Vorrichtung zum Schutz gegen Diebstahl von mit Ärmeln versehenen Überkleidern. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zum Schutz gegen Dieb stahl von mit Ärmeln versehenen Überklei dern, insbesondere von Mänteln, und zwar vorzugsweise dann, wenn die Überkleider in Restaurants, den Garderoben von Theatern oder Konzertsälen oder in sonstigen Räumen mit starkem Verkehr aufgehängt sind.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes veranschaulicht die beiliegende Zeichnung.
Fig. 1 ist eine Ansicht der Vorrichtung, teilweise im Längschnitt, Fig. 2 und 3 sind Einzelheiten; Fig. 4 veranschaulicht in einem Längs schnitt durch einen Ärmel die Wirkungsweise der Vorrichtung.
Die Vorrichtung besitzt einen, zum Bei spiel aus Futterstoff bestehenden, Sack 1, der am Rande seines offenen Endes eine über seine ganze Breite sich erstreckende Patte 2 aufweist, die dazu bestimmt ist, das obere Ende des Sackes abzudecken, solange der Be sitzer des Kleidungsstückes, an dem die Vor richtung angebracht ist, dasselbe trägt. Gegen sein geschlossenes Ende hin verjüngt sich der Sack etwas. Ungefähr in der Quermitte des Sackes verläuft um den ganzen Umfang des selben eine Falte 3, die den Sack in einen Oberteil 4 und einen Unterteil 5 scheidet.
Ober- und Unterteil sind durch elastische Or gane 6; zweckmässig Gummibänder, miteinan- der verbunden, die bestrebt sind die Falte 3 in der gezeichneten Stellung zu halten und sich einer Streckung des Sackes widersetzen.
In Höhe des obern Faltenrandes läuft um den Sack herum ein Zugorgan 7, zum Beispiel ein Band, eine Schnur oder dergleichen, das in Führungsringen 8 geführt und dessen Enden dann zunächst durch einen am Oberteil 4 be festigten, in Fig. 3 in grösserem Massstab dar gestellten Ring 9, und sodann noch durch ei nen am Unterteil 5 angenähten Ring 10 durchgezogen und direkt unterhalb desselben bei 11 miteinander verknotet sind, so dass sie nicht durch den Ring 10 zurückgleiten kön nen.
Im Ring 10 ist ferner noch das eine Ende eines Bandes 12 befestigt, das auf bei den Seiten des Unterteils 5 über die Längs mitte desselben verläuft,, und mit seinem an dern Ende auf der in Fig. 1 nicht sichtbaren Seite des Sackes am obern Rand der Falte 3 angenäht ist. Am untern Rand des Unterteils 5 bildet das Band 12 eine Schleife 13.
An der Aussenseite des Oberteils 4 sind in gleichmässiger Verteilung über dessen Um fang und in der Längsrichtung des Sackes verlaufend vier Nadeln 14 mittelst Stoff hüllen 15, in denen sie geführt sind, ange näht; diese Nadeln erstrecken sich von unge fähr dem obern Sachrand bis zum untern Rand der Falte 3, welche die aus den Hüllen 15 herausragenden Spitzen der Nadeln ver deckt. Ausserdem sind an der Innenseite des diese Spitzen überdeckenden Faltenteils noch metallene Schutzkappen 16 angenäht, die sich bei der in Fig. 1 gezeichneten Lage des ge nannten Faltenteils über die Spitzen der Na deln 14 legen.
