Kesselspeisewasservorwärmer mit geraden Rohren, insbesondere für Lokomotiven. Die Erfindung bezieht sich auf einen Kesselspeisewasservorwärmer mit einem Bün del gerader Heizrohre, das eine vordere und eine hintere Wasserkammer miteinander ver bindet und mit der letzteren gemeinsam aus dem Vorwärmermantel herausgezogen werden kann, insbesondere für Lokomotiven.
Die Er findung hat den Zweck, bei gegebenen äussern Querschnitts- und Längenabmessungen des Vorwärmermantels eine möglichst grosse Wärmeübertragungsfläche zu schaffen. Bei Lokomotiven, Lokomobilen, Schiffen und ähn lichen Anlagen mit stark beschränkten Raum verhältnissen lassen sich grosse, umfangreiche Vorwärmeranlagen nicht unterbringen, viel mehr müssen bei derartigen Anlagen beson dere Mittel angewendet werden, um bei mög lichst geringen Aussenabmessungen eine mög lichst grosse Wärmeübertragungsfläche in dem Vorwärmer unterzubringen.
Bei den bekannten Speisewasservorwär- mern mit einem herausziehbaren Bündel ge rader Heizrohre und vorderer und hinterer Wasserkammer wird die hintere Was2er- kammer zugleich durch den hintern 1lantel- deckel gebildet.
Die Fläche dieses Deckels geht daher nicht nur als Wärmeübertragungs- fläche verloren, sondern sie bildet vielmehr geradezu eine unerwi'tnschte Abkühlungs fläche, die beispielsweise bei Lokomotiven durch den bei rascher Fahrt auftretenden kalten Luftzug recht erhebliche Abkühlungs verluste ergibt, die sich auch durch das Auf tragen einer Isolationsschicht auf den Deckel nur vermindern, nicht aber vermeiden lassen.
Ferner ist bei den bekannten Speisewasser vorwärmern der bekannten Bauart die hintere Rohrwand erheblich grösser als die vom Rohr bündel eingenommene Fläche, weil für die Unterbringung der Befestigungsschrauben des Deckels ein das Rohrbündel umgebender, reichlich bemessener Flansch vorgesehen werden inuss. Dadurch entsteht zwischen den äussersten Rohren und dem Vorwärniermantel ein grosser Zwischenraum, der naturgemäss als Heizfläche nicht ausgenutzt werden kann, also für den Zweck, dem der Vorwärmer dient, völlig verloren geht.
Endlich sind die Heizrohre bei den be kannten Speisewasservorwärmern mit glei chen Abständen angeordnet, dadurch fallen die Zwischenräume zwischen denjenigen be nachbarten Rohrreihen, die in getrennte Waserkammerräumemünden, erheblich grüssen aus als zwischen den in die gleichen Wasser- kammerräume mündenden Rohren. Dieser gröl)ere Zwischenraum bedeutet gleichfalls einen Verlust an Heizfläche.
0 Bei dem Vorwärmen nach vorliegender Aumeldung, der für die oben erwähnten An lagen, vornehmlich jedoch für Lokomotiven bestimmt ist. wird die Unterbringung einer n1ögllchst grossen Heizfläche bei gegebenen Aufenabmessungen durch die gleichzeitige Anwendung verschiedener, im Nachstehenden genauer beschriebenen Mittel erreicht.
i=lemäf> der Erfindung ist der hintere Wasserkammerdeckel des Vorwärmers inner- hali) des Vorwärmermantels angeordnet und dient daher als dampfbespülte Wärmeüber- tra\ ungsfläche. Die Befestigungsschrauben für den hintern Wasserkammerdeckel brauchen clal)ci nicht durch einen besonderen, das Rohr bündel einfassenden Flansch geführt zu wer den,
sondern sie liegen innerhalb der Dich tungsfläche des Wasserkammerdeckels, also zwischen den Rohren der äussersten kreis- förmigen Rohrreihe. Dadurch wird es mög lich, fast den gesamten Querschnitt des Vor- wiirmermantels mit Heizrohren zu besetzen.
