Maschine zum Verladen von Erd- und Felsmaterial, insbesondere Ausbruchmaterial in Stollen und Bergwerken. Seit Einführung von Maschinen für die Clesteinbohrung ist der erzielbare Stollenvor- trieb wesentlich gesteigert worden; doch hat sieh gezeigt, dass eine weitere Steigerung der Leistung durch die Menge des bei der Spren gung sich ergebenden Ausbruclunaterials be hindert wird.
Man hat daher schon seit langem und wiederholt versucht, beim Bau langer Stollen sich von der zum Entfernen des Ausbruchmaterials notwendigen Hand arbeit zu befreien und das Verladen in die I;olhvagen maschinell durchzuführen.
Gegenstand der Erfindung ist eine Ma- seliiue. die in die verhältnismässig niedrigen und schmalen Stollen eingebracht werden und ungehindert darin arbeiten kann.
Das Wesen dieser Maschine besteht darin, dass eine 142a- f:erialsehaufel in Bodennähe in dem Material haufen vorwärtsgetrieben, hierauf zusammen mit dem aufgenommenen Material bis über clen Materialhaufen emporgeschwenkt und da bei gegen ihre anfängliche Lage nach rück- @viirts geneigt, alsdann rückwärts, und zwar schräg abwärts, bewegt, hierauf, so weit als die Stollenhöhe dies zulässt, gehoben, darauf in ein hinter der Schaufel befindliches För derorgan, welches das Material von der Aus bruchsteile weg nach hinten schafft,
entleert und schliesslich in leerem Zustande in ihre Anfangslage in Bodennähe zurückgedreht wird.
Die Zeichnungen veranschaulichen im Ausführungsbeispiel eine derartige Maschine, und zwar zeigt: Fig. l.clie Draufsicht, Fig. 2 eine Seitenansicht, und Fig. 3 die hintere Ansicht der Maschine.
Die Kastenschaufel a ist an ihrem Vor derrande mit vorstehenden, an der Unterseite abgerundeten Zähnen versehen, um einleiell- teres Gleiten, besseres Eindringen in den Ausbruchhaufen zu ermöglichen und ein Ver klemmen an der felsigen Stollensohle hintan zuhalten, welch letztere vorteilhaft mit Blechplatten belegt ist, die die Vorwärts bewegung der Schaufel begünstigen. .
Die Schaufel, deren Rtirkseite durch einen mittelst eines unlösbaren Hakenverschlusses b festgehaltenen Klappdeckel abgeschlossen ist, sitzt nach dem Ausführungsbeispiel an den Kolbenstangen zweier Vortriebszylinder Al, A., die schwenkbar auf einer Querachse ge lagert sind und durch Rohrleitung r aus einem ausserhalb des Stollens angeordneten Behälter Pressluft oder verdichtete Gase oder Druckflüssigkeit zugeführt erhalten.
Die Vor- und Rücl@w#lirtsbcwegung der Schaufel a wird selbsttätig durch die mit dem Steuer hebel i verbundene, am Hinterende des einen Zylinders Al luftdicht angesetzte Steuer büchse na. besteuert, die drei Bohrungen o1, o, o#, aufweist, deren mittlere, o=, mit dem<B>Zu-</B> leitungsrohr r verbunden ist, während die beiden andern für die Ausströmung bestimmt sind, und zwar o1 für die vordern, o, für die hintern Zylinderseiten.
In die Wandung jedes Vortriebszylinders sind zwei Kanäle ge- hgt, von denen der eine in den hintern, der andere in den vordern Zylinderraum mündet. Die Zuführung des Betriebsmittels nach dem hintern Ende des Zylinders A, und seine Ab leitung wird durch die hohle Drehachse be- w erkstelligt, deren Bohrung mit dem hintern Zylinderende von Al in Verbindung steht. während die beiden vordern Enden der Zy linder Al und A. durch ein Rohr s verbun den sind.
Dieses mit Verstärkungsrippen ver sehene Rohr s dient zugleich als Querver bindung und Absteifung der beiden Zylinder Al und A..
Die Öffnungen 0l, 02e<B>03</B> sind an der Steuerbüchse na in solcher Stellung ange bracht, dass bei tiefster Lage der Schaufel die Öffnung o2 mit dem Steuerkanal der hin tern Zylinderseiten und die Öffnung o1 mit dem Steuerkanal der vordern Zylinderseiten sich deckt und daher der Kolben vorwä,rts- gesehoben wird, wobei das Druckmittel von den Vorderseiten durch o1 ausströmt.
