Isoliergefäss. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein aus Teilen zusammengesetztes Isolier- gefäss, bei welchem die Teile durch ein aus Schellack gewonnenes Bindemittel mitein ander verbunden sind, dessen Schmelzpunkt über<B>100'</B> C liegt und das in Lösungsmitteln für Schellack unlöslich ist.
In der beiliegenden Zeichnung sind drei Isoliergefässe beispielsweise dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch ein flaschenförmiges Isoliergefäss; F ig. 2 bis 4 zeigen Teile dieses Gefässes in grösserem Massstab; Fig. 5 zeigt ein zweites Ausführungsbei spiel des Isoliergefässes im Schnitt; Fig. 6 zeigt einen Teil desselben in grö sserem Massstab; Fig. 7 zeigt einen dazugehörigen Hohl deckel, in einem Schnitt; Fig. 8 zeigt eine dritte Ausführungsform des Isoliergefässes im Schnitt;
Fig. 9 bis 11 zeigen Teile der Aus führungsform nach Fig. 8 in grösserem Mass- stabe; Fig. 12 bis 15 zeigen Details und Detail varianten im Schnitt.
Das Isoliergefäss nach Fig. 1 bis 4 be sitzt einen Mantel A aus Glas und einen in diesem liegenden Behälter B aus Glas. Der Mantel A ist am obern Ende mit einem Hals a versehen, der eine Schulter al und einen Flansch a\ besitzt. Die Schulter a1, die unterhalb eines Flansches b1 am Hals b des Behälters<I>B</I> liegt, trägt einen Ring<I>D,</I> der bis unter den Flansch b1 des Behälters B reicht. Der Ring<I>D</I> besteht aus zwei Teilen<I>d</I> (Fig. 4), die auf die Schulter d gelegt wer den können, wenn der Behälter B etwas an gehoben wird.
Auf dem Ring D zwischen den Teilen a1 und bi ist ein Bindemittel C. Der Mantel A ist unten mit einer Nute a5 und einem nach innen vorspringenden Wulst a' versehen. Der Mantel A ist mit einem ge wölbten Boden F versehen, der an. seinem. Rande einen Sitz f aufweist, gegen welchen die untere Stirnfläche des Mantels A anliegt. Zv,ischen dem Sitz f und dem Mantel A liegt Bindemittel C1. Ein Ring E ist zwi schen dem Mantel A und dem Behälter B angeordnet, welcher den Abstand der Teile A und B in bezug aufeinander sichert.
Der Ring E ist mittelst Bindemittels mit dein Mantel A und mit dem Behälter B ver bunden. G bezeichnet eine Kappe, die mit- telst Flansches g' in die Nute a' des Man tels A greift. Die Kappe G ist durch einen ringförmigen Wulst g' versteift. Zwischen der Kappe G und dem Boden I' ist ein Kis- s-=n H, zum Beispiel aus Filz oder Kork, vorgesehen. Das Kissen H bildet einen Ring, der in dem ringförmigen Wulst g" liegt und von diesem gegen seitliches Verschieben ge halten ist.
Der Mantel A ist ob^ii mit einem Blechring I versehen, der das Bindemittel C abdeckt und der mit einem Flansch i ver sehen ist, der den Flansch d unten umfasst und dadtireh auf dem Behälter B festgehal ten ist. Der Behälter B ist durch einen Kork pfropfen L abgeschlossen, welch letzterer durch eine Kappe 11l in seiner Lage gesichert ist. Die Kappe M ist auf dem Ring I auf- ;,es(1liraubt. K ist ein Trinkbecher, dessen innerer Durchmesser gross genug ist, dass er über die Kappe 11l gestülpt werden kann.
Der Becher IL ist mit nach innen raoenden Erhöhungen k versehen, welche in die Ge- "vinde";iinge der Kappe 111 eingreifen.
Der Zwischenraum zwischen dem innern Behälter B und dem Mantel<I>A,</I> der durch dies Bindemittel nach aussen abgeschlossen i.,4 und der auch luftleer gemacht werden kann, dient als Isolierung gegen den Aus tausch der Wärme zwischen dem Behälter B und der Aussenluft.
Das Bindemittel ist aus Schellack gewon nen, zum Beispiel nach dem Verfahren ge mäss Patent Nr. 95239. Zur Herstellung des Isoliergefässes wird das Bindemittel, zumBei- spiel in Alkohol oder Aceton, gelöst, auf die zii verbindenden Teile aufgetragen, oder das Bindemittel wird, stark: zerkleinert, an einem der zu verbindenden Teile a.ngeschmolzen; indem dieser Teil erwärmt und so an das Bindemittel gepresst wird, oder es kann in eine geeignete Form gepresst und so zwischen die zu verbindenden Teile gebracht werden, worauf alle Teile zusammen zum Beispiel in einem Ofen erwärmt werden, bis das Bindemittel schmilzt;
die Erhitzung wird von einer bis neun Stunden aufrecht erhal ten, entsprechend der vorhandenen Menge des Bindemittels. Der Schmelzpunkt des Binde mittels liegt über<B>100'</B> C.
