CH90292A - Verfahren zur Wiedergewinnung der beim Sulfonieren von organischen Verbindungen angewendeten überschüssigen Schwefelsäure. - Google Patents

Verfahren zur Wiedergewinnung der beim Sulfonieren von organischen Verbindungen angewendeten überschüssigen Schwefelsäure.

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CH90292A
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Description


  Verfahren zur Wiedergewinnung der beim Sulfonieren von organischen Verbindungen  angewendeten überschüssigen Schwefelsäure.    Bekanntlich wird zum Sulfonieren von  organischen Verbindungen, z. B. von Kohlen  wasserstoffen, Schwefelsäure im Überschuss  angewendet, weil sonst die Reaktion infolge  zu starker Verdünnung der Säure, durch  das gebildete Wasser bald zum Stillstand  gelangen würde. Auch wenn das entstehende  Wasser aus dem Reaktionsgemisch während  des     Sulfonierungsprozesses    entfernt -wird, z.  B. durch Anwendung von Vakuum, muss  zwecks vollständiger Durchführung der Reak  tion     überschüssige    Schwefelsäure angewendet  werden.

   Es liegt somit nach beendeter     Sul-          fonierung    ein Gemisch vor, das neben der  gebildeten     Sulfosäure    den     Überschuss    an  Schwefelsäure und daneben eventuell Wasser       enthält.    Um das Gemisch von Schwefelsäure  zu befreien, war es bisher gebräuchlich, ein  neutralisierendes Mittel, wie z. B.     Calcium-          ozyd    oder     Calciumkarbonat,    zuzusetzen und  dadurch die Schwefelsäure in unlöslicher  Form abzuscheiden. Dabei geht aber, abge  sehen von den Kosten für die Neutralisierung,  die überschüssige Schwefelsäure für weitere  Verwendung verloren.

      Gemäss der vorliegenden Erfindung wird  beim     Sulfonieren    von     organischen    Verbin  dungen, z. B. von     Kohlenwasserstoffen,    an  gewendete überschüssige Schwefelsäure da  durch wiedergewonnen,     da.ss    man aus dem  nach beendeter     Sulfonierung    vorliegenden  Gemisch die Schwefelsäure     abdestilliert    und  zwar unter Anwendung eines Vakuums von  solcher Höhe, dass die Schwefelsäure bei einer  Temperatur flüchtig wird, die unterhalb der  Zersetzungstemperatur der gebildeten     Sulfo-          säure    liegt.  



  In den meisten Fällen wird ein Vakuum  von     1,25-2,5    cm Quecksilber ausreichen,  um die vorhandene überschüssige Schwefel  säure so gut wie vollständig     abzudestillieren.     



  Die im Gemisch enthaltene Schwefelsäure  destilliert dann bei einer Temperatur von  höchstens ca. 260 , ohne dass in den meisten  Fällen Zersetzung der gebildeten     Sulfosäure     eintritt. Da die     Sulfosäuren    im allgemeinen  bei allen Temperaturen unterhalb derjenigen,  bei der die Zersetzung     beginnt,.nichtflüchtig     sind, so sind auch Verluste durch Verflüch  tigung nicht zu befürchten, wenn man sich      an die angegebene Temperaturgrenze hält.  Für     Benzoldisulfosäure    zum Beispiel tritt erst  bei etwa 280  wesentliche Zersetzung ein.  



  Auf beiliegender Zeichnung ist ein Aus  führungsbeispiel eines zur Durchführung des  Verfahrens     geeigneten    Apparates schematisch  dargestellt. Mit diesem Apparat wird das  Verfahren bei der Herstellung von Benzol  disulfosäure beispielsweise wie folgt durch  geführt.  



  In den Vorratsbehälter 1 wird das durch  direktes Erhitzen von Benzol und Schwefel  säure ohne Anwendung von Vakuum erhält  liche Gemisch, bestehend aus     Benzoldisulfo-          säure,    überschüssiger konzentrierter Schwefel  säure, etwas     Benzolmonosulfosäure    und Wasser  eingeführt. Dann öffnet man das Ventil<B>11</B>  und lässt das Gemisch durch das Rohr 2 in  den Kessel 3 einlaufen. Der Kessel 3 wird  nun durch Einleiten von Dampf in den Heiz  mantel 4 aus dem     Einlassrohr    5 auf 1000-1200       erhitzt    und nach Öffnung des Ventils 21  und Schliessung des Ventils 20 die Pumpe 10  und das Rührwerk 7 in Gang gesetzt.

