Rost, insbesondere für Lokomotivfeuerungen, der aus einem festliegenden Rosttell und aus einem um eine ausserhalb des Schwerpunktes befindliche Aelise verschwenkbarei Kipprost besteht. Die Erfindung betrifft einen Rost, der ins besondere für Lokomotivfeuerungen bestimmt ist, aber überall Verwendung finden kann, wo irgend ein Brennstoff auf einem Rost ver brannt wird.
Der Rost besteht aus einem festliegenden Teil und aus einem um eine ausserhalb seines Schwerpunktes befindliche Achse verschwenkbareii Kipprost. Bei den bekannten Rosten dieser Art liegt der Kipp- rost an der Rohrwand und dreht sich nach unten. Diese Einrichtung hat den Nachteil, dass der Kipprost in seinen beiden Betriebs stellungen besondereAbstützung erhalten muss, ferner, dass beim Abschlacken kalte Luft un mittelbar gegen die empfindliche Rohrwand einströmt, was ein Lecken der letzteren im Betriebe im Gefolge hat.
Dieser Nachteil ist umso fühlbarer, als bei den bekannten Ein richtungen für das Senken und Heben be sondere Getriebe notwendig sind, zumal die Bewegung des Kipprostes in Abhängigkeit von der Aschenklappe erfolgt; das Schliessen, d. h. Heben des Kipprostes kann also nur langsam vor sich gehen, so dass die kalte Luft verhältnismässig lange Zeit hindurch ein strömen kann, ausserdem beansprucht aber auch das Abschlacken selbst viel Zeit, da sich durch das Senken des Kipprostes nur eine kleine Offnung znin Entfernen der Schlacke ergiebt.
Die erwähnten Nachteile werden durch die Erfindung dadurch vermieden, dass der an dem von der Rohrwand entfernten Ende des Rostes angeordnete Kipprost mit dem längern Arm nach oben gegen die Feuertür um einen 90 übersteigenden Winkel drehbar ist. Hier durch wird zunächst bei grösster Einfachheit der Bauart der Vorteil erreicht, dafä der Kipp- rost in beiden Endlagen, geschlossen und ge- öffnet, ohne besondere Abstützung verbleibt, da er in beiden Endlagen ini stabilen Gleich gewicht ist.
Ferner wird durch die Lage des Kipprostes an dein von der Rohrwand ent fernten Ende des Rostes, d. h. durch seine Lage an der Feuertür das Einströmen kalter Luft unmittelbar gegen die Rohrwand ver mieden, vielmehr wird die einströmende kalte Luft. gezwungen, über dem Fetter hinwegzu- streichen, so dass sie die Rohrwand in er wärmtem Zustande erreicht.
Die Abschlackung erfolgt hierbei sehr rasch, da einerseits beim Zurückkippen des Kipprostes um einen<B>900</B> übersteigenden Winkel plötzlich eine grosse Öffnung geschaffen wird, durch die hindurch rasch entschlackt werden kann und anderseits das Schliessen dieser Öffnung beim Vorwärts kippen des Kipprostes, der dabei selbsttätig in seiner Schliesslage einfällt, in sehr kurzer Zeit vor sich geht.
Die neue Einrichtung bietet ferner den grossen Vorteil der Möglich keit des sehr einfachen nachträglichen Ein baues in vorhandene Lokomotiven, da der Kipprost sich an Stelle eines Feldes des vor handenen festen Rostes einlegen lässt.
In den Zeichnungen sind zwei beispiels weise Ausführungsformen des im Sinne der Erfindung ausgebildeten Rostes, je in der Feuerbuchse eines Lokomotivkessels ange bracht, dargestellt.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt einer mit der einen Ausführungsform des Rostes ausge statteten Feuerbüchse.
Fig. 2 ein Schnitt der Feuerbüchse nach der Linie A-A in Fig. 1.
Fig. 3 zeigt eine mit einem Rost anderer Ausführungsform versehene Feuerbüchse im Längsschnitt.
Fig. 4 ist ein Schnitt nach Linie B-B der Fig. 3.
