CH94745A - Verfahren zum Ingangsetzen von Zweitakt-Verbrennungsmotoren mittelst Druckluft und Einrichtung zur Durchführung desselben. - Google Patents

Verfahren zum Ingangsetzen von Zweitakt-Verbrennungsmotoren mittelst Druckluft und Einrichtung zur Durchführung desselben.

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CH94745A
CH94745A CH94745DA CH94745A CH 94745 A CH94745 A CH 94745A CH 94745D A CH94745D A CH 94745DA CH 94745 A CH94745 A CH 94745A
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Nobel-Diesel Sven Aktiebolaget
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Svenska Aktiebolaget Nobel Die
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  Verfahren zum     Ingangsetzen    von     Zweitakt-Verbrennungsmotoren     mittelst Druckluft und Einrichtung zur Durchführung desselben.    Das     Ingangsetzen    von     Zweitakt-Verbren-          nungsmotoren,    namentlich besonders grossen,  auch von Dieselmotoren, pflegt meistens mit  Zuhilfenahme von     Druckluft    zu erfolgen, die  einem Behälter entnommen wird. Sobald der  Motor in Gang gesetzt     wird,    beginnt eine       Spülluftpumpe    zu arbeiten; die Spülluft wird  in einem     Spülluftaufnehmer    angesammelt.

    Beim     Ingangsetzen    des Motors, wenn also  dessen Geschwindigkeit noch sehr niedrig,  dafür aber die Zeit     für    das     I3    ,einspülen ver  hältnismässig lang ist, bleibt der Spülluft  druck niedrig;     infolgedes3en    fallen dann auch  die     volumetrische    Füllung des Zylinders und  demgemäss die Kompression so niedrig aus,  dass nicht selten die Zündung ausbleibt, zu  mal auch der Zylinder noch kalt ist und da  her die Ladung nicht erwärmt.  



  Das den Gegenstand der vorliegenden Er  findung bildende Verfahren und die zu dessen  Durchführung dienende Einrichtung sollen den       hiervor    erwähnten Übelständen abhelfen und  ein möglichst schnelles und sicheres     Ingang-          setzen    eines     Zweitakt-Verbrennungsmotors       mittelst Druckluft ermöglichen. Das Verfahren.  besteht darin, dass, solange der Motor mit  Druckluft gespeist wird; während der Ver  dichtungshübe des Kolbens im Arbeitszylinder  Spülluft erzeugt und vorübergehend aufge  speichert wird.

   Durch die zusätzliche Spül  luft wird eine grössere     volumetrische    Füllung  des Zylinders     hervorgebracht,    die beim Über  gang zum Betrieb des Motors mit Brennstoff  für die Höhe der Kompression im ersten Ar  beitsprozess massgebend ist. Die hierfür vor  gesehene     .Einrichtung    ist derart beschaffen,  dass, solange der Motor mit     Druckluft.gespeist     wird, der Arbeitszylinder mit einem Spülluft  aufnehmer derart verbunden wird, dass er  während der     Anlassperiode    als Zusatzluftpumpe  arbeitet und hierbei mit einer vom Motor selbst  angetriebenen Spülluftpumpe zusammenarbei  tet.

   Der Arbeitszylinder ist zweckmässiger  weise mit dem     Spülluftaufnehmer    mittelst  einer mit Ventil versehenen Leitung verbun  den, welches Ventil derart gesteuert werden  kann, dass es in der     Anlassperiode    bei den  Verdichtungshüben des Kolbens offen ist.

        Die beiliegende Zeichnung stellt in     Fig.    1  schematisch an einem stehenden Motor mit  durch den Kolben gesteuerten     Auslass-    und  Spülkanälen ein Ausführungsbeispiel der Ein  richtung gemäss Erfindung dar;     Fig.    2 zeigt  ein an einem mit der     erfindungsgemässen        Ein-          rlichtung    ausgerüsteten Motor abgenommenes       Indikator-Diagramm    in der     Anlassperiode,

            Fig.    3 die untere Partie des vorhin erwähnten       Diagramrnes    in grösserem     Massstabe    (der Aus  schlag des Indikators ist auf einen gewissen       Druck    beschränkt);     Fig.    4 zeigt ein Indikator  Diagramm bei normalem Gang des     Motors.     



