Vorrichtung zum selbsttätigen Schliessen und Öffnen eines Stromkreises beim Auftreten und Aufhören von Sprechströmen oder ähnlichen elektrischen Schwingungen. Das Schliessen und Öffnen eines Strom kreises selbsttätig durch Sprechströme oder ähnliche elektrische Schwingungen zu bewir ken, ist eine Aufgabe, vor die sich der Tech niker nicht selten gestellt sieht. Es ist jedoch bisher nicht gelungen, der hierbei auftreten den, besonderen Schwierigkeiten in einwand freier Weise Herr zu werden.
Der Grund der Schwierigkeiten ist folgender: Jeder Sprechstrom setzt sich zusammen aus einem Grundstrom und dessen Änderungen, die den Sprechlauten entsprechen und sich über den Grundstrom lagern. Zur Erzeugung der Sprech ströme kommt stets ein Mikrophon in Frage, dessen innerer Widerstand sich bekanntlich in weiten Grenzen ändert. Das hat zur Folge, dass auch der Grundstrom verhältnismässig starke Änderungen erfährt.
Es war nun bis her nicht möglich, mittelst dieses stark schwan kenden Grundstromes ein Relais zuverlässig, d. h. so zu betreiben, dass es unabhängig von der jeweiligen Stärke des Grundstromes den sekundären Stromkreis beim Auftreten von Sprechströmen, oder genauer gesagt, beim Auftreten der den Sprechströmen entspre chenden Änderungen des Grundstromes zu schliessen und ihn bei deren Aufhören wieder zu öffnen vermag.
Gemäss der Erfindung wird die Schwierig keit durch eine besondere Ausgestaltung des Ankers und des Kontaktes des Relais über- wunden. Sein Anker ruht nämlich mit einer federnden Zunge dauernd auf einem festen Anschlag, und gegen den Anker legt sich lose ein frei schwingender Hammer.
Das Ganze wirkt derart, dass die von den Sprechströmen unabhängigen Änderungen des Grundstromes nur eine mehr oder weniger starke Durch biegung des Ankers zur Folge haben, während beim Auftreten von den Sprechlauten ent sprechenden Änderungen des Grundstromes der Kontakt zwischen Relaisanker und Ham mer unterbrochen wird.
Auf der Zeichnung ist in Fig. 1 ein Aus führungsbeispiel des neuen Relais dargestellt; Fig. 2 veranschaulicht schematisch die Schal- tun.,- einer Einrichtung, um mittelst des neuen Reais den Stromkreis eines Motors durch Sprechströme selbsttätig zu schliessen und zu öffnen.
Das Relais enthält einen etwa U-förmig gelogenen permanenten Magneten .4, auf dessen Polan < iitzen B eine Platte C aus nicht magnetischem Material befestigt ist.
Auf die P--@schulie sind Spulen D aufgeschoben, welche von den Stromschwingungen durchflossen werden. Der gegen die Platte C isolierte Anker E ist an einem Ende zum Beispiel urn ein Spitzenlager<B>F</B> drehbar und enthält eire federnde Zunge G, mit der er auf einem verstellbaren festen Anschlag H ruht.
Auf der Oberseite des Ankers E ist ein Kontakt J vorgesehen. Die Platte C enthält ferner, gleich falls isoliert, einen Arm K, an welchem wiederum mittelst eines Spitzenlagers L ein frei schwingender Hammer .111 angebracht ist, der sich lose gegen den Kontakt J des An- ker,# legt. Der zu steuernde Stromkreis ist über den Anker E, den Korntakt J ,
den Ham mer JI und den Arm K geführt.
Ändert sich die von den Sprechströmen unabhängige Stärke des die Spulen D durch- flie!:,enden Grundstromes, so wird der Anker B unter Biegung der Zunge G nur rnehr.oder weniger an gezogen. Der Hammer JT folgt diesen Bewegungen jedoch vollkommen,
so dass keine Unterbrechung des zri steuernden Stromkreises erfolgt. Diese tritt vielmehr erst ein, wenn der Anker E infolge der den Sprech lauten entsprechenden Änderungen des die Spulen D durchfliessenden Stromes in Schwin- grrngen geriit.
