Glimmlichtröhre zur Erzeugung von leuchtenden Zeichen, Zeichnungen oder dergleichen. Es sind bereits Glimmlichtlampen zur Erzeugung leuchtender Buchstaben bekannt, bei welchen die Kathode aus einem rück seitig lackierten Stück Blech in Buchstaben form besteht. Da sich das negative Glinun- licht nach allen Seiten ausbreitet, auch von den Schnittkanten ausgeht und in der Hellig keit nur allmählich abnimmt, haben diese Glimmlichtlampen den Nachteil, dass die Buchstaben stets unscharfe Umrisse auf weisen.
Dünne leuchtende Striche können mit Hilfe derartiger Wimmlichtlampen nicht erzeugt werden, da die geringste darstellbare Breite der doppelten Dicke der negativen Glimmschicht entspricht. Das Anwendungs gebiet derartiger Glimmlampen war daher auf die Darstellung verhältnismässig grosser und einfacher Buchstaben beschränkt.
(-r'etnäss der Erfindung werden diese Nach teile vermieden, indem für eine Elektrode eine Platte aus leitendem Stoff verwandt wird, welche an den Stellen, die nicht leuch ten sollen, mittelst einer Schicht abgedeckt ist, welche die Entstehung des negativen Glimmlichtes verhindert. Die plattenf6r- mige Elektrode kann eben oder gewölbt sein und ist bei Gleichstrom vorzugsweise als Kathode geschaltet.
Diese Schutzschicht kann beispielsweise aus einem iiberzug aus Lack oder dergleichen, oder aus einer an der plattenförmigen Elektrode in geeigneter Weise angeordneten sehablonenartigen Blende aus isolierendem Stoff bestehen.
Es ist an sich bekannt, die Bildung des negativen (ilimmliehtes durch einen Lack überzug oder eine isolierende Auflage stellen weise zu unterdrücken; beispielsweise wird bei bekannten Glimmlichtlampen auf diese Weise die Glimmlichtbildung auf der Rück seite der Kathode verhindert. Ttn fiegensatz hierzu ist gemäss der Erfindung die Schicht auf der Vorderseite der plattenförmigen Elek trode angebracht, und es ist daher möglich, leuchtende Striche von sehr geringer Breite zu erzeugen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die leuchtenden Zeichen oder Bilder nicht a:_u# einem ununterbrochenen Linienzug be- ziel- F}@gsweisr_- aus zusammenhängenden Flä- eLe=@ bestehen müssen, wie bei den bekannten Ix@i.__ ,tabenlariipien. Es können daher auch he@i._rn Bucli@taben mit diskontinuierlichen Z@i :
hen, ferner ganz leuchtende Worte und Bi:r_listaben hervorgebracht werden. Im Gegen- #at:; hierzu @. aren bei den bisherigen Buch- st,-il)enlampen für sämtliche abseits liegende Punkte, Strielie oder Flächen ohne Zusammen- ha n'-, besondere Stromzuführungen erforder lich, für den Buchstaben ö beispielsweise deren drei.
Die Zusammensetzung ganzer Worte war bei den bisherigen Glinirnlicht- lampen überhaupt kaum durchführbar, und Malt behalf sich in der Weise, dass man für jede; Zeichen eine besondere Buchstaben lampe anordnete.
Die Erfindung bedeutet dem gegenüber eine wesentliche Vereinfachung. Es ist mir eine einzige Stromzuführung für die platten- fU,r-ri?_ge Elektrode, zum Beispiel die Kathode, weIrclie die Trägerin einer grossen Anzahl von lerichtenden Zeichen oder dergleichen sein karre, notwendig. Ein weiterer Vorteil beaeht darin, dass die Inschrift auch bei Ta@slicht gut lesbar ist. Bei den bisherigen.
aus einzelnen Buchstabenlampen zusammen- ge@-zten Inschriften wurde die Leserlichkeit bei Tage durch die zahlreichen Lichtreflexe der einzelnen kugel- oder birnenförmigen Lampengläser stark beeinträchtigt.
