CH95422A - Verfahren zum Betrieb von Kraftmaschinenanlagen, die aus einer Verbrennungsmaschine und einer Dampfkraftanlage bestehen. - Google Patents

Verfahren zum Betrieb von Kraftmaschinenanlagen, die aus einer Verbrennungsmaschine und einer Dampfkraftanlage bestehen.

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CH95422A
CH95422A CH95422DA CH95422A CH 95422 A CH95422 A CH 95422A CH 95422D A CH95422D A CH 95422DA CH 95422 A CH95422 A CH 95422A
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  Verfahren zum Betrieb von     Kraftmaschinenanla.gen,     die     aus    einer     Verbrennungsmaschine    und einer     Dainpfki#aftanlage    bestehen.    Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde,  bei einer aus einer Verbrennungsmaschine und  einer Dampfkraftanlage bestehenden Kraftan  lage, bei der der Anteil der Dampfmaschinen  arbeit gleich dem Anteil der     Verbrennungs-          maschinenarbeit    bis etwa doppelt so gross als  dieser Anteil ist, einen thermischen Gesamt  wirkungsgrad zu erhalten, der etwa gleich  dem der reinen Verbrennungsmaschine oder  grösser ist. Hierbei soll     grösstmöglichste    Be  triebssicherheit dieser Maschinenanlage Vor  aussetzung sein.

   Da unter den heutigen Be  triebsbedingungen, d. h. bei den üblichen  Dampfspannungen bis etwa 20     atm.    Anfangs  druck, beim Steigen des Anteils der     Dampfs          maschinenarbeit    der     therrnische    Gesamtwir  kungsgrad einer solchen Anlage naturgemäss  sinkt, so müsste eine Steigerung der Dampf  arbeit als unwirtschaftlich gelten und die  Lösung der Erfindungsaufgabe in Frage stellen.

    Die Erkenntnis nun, dass hochgespannter  Dampf von -einer Spannung von über 20     atm.     bestimmte Vorteile mit sich bringt, liess die  gestellte Aufgabe doch noch als lösbar er-    scheinen, . wenn es gelang;     hocb.gespannten     Dampf gleichzeitig mit der Verlustwärme  der Verbrennungsmaschine vorteilhaft auszu  nutzen.

   Nach dem erfindungsgemässen Ver  fahren wird der Hochdruckstufe einer mehr  stufigen Dampfmaschine     hochgespannterDampf     von mehr als 20     atm.    Spannung, der in einer       Dampfkesselanlage    mit eigener Feuerung er  zeugt wird, und einer Zwischenstufe dieser  Maschine zusätzlicher Dampf von einer dieser  Stufe entsprechenden Spannung zugeführt, der  unabhängig von dem Dampfkessel durch die  Verlustwärme im Kühlmantel der Verbren  nungsmaschine gewonnen wird.  



  Der Druck im Kühlmantel, der durch das  Verfahren gemäss der Erfindung unabhängig  vom     Dampfkesseldr        uck    wird, wird zweck  mässigerweise nur so weit gesteigert, dass die  Betriebssicherheit der Verbrennungsmaschine  nicht darunter leidet. Ein Teil des vom Kessel  kommenden Dampfes kann gegebenenfalls zur  Zwischenüberhitzung verwendet werden.  



  Eine in der angegebenen Weise arbeitende  Kraftanlage stellt eine einfache und zweck-      mässige Lösung der erwähnten Aufgabe dar  und zeitigt gegenüber einer reinen Verbren  nungsmaschine einen erheblichen Fortschritt.  Eine solche Maschinenanlage, die zum Bei  spiel eine Verbrennungsmaschine mit 6 ein  fach wirkenden, im Viertakt arbeitenden Ver  brennungszylinder von dem bisher als höchst  zulässig angesehenen Durchmesser von 700 mm  enthält, die mit einer     Hochdruckdampfmaschine     derart zusammenarbeitet, dass der Arbeitsan  teil der Verbrennungsmaschine zu dem der  Dampfmaschine sich wie 1 : 2 verhält, kann  eine Gesamtleistung von 7200 PS abgeben.  Dabei ist der thermische Gesamtwirkungsgrad       ebensogross,    wie der einer reinen Zweitakt  verbrennungsmaschine.

   Die genannte Ver  brennungsmaschine allein würde demgegen  über nur eine Leistung von etwa 2400 PS  erzielen. Hierzu kommt der wichtige Um  stand, dass bei Betriebsstörungen der Ver  brennungsmaschine die Dampfmaschine für  sich allein arbeiten und die Verbrennungs  maschine durch letztere angelassen werden  kann, was insbesondere bei     Schiffskraftanlagen     ins Gewicht fällt.  