1\m die Empfindlichkeit des Relais in ein facher Weise verändern zu können, ist es um einen Zapfen 11' seines Gestelles 0 drehbar gelagert, so dar) es gegenüber der Horizon talen verstellt werden kann.
Die Schaltung des neuen Relais und seine Verbindung mit den sonst noch erforderlichen Einrichtungen ist in einem Ausführungsbei- spiel durch Fig. 2 veranschaulicht.
Hier ist angenommen. dass es sich um die Aufgabe handelt, dein .-"fotor eines Parlographen, 1).k- tapl_ons, Telephonographen oder einer ähn- liehen Vorrichtung nur so lange laufen zu lassen, als infolge des Vorhandenseins von Sprechströmen eine Aufnahme auf die Walze erfolgen soll.
Die zum Beispiel voll dein nicht gezeichneten Amt über den Leitungen 1, 2 ankommenden Sprechströ nie durchlaufen den Telephonographen 3 oder eine ähnliche Vor richtung, sowie die Primärspule 4 eines Über- tragers. Seine Sekundärspule 5 steht mit einer Verstärkerlainpe 6 der üblichen Art in Ver bindung.
Die verstärkten Sprechströme durch laufen die Wicklung 7 einer Schreibdose, deren Stift S das Gespräch in die Walze 9 einschreibt, sowie die Wicklung <B>10</B> eines so genannten mikrophonischen Verstärkers. Sein Anker 11 wirkt auf die Füllung eines Mikro- phons. Der Anker 11 und der Block 12 des Mikrophons sind über eine Stromquelle 13 mit der Wicklung D des im vorstehenden beschriebenen neuen Relais verbunden.
Der Anker E und der Hammer JI steuern hier den Stromkreis des Antriebsmotors 14 für den Telephonograplren oder dergleichen nicht unmittelbar, sondern unter Zwischenschaltung eines kochempfindlichen, zweckmässig polari siertem Relais 15 und eines Zeitrelais 16.
Die Wir#knrigsweise der Einrichtung ge- mtiss Flg. 2 ist folgende: Die Sprechströme werden zunächst durch die Lampe 6 verstärkt und betätigen einerseits die Schreibdose 7, 8, anderseits das Mikrophonrelais 11,
1 3. Durch dieses werden die den Sprechlauten entspre chenden Änderungen noch weiter verstärkt. Gleichzeitig treten jedoch in dem sekundären Kreise des Mikrophonrelais erhebliche Schwan kungen in dem Grundstrom auf.
Das Relais D, E, H überträgt nun, wie bereits dargelegt ist, nur die den Sprechlauten entsprechenden Ände rungen auf seinen sekundären Stromkreis, das kochempfindliche Relais 15 spricht auf diese all und schliesst und öffnet in kurzer Zeitfolge den Stromkreis des Zeitrelais 16.
Letzteres ist in irgend einer bekannten oder besonderen Weise derart ausgebildet, dass es seinen Arr- li:#@-r nach dein ersten Anziehen eine gewisse Zeitlang in der Arbeitsstellung hält, so dass der Motor 14 nicht nach jeder kleinen Welle des Sprechstromes sofort wieder stromlos wird. Dies tritt vielmehr erst bei einer grö sseren Sprechspause ein.
Obwohl gemäss Fig. 2 der im vorstehenden beschriebenen Einrichtung einerseits dem Re lai, D, E, JI eine Verstärkerlanipe und ein Mikrophonrelais vorgeschaltet sind und ander seits die Steuerung des Antriebsmotors 14 erst durch Vermittlung der beiden Relais 15, IG erfolgt., sind auch Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes möglich., bei denen diese Vorrichtungen und Relais teil -ei,e oder vollständig fehlen.
Ihre Anwendung Bedingt eine bessere und zuverlässigereWirkung.Auch braucht der durch die Vorrichtung gesteuerte Stromkreis keineswegs stets einen Motor zu enthalten. In entsprechender Weise können auch Signalstromkreise gesteuert werden.