Zusatzpatent zum Hauptpatent N r. 73;587. Schreibmaschine mit feststehenden Typensrhablonen. In dem Hauptpatent ist ein Ausführungsbei spiel einer Schreibmaschine angegeben, bei dem das Bild feststehender Typenschablonen auf eine lichtempfindliche, bewegte Schreib fläche übertragen und so ein Schriftstück in guter Buchdruckschrift hergestellt wird.
Die Aufgabe, die bei Verwendung feststehender Typenschablonen bei einem photographischen Schreibverfahren zu lösen war, bestand darin, in jedem Augenblick nur das Bild eines ein zigen Buchstabens auf die lichtempfindliche Fläche zu werfen und dies Bild gleichzeitig an der richtigen Stelle in den Zeilen des Schriftstückes erscheinen zii lassen.
Bei dem im Hauptpatent angegebenen Ausführungs beispiel ist zur Lösung dieser Aufgabe die Einrichtung so getroffen. dass jeder Buchstabe eine besondere Lichtquelle in Form einer Funkenstrecke erhält, die im richtigen Augen blick gezündet wird, und dali ein festes opti sches System die Bilder aller Schablonen an eine Stelle der Schreibfl-iche wirft.
Da die Funkenstrecken der einzelnen Zeichen gem;il) dem zu übertragenden Text nacheinander ge- zündet werden in Zwischenzeiten, die durch die Geschwindigkeit der gleichmässig beweg ten lichtempfindlichen Schreibfläche bestimmt werden, sind die Forderungen einer fortschrei tenden Niederschrift der einzelnen Buchstaben in richtiger Reihenfolge erfüllt.
Die vorliegende zusätzliche Erfindung gibt ein weiteres Mittel zur Lösung der Aufgabe an, indem sie di% Belichtung der feststehen den Typenschablonen durch Verwendung ei ner einzigen Lichtquelle für sämtliche Scha blonen vereinfacht.
Die Einrichtung kann ent weder so getroffen sein, dass diese Lichtquelle augenblicksweise @"eziindet wird, wie die ein zelnen Lichtquellen bei denn im Hauptpatent beschriebenen Ansführungsbeispiel, oder so, dass sie dauernd brennt. Im letzten Fall ist ein Momentverschlult vor der lichteinpfind- lichen Schreibfläche erforderlich, der nur dann geöffnet wird,
wenn die Schreibfläche die zur Aufnahme des betreffenden Buchsta- bens richtige Lage erreicht hat.
Bei beiden Fällen icdoch sind Mittel zur Ablenkung der gleichzeitig durch die einzel- nen Typenschablonen hindurchtretenden Strahlen vorgesehen, die so wirken, dass im richtigen Augenblick immer nur die Strahlen desjenigen Schriftzeichens auf die lichtemp findliche Schrdibfläche geworfen werden, das gerade abgebildet werden soll, während die Strahlen der andern Zeichen nicht auf die Schreibfläche gelangen. Solche Mittel zur Ablenkung können verschiedenster Natur sein und richten sich nach der Art der Strah len, die für die Belichtung der lichtempfind lichen Schreibfläche verwendet werden.
Sind solche Strahlen zum Beispiel magnetisch ab lenkbar, so können hierzu Elektromagnete, eines oder mehrere, verwendet werden: Die Anordnung kann so getroffen werden, dass entweder die Strahlen einer Typenschablone herausgegriffen und auf die Schreibfläche ab gelenkt werden, oder dass das gesamte Strah lenbündel ablenkbar gemacht und jeweils so eingestellt wird, dass die Strahlen des ge wünschten Zeichens allein auf die lichtemp findliche Schreibfläche gelangen, während die übrigen abgeblendet sind.
Bei andern Strahlen, in erster Linie bei sichtbaren Strahlen, kann ein beweglicher Spiegel verwendet werden, auf dem die Strahlen sämtlicher Typenschablonen kon zentriert werden und der jeweils so einge stellt wird, dass nur die Strahlen des ge wünschten Zeichens die Schreibfläche tref fen. Eine Einrichtung dieser Art mit beson ders einfachem und für alle Typenschablonen gemeinsamem optischem System ist als Bei spiel der Erfindung in den Figuren näher dar gestellt.