  In     Eig.    1 bezeichnen.     a.    den Arbeitszylin  der, 7) den Arbeitskolben, c den     Spülluftauf-          nehmer,    f eine von einem     Druckluftbehälter     ausgehende Leitung, 9 das     Anlassventil    und       1r    das Auspuffrohr des Zylinders.  



  Der zur Aufnahme der zum     Reinspülen     des Arbeitszylinders bestimmten Druckluft  dienende     Spülluftaufnehmer    c     stellt    mit dem  Arbeitszylinder nicht nur durch ein Rohr     i     in Verbindung, dessen     Mündung    im Zylinder       vom    Kolben b gegen Ende des Expansions  hubes abgedeckt wird, sondern auch durch  ein Rohr     d    mit dem Kompressionsraum des       Arbeitszylinders.    In     däs    Rohr d ist ein Ventil  e eingeschaltet, welches im normalen Betrieb  des Motors stets geschlossen gehalten wird.  



  Das Ventil e. wird mittelst in der Zeich  nung nicht dargestellter Steuerorgane derart  gesteuert, dass es, solange der Motor mit Druck  luft gespeist wird, während des Verdichtungs  hubes des Kolbens b offen ist. Dadurch  arbeitet der Kolben, wie wenn er einer Luft  pumpe angehörte, und versieht, gemeinsam  mit der nicht gezeichneten Spülluftpumpe, den  Aufnehmer c mit Spülluft. Dadurch erhält  dieser eine Menge Spülluft, die um etwa 75 %       grösser    ist, als die von der Spülluftpumpe  allein gelieferte. Es ergibt sich also bei der       Spülung    eine etwa 1,75 Mal grössere Aus  strömungsgeschwindigkeit als bei geschlossen  gehaltenem Ventil e.

   Da aber der Druck im       Spülluftaufnehmer    proportional dem Quadrat  jener     Ausströmungsgeschwindigkeit    ist, wird  er für die angegebene     Spülluftmenge    etwa  mal grösser sein als gewöhnlich. Mit diesem    trotz der in der     Anlassperiode    noch geringen       Kolbengeschwindigkeit    hervorgebrachten höhe  ren Druck im     Spülluftaufnehmer    ist eine höhere  Temperatur der Spülluft verbunden. Diese       Temperaturzunahme    erfährt im Arbeitszylin  der bei dem nahezu     adiabatischen    Verlaufe  der Kompression noch eine erhebliche Stei  gerung, wodurch die ersten Zündungen er  leichtert werden.  



  Gemäss den     Indikator-Diagrammen        Fig.    2  und 3 verläuft die Druckkurve, von einem  Druck der     Anlassluft    von     ?5        Atm.    ausgehend,  während des ersten     Expansionshubes    nach  der Kurve 1, und während des nachfolgenden  Kompressionshubes bei offenem Ventil e nach  der Kurve     \',    wobei die im Arbeitszylinder  befindliche Luft nach dem     Spülluftbehälter    c.  befördert wird.

   Der beim     Offnen    des     Anlass-          ventils    sich einstellende Druck erreicht nicht  die Höhe der     Anlassluft,    teils infolge Drosse  lung und teils infolge der     Geschwindigkeit     des Kolbens. Beim folgenden     Expansionshub     ergibt sich die Druckkurve 3. Unterdessen  wird der Motor auf     Brennstoffbetrieb    umge  schaltet.

   Während des zweiten, nahezu     adia-          batisch    verlaufenden Kompressionshubes, der  die Kurve 4     hinterlässt,    bleibt das Ventil e  geschlossen, so dass eine hohe Kompression  zustande kommt, wobei der Druck bis auf       \_'7,5        Atm.    ansteigt; nachher erfolgt die erste  Verbrennung, worauf der Motor anspringt und  bald normal zu arbeiten anfängt, so dass sich  das Diagramm     gemäss        Fig.    4 ergibt.  



  Aus dem in grösserem     Massstabe    als     Fig.    2  ausgeführten Diagramm     Fig.    3 geht hervor,  dass der     Überdruck    beim Beginn des zweiten  Kompressionshubes bereits grösser ist, nämlich  0,1     Atm.,    als beim Beginn des ersten Kom  pressionshubes, wo er nur 0,08     Atm.    beträgt;  darin     bekundet    sich die vorangegangene Lei  stung des     Arbeitszylinders    als Luftpumpe:  infolgedessen kann der     Druck    am Ende des  zweiten Kompressionshubes bis auf die vor  hin angegebene Höhe von 27,5     Atm.    ansteigen.

