Vorrichtung zur Ausübung von Drücken. Die Erfindung bezie'_it sich auf eine Vor richtung zur Ausübung von Drücken, bei -welcher der Druckkörper, bevor er den zu drückenden Körper berührt. einen Leerweg durchlaufen muss. Derartige Vorrichtungen sind Bremsen, Pressmaschinen, Schalter für grosse Stromstärken usw.
Bei allein diesen Vorrichtungen ist es erwünscht, einersei@:s die Dauer des Leerweges des Druckkörpers mög lichst zu verkürzen, anderseits aber wesent liche Überschreitungen des beabsichtit^n Druckes infolge der Massenwirkung schwerer Teile der Vorrichten,, zu verhindern.
Bisher bestand eine wesentliche Schwierigkeit darin; dass, wenn man das Durchlaufen des Leer weges mit der wünschenswerten Geschwin digkeit stattfinden liess, im Augenblick des Auftreffens des Druckkörpers auf den zu drückenden Körper den beabsiehtigteii Druck wesentlich überschreitende Massenkräfte, durch rotierende Motorteile oder fallende Ge wichte hervorgerufen, wirksam wurden.
Nach der Erfindung dient zur Bewegung des Druckkörpers ein Differentialgetriebe mit zwei Treibkraftangriffsorganen, von denen nur- das eine mit einer grossen Masse verbun den ist.
Die Zeichnung veranschaulicht zehn Aus führungsbeispiele der Erfindung, die sich sämtlich auf Bremsen beziehen.
In Fig. 1 dient ein Hebel als Differential getriebe. In Fig. 2 wirkt eine stark steigende . Spindel, die sich sowohl dre'_ien als achsial verschieben kann, als Differentialgetriebe. In Fig. 3 bildet ein Planetengetriebe das Differentialgetriebe, während in Fig. 4 wie der ein Hebel als Differentialgetriebe dient. In allen Fig. 1 bis 4 wirken an den Treib- kraftangrifforganen Kräfte, die von getrenn ten Motoren erzeugt sind.
Bei den Ausführungsformen nach Fig. 5 bis 7 wird eine bei jedem Anlegen der Bremsklötze einen bestimmten Weg durch laufende Ursprungskraft in die auf die Treibkraftangriffsorgane des Differential getriebes einwirkenden Kräfte zerlegt.
Bei den Ausführungen nach Fig. 8 und 9 wird lediglich der Weg der Ursprungskraft, also der treibenden Kraft eines Motors, zer legt.
In Fig. 10 ist zwischen dem Motor und dem Differentialgetriebe ein als Wegzerleger wirkendes Planetengetriebe eingeschaltet.
In Fig. 1 ist der Hauptbremshebel 1 einer Fördermaschine durch ein Zwischenglied mit dem Bolzen 2 an dem einen Ende eines Hebels 2 verbunden. Der Bolzen 2 bildet hier das Glied, welches zur Übertragung einer ihm erteilten Bewegung auf einen oder mehrere Druckkörper, z. B. Bremsklötze, dient. Durch einen Bolzen 8 ist der Hebel 2 mit der Stange eines Kolbens 5 verbunden, der sich in. einem Zylinder 5' achsial ver schieben kann, während ein Bolzen 14 zur Verbindung des Hebels 2 mit der Stange 14' eines Gewichtes 3 dient. Am obern Ende der Stange 14' ist ein Haken vorgesehen, der mit einem Haken 4 in Eingriff ist, der mittelst eines Handhebels um einen festen Zapfen gedreht werden kann.
Der Haken 4 ist mit einem Hebel 4' fest verbunden, der seinerseits gelenkig mit einer Stange 17 ver bunden ist, deren unteres Ende einen langen Schlitz 18 hat. In diesem Schlitz greift ein Zapfen ein, der an dem Handhebel 17' eines Dreiwegehahnes 15 befestigt ist.
Sobald der Haken 4 mittelst eines Hand griffes so viel gedreht wird, dass er mit dem Haken der Stange 14' ausser Eingriff kommt, wird der Hebel 17' so gedreht, dass durch das Rohr 15' zugeleitete Druckflüssigkeit oder Druckluft unter den Kolben 5 treten kann. Da gleichzeitig aber auch das Gewicht 3 fällt, so bewegen sich. die beiden Bolzen 8 und 14 in entgegengesetzten Richtungen. das heisst Bolzen 8 aufwärts und Bolzen 1.4 abwärts, und die Folge ist, dass der Hebel sich um einen ideellen Punkt dreht, der zwi schen den Bolzen 8 und 14 liegt. Der Bol zen 2 , von welchem aus die Bewegung des Hebels 2 auf den Hauptbremshebel 1 übertra gen wird, macht nun eine Aufwärtsbewegung.