Die ge- meinschaftlich- Verwendung einer grösseren Anzahl von Buelistaberilampen hat den weiteren Naeliteil, dass die einzelnen Zeichen nicht glei@@hmäfiig lie11 aufleuchten.
Selbst wenn durüh die sorgfältige Auswahl von Lampen gleicher Helligkeit am Anfang gewisse Gleich- mü2igkeit erzielt werden kann,
so ist doch im Laufe der Zeit bei den einzelnen Lampen die iiiclit zu versneidende Abnahme der Leucht- krei2t verschied#Ai und das schliessliche End- erlg@_'juis eine ungleichmässige Lichtstärke bei den -inzelnen 'teilen der Inschrift.
Im Gegen satz hierzu ist bei einer Wortlampe gemäss der Erfindundie Helligkeit der einzelnen Zei,_1_en während der ganzen Lebensdauer de-i- Lampe stets gleich. An Stelle der unmittelbar auf der Ober fläche der plattenförmigen Elektrode angeord netem Isolierschicht kann auch eine sehab- lonenartige Blende irr so geringem Abstand vor der Elektrode angeordnet werden, dass an den bedeckten Stellen kein Stromüber- gang und demnach auch keine Glimmlicht bildung stattfinden kann.
Diese Blende kann aus leitendem Stoff bestehen, wenn sie nur von der plattenförmigen Elektrode isoliert ist. In diesem Falle wird die Blende zweck mässig als Anode und die plattenförmige Elektrode als Kathode geschaltet. Die Strom linien nehmen dann von der Vorderseite die ser Anode, das ist deren von der Kathode abgekehrte Seite, ihren Ausgang, biegen in geringere Abstand uni und treffen schliesslich, ihren Weg durch die buchstaben- oder zeichen- förmigen Durchbrechungen der Anode neh mend, senkrecht auf die Kathode auf.
Die Lichtwirkung ist in diesem Falle nicht wesent lich verschieden, da das Anodenlicht nur eln schwach ist und in der Färbung von dem negativen Glimmlicht abweicht.
Ändert man die Stromrichtung, so ist die Lichtwirkung von der Breite der Durch- brechunyen a.bhü.nig. Sind diese sehr schmal, so kann in deren Innern kein Glünnilicht auftreten, während die ganze Vorderseite der jetzt als Kathode geschalteten Blende auf leuchtet.
Die Zeichen erscheinen demnach dunkel auf leuchtendem (;runde. Bei grösserer Strichbreite bildet sich das negative Gliinin- licht auch im Innern der Durchbrechungen aus, und diese scheinen dann Heller zu leuch ten als die Blende.
Ist die Strichbreite der Durchbrechungen kleiner als die doppelte Dicke der negativen Glimmschicht, jedoch nicht so klein, dass die Ventilwirkung eintreten kann, so über schneiden sich die Stromlinien teilweisem, und die Lichtwirkung ist an den betreffenden Stellen besonders kräftig.
Bei einer schlitz- förmigen Durchbrechung, beispielsweise dem Strich eines Buchstaben erscheint in der Mitte eine besonders hell aufleuchtende Linie, be ziehungsweise bei etwas grösserer Schlitz breite ein Doppelstrich. Bei einerkreisförtnigen Durchbrechung der Blende bildet sich in ent sprechender Weise in der Mitte ein besonders hell aufleuchtender Punkt oder Kreis.
Bei grösserer Schlitzbreite verbleibt inmitten hell aufleuchtender Ränder ein dunkler Ratun, in welchem das Anodenlicht kaum wahrnehm bar ist.
Speist man eine derartige Glimmlicht- lanrpe irrfit Wechselstrom, so überdecken sich die den beiden Stromrichtungen entsprechen- den Lichtwirkungen zu einem neuen eigen artigen Lichteffekt. Für die Speisung finit Wechselstrom ist die Selilitzbreite so grofi zu wählen, dass die Ventilwirkung nicht ein treten kann,
sonst würden bei der einen Strom- richtung die Durchbrechungen aufleuchten und die Vorderfläche der Blende dunkel bleiben und bei der andern Stromrichtung umgekehrt, so cla1.i in der Gesamtwirkung die darzu stellenden Zeichen nahezu verschwinden wür den.