Fig. 1 zeigt die lichtempfindliche Schreib fläche 1 und die Typenschablonen 2, die in ei nem festen Rahmen 3 eingesetzt sind.
In der Nebenfigur 2 sind Rahmen und Schablonen nochmals im Aufriss dargestellt. Der Einfachheit halber ist angenommen, dass es sich nur um das Schreiben von neun Zei chen handelt. Die Schablonen sind in hori zontalen und vertikalen Reihen angeordnet, so dass der Schablonenrahmen 3 eine recht eckige Form erhält. Bei Vergrösserung der Zei chenzahl vergrössert sich entsprechend der rechteckige Schablonenrahmen. Man kann selbstverständlich die Schablonen auch in an derer Anordnung in dem Rahmen befestigen, beispielsweise so, dass dieser Rahmen eine vieleckige oder kreisrunde Form erhält.
Die Lichtquelle, welche dauernd brennen möge, ist 4. Mit 5 ist der Momentverschluss vor der lichtempfindlichen Schreibfläche 1 bezeichnet, der zweckmässig auf elektroma gnetischem Wege durch Schliessen eines Stromkreises geöffnet und nach Ablauf der sehr kurzen Belichtungsdauer sofort wieder geschlossen wird. Eine nähere Darstellung dieses an sich bekannten Momentverschlusses erübrigt sich.
Die von der Lichtquelle ausge henden Strahlen sind in der Fig. 1 als Strah lenlinien angedeutet, sie werden durch ein Linsensystem 6 zunächst vor dem Scha- blonenhalter zusammengefasst und treten durch die einzelnen Typenschablonen hindurch zu einer weiteren Linse 7, die das Strahlenbündel weiter verdichtet, auf dem 'beweglichen Spiegel 8 konzentriert und in der Ebene der lichtempfindlichen Schreibfläche ein scharfes Bild der Schablone entwirft.
Dieses Bild kann in seiner Grösse den Abmessungen der Scha blonen gleich sein oder nach Belieben grösser oder kleiner gemacht werden, je nachdem man die Entfernung des Spiegels von dem Schablonenhalter und von der Schreibfläche wählt. An einem fertigen Apparat kann diese Entfernung einstellbar und veränder lich gemacht werden: ebenso kann das Lin sensystem auswechselbar und durch ein an deres ersetzbar sein.
Der Spiegel ist in der Fig. 1 in einer sol chen Stellung gezeichnet, dass nur die Strah len der mittelsten Schablone :6T auf den Mo mentverschluss 5 fallen, so dass nur sie bei Öffnung des Verschlusses die lichtempfind liche Schreibfläche treffen. Die Lage der übri gen Schablonenbilder vor der lichtundurch lässigen Hülle 9 der Schreibfläche ist durch die Grenzstrahlen des Lichtbündels markiert. Die Rolle 32 für die lichtempfindliche Schreib fläche ist auf dem Wagen 33 der Schreib maschine drehbar befestigt. Der Wagen be wegt sich beim Schreiben einer Zeile von rechts nach links.
Wie Fig. 3 angibt, er zwingt er hierbei mit Hilfe seiner Zahnstange 34 und der Zahnradübersetzung 35 die gleich zeitige Drehung eines Rades 36, das mit sei nen Treibstiften 37 in die Treiblöcher 41 des Lochstreifens 38 eingreift und den Lochstrei fen von der Rolle 39 ab auf die Rolle 40 auf wickelt. Der Lochstreifen bewegt sich über einen seiner Breite entsprechenden Kontakt block 42, dem gegenüber Schleiffedern 43 bis 47 angeordnet sind. Tritt ein Loch 48 unter eine solche Schleiffeder, so findet eine Berührung zwischen ihr und dem Kontakt block 42 und damit die Schliessung des zu der betreffenden Feder führenden Stromkreises statt.