Die strichpunktierten Mittellinien I und 1I lassen den Unterschied zwischen der An fangslage und der schliesslich erreichten. Lage des Hebels 2 erkennen, Sobald die Bremsklötze gegen die Brems scheiben anliegen, kann das ganze Gestänge nur noch so viel Bewegung ausführen, als ihm seine eigene Elastizität und eventuell die Elastizität des Druckmittels, welches sich unter dem Kolben 5 befindet, gestattet. Es ist ersichtlich, dass, während der Bolzen 2 um die Strecke S' steigt, der Bolzen 14 um die Strecke<I>H</I> sinkt. Strecke<I>H</I> ist beträcht lich kleiner als die Strecke H', um welche das Gewicht 3 fallen müsste, wenn der Bol zen 2 den Weg S durchlaufen würde, der Bolzen 3 aber im Raume feststände.
Durch die gleichmässige Wirkung .des Gewichtes 3 und des Kolbens 5 wird also im Vergleich mit alleiniger Wirkung des Gewichtes er reicht, dass das Gewicht 3 um ein wesentlich geringeres Mass fällt, also auch eine wesent lich geringere lebendige Kraft aufnimmt als im Falle des Fehlens oder Stillstandes des Kolbens 5, ferner die Bremsklötze wesent lich rascher den Leerweg bis zur Anlage gegen die Bremsscheibe durchlaufen, und dass s c 'hliesslich trotz der gleichzeitigen Wirkung n zweier Kräfte, nämlich des Gewichtes 3 und der auf den Kolben 5 einwirkenden Kraft,
der Bremsdrucl: nicht grösser werden kann, als er bei alleiniger Wirkung des Gewichtes 3 oder, wenn dieses noch durch den Haken 4 unterstützt ist, bei alleiniger Wirkung des Kolbens 5 werden könnte.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Bolzen 2 dasjenige Glied, welches während des Anlegens der Bremsklötze in derselben Richtung bewegt wird, sowohl wenn beide, als auch wenn nur ein Treibkraftangriffs- organ, zum Beispiel nur das Gewicht oder nur der Motor 5', 5 auf den Hebel 2 ein wirkt. \-' Der Hebel 2 kann auch ausschliesslich durch die einen Motor bildende Vorrichtung 5', 5 beweg$ werden, nämlich, wenn die Bremsklötze bei eingeklinkt bleibendem Ge wicht 3 angelegt werden sollen. Dann dient das Gewicht 3 als Reserve für den Fall, dass der Motor 5', 5 versagt.
Das Arbeiten mit dem Motor 5', 5 wird dadurch möglich, dass die Stange 17 den Schlitz 18 hat, der eine hinreichende Drehung des Handhebels 17' gestattet.
In Fig. 2 werden die beiden an dem Differentialgetriebe wirkenden Kräfte durch ein Gewicht 3 und einen Motor 19 erzeugt. Als Differentialgetriebe, an welchem diese beiden Kräfte angreifen, wird hier eine Ge windespindel 2 verwendet; ihre Mutter 22 ist ein Glied, welches beim Anlegen der Bremsklötze sich sowohl bei Tätigkeit einer, als auch beider das Differentialgetriebe an treibenden motorischen Kräfte in derselben Richtung bewegt. Die Spindel 2, an deren unterem Ende das Gewicht 3, durch ein Ku gellager gestützt, hängt, wird durch die mit Rollen versehenen Klinken 4 getragen, solange das Gewicht nicht zur Erzeugung einer Bremswirkung in Tätigkeit treten soll.
Der obere, gewindelose Teil der Spindel 2 geht durch ein achsial unverschiebbares Ke gelrad hindurch, in welches ein auf der Achse des Motors 19 sitzendes Kegelrad ein greift. Das achsial unverschiebbare Kegelrad ist durch Federkeil und: Nut mit der Spindel 2 gekuppelt. Werden die miteinander gekup- pelten Klinken 4 gleichzeitig mit dem An lassen des Motors 19 ausser Eingriff mit einem an -der Spindel 2 festsitzenden Bund 22 gebracht, so wird der Spindel 2 durch das fallende Gewicht eine achsial gerichtete Ab wärtsbewegung und ausserdem durch den Motor 19 eine Drehbewegung erteilt.