Bei grösserer Schlitzbreite ergibt die Gesamtwirkung auf jeden Fall ein stärkeres Aufleuchten der Durchbrechungen. Eine grössere Schlitzbreite als die doppelte Dicke der nega tiven Glimmschicht erzeugt wieder ein weniger wirkungsvolles Licht. Die Lichtwirkung be steht dann firn wesentlichen darin, dafJ die Ränder der Zeichen heller zu leuchten scheinen als der Grund und die Zeichen selbst.
Mittelst derartiger Lampen lassen sich demnach mannigfache Lichteffekte erzielen. Diese lassen sich noch weiter vermehren. wenn man die Vorderseite der Blende finit einer isolierenden Schicht bedeckt. So erhält man wieder neue Lichtwirkungen. Die Zeichen erscheinen gleichniähig hell, wenn) die hintere Elektrode als Kathode geschaltet ist. Bei entgegengesetzter Stromrichtung ist die Licht wirkung im Innern der Durchbrechtingen die gleiche, wie in dein Fall, wenn die isolierende Schicht nicht vorhanden ist.
Die Ränder er scheinen aber von einem schwachen Licht streifen umgeben, welcher von dem negativen Glimmlicht herrührt, das über den von der isolierenden Schicht freien Rändern der Zei- cben zur Abbildung kommt. Bei Speisung mit Wechselstrom ergänzen sich wieder beide Lichtwirkungen, und die Zeichen erscheinen dann aus helleuchtenden, einfachen oder dop pelten Strichen zusammengesetzt, welche von einem weniger hellen Rand umgeben sind.
Selbstverständlich können in der gleichen \'eise dunkle Zeichen auf hellem Grund erzeugt werden: auch können in ein und derselben Lampe mittelst Durchbrechungen verschiedener Breite, sowie durch nur teilweise Abdeckung der Blende verschiedenartige Lichtwirkungen nebeneinandererzeugtwerden.
Die Herstellung der durchbrochenen Blende bereitet keine Schwierigkeiten, sofern die darzustellenden Zeichen keine in sieh ge schlossenen Linienzüge aufweisen, wie bei spielsweise der Buchstabe ö in Antiqua- schrift. Sind Zeichen mit in sich geschlosse nen Linienzügen darzustellen, so bann man sich in der Weise behelfen, dass man.
wie bei den bekannten Schablonen zurr Aus zeichnen, Verbindungsstege vorsieht, welche den Zusammenhang des eingeschlossenen Blendenteiles mit der Umgebung herstellen, oder man setzt sämtliche Zeichen durch dicht nebeneinander liegende Bohrungen zusammen. In diesem letzteren Falle ergibt sich eine besonders büb@che Lichtwirkung, die Striche der Zeichen erscheinen aus leuchtenden Punk ten zusammengesetzt. Es gibt Schriftarten, wie beispielsweise die bekannte Rundschrift,
bei welcher geschlossene Linienzüge über haupt nicht vorkommen oder leicht zu ver meiden sind, ohne eine unschöne Wirkung hervorzurufen. Durch die Verwendung der artiger Schriftarten kann die Herstellung der Blenden wesentlich vereinfacht werden.
In der Abbildung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen einer G limmlichtrühre nach der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine Glininilichtrühre mit dem Wort Fi- irklia, und Fig. 2 eine Glinimlichtröhre mit denn Wort Reklame in Seitenansicht, während Fig. 3 einen wageechten Schnitt einer derartigen Glimurlichtrühre wiedergibt.
In den Figuren bedeutet a. die bei diesen Ausführungsformen normalerweise als Kathode geschaltete hintere Elektrode, Z die normaler weise als Anode geschaltete Blende. In Fig. 1 ist die schraffierte Vorderseite der Blende b mit Lack überzogen, und es sind wir die Buchstaben des Wortes Fra.nklin nicht mit Lack bedeckt. In der Mitte der Striche, aus welchen die Buchstaben zu samrnengesestzt sind, befinden sich, dicht neben einander liegend, kleine Löcher von etwas geringerem Durchmesser als die Strichbreite.