Bei He bung der Schaufel durch Drehung der Vor triebszylinder um ihre gemeinsame hohle Querachse bleibt die Steuerbüchse na in ihrer Lage, so dass, wenn die Schaufel die Stel lung cal erreicht, der Steuerkanal der vordern Zylinderseiten vor die Öffnung o" zu liegen kommt;
das Druckmittel strömt nunmehr zur Vorderseite der Kolben und bewirkt deren Rückwzirtsgang. Gleichzeitig gelangt der Steuerkanal der hintern Zylinderseiten vor die Ö f fnung o.;, so da.ss das hinter den Kol ben befindliche Druckmittel bei Rückwärts gang der Kolben ausströmen kann. Beim Niedergehen der Schaufel vollzieht sich der gleiche Vorgang, jedoch im umgekehrten Sinne. Die Vor- und Rückwärtsbewegung der Schaufel geht somit vermittelst dieser Vorrichtung selbsttätig vor sich und ist ab hängig vom Senken und Heben der Schaufel.
I?nabhängig von dieser selbsttätigen Steue rung kann der Vor- und Rückwärtsgang der Schaufel durch Verdrehung der Steuerbüchse 7z mittelst des Hebels i bewirkt werden, zum Beispiel der Rückwärtsgang, wenn die Schau fel beim Eindringen in den Materialhaufen auf grossen Mliderstand stösst, oder der Vor wärtsgang, wenn vor Erreichung der tiefsten Schaufelstellung ein herabrollender Block unter die Schaufel zu liegen kommt, so dass diese nicht bis auf die Stollensohle herab gelangen kann.
Zum Heben und Senken der Schaufel dienen nach dem gewählten Ausführungsbei spiel gleichfalls zwei Kraftzylinder, das heisst Aufzugzylinder B1, B.. deren Kolben bei ihrem Rückwärtsgange die Schaufel samt den Zylindern Al, A= drehend emporziehen, bis .die Schaufel die Lage a, (Fig. 2) ein nimmt. In diesem Augenblick werden die die Schaufel tragenden Kolben selbsttätig um gesteuert, so d.ass die Schaufel in die Lage a-, gelangt.
Alsdann geht, da. die Kolben der Aufzugzylinder B1 und B.. ihren Rückwärts- gang noch nicht beendet haben, die Schaufel noch weiter aufwärts, bis sie die Lage n.; einnimmt. Dadurch, dass die Schaufel nach ihrer ersten Emporschwenkung zurückgeht, wird der geringen Höhe des Stollens Rech nung getragen.
Die Steuerung der Aufzug kolben erfolgt mittelst des Handhebels h., der bei seiner Bewegung einen Schieber im Steue rungsgehäuse g verstellt, dessen Spiegel drei Kanäle 1, 2, 3 enthält, von denen der als Auspuff dienende mittlere Kanal 2 nach un ten erweitert ist, um den Ausströmwiderstand zu mildern. Rohrleitungen<I>p</I> und q verbin den das Steuerungsgehäuse g mit den beiden Enden des Aufzugzylinders B,., die mit den Enden des andern Zylinders B2 durch Rohre verbunden sind.
Die Widerstände, die bei Hebung der Schaufel zu überwinden sind, sind äusserst scliv-anliend. Solange die Schaufel in den Na.terialhaufen eingepresst ist, ist die Kraft, mit der sie gehoben werden muss, bedeutend grösser, als wenn die Schaufel, zwar gefüllt, aber bereits aus .dem Haufen herausgehoben ist. Daher würde bei Anwendung eines gas förmigen Betriebsmittels allein die Schaufel, wenn dieser Widerstand plötzlich wesentlich verringert -wird, mit grosser Geschwindigkeit in die Höhe geschleudert werden; abgesehen davon würde auch die Bewegung der Schau fel ungleichmässig sein.
In die Leitung p ist deshalb ein mit 01 oder einer andern Flüssigkeit gefüllter Behälter f eingeschal tet, um eine ruhige und gleichmässige He bung und Senkung der Schaufel zu erreichen. In der einen Stellung verbindet der Steuer- sehic:ber die Kanäle 2 und 3, so dass die Luft aus den Zylindern B" B, vor den Kolben -strömen kann; gleichzeitig tritt Pressluft durch Kanal 1 und Rohr<I>p</I> in den Behälter<I>f</I> und drückt das<B>01</B> hinten in die Zylinder, wodurch die Kolben vorwärtsgetrieben wer den.
Bei Umstellung des Schiebers wird der Kan.z.l 2 mit dem Kanal 1 verbunden; die Pressluft tritt in die Zylinder B1, B, vorne ein und treibt die Kolben nach rückwärts, das<B>01</B> wird dadurch in den Behälter f zu- riiel@gedrückt und die in letzterem befind liche Luft kann durch Rohr p und die mit diesem verbundene Ausströmöffnung 2 ent weichen. Der Durchgangsquerschnitt für das ()l. an den Aufzugzylindern ist so eng be messen, dass das Ein- und Austreten des 71s nur in dem Masse möglich ist, als es das langsame Bewegen der Schaufel erfordert.
Dieser Durchgangsquerschnitt kann ausser dem durch ein einstellbares Ventil bestimmt und dadurch die Geschwindigkeit der Auf- zugbewegung nach Belieben eingeregelt wer den. Wenn daher beim Heben der Schaufel der Widerstand an derselben plötzlich ver mindert wird, so kann doch keine raschere Be wegung als erwünscht eintreten, weil nicht mehr<B>01</B> aus dem Zylinder austritt, als die kleine, durch das Regulierventil eingestellte Offnung zulässt.