  Nachfolgend soll die Erfindung an einem  praktischen Beispiel erörtert werden.  



  Es sei zunächst angenommen, dass im  Dampfkessel und im Kühlmantel der Ver  brennungsmaschine derselbe Druck herrscht.  Wählt     rnan    für Kessel der Dampfkraftanlage  einen Druck von 50     atm.    und benutzt ausser  dem alle Mittel, die den     Arbeitsprozess    der  Dampfmaschine günstig gestalten     können,    wie  hohe,     bezw.    mehrfache Überhitzung des. Frisch  und Zwischendampfes, hohe Luftleere, weit  gehende Expansion usw., so kann man mit  dem aus dem Dampfkessel     kommenden    Dampf  für sich allein auf einen Wärmeverbrauch von  etwa 2000 WE für 1     PSe/Std.,    auf Dampf  wärme bezogen, kommen.

   Dabei ist eine  Überhitzung des Frischdampfes auf 400 bis  450  C und eine zweimalige Überhitzung des  Zwischendampfes auf<B>220-2500</B> C angenom  men. Je niedriger aber der Wärmeverbrauch  der     Dampfkraftmaschine    au sich ist, umso  grösser ist der Einfluss der verwerteten Ver  lustwärme der     Verbrennungskraftmaschine.       Betrachtet man zum Beispiel einen Vier  taktverbrennungsmotor mit einem Wärmever  brauch von 1800 W E für 1     PSe/Std.,    von  dem 750 WE aus der Verlustwärme zur Dampf  erzeugung verwertet werden können, so ist  der Wärmeaufwand der     Dampfkesselanlage    an  Brennstoff bei einem Kesselwirkungsgrad von  80 v.

   H. nur noch
EMI0002.0015  
    für 1     PSe/Std.    der     Dampfkraftmaschine.     Wenn die Dampfarbeit so gross ist .wie die  Verbrennungsarbeit, so ergibt sich hieraus der  Wärmeverbrauch, bezogen auf die Gesamt  leistung, zu
EMI0002.0018  
   für  1     PSe/Std.,    was einem thermischen Gesamt  wirkungsgrad von 37,6 v. H. entspricht.

   Gibt  man der Dampfarbeit die doppelte Grösse der  Verbrennungsarbeit, so errechnet sich ein  Wärmeaufwands an der Kesselanlage für  2     PSe/Std.    der     Dampfkraftmaschine    von  
EMI0002.0022  
   oder von 2031 WE  für 1     PSe/Std.    Auf die Gesamtleistung be  zogen, führt das auf einen Wärmeverbrauch  von
EMI0002.0024  
   für 1     PSe/Std.          Derthermische    Gesamtwirkungsgrad ist     hierim-          mer    noch 32,3 v. H., also so hoch wie der einer  reinen     Zweitaktverbrennungskraftmaschine.     



  Um den durch Verwendung des hochge  spannten Dampfes erzielten Fortschritt noch  deutlicher vor Augen zu führen, sei zum Ver  gleich eine     Kraftmaschinenanlage    herange  zogen, deren Dampfteil aus einer Dampfkraft  anlage mit dem üblichen Dampfdruck von  15     atm.    und demgemäss einen Wärmever  brauch von etwa 2800 WE für 1     PSe/Std.     an Dampfwärme bei 350   C Überhitzung be  steht.  



  Der Wärmeaufwand an der Dampfkessel  anlage ergibt sich hier zu etwa
EMI0002.0033  
    
EMI0002.0034  
   für 1     PSe/Std.    Ist die Dampfar  beit so gross wie die Verbrennungsarbeit, so  beträgt der Wärmeverbrauch, auf die Gesamt  leistung bezogen,
EMI0002.0036  
        für 1     PSe/Std.,    und der thermische Gesamt  wirkungsgrad beläuft sich nur noch auf 28,9  v. H. gegenüber 37,6 v. H. bei dem hoben  Dampfdruck.  



  Wird die Dampfarbeit zweimal so gross  wie die     Verbrennungsarbeit    gemacht, dann  ist der Wärmeaufwand für 1     PSe/Std.    der       C-resamtleistung    2623 WE und der thermische  Gesamtwirkungsgrad nur noch     24;0    v. H.  gegen 32,3 v. H. im ersten Fall.  



