CH93266A - Verfahren zur Ausnutzung der in den Abgasen von industriellen Öfen zur Herstellung chemischer Produkte enthaltenen Wärmeenergie. - Google Patents
Verfahren zur Ausnutzung der in den Abgasen von industriellen Öfen zur Herstellung chemischer Produkte enthaltenen Wärmeenergie.Info
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Description
Terfahren zur Ausnutzung der in den Abgasen von industriellen Öfen zur Herstellung chemischer Produkte enthaltenen Wärmeenergie. Bei der elektrischen Stickstoffverbren nung erzielt man bekanntlich nur eine un vollkommene Ausnutzung der zugeführten elektrischen Energie. Nur der kleinste Teil des Energieverbrauches wird direkt in che mische Energie durch Bildung von St@ick- stoffoxyden umgewandelt, wiihrend die Hauptmenge als Wärtne in den hoch erhitz ten Gasmassen erhalten wird, welche den Ofen verlassen. Dieses Verhältnis kann eini germassen verbessert werden durch Anwen dung von Überdruck im Ofen.
Man bekommt dann eine etwas grössere Ausbeute an Stick stoffoxyden im Verhältnis zum Energiever brauch des Ofens, aber der erzielte Vortell. wird wiederum zum grössten Teil dadurch vereitelt, dass man eine Kompressoranlage mit daraus folgendem Energieverbrauch anbrin gen muss, um den Ofen die Luft unter Druck zuführen zu können. Eine höhere Ausbeute an Stickstoffoxyden lässt sich auch in der Weise erdelen, dass man eine an Sauerstoff angereicherte Luft in den Ofen anwendet. am besten unter Zufuhr von so viel Sauer stoff, dass ein Gemisch aus gleichem Volu men Stickstoff und Sauerstoff entsteht.
In diesem Falle muss man wegen der Kosten der Sauerstofflierstellting die Ofen und die Ala- sorptionsaulage mit Hilfsvorrichtungen zu einem geschlossenen System verbinden, in -welchem die Gase unter Zusetzen der ver brauchten Mengen ständig kreisen. Auch in diesem Falle benötigt man einen Kompressor, um die Druckdifferenzen im System und da mit den Kreislauf der Gase aufrecht zu er halten. Ebenso verhält es sieh, falls man gleichzeitig beide Verfahren zur Erhöhung der Ofenausbeute anwendet, indem man mit sauerstoffreicher Luft unter Druch arbeitet.
Wenn man mit einem geschlossenen Sy stem arbeitet, hat man ferner die Möglich keit, auch die Absorption unter erhöhtem Druck vornehmen zu können. Dies bietet da durch einen wesentlichen Vorteil, 'da,ss das Absorptionssystem sehr viel kleiner bemes sen werden kann, und sich also wesentlich billiger stellt. Dieser Vorteil kann noch wei ter ausgenutzt werden, wenn man das Absorp tionssystem unter höherem Druck als die Ofen stehen lässt; dem gegenüber besteht aber dann wiederum die Notwendigkeit der An wendung einer Kompressionseinrichtung zur Erzeugung dieses höheren Druckes, so dass die Vorteile auch hier gegen Energiever brauch erkauft werden müssen.
Betrachtet man anderseits die Aus nutzung der Energie, welche in Form von Wärme in den Gasen enthalten ist, wenn diese den Verbrennungsofen verlassen, so kann diese Ausnutzung in verschiedener MTeise stattfinden, z. B. zur Herstellung von Dampf durch Leitung der Gase durch Dampfkessel. Ein grosser Teil der Wärme, besonders diejenige, welche in den Gasen ent halten ist, nachdem diese auf 250 bis 350 abgekühlt sind, lässt sich jedoch nicht in die s )Äreise ausnutzen und geht bis jetzt so gut er n wie vollständig verloren, indem die Gase, ,um auf die für die Absorption wünschenswerte Temperatur zu kommen, mit strömendem Wasser stark gekühlt werden müssen.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung äst nun, diese bis jetzt wertlose Wärmeenergie zum Antrieb der Kompressionseinrichtung auszunutzen, welche zur Erhaltung der Druckdifferenzen im System nötig ist.
Züz diesem Zwecke lässt man die Wärme energie der Gase sich in einer Heissluftturbine in mechanische Arbeit umsetzen und benutzt die Turbine zum Betrieb des Kompressors. Wenn die Turbine adiabatisch und der Kom pressor möglichst isoterm arbeitet, wird man bei den für die betreffenden Maschinen gattungen normalen Wirkungsgraden und je nach der Gastemperatur \/3 ,oder mehr der nötigen Kompressionsarbeit einsparen kön nen, so dass nun das restierende Drittel oder weniger durch von aussen zugeführter Kraft, z. B. durch einen Elektromotor, zu leisten ist.
*Um einen möglichst konstanten Druck im Ofen zu erzielen, was für die Stabilität des Lichtbovens von grosser Bedeutung ist, ist es von Wichtigkeit, dass die Kompressorleistung, bezw. der gelieferte Druck, genau in Abhän- bigkeit von der Geschwindigkeit der Turbine, und zwar indirekt proportional zu derselben reguliert wird. Kleine Schwankungen des Druckes werden übrigens dadurch ausge glichen, dass die Absorptionsapparate ein ver hältnismässig grosses Volumen haben.
