Elektromagnetische Schreibdose für Diktierphonographen, Telephonographen und ähnliche Apparate. Die Membran von elektroinagnetisehen Schreibdose für Diktierphonographen, Tele- plionographen und ähnliche Apparate unter liegt bekanntlich verschiedenen Beanspruchun gen.
Zunächst biegt die dauernde Anziehungs kraft des permanenten Magneten die Membran nach den Polen hin durch; ferner bewirkt der Druck, mit dem sieh der Schreibslift in der Ruhe gegen die Walze stützt, durch den angehängten Schreibhebelmechanismus einen entgegengesetzten Zug auf die Membran; wei ter üben die durch die elektrischen Ströme hervorgerufenen mechanischen Schwingungen der Membran eine ständig wechselnde Bean spruchung aus; schliesslich wirkt der Träg heitsstoss, der infolge der Stromstösse entsteht.
Dem Zusammenwirken aller dieser Beanspru chungen ist die Nachgiebigkeit der Membran auf die Dauer nicht gewachsen, und es tritt eine bleibende Formänderung ein, die gewöhn lieh mit "Meister" bezeichnet wird. Infolge dieser Meisterbildung treten in den Schwingun gen der Membran Resonanzen auf, die die Wirkungsweise der Schreibdose bis zur gänz- lieben Unbrauchbarkeit beeinträchtigen.
Die Erfindung betrifft eine elektomagne- tische Schreibdose, bei der diese Übelstände dadurch beseitigt sind, da1i der Elektromagnet einen stabförmigen Anker besitzt, mit dem das Schreibhebels3-stem gekuppelt ist.
Auf der Zeichnung sind drei Ausführungs beispiele veranschaulicht. Die Fig. 1 und 2 zeigen das erste Ausführungsbeispiel in Seiten und Vorderansicht. Die Fig. 3 und 4 bezw. 5 und 6 veranschaulichen das zweite und dritte Ausführungsbeispiel je in Seitenansicht und von unten gesehen.
Das kräftige permanente 1VIagnetsysteni 1 trägt an seinen Polen 2 die Elektroniagnet- spulen 3, die von den Stromschwingungen durchflossen werden. Vor den Polen 2 ist der Anker 4 angeordnet und zur Erzielung der beabsichtigten Wirkung besonders eigenartig gelagert. Die Lagerung des Ankers 4 ist nach Art eines Balkens auf zwei Stützen mit Be lastung durch eine Einzellast ausgebildet. Dabei können beide Stützen gleich oder . verschieden ausgeführt sein, wesentlich ist es, dass der Anker, der durch die Magnet kraft als Einzellast durchgebogen wird, in möglichst kleiner Entfernung von den Magnet pole 2 gehalten wird.
Wie Fig. 2 beispiels weise zeigt, ist der Anker 4 auf der einen Seit- bei 5 wie ein Hebel drehbar gelagert; am andern Ende ist eine mehr oder weniger nachgiebige Zunge 6 am Anker angesetzt, die siele auf ein Widerlager 7 stützt.
Dadurch soll erreicht werden, dass der Anker ledig lich Schwingungen infolge seiner Biegungs- fähi--keit wie ein Balken auf zwei Stützen ausführen kann. Aus diesem Grunde kann auch das Drehlager 5 durch ein Widerlager nach Art des Widerlagers 7 ersetzt werden, nur hat das Drehlager den Vorteil, dass es Verdrehungen des Ankers quer zu seiner Längsrichtung unterdrückt.
Das Drehlager 5 ist an einem Bock 16 vorgesehen, an dein zwischen zwei Spitzen schrauben 17 der Anker 4 gehalten wird. Das Widerlager 7 besteht aus einer Schneide oder Spitze 18, gegen die sich das Ende der Zunge 6 legt. Um den Anker 4 in einer gröberen oder kleineren Entfernung von den Magnetpolen 2 einstellen zu können, besitzt die Schneide oder Spitze 18 eine Versteileinrichtung, die be liebig ausgeführt sein kann. Wie aus der Fig. 2 zu ersehen ist; kann beispielsweise die Spitze 18 mit ihrem untern Schaft mehr oder weniger in den Bock 19 hineingeschraubt werden, wodurch der Abstand zwischen dem Anker 4 und den Polen 2 geändert wird.
Das Schreibhebelsy stem ist quer zuin An ker -1 angeordnet und besteht in bekannter Weise aus einem am Bock 8 gelagerten He bel 9, der dazu dient, die Schwankungen der Phonographenwalze aufzunehmen. Mit diesem Hebel ist der eigentliche S(Ireibhebel 10 bei 11 gelenkig verbunden. An dem einen Ende sitzt. der Schreibstift 12, während am andern Ende eine Zugstange 13 angreift, die die Kupplung des Schreibhebels 10 mit dem An ker ?- vermittelt.
Die Stange 13 ist bei 14 am_nker 4 angelenkt, also in der Nähe der Stell. wo die 11agnete 2, 3 ihre Wirkung auf den Anker 4 ausüben. Zur Lagerung der ganzen Schreibdose schliesst sich der Bock 15 an den Schlitten zum Verschieben der Schreib dose entlang der Walze an, der wegen seiner bekannten Ausführung nicht dargestellt ist.
Die \'Wirkungsweise des Ankers ist dci#ai#t, dass er sich infolge der magnetischen An ziehungskraft durchbiegt, wie ein Balken auf zwei Stützen mit einer Einzellast. Da die Magnetkraft überwiegend stärker ist als der Zug des angehängten Schreibhebelsystenis, so kann der von dem aufgesetzten Schreib hebel ausgeübte Druck unbeachtet bleiben.