Bei dem Isoliergefäss nach Fig. 5 und 6 ist ein innerer Behälter B von einem Mantel A umgeben. Der Behälter .B besitzt einen Flansch b', der über die Stirnfläche des Halses a des Mantels A reicht. Das Binde mittel c ist zwischen dem Flansch bi und der Stirnfläche des Halses a vorgesehen. Der Behälter B kann durch den Hals a des Man tels A eingebracht werden. Ein Schutzring I aus Metall greift mittelst Flansches i' über die Flanschen<I>a'</I> und<I>b';</I> er besitzt Gewinde, so da.ss auf denselben eine Kappe auf geschraubt werden kann.
In Fig. 7 ist ein Deckel für den. Behälter B (Fig. 5) gezeigt. Der Deckel ist hohl; er be sitzt einen Sitz l., welcher auf die Stirn fläche des Behälters B aufgeschliffen ist. Der Deckel ist auch durch eine Platte L1 abgeschlossen. Das Bindemittel Cl ist auf der Stirnfläche des Halses lx und der Platte L1 angeordnet. Eine Metallkappe<B>31</B> ist auf die Platte L1 aufgebracht, ein umgebördelter Teil derselben deckt das Bindemittel ab.
Die Platte L1 ist mit einer Entleerungsöffnung k. versehen, mit Hilfe welcher das Vakuum im Deckel hergestellt wird. 1i' ist ein Trink becher, der mit einem nach innen ragenden Wulst 1c versehen ist. Letzterer kann in die Gewindegänge des Schutzringes I des Isolier- gefässes eingreifen. Der Trinkbecher dient auch zum Sichern des Deckels auf dem Be hälter B.
Bei dem als Vakuumflasche ausgebildeten Isoliergefäss nach Fig. 8, 9, 10 und 11 be sitzt das Isoliergefäss, das einen Behälter B und einen Mantel<I>A, A'</I> aufweist, annähernd Kugelform. Der Behälter B ist aus Glas und besteht aus einem Stück, dagegen ist der Mantel aus Metall und aus einem obern Teil < 1 und einem untern Teil A' zusammengesetzt. Der Teil A' besitzt eine Entleerungsöffnung Y (Fig. 11), durch welche Luft aus dem Raum zwischen dem Behälter B und Mantel A, A' abgesaugt werden kann. Der Teil A ;st mit einem Halse a versehen, der einen nach innen vorspringenden Flansch a1 auf weist.
Letzterer ragt über die Stirnfläche des Halses<I>b</I> des Behälters<I>B.</I> Das Binde mittel C (Fig. 9)<B>-</B>ist zwischen dem FlansclL a.' und der genannten Stirnfläche angeordnet. Die Teile A, -A'-des Mantels sind durch über einandergreifende Falze<I>a\,</I> a' (Fig. 8 und 10) verbunden. Die Verbindungsnaht ist durch Verschweissen, durch Löten oder durch das Bindemittel liftdicht abgedichtet.
Der Atmosphärendruck, der gegen die Innenwand des Behälters B wirkt, erzeugt Spannungen, welche durch Metallbänder B aufgenommen werden. Die Bänder. B kreu zen sieh; sie sind mittelst Platten 8 mit einander fest verbunden, die an den Kreu zungsstellen der Bänder angeordnet sind. Die Bänder .R sind so dünn, dass sie nicht, in Kontakt mit der Innenwand des Mantels A, A1 kommen. Zum Abschluss der Entleerungs öffnung X (Fig. 11) ist eine Metallplatte n vorgesehen, auf welcher Bindemittel- C liegt.
Das Versiegeln erfolgt durch Erhitzen des Bindemittels und durch Druck desselben gegen den Mantel, nachdem ein genügend grosses Vakuum erzeugt worden ist. Der Verschluss wird geschützt durch eine Kappe <I>N',</I> die auf einem Stutzen<I>N</I> aufgeschraubt ist, welch letzterer an den Mantelteil A' an gelötet ist. Die Innenwand des Mantels A, A1 kann mit Bindemittel belegt sein, das all fällig im Metall vorhandene Poren schliesst.
Die Teile<I>A, A'</I> können auch wie in Fig. 13 dargestellt verbunden sein. Die Endstreifen a4, a, der Teile<I>A, A'</I> überlappen einander und sind miteinander verschv"eisst. Zum Abschluss des Behälters B dient ein Deckel L (Fig. 14). Dieser ist aus Glas und weist eine Entleerungsöffnung X" auf, die, nachdem ein Vakuum erzeugt worden ist, durch Bindemittel C abgeschlossen Wird. Eine Schutzkappe M aus Metall ist vor gesehen zum Abdecken des Bindemittels. Der Randstreifen m der Kappe M ist über einen Wulst des Deckels L gebogen, wo durch beide Teile zusammenhalten..
Wärmeverlust und Radiation wird bei sämtlichen Ausführungsformen vermindert durch Versilbern oder durch Polieren der Wände.
In Fig. 15 bezeichnet A einen undurch sichtigen Mantel, B die Wand eines durch sichtigen Behälters. Der Mantel ist mit einer äussern, polierten und daher reflektie renden Fläche versehen. Wärmestrahlen von äussern Wärmequellen werden vbm. Mantel A reflektiert, wie durch den gebrochenen Pfeil angedeutet. Wärmestrahlen von innern Wärmequellen werden reflektiert durch die versilberte Aussenwand des Behälters B, wie durch einen ebenfalls gebrochenen Pfeil an gedeutet.