CH97623A - Verfahren und Anlage zur Überführung von Zellulose und zellulosehaltigen Stoffen in für industrielle Zwecke verwendbare Glukose. - Google Patents
Verfahren und Anlage zur Überführung von Zellulose und zellulosehaltigen Stoffen in für industrielle Zwecke verwendbare Glukose.Info
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Description
Verfahren und Anlage zur Überführung von Zellulose und zellulosehaltigen Stoffen in für industrielle Zwecke verwendbare Glukose. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oberführung von Zellulose und zellulose- haltigen Stoffen in für industrielle Zwecke verwendbare Glukose durch Behandlung der Rohstoffe mit flüssiger 40 %iger und Über sättigen mit gasförmiger Salzsäure.
Das Verfahren beruht darauf, dass die Rohstoffe erst nach vorausgehender scharfer Trocknung unter Abkühlung im geschlossenen Gefässe in dünner Schicht mit der flüssigen Salzsäure gemischt und gleichzeitig mit gasförmiger Salzsäure übersättigt werden, worauf man die erhaltene Masse in dünnen Schichten bei 1.2 bis<B>50'</B> C digeriert, daraus nach der Wie dergewinnung der Salzsäure die gebildeten :Kohlehydrate, z. B. Dextrin, Glukose usw., auszieht und den Auszug, zwecks vollständi ger Umwandlung dieser Kohlehydrate in Glukose, erhitzt.
Als Ausgangsmaterial kann man zellu-- losehaltige Rohstoffe, wie zum Beispiel Holz späne, Sägemehl und dergleichen, die man bis auf etwa 5 % Wassergehalt getrocknet hat, verwenden.
Die Erfindung betrifft auch eine Anlage zur ununterbrochenen Ausführung des Ver fahrens. Diese Anlage besitzt einen Apparat zum Mischen und Sättigen des vorgetrockne ten Rohmaterials mit flüssiger und gasför miger Salzsäure, einen Apparat zum Dige- rieren der mit der Salzsäure gesättigten Masse und einen Apparat zum Wieder gewinnen der Salzsäure.
Zur Ausführung des Verfahrens- nach vorliegender Erfindung kann man zum Bei spiel folgendermassen vorgehen: Die Zellulose oder die zellulosehaltigen Stoffe, wie Sägemehl, Späne und dergleichen, werden vorerst in einen gleichmässigen Trockenzustand von etwa 5 % Feuchtigkeits gehalt gebracht. 10 Gewichtsteile solchen Trockengutes werden sodann unter Abküh lung in geschlossenen Gefässen in dünnen Schichten mit 7 bis 11 Gewichtsteilen fein zerteilter, flüssiger, ungefähr 40 %iger Salz säure vermischt und gleichzeitig mit 1'/z bis 2 r/- Gewichtsteilen gasförmiger Salzsäure übersättigt.
Darauf wird die Masse zur Zuckerbildung in dünnen Schichten bei zwi schen 12 und<B>50'</B> C liegenden Temperaturen digeriert, was je nach der Temperatur bis 11 Stunden, ja bei sehr niedrigen Tempera turen noch längere Zeit beanspruchen kann.
Dabei empfiehlt es sich, mittelst der gas förmigen Salzsäure eine Druckerhöhung um einiger Centimeter Schwefelsäuresäule eintre ten zu lassen, oder die Masse um einige Grade über die Sättigungstemperatur zu erwärmen, um einen Überdruck zu erhalten. ,Dadurch wird die Dextrinbildung vollendet und bei spielsweise bei Behandlung von Sägespänen eine schwarzgraue, lockere, in freier Luft stark rauchende Masse erhalien.
Was nun die Wiedergewinnung der Salz siure anbetrifft, so wird diese zuerst nur teil- %veise vorgenommen, indem man die Masse vom Digerierbehä lter in einen weiteren Be hälter austreten 1ä sst und darin auf Tempera tur zwischen 15 und 30 C erhält und diesen Behälter mit einem Exhaustor verbindet, der die Salzsäuregase, die leicht abgezogen wer den können, in einen Kompressor führt, wo sie komprimiert werden, oder sie in ein Waschgefäss leitet.
Die auf diese Weise von einem Teil der gasförmigen Salzsäure befreite Masse wird nun bei Temperaturen von un- 'gefä.hr <B>50'</B> in einem dritten Behälter einem bis auf 1 bis 6 Centimeter Quecksilbersäule gesteigerten. Unterdruck oder einem warmen Luftstrom ausgesetzt, und dieser Behälter finit einem Wasser oder schwachen SaIzsäure- lösung enthaltenden Waschgefäss verbunden, um in diese alle noch in der Masse befindliche freie gasförmige oder flüssige Salzsäure überzudestillieren.