    Es destilliert dann das Wasser aus dem  Kessel 3 über, das im Kondensator 12 durch  Abkühlung kondensiert und im Empfangs  behälter 17 gesammelt wird. Sobald kein  Wasser     mehr    übergeht, wird das im Behälter 17       gesammelte'#-N'asser    nach     Öffnen    des Ventils 20  durch das Ableitungsrohr 19 abgelassen und  nun die Temperatur im Kessel 3 auf etwa  260" gesteigert und nach Schliessung des  Ventils 20 das Vakuum auf 2-2,5 cm Queck  silber erhöht ; dieses Vakuum wird bis zur  Beendigung der Destillation der Schwefelsäure  aufrecht erhalten.

   Letztere ist durch das Ab  destillieren des Wassers konzentriert worden  und wirkt dadurch auf die     Benzolmonosulfo-          säure    in dem Sinne ein, dass letztere fast voll  ständig in     Disulfosäure    übergeführt wird. Es  wird also der Vorteil erzielt,     dass    die voraus  gegangene     Sulfonierung    vervollständigt wird.

    Die bei der nun einsetzenden Schwefelsäure  destillation übergehenden Dämpfe, die am  Thermometer 16 eine Temperatur von etwa  205"-2150 zeigen, gelangen in den     Konden-          sator        12,        wo        sie        zu        etwa        98        %iger    Schwefel-    säure verdichtet werden, die aus dem Emp  fangsbehälter 17 durch das Ableitungsrohr 19  abgelassen wird. Nicht kondensierte Schwefel  säuredämpfe und andere Abgase werden im  Reiniger 15 zurückgehalten.

   Die Destillation  wird solange fortgesetzt, bis das Gemisch im  Kessel 3 weniger als 5      /u    Schwefelsäure ent  hält. Dann wird der Kesselinhalt nach Öffnen  des Ventils 13 durch das Ableitungsrohr 18  in den     Behglter    14     übergeführt    und dort mit  mit Soda oder     Natriumsulfit    neutralisiert.  Man erhält so fast wasserfreies,     benzoldisulfo-          saures    Natrium neben etwas Natriumsulfat.  



  Soll beispielsweise mit dem Apparat ein  durch Erhitzen von Benzol und Schwefelsäure  und zwecks Entfernung des gebildeten Wassers  unter Anwendung von Vakuum hergestelltes  Gemisch, bestehend im wesentlichen aus       Benzoldisulfosäure    und der überschüssigen  Schwefelsäure behandelt werden, so wird,  nachdem das Gemisch in den Kessel 3 ein  gelaufen ist, dieser direkt auf 2600 erhitzt  und dann die Destillation der Schwefelsäure  wie oben beschrieben durchgeführt.  



  Bei einer anderen Ausführungsform des  Verfahrens wird nach erfolgter Herstellung  der     Benzoldisulfosäure    in dem Kessel 3 durch  Einwirkung von überschüssiger konzentrierter  Schwefelsäure auf Benzol bei etwa 2600 C  und unter vermindertem Druck nach er  folgter Entfernung des gebildeten Wassers  und vollendeter     Sulfonierung,    unter Aufrecht  erhaltung der Temperatur das Vakuum sofort  so weit gesteigert, dass der     Druel.:    im Kessel 3  nur noch 2-2,5 cm Quecksilber beträgt und  die Schwefelsäure     a'odestilliert.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Wiedergewinnung der beim Sulfonieren von organischen Verbindungen angewendeten überschüssigen Schwefelsäure, dadurch gekennzeichnet, dass man aus dem nach beendeter Sulfonieruug vorliegenden Gemisch die Schwefelsäure abdestilliert und zwar unter Anwendung eines Vakuums von solcher Höhe, dass die Schwefelsäure bei einer Temperatur flüchtig wird, die unterhalb der Zersetzungstemperatur der gebildeten Sulfosäure liegt. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zuerst durch Er hitzen eines nach beendeter Sulforiierung Wasser enthaltenden Gemisches bei ver mindertem Druck das Wasser abdestilliert und dann unter erhöhtem Vakuum die De stillation der Schwefelsäure vornimmt. ?. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man nach beendigter Sulfonierung in direktem Anschlüss an diese das noch die Sulfonierungstemperatur aufweisende l;ernisch unter Aufrecht erhaltung dieser Temperatur der Destil lation im Vakuum unterwirft. 3.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Destillation der Schwefelsäure so lange fortsetzt, bis das behandelte Gemisch weniger als 5 ;'o Schwefelsäure enthält.
CH90292D 1918-05-13 1919-05-06 Verfahren zur Wiedergewinnung der beim Sulfonieren von organischen Verbindungen angewendeten überschüssigen Schwefelsäure. CH90292A (de)

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