Eisenbahnsignal. Die bisher gebräuchlichen Eisenbahn signale beruhen auf der Anordnung einer bestimmten Figur (Semaphorarm, kreisrunde Scheibe), die je nach dem Sicherheitsgrade der zu durchfahrenden Strecke eine bestimmte Stellung im Raume einnimmt, Zum Beispiel eine senkrechte, schräge oder wagrechte Stel lung, deren jede eine bestimmte Anweisung an den Lokomotivführer darstellt. Für den Nachtbetrieb müssen diese Signale durch ver schiedenfarbige Lichter oder Lichtergruppen ergänzt werden.
In jedem Falle, sowohl bei Tag, wie bei Nacht, muss der Lokomotiv führer sich das Signal in den diesem ent sprechenden Befehl übersetzen, was, wenn es auch sehr einfach ist, doch Bruchteile einer Sekunde dauert und gegebenenfalls, bei ge schwächter Aufmerksamkeit, Verwechslungen zur Folge haben kann. Den Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Eisenbahnsignal, das, ohne unterschiedliche Einrichtungen für den Tag- und Nachtbetrieb zu besitzen, bei Tag und Nacht annähernd gleich schnell und eindeutig erfasst werden kann, so dass es in vielen Fällen geeignet ist, die bisher gebrä uch- liehen, für Tag und Nacht verschiedene Ein richtungen aufweisenden Signalvorrichtungen zu ersetzen.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes in Ver bindung mit einem Schaltungsschema ver anschaulicht, und zwar zeigt: Fig. 1 eine Gesamtansicht des Signals, Fig. 2 bis 4 eine Einzelheit bei verschie denen Schaltungen, und Fig. 5 das Schaltungsschema.
An einem Maste A, dessen Höhe sich darnach richtet, ob das Signal ein Vor- oder Hauptsignal darstellen soll, ist ein Kasten ei befestigt, in den ein Kabel B einmündet (Fig. 1). An das Kabel B sind in besonderer Schaltung eine Anzahl elektrischer Lampen C (Fig. 2 bis 4) und eine Kontrollampe D (Fig. 1 und 5) angeschlossen.
Die Lampen C liegen in einzelnen, gegeneinander abgeschlos senen Reflektorkästen E, El, <I>E ,</I> E', E , E', die in der aus Fig. 1 bis 4 ersichtlichen Weise zueinander angeordnet sind.
Von den Lam pen C sind je zwei in den Reflektorkästen E und E2 liegende Lampen und je eine in den R.eflektorkästen E' und E' liegendo Lampe in Parallelschaltung an zwei in einem Strom kreis liegende Leitungen F und F' ange schlossen (Fig. ?).
Ist der Stromkreis, in dem die Leitungen F und F' liegen, geschlos sen, so wird durch die erleuchteten Reflektor- kä.sten E, E-, <I>E'',</I> E' ein bei Tag und Nacht gleich gut sichtbares H, der Anfangsbuch stabe des Signals "Halt", dargestellt.
Ferner liegen von den Lampen C zwei in dem Re flektorkasten E angeordnete Lampen und eine in dem Reflektorkasten E5 angeordnete Lampe in Parallelschaltung an zwei in einem Stromkreise liegenden Leitungen G und G' (Fig. Ö). Ist der die Leitungen C und C' enthaltende Stromkreis geschlossen, so wird durch die erleuchteten Reflektorkästen E und E" ein L, der Anfangsbuchstabe des Signals "Langsam fahren", dargestellt.
Schliesslich sind von den Lampen C zwei in dem Reflektorkasten E liegende Lampen und je eine in den Reflektorkästen E' und E' vorgesehene Lampe an zwei in einem Stromkreise liegende Leitungen 1I und H' angeschlossen (Fig. 4). Ist der die Leitungen 11 und H' enthaltende Stromkreis geschlossen, so wird durch die erleuchteten Reflektor kästen E, El und E3 ein<B>F,</B> der Anfangs buchstabe des Signals "Freie Fahrt", dar gestellt.