Sowohl die komprimierte gasförmige Salz säure, als auch die flüssige, im Waschgefäss wiedergewonnene Salzsäurelösung, können zur Übersättigung von mit Salzsäure befeuchteter Zellulose oder zur Befeuchtung von trockener Zellulose wieder gebraucht werden.
Die so fast gänzlich von ihrer freien Salzsäure befreite Masse wird darauf wie üblich unter Wasserzusatz in grossen Bot tichen zwecks Umwandlung der gebildeten Kohlehydrate, z. B. des Dextrins in Glukose mekoeht. Man erhält so eine nur noch Spuren von Salzsäure aufweisende Glukoselösung. Hat man Holzabfälle verarbeitet, so bleibt noch übrig, das nicht umwandelbare, in Sus pension befindliche Lignin zu entfernen. Man neutralisiert zu diesem Zwecke mit Kalk und lässt gären, oder man filtriert und lässt das Filtrat gären. Das abgetrennte Lignin ist völlig frei von Teer und ziemlich rein.
Eine Anlage für .die ununterbrochene Ausführung des beschriebenen Verfahrens ist, in Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung bei spielsweise und schematisch veranschaulicht.
Fig. \? ist ein teilweiser Querschnitt nach Schnittlinie D-D der Fig. 1.
Der Apparat A (Fig. 1) dient zum Mi schen des zu behandelnden zellulosehaltigen Stoffes, z. B. Sägemehl, mit flüssiger Salz säure und sodann zum Übersättigen des Ge misches mit gasförmiger Salzsäure. Das Sägemehl wird vor seiner Einfüllung in den Mischapparat A scharf vorgetrocknet.
Der Mischapparat A besteht aus drei zick- zackförmig übereinander angeordneten, durch Rohrbogen miteinander verbundenen Röhren ja-, 1b, 1e, aus säurebeständigem Material, z. B. aus Steingut. Jedes dieser Mischrohre birgt eine Förderschnecke \?, welche das Säge mehl unter stetem Umrühren durch das be treffende Rohr hindurchbefördert. Auf das freie Ende des Rohres Ja ist ein Einfüll- triehter 3 mit Rührschnecke 4 aufgesetzt zur Aufnahme des vorgetrockneten Sägemehls.
Auf der Oberseite eines jeden Rohres ja, 1b, 1e ist ein seiner Länge nach sich erstrecken der Stutzen 5 angeschlossen, in welchen eine durchlochte Röhre 6 aus ebenfalls säure festem Material hineinreicht.
Das Rohr 6 des Mischzylinders la ist mit einam nicht gezeigten Behälter für konzen trierte 40 %ige Salzsäure verbunden, so dass das Sägemehl während seiner Beförderung durch Rohr la auf der ganzen Länge mit dieser Säure durchtränkt wird. Der Zufluss derselben wird der Menge des eingefüllten Sägemehls entsprechend geregelt.
Die im Rohrstutzen 5 der Mischrohre 1b, 1e, befind.- liehen Röhren sind an eine gleichfalls nicht gezeigte Erzeugungsstelle für gasförmige Salzsäure angeschlossen, zum Zweck, die das Sägemehl durchtränkende Salzsäure zu über sättigen.
Bei dieser Konzentration wird die Hydratisierung des Zellstoffes des -Holzes in die Wege geleitet, wobei dieser bei seiner Weiterbeförderung immer mehr zusammen sinkt und an Raumausdehnung einbüsst., so dass das für den zweiten Vorgang des Ver fahrens benützte Digeriergefäss wesentlich kleiner gewählt werden kann, als es der Menge des in den Einfülltrichter 3 einge brachten Sägemehls entspricht. Während des ganzen Mischvorganges werden die Misch rohre 1a, 1b, <B>Je</B> auf ihrer Aussenseite mit kaltem Wasser berieselt oder auf andere Weise abgekühlt, um die behandelte Masse auf einer niedrigen Temperatur zu halten.
Dabei wird einerseits die in einer gegebenen Zeit in den Trichter 3 eingefüllte Masse, und anderseits der lichte Raum zwischen Förder- sehnecke und Wand des h1ischrohres zweck- n 'issig so bemessen, dass immer nur eine dünne Schicht der Masse zur Behandlung und Durchtränkung im Mischapparat gelangt.
