CH95836A - Verfahren zur Herstellung eines Färbemittels für Getränke. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Färbemittels für Getränke.

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  Verfahren zur Herstellung eines Färbemittels für Getränke.    Zur Erzeugung der dunklen Biere wird  bekanntlich in grossen Mengen sogenanntes  Farbmalz verwendet, das sich dadurch von  dem gewöhnlichen Malz unterscheidet, dass  es bei verhältnismässig hohen Temperaturen  geröstet wird, wodurch gewisse Röstprodukte  entstehen, die dann später die gewünschte  dunkle Farbe des Bieres erzeugen.  



  Durch den     Röstprozess    ist ein beträcht  licher Verlust an kostbarer Kornsubstanz,  nämlich Stärke, Zucker und Eiweisskörpern,  bedingt, der neben der Umwandlung eines  Teils der     genannten    Stoffe zu Farbmalz  einhergeht.  



  Es wurde nun gefunden, dass man ein  Färbemittel für Bier erzeugen kann, das in  seiner Wirkung sowohl dem bekannten     Farb-          malz,    als auch den vorhandenen     Färbesirupen     sehr erheblich überlegen ist und bei seiner  Herstellung in der Bierbrauerei bedeutende  Materialersparnisse zu erzielen gestattet, wenn  man nicht, wie das bisher ganz allgemein  üblich gewesen ist, nur vom Malz ausgeht,  sondern die bisher zu diesem Zweck noch  nicht verwerteten Malzkeime ausnutzt.

      Das den Gegenstand vorliegender Erfin  dung bildende verfahren beruht demnach  darauf, dass eine     Zuckerlösung    mit einem  wässerigen Auszug von Malzkeimen vereinigt,  bis zur Sirupdicke eingedampft und das er  haltene Konzentrat auf eine Temperatur von  mindestens     90(1    erhitzt wird. Die erfor  derliche Zuckerlösung kann durch Verzucke  rung von Dammalz hergestellt sein, sie kann  aber auch anderer Herkunft sein.  



  Für gewisse Zwecke könnte nämlich die  mit dem wässerigen Auszug aus den Malz  keimen zu vereinigende Zuckerlösung auch  aus Stärke und Zucker anderer Herkunft er  zeugt werden. In diesem Falle würde zum  Beispiel Stärke beispielsweise nach einer der  bekannten Methoden verzuckert und die ge  wonnene Lösung mit dem     Auszuge    aus den  Malzkeimen vereinigt und weiter verarbeitet.    <I>Beispiel 1:</I>  1 kg helles oder dunkles Malzschrot wird  mit 3 bis 4 Litern Wasser bei 6.0 bis 70   C  verzuckert, die     -\Crürze    von den     Trebern    ge  trennt und letztere möglichst ausgesüsst.

   Zum      Filtrat setzt man ein Filtrat von 0,5 kg  Malzkeimen, die man mit     Wasser    bedeckt,  über Nacht     digeriert    und darin ausgepresst  hatte. Die vereinigten Lösungen werden zur  Sirupdicke eingedampft und der Sirup in  einem     Termostaten    auf zirka 115 0 C 2 bis  3 Stunden erhitzt. Das     .spröde    Produkt wird  entweder unmittelbar oder nach dem Lösen  in Wasser und Filtration verwendet.  



       illan    kann die Erhitzung auch bei einer  andern Temperatur vornehmen, darf aber  dabei<B>150'</B> C nicht überschreiten, um tief  gehende Zersetzung zu vermeiden. Die Er  hitzungsdauer richtet sich nach der artge  wandten Temperatur.  



  <I>Beispiel 2:</I>  Braunmalz und Grünmalz werden direkt  in einem Auszug aus     Malzkeimen    eingeweicht.  Dieses eingeweichte Malz wird dann bei 70    verzuckert, das Ganze filtriert, das Filtrat  zur Trockne eingedampft und dann auf über  100   erwärmt. Man erhält als Endprodukt  direkt ein     Caramel-    oder Farbmalz, das in  seiner     Wirksamkeit        Caramel-    und     Farbmalzen     der üblichen Herstellungsart überlegen ist.  



  Durch das neue Verfahren kann eine     Er-          sparnis        von        mindestens        15%        an        der        zur          Farbmalzherstellung    verwendeten Gerste er  reicht werden. Dabei behalten die     Malzkeime     ihren vollen Futterwert. Es ist lediglich er  forderlich, sie nach durchgeführter     Extraktion     wieder zu trocknen.  



  Durch die Ausnutzung der     Malzkeime,    die  bisher nur für Futtermittel verwendet werden  konnten, für die Gewinnung eines Färbe  mittels für Bier, wird ein sehr erheblicher  Fortschritt in der Brauindustrie erzielt. Es  wird ferner die Möglichkeit geschaffen, bei  Ersparnis erheblicher Mengen von Gerste  bessere Erzeugnisse als bisher herzustellen.    Der Natur der Sache nach schwankt die  Färbekraft des Erzeugnisses je nach den  während der Arbeit eintretenden Umständen.  Es gelingt aber, unter allen Umständen ein  Färbemittel zu erreichen, das den bisher be  kannten     Färbemitteln    sowohl in bezug auf  das Färbevermögen, als auch auf das Fehlen  unangenehmer Begleitstoffe sehr erheblich über  legen ist.  



  Selbstverständlich kann das nach dein  beschriebenen Verfahren hergestellte Färbe  mittel nicht nur für Bier Verwendung finden,  sondern auch für alle Zwecke benutzt wer  den, für die ein derartiger     Farbstoff    erwünscht  ist, also beispielsweise zur Färbung von  Kognak, Essig und allen sonstigen     Nahrungs-          und    Genussmitteln.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines mittels für Getränke, dadurch gekennzeichnet, dalj eine Zuckerlösung mit einem wässerigen Auszug von Malzkeimen vereinigt, bis zur Sirupdicke eingedampft und das erhaltene Konzentrat auf eine Temperatur von minde stens<B>90'</B> erhitzt wird. UNTERANSPRt1CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die erforderliche Zucker lösung durch Verzuckerung von Darrmalz hergestellt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Braunmalz und Grün malz in einem wässerigen Auszug von Dfalzkeinren eingeweicht, bei<B>70'</B> ver zuckert, das Ganze filtriert, dann das Fil trat zum Trocknen eingedampft und auf eine Temperatur von über<B>100'</B> erwärmt wird.
CH95836D 1919-12-17 1921-03-19 Verfahren zur Herstellung eines Färbemittels für Getränke. CH95836A (de)

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