Steifkappe für Schuhwerk und Verfahren zu deren Herstellung. Es ist bereits bekannt, Steifkappen für Scllullwerk aus einem blattfiiriiiigeii, bieg samen, saugfähigen Fasermaterial, welches behufs Versteifung mit einer organischen Substanz imprägniert wurde, herzustellen, wobei vor dein Aufleisten das imprägnierte Material durch Erwärmen oder Behandeln mit einem Lösungsmittel vorübergehend er weicht wurde.
Die bisher zu diesem Zwecke in Vorschlag gebrachten Steifungsmittel lassen jedoeh in mancher Beziehung zu wünschen übrig. Sie sind gegenüber den Ausdünstungen und der Wärme des Fusses nicht hinlänglich unemp findlich. Andrerseits fehlt ihnen meist jenes Mass von Elastizität und Härte, welches er forderlich ist, damit die Kappe unter dem Einflusse des Druckes und der Stösse, welchen sie beim Tragen des Selicihwerkes ausgesetzt ist, nicht dauernd ihre Form verliert.
Ausser dem zeigen die bisher gebrauchten St.cifungs- mittel den Nachteil, dass das Verarbeiten des damit imprägnierten Faserstoffes; das heiht das Erweichen vor und das Erhärten nach der Formgebung erhebliche Zeit beanspruchen.
EMI0001.0028
Bei <SEP> der <SEP> den <SEP> Gegenstand <SEP> vorliegender <SEP> Er findung <SEP> bildenden <SEP> Steifkappe <SEP> für <SEP> Spitzel, <SEP> und
<tb> Haken <SEP> ist <SEP> clieceii <SEP> L\belständen <SEP> durch <SEP> Ver wendung <SEP> eines <SEP> waehs;iliiiliehen <SEP> Stoffe: <SEP> als
<tb> s <SEP> te <SEP> ihm <SEP> achende <SEP> Substanz <SEP> abgeholfen. <SEP> die <SEP> z. <SEP> B.
<tb>
Montanwachs <SEP> sein <SEP> kann.
<tb>
Das <SEP> :Montanwachs <SEP> schmilzt <SEP> durch,#clinitt lieli <SEP> bei <SEP> etwa <SEP> 8,\3 <SEP> <SEP> C. <SEP> Der <SEP> Schnielzpunld
<tb> schwankt <SEP> indessen, <SEP> je <SEP> nach <SEP> Herkunft <SEP> der
<tb> Sorte.
<tb>
Montanwachs <SEP> ist <SEP> hart <SEP> und <SEP> brüchig <SEP> und
<tb> besitzt <SEP> im <SEP> gescliinolzenen <SEP> Zustande <SEP> eine <SEP> her vorragende <SEP> Eindringungskraft, <SEP> <B>s"#</B>@) <SEP> dass <SEP> es <SEP> j@'c@ll <B>filz</B> <SEP> oder <SEP> ähnliches <SEP> Material <SEP> dureliclringt <SEP> und
<tb> vollständig <SEP> sätti <SEP> t. <SEP> <B>Uni</B> <SEP> seiticBrüchi--keit
<tb> zu <SEP> beseitigen, <SEP> kann <SEP> ihm <SEP> zwechmäl:,ierw < <SEP> ie
<tb> ein <SEP> zähmaehender <SEP> h-rper <SEP> ztlcsetzt <SEP> werden.
<tb> Als <SEP> solcher <SEP> eignet <SEP> sich <SEP> namentlich <SEP> gerc@ini27;ter.
<tb> bei <SEP> eti%,a <SEP> 11)7 <SEP> " <SEP> (' <SEP> sclimelzeiider <SEP> Asphalt. <SEP> we <SEP> 1 clier <SEP> den, <SEP> l_xcmisrh <SEP> g-i-ol:
,e <SEP> Ziiliigl#if-it <SEP> und <SEP> Stiirke
<tb> verleibt <SEP> und <SEP> gleichzeitig <SEP> aueli <SEP> .eine <SEP> Durcb driligungskraft <SEP> verringert, <SEP> so <SEP> dass <SEP> das <SEP> (*e niiscll <SEP> beim <SEP> Aufleisten <SEP> des <SEP> Schuhes <SEP> lind
<tb> Formell <SEP> der <SEP> Steifhappe <SEP> nicht <SEP> in <SEP> iiiiniiti,o@ei 'eise <SEP> in <SEP> den <SEP> l)berlederteil <SEP> eindringt. Vurteilhafterweise werden die beiden Sub stanzen lm Verhältnis von 6 Teilen Montan wachs auf d Teile gereinigten Asphalt zu- saminengeschmolzen, so dar das resultierende Gemisch einen Schmelzpunkt besitzt, der et was unterhalb 100 , beispielsweise bei 9$ bis 99 C liegt.