Durch den Ventilstutzen 7 hindurch ge langt nunmehr das mit übersättigter Salz säure durchtränkte Sägemehl in den Dige-- rierapparat B aus säurefestem Material. In diesem wird der ITolzstoff in ein Gemisch von Kohlehydraten, welcher unter anderem auch Dextrin und Glukose enthält, über geführt. ' Der geschlossene Kasten 8 des Digerier- apparates B enthält eine Anzahl übereinan der angeordneter, aber zueinander versetzter, auf Rollen 9 laufender, endloser Bänder 10a bis 10f. Durch das verschliessbare Ventil des Ventilstutzens 7 gelangt die übersättigte Masse auf das Band 10a.
Da letzteres sich in der Richtung des Pfeils bewegt, wird die Masse mitgenommen und gelangt bei 11 von Band 10a auf Band 10b und so fort, bis zur abschliessbaren Austrittsöffnung 13. Die Be wegung der Bänder 10a bis 10f wird so ge regelt, dass die Masse so lange im Digerier- appara.t B verbleibt, bis die 'Umwandlung der Zellulose in lösliche Kohlehydrate vollen det ist. Hierauf gelangt die Masse durch das auto matische Schliessventil 13 hindurch in den der Wiedergewinnung der Salzsäure dienenden Apparat C.
Dieser besteht aus einem senk recht stehenden Zylinder 14 aus säurefestem Material und ist widerstandsfähig gegen äussern Druck. Zylinder 14 enthält eine An zahl übereinander angeordneter Platten 15a bis 159, gleichfalls aus säurefestem Material.
Die Platten 15a bis 159 sind hohl und für eine Warmwasser- oder Luftheizung ein gerichtet, wobei das Wasser oder die warme :Luft durch ein Rohr 17 zugeführt und durch ein Rohr<B>1.6</B> abgeleitet wird. Die Platte 15a besitzt in der Xitte eine Öffnung 18 und am äussern Umfang einen nach oben vorspringen den Rand 19. Die nächstfolgende Platte 15b hat einen kleineren Durchmesser als 15a, be sitzt keinen vorspringenden Rand und in der Mitte auch keine Öffnung wie die erste Platte.
Die Platte 15c ist wieder wie Platte 15a gestaltet und so wechseln weiter die Plat ten miteinander ab. Über jeder dieser Platten 15e bis<B>159</B> streichen an einem Doppelarm 20 gegeneinander versetzte Schaber 21. Die Doppelarme 20 sind an einer in der Mittel achse des Kastens 14 gelagerten, senkrechten Welle 22 befestigt, welche durch ein am Bo den des Kastens angeordnetes Zahngetriebe 23 angetrieben wird.
Die Schaber 21 sind der art zur Drehrichtung der Arme geneigt, dass die durch das Ventil 13 in den Kasten ge langende Masse in dünner Schicht auf den ungeradzahligen Platten der Öffnung 18 und auf den geradzahligen Platten dem äussern Rande zugeführt wird, wobei sie von einer Platte auf die zunächst darunter befindliche fällt und so fort, bis sie in den Ä.ustritts- stutzen 24 gelangt, der mit einem zweiten nicht gezeichneten Apparat von ähnlicher Be schaffenheit wie Apparat C in Verbindung steht.
In diesem Apparat wird die Masse, wie oben erwähnt, einer höheren Temperatur und einem höheren Vakuum unterworfen als in C, um möglichst alle Säure zu entfernen. Von diesem Apparat gelangt die Masse in einen ebenfalls nicht dargestellten Sammel- behälter, wo sie zurr Äusziehung der gebilde- ten Kohlenhydrate mit Wasser behandelt und zu r Überführung derselben in Glukose ge kocht wird.
Die sich beim Übergang der Masse über die er@v@irmten Platten des Apparates C ent- wickelnde salzsauren Dämpfe werden durch den Stutzen 25 abgezogen und die wieder gewonnene Salzsäure wird wieder dem Be- hälier zugeführt., aus welchem das durch lochte Rohr 6 mit Salzsäure gespeist wird.
Die Behandlung und Verwertung der zellulosehaltigen Masse und die Wieder- geWinnung der Salzsäure erfolgt demnach, wie beschrieben, ununterbrochen.
Die Ausbildung der Anlage könnte auch in anderer Weise erfolgen, so könnte zum Beispiel statt des beschriebenen Digerier- apparates mit Förderbändern 10a bis<B>101</B> ein dem Apparat C ähnlicher Digerierapparat; aber ohne Heizvorrichtung, benützt werden.