Die Ge schwindigkeit, mit der die Mutter 22 sich abwärts bewegt, ist also grösser als die Ge schwindigkeit, welche die Mutter ohne Dre hung der Spindel, also durch das fallende Gewicht allein, erlangen könnte. Es ist auch ersichtlich, dass, je grösser .der durch die Dreh bewegung der Spindel hervorgerufene Anteil an der Abwärtsbewegung der Mutter ist, um so kleiner die Fallhöhe des Gewichtes sein wird. Auch bei dieser Ausführung wird der Leergang des Gestänges wesentlich rascher, als es durch die Wirkung des Gewichtes oder des Motors allein möglich wäre, durchlaufen.
Anderseits kann der Bremsdruck nicht die Grösse überschreiten, die durch- die Grösse des Gewichtes 3 vorgeschrieben ist: Der 'Motor 19 kann dazu verwendet werden, das Ge wicht 3 wieder in die Anfangsstellung hin aufzuheben, wenn die Bremse gelöst werden soll. Sobald das Gewicht genügend gehoben ist und die Klinken 4 unter den Bund 22 der Spindel greifen, kann der Motor um gesteuert werden, so dass die Mutter 22 wie der aufwärts wandert und das Brems gestänge in die in der Zeichnung dargestellte Anfangslage zurückgeht.
Es ist ferner ersichtlich, dass, während die Klinken 4 im Eingriff bleiben, der Mo tor 1'9 allein mittelst der Spindel 2 zum Manövrieren mit der Bremse benutzt werden kann.
Die Spindel 2 kann selbsthemmend, aber auch stark steigend sein. Wenn die Spindel selbsthemmend ist, so kann das Gewicht nach dem Lösen der Klinken 4 den Bremsdruck ausüben, ohne dass der Motor 19 eingeschaltet ist. Wenn dagegen die Spindel nicht selbst hemmend ist, so muss bei nicht eingeschalte tem Motor das durch das Bremsgewicht 3 erzeugte, auf Drehen der Spindel hinwirkende Moment durch eine Hemmvorrichtung auf genommen werden; zum Beispiel kann, wenn die beiden Klinken 4 ausser Eingriff mit dem Bund 2\ der Spindel gebracht werden, durch ein gleichzeitig mitbewegtes Gestänge 21 eine Klinke 20 zum Eingriff in ein Zahnrad auf .der Motorwelle gebracht werden.
Die Anordnung nach Fig. 2 wird ebenso zweckmässig für die Bewegung von Schal tern verwendet. Auch bei diesen ist häufig die Forderung gestellt, sie durch einen Mo tor, aber auch rasch durch eine andere Hilfs kraft, etwa ein Gewicht oder eine Feder, be tätigen zu können. Dabei soll der Motor bei geschlossenem Schalter im gleichen Sinne wie diese andere Kraft wirken, das heisst bei entsprechender Verstärkung seines Dreh momentes, zum Beispiel durch Zufuhr eines stärkeren Stromes, die andere Kraft wieder spannen und dadurch zu erneuter .--Arbeits- bewegung vorbereiten.
Wird bei einer allgemein der Fig. 2 ent sprechenden Anordnung der Motor, nachdem er die andere Kraft gespannt hat, für ent- gegengesetzten Drehsinn geschaltet, um nun auch - das Betätigungsgestänge, zum Beispiel das Bremsgestänge oder den beweglichen Schalterteil, wieder in die unwirksame Lage zurückzubringen, so soll diese Schaltung des Motors so lange auf das Gestänge unwirk sam bleiben, als die Ursache, welche die Aus lösung der einen oder beider an den Treib- luaftangriffsorganen des Differentialgetri@- bes wirkenden Kräfte bewirkte, noch nicht behoben ist.
Dies ist bei den Anordnungen nach Fig. 1 und 2 der Fall, da erst, nachdem die Auslöseursache behoben ist und dem gemäss die Klinken 4 wieder das Gewicht bezw. die Spindel 2 in der obern Lage stüt zen, die Rückbewegung des Kolbens 5 in Fig. 1 bezw. des Motors 19 in Fig. 2 eine Rückbewegung des Gestänges 1, 2 zur Folge haben kann;
denn wenn die Riickbewegung von 5 bezw. die Rückdrehung von 19 ohne Einrückung der Klinken 4 erfolgt, so findet das Bremsgewicht bei Fig. 1 lediglich an dem Kolben 5 und bei Fig. 2 an der Mutter 22 seine Stütze, und die Folge ist, dass die Bremse angezogen bleibt.