Beispielsweise Ausführungen der Erfin dung sind in Fig. 1, 2 und 3 der beigelegten Zeichnung schematisch dargestellt; a bezeich net den Verbrennungsofen, b eine Einrich tung (z. B. ein Dampfkessel) zur Abkühlung der heissen Ofengase und gleichzeitiger Aus nutzung eines grossen Teils der Wärme der selben, c eine Heissluftturbine, d den auf der Turbinenwelle angebrachten rotierenden Kompressor, e das Absorptionssystem.
Fig. 1 veranschaulicht den Fall, dass das System geschlossen und der Ofen unter hö herem Druck als das Absorptionssystem steht. Vom Ofen gehen die Gase durch die Dampf kessel zur Heissluftturbine, wo die Wärme der Gase unter Expansion ausgenutzt wird, und weiter zum Absorptionssystem. Vom Ausgang des Absorptionssystems werden die Gase vom Kompressor angesaugt und auf den konstanten Druck gebracht, den die Gase im Ofen haben sollen.
Fig. 2 zeigt die Anordnung des Systems, wenn der Ofen unter Druck arbeitet, aber das System offen ist. Hier gehen die Rest gase von der Absorptionsanlage ins Frei, während der Kompressor ständig neue Luft einsaugt und dieselbe auf den Ofendruck komprimiert.
Fig. 3 zeigt wiederum ein geschlossenes System, aber zum Unterschied von Fi. 1 ein solches, wo die Absorptionsapparate unter bö serem Druck als der Ofen stehen. Hier paw- sieren daher ,die Gase von den Ofen und Dampfkesseln erst eine Wärmeausta ischvor- richtung f, wo sie abgekühlt werden, und clax- auf den Kompressor,
welcher die Gase anf den für die Absorptionsapparate angemesse nen Druck bringt. Die kalten Gase vom 41@- sorptionssystem werden durch den Wärma- austauschapparat f geleitet, wo sie durch die von b kommenden Gase erwärmt werden und gehen dann zur Turbine, in welcher die Gase auf den im Ofen heHschenden Druck ex pandieren.
Die im Vorstehenden beschriebene Anord nung soll in erster Linie bei der Stickstoff verbrennung in elektrischen Öfen Anwen dung finden. Selbstverständlich lässt sich je doch der Grundgedanke der Erfindung auch leicht andern Prozessen anpassen, wo die Ver hältnisse analog sind, d. h. wo mit einem System gearbeitet wird. welches von warmen Gasen durchströmt wird, und wo in den ver schiedenen Teilen des Systems wesentliche Druckdifferenzen bestehen.
Beispielsweise kann die Erfindung bei der Herstellung von Aluminiumnitrid aus Ton erde, Kohle und Stickstoff benutzt werden. Wenn man bei der Herstellung von Alumi- niumnitrid und ähnlichen Prozessen mit Stickstoff im Kreislauf arbeitet, wird man eine Vorrichtung einschalten müssen, um das Kohlenoxyd aus den Ofengasen zu beseitigen, bevor diese wieder benutzt werden, und man erhält dann ein System, welches bezüglich der einzelnen Teile prinzipiell mit dem in Tssig. 1 angedeuteten analog ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCI3 Verfahren zur Ausnutzung der in den Ab gasen von industriellen Öfen zur Herstellung chemischer Produkte enthaltenen Wärme energie, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Gasen enthaltene Wärmeenergie, wenn das Ofensystem und das Absorptionsystem unter verschiedenem Druch stehen, im Druck- befälle in einer Heissluftkirbine in mecha nische Energie umbesetzt wird, und dass die Turbine einen Turbokompressor treibt,wel cher mit annähernd gleicher Drucl@differerz wie die Turbine arbeitet, wodurch es mög lich werden soll, mit. einem 'Minimum von Energie dem unter dem höheren Dr-ack ste henden System die zur DurchführunY das Verfahrens nötigen Gasmen-,en zuzuführen. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Gase das System im Kreislauf durchströmen. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die das System im Kreislauf durch strömenden Gase einen Zusatz von reinem Sauerstoff erhalten. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man, wenn das Ab sorptionssystem unter höherem Druck als das Ofensystem steht, einen Wärmeregene- rator derart einschaltet, dass die zur Heiss luftturbine gehenden Gase mittelst der vom Ofensystem kommenden Gase erwärmt werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NO93266X | 1915-08-31 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| CH93266A true CH93266A (de) | 1922-03-01 |
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ID=19896285
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH93266D CH93266A (de) | 1915-08-31 | 1921-02-28 | Verfahren zur Ausnutzung der in den Abgasen von industriellen Öfen zur Herstellung chemischer Produkte enthaltenen Wärmeenergie. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH93266A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1091094B (de) * | 1956-01-09 | 1960-10-20 | Grande Paroisse Azote & Prod C | Verfahren und Anlage zur Herstellung von Salpetersaeure |
-
1921
- 1921-02-28 CH CH93266D patent/CH93266A/de unknown
Cited By (1)
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