       .Die        zuerst    errechneten Zahlen     besitzen    für  eine     Kraftmaschinenanlage    Gültigkeit, die  auch im Kühlmantel den hohen Dampfdruck  von 50     atm.    verwendet. Dieser Druck würde  aber, wie oben angedeutet, die Betriebssicher  heit der Verbrennungsmaschine stark gefähr  den. Es wird daher in den Kühlmänteln der  Verbrennungszylinder ein niedrigerer Dampf  druck verwendet und dieser Dampf von nie  drigerer als der     Frischdampfspannung    einer  Zwischenstufe der     Dampfkraftmaschine    zuge  führt.

   Wählt man zum Beispiel den Dampf  druck im Kühlmantel zu etwa 12     atm.    ent  sprechend einer Temperatur von 1870, so  wird bei sachgemässer     Zylinderkonstruktion     die Temperatur der     Kolbenlauffläche    nur noch  etwa 2100 sein, eine Gefährdung des Betriebes  nicht mehr eintreten. Das wirtschaftliche<B>Er-</B>  gebnis bleibt trotzdem annähernd das gleiche,  wie wenn hoher Dampfdruck im Kühlmantel  herrscht.

   Betrachtet man den Teil der Dampf  maschine, der lediglich den im     Küblinantel     der Verbrennungsmaschine gewonnenen Dampf  verarbeitet, als     ;@Taschiile    für sich, so ergibt  sich bei einer solchen     Dampfkraftmaschine    für  12     atm.        Frischdampfdruck,    wenn man alle  Mittel benutzt;

   um den     Arbeitsprozess    günstig  zu gestalten, insbesondere, wenn man den  Dampf durch Kesseldampf von 50     atm.    über  hitzt, ein     Wärmeverbrauch.    von etwa     23550    WE  für 1     PSe/Std.    Die Ausnutzung des Dampfes  ist in diesem Falle natürlich geringer als bei  hochgespanntem Dampf. Aber die Arbeit  dieses Dampfteils stellt nur einen     Bruchteil     der gesamten Dampfarbeit dar. Mit der Ver  lustwärme von 750     yVE    für 1     PSe/Std.    der       Verbrennungskraftmaschine    kann eine Dampf-         arbeit    von etwa
EMI0003.0031  
   ge  leistet werden.

   Die von der Kesselanlage zu  liefernde Dampfwärme beträgt, wenn die  Dampfarbeit so gross ist wie die Verbrennungs  arbeit, für 1     PSe/Std.    der Dampfarbeit noch  
EMI0003.0033  
   im Ganzen also  für 2     PSe/Std.    der Gesamtarbeit: 1800     -f-          1700    =<B>3500</B> WE, d. h. 1750 W E für 1       PSe/Std.,    was einem thermischen Gesamt  wirkungsgrade von 36,1 v. H. entspricht.  



  Wird die Dampfarbeit doppelt so gross wie  die Verbrennungsarbeit, dann stellt sich die  Rechnung folgendermassen: Für 1,68     PSe/Std.,     die von der Kesselanlage hervorzubringen sind,  sind
EMI0003.0039  
   aufzuwenden,  im Ganzen also 1800     +    4200 = 6000     WE    für  3     PSe/Std.,    und für 1     PSe/Std.   
EMI0003.0044  
    
EMI0003.0045  
   entsprechend einem thermischen  Gesamtwirkungsgrad von 31,6 v. H.

   Wie  also vorstehend gezeigt, kann der durch Ver  wendung des niedrigeren Druckes im Kühl  mantel des Verbrennungszylinders entstehende       Verlust        von        1;5%,        bezw.        0,7%        gegenüber     einer Kraftanlage mit 50     atm.        Kühluiantel-          druck    im Hinblick auf die grossen praktischen  Vorteile gänzlich vernachlässigt werden.  



  Durch den     niedrigeren    Dampfdruck im  Kühlmantel ist, wie vorher ausgeführt, eine  verhältnismässig niedrige Temperatur der     Zy-          linderlauffläche    zu erreichen. Sie lässt sich  noch weiter ermässigen, wenn man auch noch  im Verbrennungszylinder den Verbrennungs  druck gegenüber dem üblichen von 36     atm.          herabsetzt,    denn damit geht der Wärmeüber  gang an das Kühlmittel herab und es findet  ein Abwandern eines Teils der sonst in den  Mantel übergehenden Wärme an die Abgase  statt, aus welchen sie leichter zu verwerten ist.  