Wie die Zeichnung erkennen lässt, sind die Führungsringe 8 für das Zug organ 7 an den Hüllen 15 angenäht, so dass beim Zusammenziehen des genannten Zug- organes durch Ziehen am Knoten 11 die Na delspitzen zum Konvergieren gegen die Längsaxe des Sackes gebracht werden. Am Oberteil 4 ist ausserdem noch in der Mitte des der Platte 2 gegenüberliegenden Randteils zu einer Schleife 17 zusammengelegtes Band 18 angenäht, das ungefähr parallel zu den elas tischen Organen 6 verläuft, durch den Ring 9 gezogen ist und unterhalb desselben einen Knoten 19 bildet.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, ist der Ring 9 an seiner dem Knoten 19 zu gekehrten Seite mit abwärts gerichteten, kon vergierenden Spitzen 20 versehen, die das Herausziehen des Knotens 19 aus dem Ring verhindern.
Der Gebrauch und die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung sind folgende: Der Sack wird am Ärmelfutter, zum Bei spiel eines Herrenmantels nahe unterhalb des Ärmelloches so angenäht, dass sein geöffnetes Ende dem Schulterteil des Mantels zugekehrt ist, und die in Fig. 1 nicht sichtbare Seite des Sackes an diejenige Seite des Ärmelfutters an- liegt, die gegenüber der von der Achselhöhle gegen das freie Ärmelende verlaufenden Naht sich befindet, wobei vorteilhafterweise die Schleife 17 gerade gegenüber der genannten Naht zu liegen kommt.
Gegenüber der Schleife 17 an der andern Seite des Ärmel futters ist ein Knopf 21 (Fig. 5) angenäht, an dem bei Einstellung der Vorrichtung die Schleife 17 eingehängt wird. Der Durch messer des Sackes an seinem obern, offenen Ende ist so zu bemessen, dass er den innern Durchmesser des Ärmels (im obern Teil des letzteren) mindestens gleichkommt. Die Naht, längs welcher der Sack am Armelfutter be festigt ist, verläuft am obern Sackrand längs und direkt unterhalb der Patte 2. Ein am obern Sackrand befestigter, nicht gezeichnete: .
Druckknopf gestattet den Sack zu schliessen, so lange die Vorrichtung sich nicht in dar Gebrauchsstellum, befindet. Ausserdem fällt die Platte 2 über den Oberteil 4 herab und verdeckt völlig die Sacköffnung, so dass (1\r Besitzer des Mantels nicht in Gefahr kommt, beim Anziehen desselben mit der Hand in den Sack zu fahren. Die Schleife 13 wird an ei nem Knopf eingehängt, der an der gleichen Seite des Ärmelfutters angenäht ist, wie der Sack. Das Einschlüpfen in den Armel wird also nicht gehindert, so lange die Vorrichtung geschlossen ist, und ausserdem wird durch die am Knopf eingehängte Schleife 13 das Mit reissen des Sackes beim Ablegen des Mantels unmöglich gemacht.
Um nach dem Ablegen des Mantels die Vorrichtung in die Gebrauchsstellung zu bringen, ist weiter nichts nötig, als den Druckknopf zu öffnen und die Schleife 17 am Knopf 21 einzuhängen. Der Sack ist dann ganz geöffnet. Fährt nun ein Manteldieb in den Ärmel, so wird durch das in der Regel ziemlich rasche Vordringen der Hand, sobald diese gegen den Boden des Sackes stösst, der Sack entgegen der Wirkung der elastischen Organe 6 gestreckt, wobei durch die Vor wärtsbewegung des Unterteils 5 und des an diesem befestigten Ringes 10 der Knoten 11 des Zugorganes 7 mitgenommen, und letzteres daher um das Handgelenk des Diebes zusam mengezogen wird, und zwar um so fester, je rascher dieser in den Ärmel gefahren und je mehr er durch weiteres Vorwärtsdrücken der Hand sich zu befreien sucht.
