; diese Er scheinung triff, an oder in der Nähe der Stelle ein, an welcher der Faden sich an den Ein- fülhrungsdraht anschliesst, und wird zuwei len Edison Effekt genannt. Bei der Erneue rung der Lampen gemäss vorliegender Er findung fand man durch Versuche, dass es vorteilhaft und leicht ist, die Einführungs drähte voneinander zu entfernen, indem man beispielsweise dieselben in enteregenge setzten Richtungen nach auswärts biegt, so dass, wenn die beiden federnden Bügel be festigt und in Stellung gebracht und die Fadenenden in die Bügel eingeklemmt sind.
die beiden Stellen, an welchen die Enden des glühenden Fadens festgeklemmt sind, weit voneinander entfernt, sind.
In beiliegender Zeichnung stellt Fig. i einen spulenförmigen Faden von den dem Verwendungszweck entsprechen den Abmessungen, ungefähr hundertfach vergrössert, dar; Fig. 2 zeigt die Anwendung vorliegender Erfindung bei einer Lampe, welche ein mitt leres Glassäulchen und zwei Gruppen stän diger Tragarme mit Häkchen besitzt:
Fig. 2 zeigt. die Antvendung7 vor>liegFncler Erfindung bei einer Lampe, welche kein mittleres Glassäulchen besitzt, und Fi-. x veranschaulicht in einer Ansieht. von unten eine Variante der Lampe nach Fib. 3.
Unter Bezugnahme auf die Fit. i und 2 soll nun eine beispielsweise Ausfiihrun2s- form vorliegender Erfindung beschrieben werden. wie sie bei der Wied_erinstandset- zung einer Glühlampe der gewöhnlichen Art mit mittlerem Glassäulchen angewendet wird. deren Faden gebrochen ist. Es wurde eine Lampe gewählt, deren Faden ein gewöhn licher gerader, nicht spulenförmig gewik- kelter, sondern in Zickzacklinie angeordne ter Draht war, jedoch gebrochen ist.
Das Zäpfichen der Birne A wird weggebrochen und eine kleine Öffnung B mit nach ab wärts erweiterten Rändern an dem Ende der Birne, an welchem sich das Zäpfchen be findet, durch Anwendung einer Stich flamme gemacht. Man nimmt nun einen Wolframdralit vomn gleichen Durchmesser, den der ur sprüngliche gebrochene Faden gehabt hat, und von einer Länge, welche ungefähr 10% grösser ist, als diejenige des ursprünglichen geraden Fadens war; dieser Draht wird zu einer rohrförmigen Spule gewunden, deren Durchmesser (sagen wir) das Vierfache des Drahtes beträgt. Das Winden wird in kal tem. Zustande vorgenommen, und zwar di rekt um einen gestreckten Drahtdorn vom gewünschten Durchmesser.
Um das Abneh men vom Dorne zu erleichtern. wird letz terer mit Graphit geschmiert, oder die Spule kann etwas offen gewunden und nach dem Abnehmen vorn Dorne geschlossen werden. In der Praxis besteht der gestreckte Draht dorn aus einem gezogenen Wolframdraht. und da während des Ziehens der Draht mit einem Graphitüberzuge versehen war, so ist damit der erforderlichen Schmierung der Oberfläche Genüge geleistet worden. Der Drahtdorn wird in einer Drehbank oder Drahtwickelmaschine eingespannt und tim seine eigene Achse gedreht, während der Wolframdraht, aus welchem der Faden her gestellt werden soll. um den Dorn gewickelt wird.
Abweichend hiervon kann auch der Dorn festgehalten und die den Faden tragende Haspel um den Dorn gedreht werden, oder der Dorn kann zugespitzt sein und der Fa den um die Spitze gewickelt und von dieser beständig entfernt werden. Der so hergestellte spulenförmige Faden ist selbstverständlich viel kurzer als der ur sprüngliche Faden aus dem geraden Draht. Diese dicht aufgeschlossene Spule wird da her in geeigneter Weise so lange gestreckt, bis sie die Länge erhält, welche für das Einsetzen in die Lampe erforderlich ist.
Der Faden sieht dann wie in Fig. 1 dar gestellt aus ungefähr hundertfach ver- grüssert).
Nachdem der Faden auf diese Weise her gestellt und die Lampenbirne den üblichen vcrgiingigen Prozessen, welche nicht in den Bereich vorliegender Erfindung gehören, unterworfen worden ist, wird der Faden mittelst der federnden Bügel F zwischen den vom Glasfusse C in die Lampe hinein ragenden Einführungsdrähten D) und einem oder mehreren ständligen Häkchen H ausge spannt. Infolge seiner verhältnismässig ge ringen Länge wird aber nur ein kleiner Teil der genannten Häkchen vom Faden belegt. Seine ausserordentliche Biegsamkeit ermög licht es, denselben unmittelbar um die stän digen suntern Häkchen zu schlingen. welche für gewölhulich aus Mlolybdän hergestellt sind.