  Beide Mittel zusammen, die Herabsetzung  des Dampfdruckes im Kühlmantel und des       Verbrennungsdruckes    im Verbrennungszylin  der, gestatten die Verwendung der geringsten  praktisch zulässigen     Zylindercvandstärke    und  ergeben dadurch die niedrigste Beanspruchung      der Zylinderwände durch Wärmespannungen.       Rissebildungen    werden dadurch mit Sicher  heit verhütet.  



  Weiter hat die Herabsetzung des Ver  brennungsdruckes den Vorteil, dass man auch  noch mit der     Verbrennungstemperatur    ohne  Schaden im mechanischen Wirkungsgrad herab  gehen     kann.    Das kommt aus folgender Ur  sache:  Der niedrigere     Gestängedruck    erfordert  kleinere     CTestängeabmessrurgen    und damit er  geben sich geringere     Reibungsverluste.    Sobald  aber die indizierte Arbeit, die von der Zu  nahme der Verbrennungstemperatur während  des Verbrennungsvorganges abhängt, und die  Reibungsarbeit im bestimmten gleichen Ver  hältnis stehen; bleibt der mechanische Wir  kungsgrad unverändert.  



  Schon jetzt wird für viele Verbrennungs  maschinen, für welche grösste Betriebssicher  heit erforderlich ist, z. B. Antriebsmaschinen  für Schiffe, die Verbrennungstemperatur bei  dem hohen üblichen Verbrennungsdruck herab  gesetzt. Der mechanische     Wirkungsgrad,    der  an und für sich schon niedrig ist, wird auf  diese Weise noch weiter verringert. Ist da  gegen der     Verbrennungsdruck    niedriger, so       kann    die Verbrennungstemperatur in gleichem       lIa1@e    herabgesetzt werden, ohne dass sich der  mechanische Wirkungsgrad ändert.

   Auch       hierdurch    wird demnach eine weitere     Er-          höhung    der Betriebssicherheit der Verbren  nungsmaschine in doppeltem Sinne erzielt.  



  Der grosse Anteil der Dampfarbeit im  Verhältnis zur Verbrennungsarbeit besitzt den  weitem Vorzug, dass man; was besonders für       Schiffskraftanlagen    wichtig ist,     rnit    der     Dampf-          kraftmaschine    das Anlassen und Umsteuern  der     Verbrennungskraftmaschine    besorgen kann.

         Dieses    Verhältnis ist darin besonders günstig,  wenn der     Verbrennungsdruck    herabgesetzt ist,  weil hier der Widerstand beim Andrehen    wegen des kleineren     Gestängedruckes    bei  gleicher Leistung geringer ist als bei Anlagen  mit dem hohen üblichen     Verbrennungsdrucke.     Die teuren und komplizierten     Druckluftbe-          hälter    und Leitungen nebst Zubehör,

   sowie  die     verwickelten    Steuerungseinrichtungen an  den     Verbrennungszylindern    fallen ausserdem  fort und auch die durch das plötzliche Ab  kühlen der heissen Zylinderwände bei     11lanöv-          rieren    entstehenden Wärmerisse werden ver  mieden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Betriebe von Kraftma- schinenanlagen, die aus einer Verbrennungs maschine und einer Dampfkraftanlage be stehen, dadurch gekennzeichnet, dass der Hoch druckstufe der mehrstufigen Dampfmaschine hochgespannter Dampf von mehr als 20 atm. Spannung, der in einer Dampfkesselanlage mit eigener Feuerung erzeugt wird, und einer Zwischenstufe dieser Maschine zusätzlicher Dampf von einer dieser Stufe ungefähr ent sprechenden Spannung zugeführt wird, der unabhängig von dem Dampfkessel durch die Verlustwärme im Kühlmantel der Verbren- nungsmaschinegewonnen wird,
    zu dem Zwecke, den Anteil der Dampfmaschine an der Ge samtarbeit mindestens gleich dem der Ver brennungsmaschine machen zu können und trotzdem eineu thermischen Gesamtwirkungs grad zu erhalten, der ungefähr dem einer reinen Verbrennungsmaschine entspricht. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch. dadurch gekennzeichnet, dass der Verbrennungsdruck der Verbrennungsmaschine gegenüber dem üblichen von<B>36</B> atm. herabgesetzt wird.
CH95422D 1919-12-11 1920-11-05 Verfahren zum Betrieb von Kraftmaschinenanlagen, die aus einer Verbrennungsmaschine und einer Dampfkraftanlage bestehen. CH95422A (de)

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