Die Anordnung ist besonders wichtig bei Bremsen für Förder maschinen, weil bei diesen das Bremsgewicht nur dann in der höchsten Stellung, also ge gen das Sinken gesperrt, sein darf, wenn der Manövriermotor durch den Führer bewusst ausgeschaltet worden ist, der Führer also, bevor er den Manövriermotor ausschaltete, die Ursache für die Auslösung des Gewichtes beseitigte. Ist die Auslöseursache nicht be seitigt, so hält das Gewicht 3 die Bremse ge schlossen, trotzdem der Führer den Ma- növriermotor auf "Lösen" gestellt hat.
Gegenüber der bekannten Einrichtung, bei ivelcber das Bremsgewicht und der Manövrier motor getrennt an dem Haupthebel 1 angrei fen, wird der Vorteil erreicht, dass keine Summierung von Bremskräften stattfinden kann, also auch nicht die Gefahr einer Über schreitung des zulässigen Bremsdruckes be steht. Als weiterer wichtiger Vorteil kommt hinzu, dass das Gewicht 3 durch den Motor, mittelst dessen mit der Bremse manövriert wird, auch gehoben werden kann, also beson- dere Anhubvorrichtungen für das Gewicht 3 entbehrlich sind.
Da ivührend des Anhebens des Gewichtes ä durch den -Motor, die Bremse ohne Verminderung des Bremsdruckes ge schlossen bleibt, sind ferner allo Verriege- lungsv orrichtungen zwischen den beiden Bremsmotoren, nämlich dem Gewicht 3 einer seits und dem Zylinder mit dem Kolben 5 oder dem Motor 19 anderseits, überflüssig. Die Bremse wird also nicht nur in der Her stellung billiger und in ihrer Arbeitsweise sicherer,
sondern auch das Zurückführen des Bremsgewichtes 3 in die Bereitschaftsstel lung geschieht schneller und wirtschaft licher.
In Fig. 3 ist eine Anordnung dargestellt, die in ihrer Wirkung vollkommen derjenigen nach F'ig. 1 und 2 entspricht.
Hier wird jedoch als Differentialgetriebe ein Planetengetriebe benutzt. Der Träger der Planetenräder 2 ist als Trommel für ein Seil ausgebildet, an dem das Gewicht 3 hängt. Das Zentralrad des Planetengetriebes sitz+ auf der 3.#relle eines Motors, der in der Figur durch eine Handkurbel 19 angedeutet ist. Das innen verzahnte Ringrad des Planeten getriebes sitzt fest auf einer Welle 23, auf der die Scheibe zum Aufwickeln des an dem Bremsgestänge angreifenden Seils befestigt ist.
Wenn die Sperrung -1 ausgelöst ist und auch der Motor 19 im Sinne des Anziehens der Bremse umläuft, so ergibt sich die Dreh- beweg,ung der Welle 23 als Summe der Be wegungen des Gewiolites 3 und des Motors 19; es wird also ein sehr rascher Schluss der Bremse erreicht. Der Motor 19 und der Pla- netenradträger laufen dabei unter sieh in der entgegengesetzten R.ichtune um.
Auch bei diesem Ausführunzsbeispiel ist mit der Aus- lösevorrichtung 4 eine Klinke 20 verbunden. die ein Zuriichdrehen des Motors verhindert. wenn diesem wiilirend des Fallens des Cre- @vichtes 3 keine Energie zugeführt wird.
In Fig. 4 ist eine Vorrichtung zur Er zeugung von Drücken dargestellt, bei wel cher zwei Elektromotoren auf einen als Dif ferentialgetriebe wirkenden Hebel arbeiten, um eine schnelle Schliessbewegung zu er- zielen. Der eine, $5, dieser -Motoren arbeitet mit hoher Umlaufszahl und kleinem. Dreh moment, während der andere, 28, mit kleiner Umlaufszahl und hohem Drehmoment ar- beitet.-Beide Motoren können bei dem dar gestellten Ausführungsbeispiel gleichzeitig mittelst Handhebels 24 gesteuert werden.