    Beim Anlassen des Motors in gewöhnlicher  Weise mit Druckluft von 25     Atm.    kann der  Druck am Ende der Kompressionshübe nie  über jene 25     Atm.    hinausgehen.      Durch die beschriebene Einrichtung wird  somit, gegenüber dein Anlassen in gewöhn  licher Weise, ein höherer Druck im Spülluft  aufnehmer erreicht. Diese Drucksteigerung  vermag beim     ersten        Arbeitsprozess    und beim  Umschalten auf normalen Betrieb eine höhere       Endkompression    als beim Anlassen in ge  wöhnlicher Weise hervorzubringen; dadurch  wird das Anlassen des Motors erheblich er  leichtert,     bezw.    der Übergang zum     normalen     Betrieb beschleunigt.

   Fortan stellt der Ar  beitszylinder nicht mehr mit dem Spülluft  aufnehmer in Verbindung, wie er es beim An  lassen war. Im Betriebe bleibt das Ventil e  geschlossen. Durch die ersten Zündungen  wird der Motor in schnellere Gangart versetzt,  so dass der Spülluftdruck hoch bleibt, da jetzt  die Spülluftpumpe allein ausreicht, um den       .erforderlichen    Spüldruck zu erzeugen.  



  Infolge der beschriebenen Erfindung ist  für das     Ingangsetzen    eines Motors nur ein       verbältnismässig    niedriger Druck der     Anlass-          Druckluft    erforderlich und unmittelbar nach  dem     Umschalten    auf Brennstoffbetrieb steht  eine ausreichende Menge von Spülluft ge  nügend hohen Druckes zur     Verfügung.     



  Das in     Fig.    1 mit i bezeichnete Verbin  dungsrohr zwischen dein Arbeitszylinder und  dem     Spülluftaufnehmer    c könnte auch weg  gelassen, und das Ventil e zum Spülen je  weils     geöffnet    werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Ingangsetzen von Zwei takt-Verbrennungsmotoren mittelst Druck luft, dadurch gekennzeichnet, dass, solange der Motor mit Druckluft gespeist wird, während des Verdichtungshubes des Kol bens im Arbeitszylinder komprimierte Spül luft erzeugt und vorübergehend' aufge speichert wird, um beim Übergang zum Brennstoffbetrieb für den ersten Arbeits- prozess die für die Höhe der Kompression massgebende volunletrische Füllung des Arbeitszylinders zu vergrössern.
    II. Einrichtung zur Durchführung des Ver fahrens gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder, solange der Motor mit Druckluft gespeist wird, mit einem Spülluftaufnehmer derart verbunden wird, dass er als Luftpumpe arbeitet und hierbei mit einer vom Motor selbst angetriebenen Spülluftpumpe zu sammenarbeitet. C1 NTERANSPRüCHE 1. Einrichtung gemäss Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass an den Kom pressionsraum des Arbeitszylinders eine mit einem Ventil versehene Leitung ange schlossen ist, welche mit einem Spülluft aufnehmer in Verbindung steht. 2.
    Einrichtung nach Patentanspruch I1 und Interanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülluftaufnehmer auch mit der Spülluftpumpe verbunden ist. 3. Einrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil zwischen Arbeitszylinder und Spülluftaufnehmer derart gesteuert ist, dass es nur solange der Motor mit Druck luft gespeist wird während des Verdich tungshubes des Arbeitskolbens offen, sonst aber geschlossen ist. 4.
    Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteransprüchen 1. und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass der. Spülluftaufnehmer mit dem Arbeitszylinder noch durch ein zweites Rohr in Verbindung steht, dessen Mündung im Zylinder vom Arbeitskolben gegen Ende des Expansionshubes abgedeckt wird.
CH94745D 1918-11-04 1919-10-25 Verfahren zum Ingangsetzen von Zweitakt-Verbrennungsmotoren mittelst Druckluft und Einrichtung zur Durchführung desselben. CH94745A (de)

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