Die Federn 43 bis 46 dienen, wie unten ausführlich beschrieben ist, zur elektromagne tischen Einstellung des Spiegels 8, während die Feder 47 den Momentverschluss 5 steuert. Die zugehörigen Löcher 49 sind deshalb ein wenig gegen die Löcher 48 für die Spiegel einstellung in dem Sinne versetzt, dass die Spiegeleinstellung erfolgt ist, bevor die Öff nung des Momentverschlusses stattfindet, und dieser schon wieder geschlossen ist, bevor der Spiegel auf einen neuen Buchstaben ein gestellt wird.
Damit der Spiegel sowohl auf die hori zontalen, wie auf die vertikalen Schablonen reihen des Schablonenhalters 3 eingestellt wer den kann, muss er sowohl um eine horizontale, wie um eine vertikale Achse drehbar sein. Ausser der Ruhestellung sind für jede Dreh achse in dem gewählten Beispiel drei bezw. zwei feste Einstellungen erforderlich, den ein zelnen Schablonenreihen entsprechend. Die Einstellung einer jeden Drehachse muss unab hängig von der der andern erfolgen. Die Spie gelverstellung ist in Fig. 4 imd 5 im AufriL; und Grundriss dargestellt.
Die Einstellung der Drehachsen in die festen Stellungen erfolgt für jede Drehachse durch ein elektromagnetisch gesteuertes Hebelsystem, dessen Wirkungsweise aus der linken Seite der Fig. 4 hervorgeht. Es sind zwei elektromagnetisch bewegte Hebel 10,<B>11</B> vorhanden, die sich zwischen festen, zweck- mässig einstellbaren Anschlägen 13, 14 und 15, 16 bewegen können. Durch Federn 17 und 18 werden sie in der Ruhelage bei unerregtem Magnet gegen den Ruheanschlag 13 und 15 gelegt. Der Drehpunkt 19 des ersten Hebels 10 ist fest. Der Drehpunkt 20 des zweiten Hebels befindet sich auf dem ersten Hebel starr mit ihm verbunden.
An den zweiten Hebel 11 ist ein Übertragungshebel 21 ange- lenkt, der bei 22 fest gelagert ist und über eine Muffe 23 die Hebelbewegung auf ein Ge stänge 24 überträgt, wobei die Drehbewegung des Hebels gleichzeitig in eine Längsbewe gung dieses Gestänges umgewandelt wird. Das Gestänge 24 ist lose in der Muffe 23 drehbar und überträgt durch das Gestänge 25, 26 die Bewegung auf die Spiegelachse, so dass jeder Längsverschiebung der Stange 24 eine bestimmte Verdrehung des Spiegels 8 um seine horizontale Achse entspricht.
Damit in der Übertragungsvorrichtung kein toter Gang auftritt, ist ain Dreharm 26 des Spiegels eine Feder angelenkt, die einen einseitigen Druck in das Gestänge bringt.
Wenn die beiden Elektromagnete 28 und 29 unerregt sind. so nimmt d-r Spiegel die lzuliestellung ein, die beliebig, beispielsweise so gewählt ist. dass er das Kreuz 50 über der ersten Schablone A auf den Momentverschluh 5 spiegelt. Wird nun über die Feder 43 der Magnet 28 erregt, so legt sich der Hebel 10 momentan gegen den Anschlag 14 und be wegt dadurch das ganze Hebelsystem so, dass der Spiegel aus der Ruhestellung hieraus um einen bestimmten kleinen Winkel gedreht wird.
Der Zwischenraum zwischen den An schlägen 13 und 14 und die Hebelübersetzung sind so gewählt, dass jetzt der Spiegel auf den Buchstaben _t der ersten Horizontalreibe ein spielt.
Wird über die Feder 4-1 dagegen der Ma gnet 29 erregt, so bleibt der Hebel 10 in Ruhe stellung und der Hebel 11 legt sieh gegen den Anschlag 16. Die Verdrehung des Spiegels erfolgt in dem gleichen Sinne, jedoch, da der Punkt 20 jetzt der Drehpunkt des Hebels 1l ist, um einen etwas grösseren Winkel wie vor- hin, so dass nunmehr der Spiegel auf den Buchstaben B der zweiten Horizontalreihe einspielt.