Die Kolbenstangen der Aufzugzylinder B1, B@ sind mit den Vortriebzylindern <I>A,</I> Aj, durch eine biegsame Verbindung, beispiels vveise ein Drahtseilstück z (Fig. 1 und 2),, verhängt, um zu ermöglichen, dass für den Fall, als die Schaufel beim Senken auf einen herabgerollten Stein oder dergleichen liegen bleibt, eine weitere Bewegung der Aufzug kolben möglich ist, ohne dass ein Bruch in der Maschine eintritt oder diese gehoben wird.
Diese biegsame Verbindung kann so beschaf fen sein, dass sie eine beliebige Einstellung des Abstandes zwischen der Schaufel und einer Einrichtung zur L'bertragung der Be wegung auf die Fördervorrichtung gestattet, welch letztere einen längs einer nach hinten ansteigenden Bahn emporfahrenden Förder- wagen c besitzt.
Diese Übertragungseinrich- tung besteht aus zwei mit der Drehachse der Vortriebszylinder drehbaren, mit den Kolben stangen der Aufzugkolben gelenkig verbun denen Zahnbögen x, die Zahntriebe J betäti gen, welche auf den Achsen einer Trommel stecken, auf der ein mit dem Förderwagen verbundenes Seilt befestigt ist. Dieser Wa gen läuft auf einem aus Winkeleisen gebil deten Gleis, welches nächst den vordern En den .der Vortriebzylinder A1, A@ seinen An fang nimmt und, nach hinten ansteigend, bis hinter die Maschine sich erstreckt.
Unmittel bar bevor die Schaufel an dem höchsten Punkt ihrer Aufzugbahn inkommt, trifft der Förderwagen in seiner tiefsten Stellung ein und öffnet durch Anstossen an eine Kna.gge den Hakenverschluss b, so .dass die Rückwand der Kastenschaufel a infolge ihres Eigen gewichtes und unter dem Drucke des ein gefüllten Materials aufklappt und das Ma terial sich in den Förderwagen entleert. Mit telst -eines an der Schaufelrückwand befesti- ten Hebels kann man diese von Hand noch weiter öffnen, falls die Entleerung nicht voll ständig erfolgt sein sollte.
Während nach Umstellung des Hebels li, die Schaufel aus der Stellung a." in a4 herab- bewegt wird, geht die Aufwärtsbewegung des Förderwagens c vor sich. Der Förderwagen besitzt auf der Wagenaussenseite einen ver schiebbaren, mit Anschlagbolzen e versehenen Boden d, welcher unter der Einwirkung fester, mit der Fahrbahn verbundener An s-hläge bei Erreichung der hintern Hoch stellung oberhalb des darunter befindlichen Rollwagens selbsttätig geöffnet und bei Er reichung der vordern Tiefstellung selbsttätig geschlossen wird.
Infolgedessen wird das im Förderwagen befindliche Ausbruchmaterial .bei der Hochstellung .des Wagens in den dar unter stehenden Roll-,Ä,a.gen abgegeben. Die zum Festhalten e für das Schliessen und Offnen des Kastens dienenden Fangvorrichtungen sind gefedert an der Fahr bahn befestigt; der Widerstand der Feder der Auffangvorrichtung ist grösser als die zum Bewegen des Bodens erforderliche Kraft.
Der Förderwagen kann gegebenenfalls i -i .ueh (furch ein Förderband ersetzt werden" (las auf ähnliche Weise, wie im Vorstehen den beschrieben, eine zeitweise Hin- und Her bewegung oder eine fortlaufende Bewegung Erhält. Die Maschine ist auf ein fahrbares Ge stell gesetzt und wird na.cli Einfahren in den Stollen bis auf den Materialhaufen heran gebracht und an dem Rollbahngleis fest ver ankert.
Zu diesem Zwecke werden die beiden Zangenbackenpaare 1 Tig. 2 und .3,) mittelst des Stellhebels 7c an .die Fahrschiene ange- presst. Während der Fahrt werden, nachdem vorher der unten rohrförmig ausgebildete He bel Ir herausgezogen wurde, die Bachen l um die Scharniere jia emporgeklappt, iim nicht durch Anstossen an Laschen oder _NVeichen der Fahrt hinderlich zu sein.
Die Abmessungen der Maschine lassen sich beispielsweise auf 1,30 m Breite und 1,75 m Höhe beschränken, so (lass sie selbst in Stollen von kleinem Querschnitt befriedi gend zu arbeiten vermag.
Statt zweier Vortriebs- und zweier Auf zugszylinder, sowie zweier Zahnbögen kann auch ein einzelner Vortriebs- oder ein ein zelner Aufzugszylinder und ein einzelner Zahnbogen angewendet werden.