Das beschriebene Verfahren bietet den bisher bekannten Verfahren gegenüber den Vorteil, dass infolge der Verwendung von stark vorgetrocknetem Rohmaterial an gas förmiger Salzsäure für die Übersättigung ge"part wird. Sowohl die gasförmige, als die 10 9ige wässerige Säure werden in der glei chen Form, wie sie bei Beginn des Verfah rens verwendet wurden, wiedergewonnen und können demnach sofort wieder verwendet werden.
Bei Verwendung von Sägemehl als Roh material behält die Reaktionsmasse während des ganzen Verfahrens ihre ursprüngliche pulverförmige, lockere Beschaffenheit bei, wird nicht teigartig und ballt nicht zu FLlum- p#in zusammen. Dank dieser Beschaffenheit ist auch die nahezu vollständige Wieder- mcw innung der Salzsäure möglich.
Das Verfahren kann von Anfang bis Ende, d. h. von der Behandlung der Aus- gangsstoffe, mit Salzsäure bis zur Gärung der erhaltenen Zuckerlösung in ununter brochenem Betriebe ausgeführt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Überführung von Zellulose und zellulosehaltigen Stoffen in für indu- strielle Zwecke verwendbare Glukose durch Behandeln der Stoffe mit flüssiger 40 \oiger und Übersättigen mit gasförmiger Salzsäure, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohstoffe erst nach vorausgehender scharfer Trocknung unter Abkühlung im geschlossenen Gefäss in dünner Schicht mit der flüssigen Salzsäure fremischt und gleichzeitig mit gasförmiger Salzsäure übersättigt werden,worauf man die erhaltene Masse in dünnen Schichten bei 1-2 bis 50 C digeriert und daraus nach der Wiedergewinnung der Salzsäure die gebilde ten Kohlehydrate auszieht und den Auszug zwecks vollständiger Umwandlung dieser Kohlehydrate in Glukose erhitzt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man 10 Ge wichtsteile der vorgetrockneten Stoffe mit 7 bis 11 Gewichtsteilen 40 %iger Salz säure vermischt und hierbei gleichzeitig unter Abkühlen mit 1 % bis 21%2 Gewichts teilen gasförmiger Salzsäure behandelt. 2.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, da.ss das Verfahren von der Befeuchtung der Zellulose mit Salzsäure bis zur Gewinnung der Dextrin- und Zuckerlösung einschliesslich der Wie dergewinnung der Salzsäure in ununter brochenem Betriebe durchgeführt wird.PATENTANSPRUCH II: Anlage zur ununterbrochenen Ausführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, ge kennzeichnet durch einen Apparat zum Mi schen und Sättigen des vorgetrockneten Roh materials mit flüssiger und gasförmiger Salz säure, einen Apparat zum Digerieren der mit Salzsäure gesättigten Masse und einen Ap parat zum Wiedergewinnen der Salzsäure. UNTERANSPRüCHE 3.Anlag nach Patentanspruch II, in wel cher der Apparat zum Mischen und Sätti gen des vorgetrockneten Rohmaterials mit flüssiger und gasförmiger Salzsäure aus mit Rührschnecken und Kühlvorrichtungen ausgestatteten Mischzylindern besteht und dadurch gekennzeichnet ist, daB Röhren 6 zur gleichzeitigen, aber getrennten Ein führung von flüssiger und gasförmiger Salzsäure vorhanden sind. 4.Anlage nach Patentanspruch II, in wel cher der Apparat zum Digerieren der mit Salzsäure gesättigten Masse durch einen Behälter B gekennzeichnet ist, der mit einer Reihe beweglicher Bänder 10a bis 10f versehen ist, mit deren Hilfe das Gut all mählich bis zur Vollendung der Verzucke rung durch den Apparat hindurchgeführt wird. 5.Anlage nach Patentanspruch II, in wel cher der Apparat zum Wiedergewinnen der Salzsäure durch einen Behälter C ge kennzeichnet ist, in dem hohle, durch war mes Wasser oder Luft heizbare und ab wechselnd in der Mitte und am Umfange Durchtrittsöffnungen für das Gut besit zende Platten 15a bis 15<B>9</B> angeordnet sind, über die das Gut durch unter einem ent sprechenden Winkel zum Plattendurch messer stehende Schaber hinweggeführt wird.
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|---|---|---|---|---|
| EP0143490A3 (en) * | 1983-11-22 | 1986-10-15 | Shell Internationale Research Maatschappij B.V. | Process for the preparation of oligosaccharides-containing products from biomass, oligosaccharides-containing products and their use |
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1921
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