In der Feuerbüchse ist für den Rost das Traggestell a angeordnet (F ig. 1 und 2), auf welchem in zwei oder mehr Reihen die ein fachen Roststäbe b ruhen. Bei einem Teil der Rosteinrichtung in der Mitte des rück wärtigen Teiles sind statt der Einzelroststäbe zwei Gruppenroste ei und c2 angeordnet, die L-förmig ausgebildet sind und mit ihren einen Schenkeln derart nebeneinander liegen, dass sie zusammen eine U-Form bilden.
Die Grup penroste ei und e2 dienen zur Lagerung der Achse d eines zweiteiligen Kipprostes g; an der Vorderseite der Gruppenroste<B>ei,</B> c2 sichert ein die Gruppenroste miteinander verbinden des Einsatzstück e die richtige Entfernung der Enden der Gruppenroste; dieses Einsatz stück dient zugleich als Anschlag und Unter- Stützung für den längern Arm g1 des Kipp- rostes in seiner Schliessstellung. Zwei Zapfen f, f des Einsatzstückes e reichen in die Gruppenroste hinein.
Durch die Gruppenroste c1, e2 ist also der zweiteilige Kipprost unab hängig vom Traggestell a gelagert und der Kippteil des Rostes ist wesentlich schmäler als der gesamte Rost, wodurch das Gewicht des Kippteiles verkleinert und die Arbeit des Umkippens erleichtert wird. Der Kipprost g ist um einen 90 0 übersteigenden Winkel nach oben gegen die Feuertür drehbar, so dass er auch in seiner in Fig. 1 mit unterbrochenen Linien angegebenen Offenstellunginfolge seines Eigengewichtes verharrt.
Der Gebrauch der neuen Einrichtung ge schieht auf folgende Art: Zwecks Reinigung des Feuers verschiebt man vermittelst der Schürhakens teilweise das Feuer und die Schlacke von den Kipp- rosthälften, greift dann mit dem Haken des Schüreisens zwischen die Stäbe des Rost armes g1 der Kipproste hinein (siehe die punkt- strichlierte Stellung des Schürhakens) und kippt dann die Kipprosthälften in die punkt- strichlierte Stellung um.
Durch die entstandene Öffnung lässt man die Schlacke ab, kippt dann die Kipprosthälften in ihre ursprüngliche Stellung zurück und breitet das frische Feuer am Rost aus.
Die in den Fig. 3 und 4 dargestellte An ordnung entspricht beinahe in allem der vor her beschriebenen Einrichtung, eineAbweichung besteht nur darin, dass die Gruppenroste stab- förmig sind, d. h. keine Schenkel aufweisen und die Kipprosthälften nahe bis zum rück wärtigen Rostträgerteil a reichen, jedoch in der Weise, dass die Kipprosthälften noch frei beweglich bleiben.
Um auch an der Heiztüre die richtige Entfernung der Gruppenroste von einander zu sichern, ist zwischen denselben ein Einsatzstück eo angebracht, dessen Zapfen fo, fo in die rückwärtigen Enden der Grup penroste hineinreichen. Da hier beim Um kippen die Kipprosthälften gegen die Wand j der Feuerbüchse stossen und dieselbe nach längerer Benützung beschädigen, ist die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführung vorteilhafter als die Ausführung nach den Fig. 3 und 4.
Es ist natürlich, dass die Kipprost-Ein- richtung von der zeichnerisch dargestellten Form abweichend ausgeführt werden kann, ohne dass das Wesen der Erfindung hierdurch getroffen wird. Die Roste können zum Beispiel durch Giessen oder auch aus Flusseisenplatten hergestellt werden. Die Gruppenroste können unter anderem zum Beispiel auch so herge stellt werden, dass die beiderseits des Kipp- rostes befindlichen Gruppenroste zusammen gefasst, bezw. aus einem Stück gegossen werden.
Bei Fortfall des Einsatzstückes zwischen den Gruppenrosten kann der Kipp- rost zum Beispiel unmittelbar am Rostträger aufruhen. Man kann ferner auch statt der Achsen der Kipproste zum Beispiel nur zapfen artige Fortsätze anordnen.