Man kann natürlich auch voneinander un abhängige Schalter vorsehen, um mit dem einen Motor, zum Beispiel 25, manövrieren zu können; während der andere stillsteht. Der. Motor 25 treibt eine Spindel 26, deren Mutter 27 an .dem als Differentialgetriebe wirkenden Hebel 2 angreift. Der zweite Ho- tor 28 arbeitet unmittelbar auf das Zahn segment 29 des Hebels 2. Den überwiegen den Teil der Schnellschlussbewegung liefert der Motor 25, den Rest der Motor 28.
Die Massenwirkungen des Motors 28 werden dann klein; dieser Motor bestimmt daher liaupt- säAlich die Grösse des auszuübenden Druk- kes, zum Beispiel Bremsdruckes. Da dem Motor 28 bei jeder durch die Massenwirkun gen des Motors 25 hervorgebrachten Steige rung des Pressdruckes ein Drehmoment ent gegenwirkt, das grösser ist als das von ihm selbst erzeugte, so wird er, 28, durch selbst tätige Rückwärtsdrehung jede Überbeanspru chung der Vorrichtung verhüten.
Wenn die durch den Motor 25 angetriebene Schraube eine kleine Steigung hat, so. kann dieser Motor klein sein, da er nicht .durch sein eigenes Drehmoment .den durch den Motor 28 verursachten Rückdruck auf die Mutter 27 aufzunehmen hat. Bei Eintritt eines bestimm ten axialen Rückdruckes der Mutter 27 auf die Spindel 26 kann ein Magnet oder eine andere Vorrichtung eingeschaltet werden, die den Motor 25 bremst. , Man kann auch die Mutter 27 bis zu einem festen Anschlag laufen lassen, der an nähernd der Schlussstellung des Presskörpers, zum Beispiel der Bremsbacken, entspricht.
Dann muss durch eine nachgiebige Kupphin7, zum Beispiel wie in Fig. 4 angedeutet, zwi schen Motor und Spindel dafür gesorgt sein, dass mindestens den umlaufenden Massen, denen erhebliche kinetische Energie inne- wohnt, ein genügender Auslaufweg ver bleibt.
Während bei den vorstehend beschriebe nen Ausführungsbeispielen zum,' Antriebe jedes der beiden Treibkraftängriffsorgane des Differentialgetriebes ein besonderer Mo tor diente, findet bei den folgenden Ausfüh rungsbeispielen eine Zerlegung einer Ur sprungskraft oder des Weges einer solchen Kraft derart statt, dass eben so viele geson derte Kräfte entstehen, als das Differential getriebe Treibkraftangriffsorgane hat. In Fig. 5 findet die Zerlegung einer Ur sprungskraft in zwei einzelne Kräfte statt. Diese Ursprungskraft wird durch ein Ge wicht 3 gebildet. Nach dem Ausheben der Klinke 4 bewegt das Gewicht 3 einen Kol ben 30' in einem Zylinder 30 abwärts.
Eine Leitung 302 gestattet, Flüssigkeiten aus die sem Zylinder 30 unter den Kolben 5, der sich in dem Zylinder 5' auf- und abbewegen kann, zu treiben. Der Bolzen 8 bildet das Treibkraftantriebsorgan für die auf den Kol ben 5 einwirkende Kraft an dem Hebel 2. Der Bolzen 8 wird gleichzeitig mit .dem Sin ken des Treibkraftantriebsorganes 14 des Gewichtes 3 gehoben, also ein schnelles An legen der Bremsbacken erreicht. Die Auf wärtsbewegung des Treibkraftangriffsorganes B. ist um so grösser und erfolgt um so schneller, je grösser der Querschnitt des vom Gewicht 3 bewegten Kolbens gegenüber dem des Kolbens 5 ist.
Das Ventil 33 dient als Sicherheitsventil zum Ausgleich der leben digen, dem Gericht 3 im Augenblick des Anschlagens der Bremsklötze B an die Scheibe D innewohnenden Kraft. Tiber dem Kolben 30' ist so viel freier Raum, dass der Druck über ihm durch die von dem Ventil 33 hindurchgelassene Flüssigkeit nicht merk lich gesteigert werden kann.