Auf diese Weise hört die bisher als unvermeidlich betrachtete Notwendigkeit auf, starre, provisorische Häkchen oder eine Form für Glas Verfahren der Formierung des Fadens anzuwenden. Die physikalische Beschaffenbeit des Fadens ist vielmehr eine derartige, dass derselbe in Schleifen von der üibliclhen länge aufgehängt, wie ein ge wöhnlicher Zickzackfaden unterstützt und entsprechend gegliüht werden kann, ohne sich von den gebräuchlichen untern Häk chen wegzusacken.
Ausserdem ergibt sich auch ein Vorteil dadurch., d,ass der spulen förinige Faden eine bessere Verteilung- des Lichtes bietet, und nvar besonders nach abwiirts, -enn die Lampe an ihrem Sockel aufgehii.ngt ist, so dass die Nutzkerzenst.ärke eine grössere ist., als diejenige des ursprüng- lichen Fadens war.
Bezugnehrnend auf Fig. 2, welche die Anwendung vorliegender Erfindung bei einer Lampe ohne mittleres Glassäulchen veranschauiicht wird das Zäpfchen von der Birne Al weggelbrochen und eine kleine Öff nung B mit nach abwärts erweiterten Rän dern an dem Ende der Birne, an welchem sich das Zäpfchen befindet, durch Anwen- deng einer Stichflamme gemacht. Alte bezw. gebrochene Fäden werden entfernt und, falls nötig, die Birne innen gereinigt.
Ist ein mittlered Glassäulchen in der Birne vorhanden, so wird das ganze oder der untere Teil desselben entfernt, wohin gegen man den Glasfuss C mit den beulen aus dem letzteren hinausragen den Einführungsdrähten unberührt lässt. Diese Drähte werden nach auswärts, wie in D gezeigt wird gebogen. Sodann wer den Anker E innen an die Glasbirne ange schmolzen, welche schmelzende Sockel, bei- spielzweise ats Glas, und von diesem her vorragende Metallhähchen (zweckmässiger weise aus Molvbdän besitzen.
Ein federnder Bügel F wird mit deal einen in demselben festgeklemmten Ende des spulenförmigen Fadens durch die Öff nung 7B in die Birne eingeführt und an das Ende des Einführungsdrahtes D) festge klemmt. Sodann wird der Faden um die Ankerhäkchern lE gelegt und dlas. andere freie Ende im zweilten federnden Bügel F festge klemmt, welcher am andern Einführungs- drah l e Ir befestigt ist.
Bei der bessonderen, in Fig. 4 dargestell ten Ausführungsform wird die in achsialer Richtung ausgestrahlte Kerzenstärke da- durci vergrössert, dass man den Faden um mehr als zwei Häkchen E legt. Wird ge wünscht, dass der ganze Faden in einer zur Lampenachse senkrechten Ebene angeord net wird, so kann man die im wesentlichen aufrechtstehenden Teile des Fadens weg lassen, die Einführungsdrähte verlängern durch angeschmolzene oder festgeklemmte Verlängerungstücke) und die federnden Bii- gel F' an den Enden der Verlängerungs stücke, cl. h. in der gleichen Ebene, in wel cher sich die Ankerhäkchen befinden, ver wenden.
Zu bemerken ist, dass das Verhältnis des Spulendurchmessers zur Drahtstärke geän dert werden kann. vorausgesetzt, dass die sich ergebende physikalische sseschaffenheit eine solche ist, dass der Faden in der glei chen Weise unterstützt werden kann wie ein gewöhnlicher Zickzackfaden. ohne sich von den zerr Anwendung gelangenden Trag Tran.- armen wegzusacken; immerhin haben sich aber durch Versuche die folgenden Abmes sungen als besonders vorteilhaft erwiesen:
EMI0004.0015
Durchmeaer <SEP> Lichter <SEP> Durchmesser
<tb> <U>des <SEP> Fadens <SEP> der <SEP> Spirale</U>
<tb> .O18 <SEP> mm <SEP> bis <SEP> 027 <SEP> nmm <SEP> .05mm
<tb> 028 <SEP> mnm <SEP> bis <SEP> .040 <SEP> mm <SEP> AS <SEP> mm
<tb> .04t <SEP> mm <SEP> bis <SEP> 120 <SEP> nmm <SEP> .13 <SEP> mm Ein -weiterer Vorteil des Fadens, welcher die durch vorliegende Erfindung vorge sehenen Verhältnisse aufweist, bestellt dar in, dass man einen viel längeren Faden in eine gegebene Lampe einsetzen kann, als wenn ein Zickzackfaden aus geradem Draht verwende@ werden würde.
Dieser Umstand bietet ein einfaches Mittel, eine urspriing- licb für eine gewisse Spannung- konstruierte Lampe so wieder instand zu setzen, dass die selbe für eine höhere Spannung benützt werden kann: es hat sich in der Tat er geben, dass eine ursprünglich für 716 Volt konstruierte Lampe durch Einsetzen eines netten Fadens so wieder instand gesetzt w erden kann, dass man dieselbe in eurem 91Q0 Volt Netz verwenden kann. Will man eine solche Veränderung vornehmen, so wird der Draht vorn der für die höhero Span nung erforderlichen hänge zut einer Spule gewtunden tund die Spule in einfacher und unschwieriger Weise durch Strecken so lang g emacht. dass diese Länge der Lampen konstruktion angepasst ist.