Verfahren zur@Trocken- und Formpressung yon Torf und ähnlichem, stark wasser haltigem Pressgut. Das vorliegende Verfahren ermöglicht eine zweitgehende Entwässerung und Formpressung aller, Torfsorten und ähnlichen, stark wasser haltigen Pressgutes in grossen Mengen.
Das Pressgut wird ohne vorherige Zerkleinerung in mit Siebwandungen, Siebboden und sieb artiger Presskolbenfläche versehenem Press- raum mit langsam wirkendem Pressdruck in der Weise zusammengepresst, dass das in den natürlichen Haarröhrchen der Pflanzenreste enthaltene Wasser Zeit findet, zusammen mit dem die Pflanzenteilchen umschliessenden Wasser durch die Sieböffnungen der Wan dungen und sonstigen Pressflächen hindurch klar abzufliessen, ohne dass dabei Pressgut- teilchen mit herausgepresst werden.
,7e nach Art und Beschaffenheit des Nass- torfes, der 85 bis 90 % Wasser zu enthalten pflegt, oder eines ähnlichen, stark wasser- baltigen Pressgutes würde dabei zum Beispiel eine 10 bis 25 Minüt?xi dauernde Pressung mit 5 bis 8 Atmosphären Überdruck in Verbin dung mit der geeigneten Ausgestaltung der Wandungen und der sonstigen Pressflächen innerhalb des Pressraumes die höchst erreich bare Entwässerung des Torfes oder der gleichen ohne Nachtrocknung und einen Press- <RTI
ID="0001.0026"> ling ergeben, dessen Volumen kaum noch ein Drittel des Anfangvolumens des nassen Press- gutes beträgt.
Tn Pressräumen grösserer Länge oder Höhe wird das Pressgut mit Vorteil zur Erzielung einer dem Verfahren entsprechenden durch greifenden Entwässerung desselben durch ebenfalls mit Siebschichten umkleidete Zwi schenlagen in eine geeignete Anzahl zweck mässig Bleichhoher Schichten entsprechend geringerer Höhe derart unterteilt,
dass ober halb und unterhalb der so gebildeten Press- gutlagen verminderter.Schichthöhe das ab gepresste Wasser möglichst unmittelbar und hemmungslos nach den Siebwandungen des Pressraumes zu abgeführt Werden kann- und die Presslinge überall, auch in der Mitte, da bei eine durchgreifende Entwässerung er fahren.
Besondei?s vorteilhaft ist es, die an der Entwässerung teilnehmenden Pressflächen des Pressraumbodens, des Presskolbens, so ie der 7wischenlaben, welche das Pressgut unter teilen, derart gewölbt zu bestalten, dass die Press- linbe näch der Mitte zu dünner geformt werden als an ihrem äussern Umfang, um eine mög lichst bleichmässige Entwässerung aller Teile des Presslinbs bei der Pressung,
sowie eine gleichmässige -Nachtrocknung an der Luft zu erzielen.
Gemäss einer weiteren zweekmiissiben Aus bildung des Verfahrens werden die in P.ich- tung der Kolbenbewegung wirkenden Press- flächen, zum Beispiel des Presskolbens, des Pressraumbodens, sowie der etwa vorhandenen Zwischenlagen mit Vorsprüngen versehen,- welche Einkerbungen in den Presslinben bei der Pressung hervorrufen.
Durch diese ge eignet angeordneten Vorsprünge wird eine sol che Unl.erteilung und Einkerbung der einzel nen Presslinbe herbeigeführt, dass dadurch die Ferti-troclznunb der Presslinge sowohl beim Pressvorgang selbst, als auch bei der Luft- nachtrocknunb verbessert und beschleunigt wird und ausserdem auch eine leichte Zerteil barkeit von Presslinben grossen Umfanges in kleinere,
zum Beispiel für die unmittelbare Verfeuerung geeignete und möglichst Bleich schwere Bruchstücke erzielt wird.