Das Ventil 33 darf in beliebigem Masse und auch vollstän dig entlastet werden, um den am Bolzen 14 entstehenden Drück, geäebenenfalls bis zur Grösse des Gewichtes der Masse 3; zu ver grössern, wenn in der Verbindungsleitung<B>30'</B> ein Rückschlagventil 31 angeordnet ist, wel- ches ein unbeabsichtiges Zurückströmen der Flüssigkeit aus dem Zylinder 5' verhütet.
Wenn das Gewicht 3, nachdem es beim Fallen zum Stillstand gekommen ist, infolge der Federung des Gestänges wieder etwas steigt, gestattet das selbsttätige Rückschlag ventil 12 das Zurückströmen von Flüssigkeit unter den Kolben 30'.
Um das Gestänge wieder in die Anfangs stellung zurückbringen zu können, ist eine Wiedereröffnung der während der Ausübung des Pressdruckes geschlossenen Verbindung zwischen den beiden Flüssigkeitszylindern 5' und 30 erforderlich. Dies kann durch Üff- nen des Ventils 31 oder durch einen beson- cleren Umlaufhahn 34 bewerkstelligt wer den; der letztere kann zum Beispiel durch ein Gestänge 35 entsprechend bewegt werden, sobald -das Bremsgewicht 3 angehoben wird.
Der Rückfluss der etwa oberhalb des Kol bens 30' im Zylinder 30 befindlichen Flüs sigkeit kann durch Abheben des Ventils 33 von seinem Sitz mittelst des in der Figur an gedeuteten Handhebels ermöglicht werden.
Sobald eine Klinke 4 zwecks Anziehens der Bremse gelöst wird, erfolgt eine Dre- lcang des Gestänges 35 im Sinne des Schlie ssens des Hahnes 34.
Die Anordnung nach Fig. 5 kann, ä .hn- lich wie die nach Fig. 2, mit einem 1Za- nö v riermotor, hier mit 36 bezeichnet, versehen sein, mittelst dessen das Gestänge 1, 2, wäh rend sich das Gewicht 3 in der durch die Klinke 4 vorgeschriebenen Höchststellung befindet, bewegt werden kann. Die Steuerung dieses Manövriermotors erfolgt durch den Hebel 37.
Bei der Ausführung nach Fig. 6 findet ebenfalls eine Zerlegung einer ursprünglichen motorischen Kraft statt. Die Fallbewegung des Gewichtes 3 wird durch ein Zahnräder getriebe 38, 38' auf die selbsthemmende Spin del 39 übertragen, die den Hebel 2 mittelst des Bolzens 8 nach oben bewegt. Die Spin del 39 wird durch eine Feder 40 unterstützt, kann sich also etwas achsial verschieben. Bei dieser Verschiebung gleitet die Spindel in dem zu ihr konzentrischen Rade 38'.
Beim Eintritt eines gewissen Bremsdruckes und damit einer gewissen Zusammenpressung der Feder 40 öffnet die Spindel 39 mittelst des Gestänges 41, 42 die Kupplung 43, so dass nunmehr der Bolzen 8 feststeht und das Ge wicht 3 mittelst des Hebels 2 lediglich die Bremsklötze anpresst. Die Spindel 39 dient auch, während das Gewicht 3 von einer Klinke getragen wird, zum Manövrieren mit der Bremse, wobei sie durch den Motor 44 gedreht wird. Bei Ingangsetzung des Motors 44 mittelst des Hebels 47 wird ein Elektro magnet 45 erregt, der die Kupplung 13 aus rückt und dadurch eine freie Bewegung der Spindel 39 ermöglicht.
Auch hier dient der Manövricrmotor 44 zum Heben des Gewichtes 3, wobei jedoch die Kupplung 43 eingerückt sein muss.
Auch in Fig. 7 findet eine Kraftzerlegung statt. Bei seiner Bewegung in Richtung des eingezeichneten Pfeils nimmt der Hebel 60 den Körper 60' mit, in dem die Achse 78 des Zahnsektors 76 drehbar ruht. Der Ein griff einer mit dem Zahnsektor verbundenen Rolle 77 in den Ausschnitt eines nachgiebig gelagerten Hebels hat zur Folge, dass der Sektor bei der Bewegung des Hebels 60 ausser seiner Ortsänderung auch noch eine Dreh bewegung ausführt. Diese wird mit Hilfe des Zahnrades 79 auf die Mutter 80 über tragen, die auf .die Spindel 81 geschraubt ist und die sie nun in sich hineinzieht.