Werden die Magnete 28 und 29 gleichzei tig erregt, so ergibt sich ein dritter, wieder um grösserer Spiegelausschlag, der gleich der Summe der Ausschläge bei Einzelerregung der Magnete ist. Der Spiegel spielt jetzt auf den Buchstaben C der dritten Horizontalreihe ein.
Zur Verdrehung des Spiegels um seine vertikale Achse und damit zur Einstellung auf die beiden andern Vertikalreihen J und Il dient ein zweites, dem ersten ähnliches He belsystem, welches rechts in den Figuren ge kennzeichnet ist, und zwar in Fig. 4 in Sei tenansicht, in Fig. 5 in Ansicht von oben. Die beiden Magnete sind mit 51, 52, die Hebel mit 53, 54 und 55 und die Anschläge mit 56, 57, 58, 59 bezeichnet. Die Federn 60, 61 ziehen die Hebel gegen die Ruheanschläge 56, 58. Der Übertragungshebel 55 ist an der hohlen Achse 62 der Spiegeltragkonstruktion starr befestigt. Bei seiner Bewegung dreht sich somit der in den Traglagern 64, 65 befestigte Spiegelträger 63 um die vertikale Achse.
Eine Feder 66 bringt wieder zur Vermeidung des toten Ganges einen einseitigen Druck in das ganze Übertragungssystem.
Die Drehung des Spiegels um seine verti kale Achse übt keinerlei Einfluss auf das Ge- stän,-e 24 aus, da dieses durch die Muffe 23 frei drehbar hindurch geht. Die auf die bei den Drehachsen des Spiegels durch das links seitige und durch das rechtsseitige System übertragenen Drehbewegungen gehen deshalb ohne gegenseitige Störung auf die entspre chenden Spiegelachsen über.
Die Einstellung auf die Vertikalreihe er folgt nun durch die Magnete 51 und 52 in ähnlicher Weise, wie es für die horizontalen TZeihen beschrieben ist. Da jedoch angenom- men wurde, dass der Ruhepunkt 50 schon über der einen Vertikalreihe liegt, auf diese also nicht besonders eingestellt zu werden braucht, kommt man in dem gewählten Bei spiel mit zwei ,-eiteren Einstellungen um die vertikale Achse des Spiegels aus.
Man braucht deshalb entweder nur den Magneten 51 oder nur den Magneten 52 ztt erregen, jedoch nicht beide gemeinsam. Die Erregung dieser beiden Magnete erfolgt durch die Federn 45 und 46. Die Anordnung könnte natürlich auch so ge troffen werden, dass auch für das rechtsseitige Magnetsystem nicht nur Einzelerregung der Magnete, sondern auch kombinierte gleich zeitige Erregung der beiden Magnete stattfin det. Auch in der Ruhelage kann ein Buch stabe stehen. Letztere Anordnung genügt für 4;X4 Buchstaben.
Werden für die Verdrehung des Spiegels bei einer grösseren Zahl von Schablonen, als in dem Beispiel angegeben, in jedem System mehr als zwei Magnete verwendet, um eine grössere Zahl von Spiegelstellungen zu erhal ten, so kann in gleicher Weise durch Einzel erregung oder kombinierteErregung mehrerer Magnete schon bei einer verhältnismässig ge ringen Anzahl von Magneten eine grosse Man nigfaltigkeit der Stellungen für jede Drehachse erzielt werden.
Stets summieren sich bei gleichzeitiger Erregung mehrerer Magnete die Spiegelausschläge, die bei Erregung nur ei nes Magneten auftreten würden. Durch die Wahl der Hebellängen und die Lage der Drehpunkte, der festen sowohl vrie der auf den Hebeln befindlichen, kann in einfachster Weise die Grösse der Ausschläge festgelegt werden, Als dauernd brennende Lichtquelle wird zweckmässig eine Bogenlampe oder Glühlampe verwendet.