Gemäss einer zweckmässigen A.usf ührungs- art des Verfahrens kann die Entwässerung und Trockenpressung sehr grosser Torfnienben oder dergleichen durch Relativbewegung von Wandungsteilen der Pressräume gegenein- ander gefördert werden.
Abgesehen von der Erhaltung der natür lichen Abflussmöblichkeiten innerhalb der Pressgutmasse selbst und der Anwendung der den Wasserabfluss begünstigenden, lange und langsam wirkenden Pressdrucke spielt die richtige Ausgestaltung 'der wasserableitenden P'ressraumwandunben,
sowie der sonstigen Pressflächen bei der erfolgreichen Durchfüh rung des neuen Pressverfahrens eine entschei dende Rolle. Es soll daher im folgenden die zur Ausübung des Verfahrens erfundene und zweckmässig durchgebildete Einrichtung nä her beschrieben werden.
Bei der Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung ist der Pressraum innen mit einer metallischen Sieb filterauskleidung versehen, deren Durchlässe für das Wasser nach aussen hin weiter werden und deren mit dein Pressbut in Berührung kommende innere Fluche so enge Durchlässe besitzt, dass die feinen Pressgutteilchen auf ihr zurückbehalten werden.
Einer Ausführungsart der Einrichtung g em, sind die Innenwandungen des Press- raumes, sowie zweckmässig auch die auf das Pressgut wirkenden andern Pressflächen mit mehreren aufeinander angeordneten Draht- bewebelagen ausgekleidet. Die einzelnen Drahtgewebelagen haben dabei zweckmässig verschiedene Drahtstärke und Maschenweite.
Die dem Pressgut zun:ichstliegende, möglichst glatte Drahtsiebschicht besteht zum Beispiel aus einem feinen, blatten Drahtgewebe von zweckmässi- weniger als 1. mm Maschenweite und Drahtstiirke, während die nächstfolgen den Drahtsiebla,gen jeweils grössere Maschen weiten und Drahtstärken aufweisen.
Dadurch wird angestrebt und erreicht, dass auf der eng maschigen ersten Sieblage die feinen Pressorut- teilchen zurückbehalten und in CTestalt einer bei der weiteren Pressung als Feinfilter wir kenden Filzschicht darauf niederbeschlagen werden, so dass bei den langsam wirkenden Pressdrucken das Wasser zwar durch diese Filterschicht hinreichend hindurchtreten kann, ein Hindurchpressen von Torffasern aber darin verhindert wird.
Durch die weiteren Sieblagen mit den grösseren Maschenweiten und Drahtstärken wird das hindurchtretende Wasser praktisch unbehindert abgeleitet und ein wasserdurch lässiger Abstand zwischen den eigentlichen, zu innerst liegenden Filterschichten und zum Beispiel der den Pressdruck aufnehmenden, vorteilhaft mit Abflussöffnunben versehenen Wandung des Druckraumes beschaffen.
141h nur einer unmittelbar an der Wandung an liegenden, engmaschigen Prahtsiebschieht würde dagegen die Ableitung der bei der Pressung von Nasstorf in Betracht kommen den grossen Wassermengen ohne schädliche Druckstauungen nicht erreicht werden kön- nun. Derartige Druckstauungen sollen aber heim vorliegenden Pressverfahren vermieden werden,
damit der langsam wirkende Press- druck möglichst vollständig zur von Gegen druck freien Abdrängung des abzupressenden Wassers ausgenützt wird. Dazu ist es auch zweckmässig, dass die Maschenweiteü minde stens der mit dem Pressgut in unmittelbare Berührung gelangenden Siebfilterschichten nicht kleiner sind als die Drahtstärke der hiebe, so dass die offenen Flächen dabei mög lichst gleich oder grösser sind als die gedeck ten Flächen der Siebschichten.