Endlich ist die Vergrösserung der Reiz fläche gegenüber den bekannten Vorwärmern durch die besondere Anordnung der Heiz rohre erreicht. Diese sind nämlich mit den- jengen Enden, mit denen sie in gemeinsame Räume der Wasserkammer münden, einander so weit gen:
ihert, wie dies mit Rücksicht auf konstruktive Möglichkeit nur irgend an gängig ist, -während diejenigen Enden, die in getrennte Räume ein und derselben Wasser- kammer münden, wegen der dazwischen lie genden Trennungswand naturgemäss um so viel weiter voneinander entfernt liegen, als die Dicke der Trennungswand beträgt.
Da die Enden zweier benachbarter, übereinander liegender Rohrreihen auf der einen Seite in denselben Hohlraum derselben Wasserkammer, auf der andern Seite aber in getrennte Räume der andern Wasserhammer münden, so ergibt sich eine geschränkte Anordnung der Reiz rohre.
Die Erfindung ist auf der anliegenden Zeichnung beispielsweise veranschaulicht. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch die hintere Wasserkammer nebst dem sie um gebenden Mantel eines V orwärmers nach vor liegender Erfindung Fig. \?r veranschaulicht einen Längsschnitt durch die vordere Wasserkammer: Fig. 3 zeigt einen Schnitt nach der Linie 11-:
1 der Fig. 1; Fig. 4 stellt einen Längsschnitt in grö sserem hlassstabe durch das Rohrbündel und die beiden Rohrwände dar.und lässt deutlich die geschränkte Anordnung der Heizrohre erkennen.
In den Fig. 1 und 2 ist in der bekannte zylindrische Mantel des V orwärmers. lIit i,. sind die Heizrohre bezeichnet, c ist der vor dere _Vasserkammerdeckel mit den Ein- und Austrittsstutzen d und e;
f' ist die vordere, p die hintere Rohrwand, fr, ist der hinter Wasserkammerdeckel, der innerhalb des Man tels liegt und gleichzeitig als dampfbespülte Heizfläche dient. i. sind die Stiftschrauben. mit denen der hintere Wasserkammerdeckei mit der hintern Rohrwand verbunden ist.
Der Wasserkammerdeckel h. besitzt Augen, durch welche die Stiftschrauben hindurch treten, die derart ausgebildet sind, dass sie den Schraubenmuttern als Unterlage dienen. Aus der Fig. 3 ist ersichtlich., dass die Schrauben i zwischen den äussersten Heiz rohren angeordnet sind und innerhalb der ringförmigenDichtung 7,: liegen, diedieWasser- kammer gegen den Mantelracim abdichtet.
Die äussern Rohre können infolge dieser An ordnung dicht Zn den V orwärmermantel herantreten. Aus der Fig. 4 ergibt sich der weitere Gewinn an Heizflüche durch die ge schränkte Anordnung der Heizrohre.
Für die selben Teile sind dieselben Bezugszeichen wie in den Fig. 1-3 verwendet. a und b sind die Abstände der Mitten der Heizrohr- enden, und zwar ist das grössere Mass a der Abstand zweier in verschiedene, durch eine Scheidewand getrennte Räume einer Wasser- hammer mündenden Rohre, während das kleinere Mass b den Abstand zweier in einen gemeinsamen Raum derselben Wasserkammer mündenden Rohre bedeutet.
Mit k sind die Dichtungsstege. der Wasserkammerscheide- wände an den Rohrwänden bezeichnet. Bei dem in Fig. 4 schematisch dargestellten Bei spiel mit acht Rohrreihen beträgt somit der Abstand von der Mitte der untersten Rohr reihe bis zur ALitte der obersten Rohrreihe in der hintern Rohrwand 3" = a''. in der vordern Rohrwand 4 + 3i', während er bei ungeschränkter Anordnung der Rohre i" be tragen würde.
Es läfit sich also die gleiche Zahl von Rohren bei geschränkter Anord nung auf einem kleineren Querschnitt unter bringen, wie bei paralleler Anordnung, und zwar ist hierbei die Raumausnutzung für die hintere Rohrwand noch besser als für die vordere.
Durch die Schränkung der Heizrohre ins Vereine mit der oben beschriebenen Art der Befestigung des hintern Wasserkammer deckels an der hintern Rohrwand und durch dessen Ausbildung als dampfbespülte Heiz fläche ergibt sich. bei Vorwärmern mit gera den Rohren und ausziehbarem Rohrbündel gegenüber den bisher bekannten Bauarten die Möglichkeit einer erheblichen Vei,grUl,;e- rung der Heizfläche und damit des 'Nutz- effektes des Vorwärmers bei sonst gleichen Abmessungen.