Zweckmässig erhalten die Lampen jeder zu einem einzelnen Signale gehörenden Lampengruppe eine der Signalbedeutung entsprechende Färbung, so dass zum Beispiel ein rot leuchtendes H., ein griin leuchtendes<B>F</B> imd ein gelb leuchtendes L entsteht.
Wie im übrigen die Schaltung durch geführt ist und welche sonstigen Anordnun gen getroffen sind, ist durch Fig. 5 ver anschaulicht, und zwar für drei hinterein- anderliegende, übereinstimmend ausgebildete Signaleinrichtungen. In Fig. 5 sind sämt liche zu einem einzelnen Signal gehörigen Lampen C durch eine einzige Lampe ersetzt. Es ist das Signal "Halt" durch eine Lampe CL, das Signal "Langsam fahren" durch eine Lampe C\ und das Signal "Freie Fahrt" durch eine Lampe C3 veranschaulicht. Die Leitungen H' und G' sind je an einen Schalt- klotz, 71 und J\, angeschlossen.
Die beiden Schaltklötze 71 und J' können durch einen Schalthebel J mit einer zum- positiven Pole einer - nicht dargestellten - Stromquelle führenden Leitung K verbunden werden. Die Leitungen G und II stehen über der Spule eines Elektromagnetes<B>31</B> in Verbin dung mit einer Leitung N, die zum ne ativ en Pole der Stromquelle führt. Die Leitung F' ist mit einer zum positiven Pole der Strom quelle führenden Leitung P verbunden, während die Leitung F über eine Unter brechungsstelle<I>Q, Q'</I> zur Leitung N geführt ist.
Die Schaltklötze, Q. der Unterbrechungs stelle sind durch ein Stromschlussstück Q1 überbrückbar. Dieses steht einerseits unter der Tirkung einer Feder R, die es in Be rührung mit den Schaltklötzen Q zu halten sucht, und anderseits unter dem Einfluss des Elektromagnetes :11, der es entgegen der Wir kung der Feder R von den Schaltklötzen Q abzuheben vermag, wenn die Spule des Elektromagnetes 11 von einem Strome durch flossen wird.
Die Lampengruppe Cl ist ausser an die Leitungen N und P noch über die Unterbrechungsstelle Q, Q' an eine Akku- mulatorenbatterie T angeschlossen, die über die Leitungen N und P dauernd an der nicht dargestellten Stromquelle liegt.
Bei der in Fig. 5 dargestellten Lage des Schalthebels 7 ist., wie ohne weiteres zu er kennen ist, der Elektromagnet V1 stromlos. Es wird somit durch das Stromschlussstück Q unter der -#Virküng der Feder R die U nter- brec.hungsstelle <I>Q, Q'</I> überbrückt, und das Signal H ist sichtbar. Dieses Signal ver schwindet, solange der Schalthebel I nicht verstellt wird. auch dann nicht, wenn eine der Zuführungsleitungen N und P irgendwie un terbrochen wird. Denn in diesem Falle wird die Lampengruppe Cl durch die Akkumula- torenbatterie T gespeist.
Eine Unterbrechung der Zuleitungen N und P ist übrigens sofort an dem Erlöschen der Kontrollampe D er kennbar. Wird der Schalthebel J auf den Schaltklotz J' umgestellt, so wird die Lam pengruppe C" an die Stromquelle angeschlos sen; es erscheint somit das Signal L.
Gleich- zeitig -wird aber durch den Elektromagneten 31 das Stromschlussstück Q' von den Schalt klötzen Q abgehoben, so dass die Lampen gruppe Cl ausgeschaltet wird. Wird der Sehalthebel J auf den Schaltklotz J\ um geschaltet, so wird die Lampengruppe Ca aus- und die Lampengruppe C3 eingeschaltet; es erscheint somit das Signal F.
Ist die Zu leitung G1 oder H' unterbrochen, so ist dies daran erkennbar, dass bei der Einstellung des Schalthebels J auf den Schaltklotz J' oder J2 das Signal H eingeschaltet bleibt, da in die sem Falle der Elektromagnet 111 stromlos und daher wirkungslos ist.