Bei grösserem Pressraum .werden zweck mässigerweise das Pressgut unterteilende, sieb umkleidete Zwischenlagen angewendet, die für Zylinderpressen zum Beispiel linsenförmig gestaltet und zweckmässig nur auf einer von beiden Pressflächen mit den bei Schilderung des Verfahrens bereits erwähnten, das Press- gut kerbenden Vorsprüngen versehen werden, um die Haltbarkeit der Presslinge nicht zu stark zu schwächen.
Die Zwischenlagen be stehen dabei im mittleren Teile aus einem federnden, dem Pressdruck standhaltenden Kern, der aus Holz oder besser aus einem durchlässigen Gerippe, zum Beispiel aus Band- oder Profileisen, bestehen kann.
Die eben erwähnten und bei der Schilde rung des Verfahrens auch für den Presskolben und den Pressraumboden angegebenen Vor sprünge werden vorteilhaft ebenfalls mit wasserdurchlässigen Drahtsieblagen oder der gleichen versehen, so da.ss auch diese Vor sprünge die Wasserableitung fördern.
Eine Auskleidung der Wandungen des Pressraumes mit nur einer Siebfiltereinla;ge mit in Richtung der Kolbenbewegung ver laufenden, innen möglichst glatten Profil drähten mit nach aussen zu sich erweiternden Zwischenräumen in einem gewissen Abstande von der umschliessenden Pressraumwandung hat sich an Stelle der beschriebenen Aus führung mit mehreren aufeinanderliegenden Drahtsiebsrhichten verschiedener Maschen weite und Drahtstärke für gewisse Torfe und sonstige Pressgutarten als zweckmässig er wiesen.
Die erwähnten Profildrähte sind dabei zum Beispiel mit dreieckigem Querschnitt aus gebildet und so angeordnet, dass ein und die selbe Grundlinie des Querschnittes sämtlicher Profildrähte nach dem Innern des Pressraumes zeigt, während die diesen Grundlinien gegen überliegenden Dreieckspitzen nach der Press- raumwandung zeigen.
Die Aussenwandungen des Pressraumes bezw. der Pressräume bestehen vorteilhaft aus gelochten Blechen.
Zur Ausübung des Verfahrens können Pressen verschiedener Art und verschiedenen Umfanges mit hydraulischem, elektrischem oder sonst geeignetem Antrieb verwendet werden. Zylinderpressen werden vorteilhaft mit kippbar bezw. schwenkbar angeordneten Presszylin- dern, aus denen die fertig gepressten Presslinge mittelst geeigneter Ausstosseinrichtung aus-' gestossen werden können, ausgeführt.
Falls es sich im besonderen um. Torf pressung handelt, kann die zweckmässig mit mehreren Presszylindern, die abwechselnd be schickt werden, -ausgerüstete Torfpressanlage mit allen Nebenmaschinen, wie Beschickungs vorrichtung für die Zylinder der Pressanlage und Greiferschwenkkran zum -Herausholen des Pressgutes aus dem Moor, Reservefüll- zylindern, Vorratsbehältern für das Rohmoor und Ausstossvorrichtung für die fertigen Presslinge usw., bei Tiefmooren auf einem Prahm oder bei Hochmooren auf einem auf Rädern fahrbaren Untergestell montiert sein.
Die ausgestossenen fertigen Presslinge können geeignet übereinandergeschichtet auf einer Plattenkarre zur Nachtrocknungsstelle ge bracht werden.
Im Falle der bereits bei Schilderung des Verfahrens erwähnten Bearbeitung grosser Pressgutmengen wird die Einrichtung gemäss einer Ausführungsart der Erfindung so aus gebildet, da.ss die gleichzeitige Entwässerung und Pressung der Stoffmengen dabei mittelst zum Beispiel im Kreise angetriebener, in ge eigneter grösserer Anzahl vorgesehener Press- kammern erfolgen kann,
die feststehende oder selbständig bewegte Wandungen bezw. Wan- clungsteilehaben können. Zur Erzielung einer Relativbewegung gegenüber dem Pressraum- boden können die selbständig bewegten Wan dungen oder Wandungsteile dabei im selben BeR-egungssinne, schneller oder langsamer als der bewegte Hauptteil der Presskammern, oder auch in entgegengesetzter Richtung bewegt ,werden.