Ein Nachlassen des Zugorganes 7 ist unmöglich, weil bei ei- ner rückläufigen Bewegung der durch den Ring 9 gezogenen Teile des Zugorganes sich die Spitzen 20 in dieselben einbohren und sie so festhalten. Zurückziehen kann er die Hand aber auch nicht mehr. Denn durch das Zu sammenziehen des Zugorganes 6 sind die Na deln 14, von denen beim Ausdehnen des Sackes die Schutzkappen 16 abgehoben wor den sind, ebenfalls ans Handgelenk ange drückt und zum Konvergieren gebracht -wor den, so dass sie bei jedem Versuch die Hand zurückzuziehen, sich durch den Stoff des Sackes hindurch in die Hand einbohren. Der Dieb ist also ausser Stande, seine Hand zu be freien; dies ist nur möglich, nachdem das Zugorgan 7 durchschnitten ist.
Das Band 12 hat lediglich den Zweck, den Unterteil 5 beim Ausdehnen des Sackes zu entlasten, damit der in der Regel etwas leichte Futterstoff nicht zerrissen wird, und der Sack nicht erneuert zu werden braucht. Das Band 18 dagegen ist dazu bestimmt, auf den Ring 9 einen Gegen zug beim Zusammenziehen des Zugorganes 7 auszuüben, und dadurch zu verhindern, dass durch Nachgeben oder Zerreissen des Stoffes oder Abreissen des Ringes 9 unter der Ein wirkung des Zugorganes, letzteres sich nicht genügend eng um das Handgelenk des Diebes legt, bezw. wieder gelockert wird.
Ist die Hand aus der Vorrichtung gelöst, so geht der Unterteil des Sackes durch die Wirkung der Organe 6 wieder in seine Anfangsstellung zurück. die Schleife 17 wird vom Knopf 21 gelöst und die Patte 2 wieder über den Sack geschlagen. Der Besitzer kann nun ohne Ge fahr den Mantel wieder anlegen, und hat nur nötig, vom Schneider das abgeschnittene Zugorgan 7 erneuern zu lassen.
Zu der beschriebenen Vorrichtung gehört n oc h die in Fig. 4 dargestellte Fangvorrich- el tung, die im andern Ärmel des Mantels, nahe dem freien Ende des ersteren, anzubringen ist. Diese Fangvorrichtung besitzt eine Patte 22, die an. der Innenseite des Ärmels so angenäht wird, dass die Spitzen zweier an ihr befestigter Nadeln 23 gegen das freie Ärmelende zeigen. An der Patte 22 ist eine Kappe 24 ausgebildet, unter welche bei Nichtgebrauch der Vorrich- tung die Spitzen der Nadeln gedrückt sind.
Soll dann die Vorrichtung zum Schutz- gegen Diebstahl eingestellt werden, so löst man die Nadeln 23 von der Kappe 24, worauf sie die Stellung 'bezüglich der Patte 22 einnehmen, die in Fig. 4 links dargestellt ist. Der Dieb kann nun zwar ungehindert in den mit der Fangvorrichtung versehenen Ärmel fahren, aber nicht mehr aus diesem heraus, denn bei jedem Versuch den Arm wieder herauszu ziehen, bohren sich die Nadeln 23 in den Stoff seines Rockärmels, und eventuell auch in den Arm ein. Mit dem einen Arm ist er also durch die Fangvorrichtung und mit dem andern im Sack 1 gefangen;
er kann den Man tel, den er stehlen wollte, weder ganz an ziehen, nach ihn wieder ausziehen, und muss sich durch diesen auffälligen Umstand, sowie auch durch den Schmerz, den die Nadeln 14 verursachen, bemerkbar machen.
Statt einer Falte könnte der Sack 1 deren auch zwei oder mehr aufweisen. Das Zug organ 7 kann zum Beispiel als Band, Schnur oder schmaler Lederriemen ausgebildet sein. Statt die Schleife 17 an dem Knopf 21 ein zuhängen, könnte man auch an der Stelle wo der Knopf 21 sitzt ein Knopfloch anbringen. durch dieses die Schleife 17, wenn die Vor richtung in die Fangstellung gebracht wer den soll, hindurchziehen und sie dann in die ser Lage durch ein kleines Vorhängschloss sichern.