Schaltet man die hintere Elektrode a, deren Rückseite mit Lack überzogen ist, als Kathode und die Blende b als Anode, so leuchtet der Raum im Innern der Löcher gleichmässig hell auf. Die Schrift erscheint dann als aus aneinander gereihten leuchtenden Punkten zusammengesetzt, und man erhält ungefähr die gleiche Lichtwirkung wie bei den be kannten Reklameschriften, deren Buchstaben aus einzelnen nebeneinander liegenden Glüh lampen zusammengesetzt sind. Bei umge kehrter Stromrichtung leuchten die nicht mit Lack bedeckten Stellen der Blende, also die Striche der Buchstaben gleichmässig hell auf.
In den Löchern ist die Lichtstärke grösser und zwar urnsomehr, je dicker die Blende b ist. Bei den verhältnismässig kleinen Durch messern der Löcher leuchten deren Mittel- punkte infolge Überschneidens der Strom linien noch besonders hell auf. Bei Speisung mit Wechselstrom ergänzen sich die beiden Lichtwirkungen, und es ergeben sieh leuch tende Buchstaben, bei welchen sich in der Mitte noch besonders hell leuchtende Punkte befinden.
In Fig. ? ist die Blende b gleichfalls mit Lack überzogen, wobei jedoch die Buch staben des Wortes Reklame von dem Lack überzug freigelassen sind. In der Mitte der Buchstabenstriche sind Buchstaben ausge stanzt, deren Breite geringer ist, als diejenige der Buchstabenstriche. Die Herstellung der Blende ist hierbei einfacher; man ist jedoch gezwungen, eine Schriftart zu verwenden, bei welcher keine in sich geschlossenen Linien züge vorkommen. Die Buchstaben R und könnten beispielsweise nicht in Blockschrift hergestellt werden, wie in Fig. 1.
Wird die hintere Elektrode a als Kathode geschaltet, so leuchten die schlitzartigen Durchbrechun- gen auf, und man erhält den Eindruck einer durchaus gleichmässigen Schrift. Bei um gekehrter Stromrichtung erscheinen in der Mitte der Schlitze besonders helle Striche, während die nicht mit Lack bedeckten Ränder schwächer leuchten. Bei Speisung mit Wech selstrom ergänzen sich wieder die beiden Wirkungen.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, ist der Ab stand zwischen der Elektrode a. und der Blende b so gering, dass, wenn letztere als zweite Elektrode verwendet wird, irr den Zwischenräumen zwischen den beiden Elek troden kein Stromübergang stattfinden kann. Um diesen mit Sicherheit zu verhindern, kann die Rückseite der Blende b gleichfalls mit Lack überzogen werden.
Will man, beispielsweise für Reklame beleuchtung bewirken, dass einzelne Stellen oder Buchstaben aufleuchten sollen, dass die Buchstaben nacheinander aufleuchten und ver löschen und so weiter, so kann man eine der Elektroden unterteilen und diese rnit besondern Stromzuführungen versehen. Letz tere werden dann in geeigneter Weise von Hand oder selbsttätig eingeschaltet.
Zur Füllung derartiger C linimlichtlarnpen werden zweckmässig Edelase verwendet, wo bei sich eine verh < iltnismä 1:@ig niedrige Betriebs spannung ergibt. Bei der Füllung mit Neon können die Glimmlichtlampen beispielsweise an die üblichen Netzspannungen von über 100 Volt angeschlossen werden.
Bei Ver wendung anderer Gase ist eine höhere Be triebsspannung erforderlich, und diese muss gegebenenfalls durch Umformung des Netz stromes erreicht werden. Da die Farbe des Glinrmliehtes je nach der Gasfüllung ver schieden ist, kann man besondere Licbt- wirkungen dadurch erzielen, dass man mehrere Glimmlichtlampen mit verschiedenen Gas füllungen nebeneinander anordnet.