Bei der Ausführung nach Fig. 8 findet lediglich eine Zerlegung des Weges der mo torischen Ursprungskraft statt. Bei dem zum Antrieb des Differentialgetriebes dienenden Motor sind der induzierte Teil 82, der die Schraubenspindel 83 drehen kann, und der induzierende Teil<B>187</B> der über den gekreuz ten Seiltrieb 84 und das Zahnradgetriebe 85 an dem Zahnsektor 86 des Hebels \? angreift, drehbar gelagert. Bis zur Erzeugung eines bestimmten Bremsdruckes arbeiten beide Be wegungsübertragungen gleichzeitig.
Dann ist die Feder 87. die zunächst allein den Achsial- druck der Spindel 83 aufnimmt, so viel zu sammengepresst, dass die'Bremse 88 zur Wir- kung kommt und die Spindel und damit den Rotor82@ an der Drehung hindert. Die Regelung des Bremsdruckes kann in einfacher Weise mit Hilfe des Motorreglers 89 geschehen.
Auch hier sind, ähnlich wie in Fig. 4, .die Massenwirkungen auf ein unschädliches Mass vermindert, da der Schnellschluss der Bremse grösstenteils durch den Rotor 82 mit der Spindel 83 herbeigeführt. wird und der den Bremsdruck ausübende, wesentlich schwerere Motorteil 1.87 nur geringe Bewegungen voll führt.
Eine Bauart, bei der ebenfalls reine Weg zerlegung stattfindet, veranschaulicht Fig. 9. Auch hier sind der induzierende und der in duzierte Teil des Antriebsmotors drehbar ge lagert. Der erstere Teil 90 ist mit der Mut ter 91, der zweite Teil 92 mit der Spindel 93 verbunden. Die Drehbewegungen beider sum mieren sich an dem Gestänge 94, das mit dem Hebel 1 verbunden ist.
Bei der Ausführung nach Fig. 10 wird die Bewegung eines Motors 110 mittelst eines Planetengetriebes 2' in zwei Einzelwege zer legt. Die auf diesen Wegen auftretenden Kräfte werden, passend umgeformt, auf die Treibkraftantriebsorgane des Differmitial- getriebes 2 übertragen.
Das Ringrad des Planetengetriebes bildet zugleich ein Kettenrad. welches - durch die Kette 111 mit dem Kettenrade 112 gekup pelt ist. Auf der Welle des Kettenrades 112 sitzt ein kleines Kegelrad<B>113,</B> welches in ein grosses Kegelrad 114 hineingreift. Auf der Welle<B>123</B> dieses Kegelrades sitzt das Stirn rad 115, welches in einen Zahnsektor 116 an dem Hebel 2 eingreift. Der Hebel 2 ist im obern Teil als Gabel ausgebildet, die durch Glieder 117 mit einer Mutter 118 gekuppelt ist, die auf der stark steigenden Schraube 83 sitzt. Auf der Welle dieser Schraube sitzt der Stern 119, der die Planetenräder trägt. Ein auf der Motorwelle sitzendes kleines Zahnrad greift in die Planetenräder ein. Der Hebel 2 ist durch die Zugglieder 120 mit dem Bremshebel verbunden.
In der Ga bel des Hebels 2 sitzt, durch Zapfen 121 ge halten, ein Gleitstück, das auf der um den Mittelpunkt der Welle<B>123-</B> gekrümmten festen Schiene 122 gleiten kann.
Wenn der Motor 110 in der durch einen Pfeil angedeuteten Richtung umläuft, so lau fen durch die Wirkung des Planetengetriebes 2' die Spindel 88 und das Rad 112 in der ebenfalls durch Pfeile angedeuteten Richtung um. Die Folge ist eine solche Bewegung der Mutter 118 und des Sektors 116, dass die Bremsklötze<I>B</I> sich an -die Bremsscheibe<I>D</I> anlegen. Von diesem Augenblick an bleibt die Mutter 118 stehen; dagegen verschiebt sich .die Spindel 83 derart, dass die Bremse 88 zum Eingriff kommt und auch den weiteren Umlauf der Spindel 83 verhindert. Nun dreht der Motor 119 mittelst des Planetengetriebes 2' und des zweiten Zwischengetriebes 112 bis 116 den Hebel 2, bis der beabsichtigte Bremsdruck erzeugt ist, wobei das Gestänge nur noch diejenige Bewegung ausführt, die ihm seine eigene Federung gestattet.