Bei einer zweckmässigen Ausführungs i orm einer derartigen Rundmaschine zur Aus- iibung des Pressverfahrens gemäss der Er findung ist eine geeignete Mehrzahl von Press- kammern auf einer im Kreise angetriebenen 1,.ingbahn aneinandergereiht,
so dass die hori zontale Bodenfläche der einzelnen Presskam- niern durch die entsprechend gestaltete Boden fläche dieser Ringbahn gebildet wird. Die dem Ringbahnzentrum zugekehrten und ab gewendeten Seitenwände der Pressk a.inniern können durch ringförmige Absc-lilusswä,nde gebildet werden, die feststehend angeordnet sind öder gegenüber der Bewegung der ring förmigen Bodenfläche der Presskammern selbständig, zum Beispiel mittelst elektrischen Antriebes, bewegt werden.
Radial oder ähn lich auf der umlaufenden ringförmigen Bo denfläche angebrachte, geeignet abdichtende Querwände begrenzen dabei die einzelnen Presskammerabschnitte zwischen den ring förmigen Abschlusswä.nden.
Der Abschluss der Presskammern bei Ma schinen dieser Art wird durch Pressstempel bezw. Presskolben gebildet, die zweckmässig von oben her in jede einzelne der Presskam- mern hineinragen und während des Umlaufes der ringförmigenPresskammerbahn bis zu einem bestimmten Enddruck allmählich zwangsläufig abwärts bewevt werden.
Die Auf- und<B>Ab-</B> wärtsbewegung der sämtlichen Pressstempel erfolgt dabei vorteilhaft mittelst einer als Führung dienenden, ringförmigen Kurven- in an deren aufsteigendem Ast die ein zelnen Pressstempel aus der untern Presslage zwangsläufig nacheinander wieder angehoben werden, um nach Neufüllung der entleerten Presskammern aufs neue allmählich nieder bewegt zu werden.
Durch die Gegerieinariderbewegung der verschiedenen Wandiingsteile während des Pressvorganges wird gleichzeitig mit der Pressung, zum Teil auch unter der Wirkung der durch die Reibung erzielten Wärme erzeugung eine vorzügliche Bearbeitung, Ent- -1;srässerung und Schweissung des Pressgtttes in den einzelnen Formen bewirkt.
Zweckmässig ist es, die beschriebene Rund maschine so auszubilden, dass ausser der be wegten, die Bodenfläche der Presskammer bildenden PLingbahn noch die aus Sieblagen bestehende, ringförmige, dem Ringbahnzen- trum zugekehrte Ahschlusswa.ndung der Press- ka.mmern langsamer, rascher oder gegenläufig motorisch angetrieben wird, während der Ab schluss des äussern Umfanges der ringförmigen Presskammerbalin und damit der einzelnen Presskammern durch eine vertikale,
zvieeli- mässig ebenfalls aus Sieblagen gebildete, fest stehende Ringwandung erfolgt. Diese fest stehende äussere Ringwandung erhält dabei an mindestens einer bestimmten Stelle zur Auswechslung des Pressgutes während des Be triebes der Maschine eine Aussparung.
Die nach dem beschriebenen Pressverfahren in seinen verschiedenen Ausführungsmöglich- keiten gewonnenen, massigen Torfpresslinge und dergleichen bedürfen nur einer v erhältnis.- mä.ssig kurzen Luftnachtrocknung, wobei sie zur Ersparnis grosser Trockenfläohen unbe- denklich in einer grösseren Anzahl überein andergestapelt werden können.
Die gut trans portfähigen Presslinge stellen ein sehr wert volles Material für die unmittelbare Ver brennung sowohl, als auch für die Verkokung dar.