Das Weichwerden und das Biegungsvermögen tritt dann bei etwa 7? C ein. Die beiden Bestandteile können zum Bei spiel in einem geeigneten Gefäss zusammen erhitzt und vermischt werden. bis eine ver hältnismässig dünne Flüssigkeit homogener Beschaffenheit entstanden ist.
Während dieses Gemisch noch in flüssigem Zustande ,ich be findet, wird ein Stück Wollfilz oder ein ähn licher Stoff durch den das Gemisch enthalten den Kessel hindurchgezogen, so daf) er gründ lich finit der Mischung getränkt wird. Dann wird dieser Stoff zum Beispiel zwischen Wal zen gepi#esst, so dass die überschüssige Mi schung herausgedrückt wird.
Es wird da durch eine Oberfläche erzeugt, die ziemlich trocken ist, ohne da?) ein äusserer Überzug vorhanden ist. Gewünschtenfalls kann auch eine dünne, die Oberfläche überdeckende Schicht verbleiben. Das getränkte Stofftiiolc wird gekühlt, beispielsweise durch Hindurch leiten durch kaltes Wasser oder über ge kühlte Walzen, so dass das zur Tränkung verwendete Gemisch erhärtet. Der Stoff wird dann in die für die Steifkappe, sei es für Spitzen oder für Haken, geeignete Form ge bracht.
Die Hakenkappen können gewünsch- terifalls auch vor ihrer Verwendung weich gemacht und geformt werden.
Die Steifkappe wird dann in das Ober zeug in der gewünschten Weise eingebracht und zweckmäfiicei-weise durch eine Stichnaht befestigt, welche die Spitzenkappe mit dem Oberleder verbindet, während auch die Haken kappe in ihre richtige Stellung gebracht wird.
Das Oberzeug ist dann fertig zum Auf leisten und man hat blos noch nötig, die Steif kappen vorübergehend zii erweichen, so dass sie plastisch werden und auf den Enden des Leistens in die gewünschte Form gebracht werden können. Zu diesem Zweck kann jede geeignete Form eines Erhitzers ver wendet werden.
So könnte beispielsweise ein perforiertes Dampfrohr zum Ausströmen von Heilwasserdampf verwendet werden und ein Träger, welcher den Leisten in solcher Stellung hält, da(') die Steifkappe erwärmt wird. Gewünschtenfalls kann auch ein Heiss wasserbehälter verwendet werden, in welchen die Steifkapperr so eingetaucht werden, dass sie durch die Hitze erweicht werden. Auch könnte eine Platte erwärmt werden. Dabei kann das innere Futter zurückgeschlagen werden, um die Spitzensteifkappe besser der Wärme auszusetzen. Die Erhitzung der Steif kappe erfolgt dann so lange, bis das Ver steifungsmaterial weich und plastisch ge worden ist.
Hierauf wird das Futter wieder in die richtige Lage gebracht, und es werden die Enden des Oberzeuges auf die Leisten enden so aufgeschlagen, dass ein genaues Formen der Steifkappe in der Weise statt findet, dafi sie sich dem Zehen- und Haken teil des Leistens gut anpasst. Sobald die Steifkappen geformt sind, gibt man ihnen Gelegenheit abzukühlen. wobei sie abbinden und hart werden.
An Stelle von Filz kann auch ein anderes blattförmiges, saugfähiges Fasermaterial, z. B. Gewebe oder Papier, Anwendung finden.
Auf der Zeichnung zeigt: Fig. 1 ein Beispiel einer Spitzensteif kappe nach vorliegender Erfindung, Fig. :'. das Oberleder während der Erweichung der Spitzensteifkappe.
Die Spitzensteifkappe ist mit 1ü bezeich net. Sie hat die gewöhnliche L mrisslinie, und das hintere Ende 11 ist etwas ausgebraucht. Die Steifkappe besteht aus einem Grund körper aus Wollfilz, Kanevas oder aus ähn lichem Stoff, der mit iGIontanwachs oder mit einem Gemisch von Montanwachs und ge reinigten Asphalt getränkt ist.