Durch die Magnetkraft erfährt der Anker Durchbiegungen, die sich infolge der den Elektromagneten erregenden Stromschwingun gen ändern und auf das Schreibhebelsystem übertragen, wobei dessen Schreibstift die auf genommenen Zeichen in die Phonographen walze einschreibt. Zur Erhöhung der Empfind lichkeit ist das Widerlager 7 derart einzu stellen, dass die Entfernung des Ankers 4 von den Magnetpolen 2 möglichst klein ist, ohne ein Kleben befürchten zu müssen.
Uni die Durchbiegungen des Ankers in einem ganz bestimmten Verhältnis zu den Stromschwingungen zu regeln, ist die Zunge 6 mehr oder weniger nachgiebig zu wählen. Für die Aufnahme von Sprechströmen- wird zweckmässig ein Anker mit Eigenfrequenz verwendet, die weit oberhalb der in der Sprache vorkommenden Schwingungszahlen liegt. Dabei ist gleichzeitig eine möglichst gute Dämpfung des Ankers vorzusehen, um die Resonanzkurve noch abzuflachen. Für die Aufnahme von funkentelegraphischen Zeichen ist es vorteilhaft, den Anker auf eine ganz bestimmte Eigenfrequenz abzustimmen, so dass Stromschwingungen anderer Frequenzen keine Störungen verursachen können.
Zii diesem Zweck können verschiedene Mittel angewendet werden. Dabei ist es zweck mässig, die Schreibdosen für einen gewissen Frequenzbereich von vorneherein auszuführen und innerhalb der dadurch gegebenen Grenzen eine feine Abstimmung durch Einstellung herbeizuführen.
Um die Schreibdose für ein gröläeres Frequenzbereieb verwendbar züi ma chen, kann die Zunge f eine entsprechende elastische Stärke entweder durch ihre Dicke oder auch durch ihre Breite erhalten, oder bei dem Widerlager 7 kann die Schieide oder Spitze 18 durch eine Fläche ersetzt wer den.
Feinere Abstimmungen lassen sieh er reichen durch Einstellung des Widerlagers 7 derart, dass der Anker 4 mehr oder weniger den Polen 2 genähert wird, mit der Wir kung, dass die Dämpfung durch das magne- tische Feld verändert wird.
Nach Bedarf kiinnen auch andere an sich bekannte Dämpfungsinittel angewendet wer den, beispielsweise, mechanische, die die Be wegung des Ankers unmittelbar dampfen. Durch Verlängerung oder Verkürzung des Ankers infolge seitlicher Verschiebung des Widerlagers 7, zu welchem Zweck der Bock 19 finit einer seitlich verschiebenden Stell vorrichtung zu versehen ist, kann ebenfalls seine Eigenfrequenz verändert werden.
Bei der Ausführung nach Fig. 3 und 4 ist der Anker 9 finit einer über das Lager 5 hinausragenden Verlängerung 20 versehen, die sich gegen ein Druckpolster 21 legt. Das Druckpolster 21 besteht aus einem Fuss 22, in dein vermittelst eines Schaftes 23 eine Fassung \?4 vorstellbar angeordnet ist.
Die Fassung 24 trägt eine weiche Einlage '?5, die bei entsprechender Einstellung der Fassurig 24, beispielsweise vermittelst eines Schrauben gewindes am Schaft 23. sanft gegen die Ver längerung 20 drückt. Durch das Einstellen des Druckpolsters tritt in dem Sinne eine Dämpfung ein, dass die Eigenschwingungen des Ankers unterdrückt werden, während alle andern Ankerschwingungen entsprechend den zugeführten Stromschwingungen aperiodisch erfolgen.
Das Druckpolster 21 kann auch oberhalb der Verlängerung 20 des Ankers angeordnet werden, so dass es in umgekehrter Richtung gegen den Anker drückt, wobei aber die Wir kung ungefähr dieselbe. ist. Wesentlich ist die Berührung eines festen Punktes mit einer elastischen Zwischenlage gegen irgend eine Stelle des Ankers, durch die eine Dämpfung der Ankereigensclrwingluigen erreicht wird.
Eine andere Ausführung des Druckpolsters zeigen Fig. 5 und 6. Dieses ist all einer Brücke 26, die über das Magnetsystem und den Anker gesetzt ist. angebracht und stützt sich gegen die Rückseite des Ankers 4. Im übrigen besteht das Druckpolster auch hier aus denn Schaft<B>2</B>3, der Fassung 24 und der -eichen Einlage 25. Der Zur Einstellung des Schaftes 23 vorgesehene Sockel 22 ist unter halb der Brücke 26 angebracht.
Der gleiche Zweck kann auch dadurch erreicht werden, daf) nicht der Anker selbst, sondern ein mit ihm festverbundener Teil von einem Dämpfungspolster gehemmt wird. Ein Ausführungsbeispiel kann darin bestehen, dal, die auf das Schreibhebelsy stein wirkende Kuppelstange 1.3 mit dem Anker 4 nicht ge lenkig, sondern vermittelst einer ,Schraube 29 fest verbunden ist und diese Stange zwischen Korkpolstern geführt. ist, wie in Fig. 5 bei 28 angedeutet ist.
Diese Polster können bei spielsweise an einer ähnlichen Brücke wie 26 angebracht sein.