In Fig. 2 ist eine Heizvorrichtung ge zeichnet, die aus einem Dampfbehälter 12 besteht. Letzterer besitzt Ausströmöffnungen 13, durch welche die Wasserdampfstrahlen austreten und hierLei gc@iügend j@'ürme ab geben, um das Versteifungsmaterial in plas tischen Zustand zu bringen. Der -Vasser- dänipf bildet kein Lösungsmittel für das Versteifungsgemisch und dringt auch nicht in das -Material der Steifkappe ein.
Der Leisten und das zusammengesetzte Schub- werk werden durch einen Rost 1-1 in solcher Stellung gehalten, dass die Steifkappe leicht, wie gezeigt, erhitzt werden kann.
An Stelle von Dampf kann auch eine durch Dampf erhitzte Platte, eine (Tasdamine, Elektrizität oder ein anderes Heizmittel ver wendet werden.
Die Steifk ppe nach vorliegender Erfin dung ist in ihrer Herstellung ausserordentlich billig. Das verwendete Steifungsmittel ist billiger als der bisher verwendete Schellack oder ähnliche Versteifungsillittel. Eine nach vorliegender Erfindung hergestellte Spitzen- steifhappe oder Hakensteifkappe ist ferner bedeutend härter und elastischer als mit Schellack oder ähnlichen Mitteln gesteifte Kappen,
so dass sie nicht nur den Deforma tionen durch Druck und Stoss wie diese beim Tragen der Schuhe eintreten, besser Wider stand leistet, sondern bei etwaiger Deformie rung in ihre ursprüngliche 4estaltung zu rückspringt.
Derartige Steif kappen sind wasser dicht. Sie sind bei gewöhnlicher Temperatur nicht klebrig und werden von der -Väririe des Fusses nicht beeinflusst. Ein besonderer Vorzug des gemäss der Erfindung benützten Steifungsmittels besteht darin, dass es einen scharfen Erweichungspunkt aufweist, so dass, wenn es nahezu auf diese Temperatur er- w <U>äi</U><B>1 1</B> -nit ist, eine geringe Temperaturerhöhung genügt, um völliges Erweichen zu bewirken,
während anderseits eine geringe Abkühlung unter den genannten Punkt rasch gänzliches Erstarren herbeiführt. Die Temperatur des Erweichungspunktes liegt nicht so hoch, dass sie nachteilig auf das Leder einwirken könnte, jedoch genügend hoch, um eine Beeinträchti gung der Steifheit und Elastizität der Kappe bei der Benützung des Schuhwerkes auszu schliessen.
Es hat sich herausgestellt, dal.;. wenn eine Steifkappe weich gemacht und dann dem Druck aasgesetzt wird, wie dies beim Hufleisten mittelst Maschinen der Fall ist, der aufgewendete Druck eine gewisse geringe -Menge des Steifungsniaterials aus dein Steif- kappenstoff herausprel:,t, so dali, ein geringer Teil sowohl in das Futter. als auch in den Lederteil des Oberleders eintritt.
Hierdurch wird, sobald das (teinisch wieder erkaltet ist, auch ei Versteifen dieser Teile hervorge bracht. Tatsächlich werden die drei Elemente, mi.nilich die Steifkappe, das Oberleder und das Futter, durch die weich und plastisch gemachte Verbindung zusammengeklebt, so dass also der ganze vordere Teil des Ober- zeuges versteift wird.
auch eine andere Wirkung von nennens- wertem Wichtigkeit wird hierbei erreicht. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass, wenn das Gemisch erhärtet, während die (Treifer der Leistenmaschine noch die Randteile des Oberleders und der Steifkappe über die innere Sohle halten, es ganz unnötig ist, Stifte, Drähte oder andere vorübergehende Befesti gungsmittel zu verwenden, wie dies bisher allgemein gebräuchlich ist.
Das Erhärten der Steifkappe in ihrer geformten Lage zwingt die Steifkappe, ohne Verwendung der ge nannten Hilfsmittel in ihrer Stellung zu bleiben. Auf diese Weise wird auch eine Verringerung der Kosten bei der Herstellung des Schuh werks erreicht.