DD105532B1 - Anordnung zum entfernen des schlachtbodens aus einem druckwasser-reaktor - Google Patents
Anordnung zum entfernen des schlachtbodens aus einem druckwasser-reaktorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Entfernen des Schachtbodens aus einem Druckwasserreaktor. Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Druckwasserreaktoren sind allgemein so aufgebaut, daß innerhalb eines mit einem Deckel versehenen Druckgefäßes ein Schacht als Tragkonstruktion zur Aufnahme des Kassettenkorbes angeordnet und dieser mittels mehrerer Schrauben mit dem Schachtboden verbunden ist. Im Schachtboden befinden sich Bohrungen für den Eintritt des Kühlmediums und für Schutzrohre von Kassetten des Steuerungs- und Schutzsystems, wobei die Schutzrohre durch den Schachtboden in den unteren Teil des Druckgefäßes ragen. Bei einer Generalrevision, die Aufschluß über den Materiaizustand des Reaktors geben soll, ist es erforderlich, auch den Schachtboden zu entfernen, um den unteren Teil des Druckgefäßes inspizieren zu können. Dazu ist Voraussetzung, daß die Schrauben entfernt werden, mit denen der Schachtboden am Schacht befestigt ist. Da die radioaktive Verseuchung bei Außerbetriebnahme des Reaktors und Entfernung des Kassettenkorbes bestehen bleibt, muß das Druckgefäß mit Wasser gefüllt bleiben, und das Entfernen der Schrauben und des Schachtbodens muß mit Hilfe von Werkzeugen erfolgen, die von außen betätigt werden.
Eine Vorrichtung zum Entfernen des Schachtbodens ist nicht bekannt. Bekannt ist ein Manipulator zum Befestigen und Lösen von in einem Atomreaktor befestigten Druckrohren, der in den Reaktor einführbare Rohre enthält, von denen jedes an seinem dem Reaktor zugewandten Ende eine Werkzeugfunktion ausübende Teile trägt und durch eine individuelle Antriebsvorrichtung einzeln gegenüber den anderen Rohren beweglich ist, während die Rohre als Ganzes mittels einer gemeinsamen Hubvorrichtung entlang ihrer Achse verschiebbar sind. Bekannt sind ferner spezielle Manipulatoren und Greiferstangen zum Umladen und Auswechseln von Kassetten.
Alle diese bekannten Vorrichtungen sind ausschließlich für Manipulationen im Bereich des Kassettenkorbes geeignet und lassen sich nicht zum Entfernen des Schachtbodens verwenden, das gegebenenfalls das Lösen der Schrauben durch eine spanende Bearbeitung und somit eine extrem genaue Führung der Werkzeuge erfordert.
Es ist das Ziel der Erfindung, für das entfernen des Schachtbodens aus einem Druckwasserreaktor eine Anordnung zu entwickeln, die einfach aufgebaut, mit geringem Aufwand mon- und demontierbar ist und bei deren Einsatz die Strahlengefährdung für das Bedienerpersonal so gering als möglich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sine Vorrichtung zum Entfernen des Schachtbodens zu schaffen, die nach Entfernen des Kassettenkorbes im Druckgefäß anbring- und zentrierbar ist und präzise Arbeitsbewegungen von Werkzeugen am Grunde des Schachtes durch außerhalb des Druckgefäßes befindliche Antriebe ermöglicht. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß ein Rohrgestänge mit einem zentralen Führungsrohr vorgesehen ist, das sich mit Hilfe von mit Spannmitteln, z. 3. Spannschlössern, versehenen radialen Querstreben gegen die Wandung des Druckgefäßes abstützt und mit seinem Fuß in eine zentrische Bohrung des Schachtbodens ragt und durch weitere radiale Querstreben mit senkrechten Fünrungsrohren verbunden ist, von deren unterem Ende Werkzeuge, z. B. Bohrer oder Fräser, zum Entfernen der den Schachtboden mit dem Schacht verbindenden Schrauben anbringbar sind, während die übrigen Führungsrohre wahlweise mit Meß- oder Transportstangen zur Ermittlung der Höhe und zum Anheben des Schachtbodens versehen sind. Mit ihren oberen Enden ragen die Arbeitsstange und die Meß- und Transportstangen durch Ausnehmungen eines auf dem Druckgefäß angebrachten technologischen Deckels, auf dem ein Antriebsmittel, z. B. eine Preßluftbohrmaschine für die Arbeitsstange über ein Drucklager angeordnet ist.
Eine der mit Spannmitteln versehenen radialen Querstreben dient gleichzeitig als Querstrebe zur Fixierung des die Arbeitsstange aufnehmenden Führungsrohres. Dazu ist die Querstrebe zwischen dem mit dem Führungsrohr verbundenen Ende und dem Spannschioß mit einem Stegblech versehen, an dem zwei das. Führungsrohr für die Arbeitsstange gabelartig umschließende und sich gegen die Behälterwand abstützende Verlängerungsstreben befestigt sind. Als Antriebsmittel für die Arbeitsstange ist eine Preß'uftbohrmaschine vorgesehen, die in einer speziellen Bewegungsvorrichtung aufsteckbar gehalten ist. Damit kann nach Entfernen der Preßluftbohrmaschine die Arbeitsstange herausgezogen werden.
Die Erfindung wird nachstehend mit Hilfe der Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel erläutert. Dabei sind lediglich für die Erfindung und deren Erläuterung wesentliche Einzelheiten dargestellt.
-2- 172
Es zeigen:
Fig. 1: eine schematische Ansicht der eingebauten Vorrichtung (teilweise im Schnitt), Fig. 2: eine Draufsicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1,
Fig.3: Varianten füran der Arbeitsstange anbringbare Werkzeuge, Fig. 4: die Ausbildung einer Transportstange,
Fig. 5: die Ausbildung einer Meßstange
Fig. 1 zeigt das Druckgefäß 1 eines Atomreaktors, von dem der Deckel entfernt ist. innerhalb des Druckgefäßes 1 befindet sich ein Schacht 2, der zur Aufnahme des Kassettenkorbes, welcher jedoch herausgezogen und nicht dargestellt ist, dient. Über den Schacht 2 wird die gesamte Last der aktiven Zone und ihrer Konstruktionselemente auf das Druckgefäß 1 übertragen. Die Verbindung Schacht-Druckgefäß besteht aus verschweißten Bolzen. Der Schacht 2 ist nach unten mit dem Schachtboden 3 abgeschlossen und mittels Schrauben 4 mit diesem verbunden.
Im Schachtboden 3 befinden sich Bohrungen 5 für den Eintritt des Kühlmediums und für Schutzrohre 6 von Kassetten des Steuerungs- und Schutzsystems des Reaktors.
Um bei einer Generairevision den Schachtboden 3 demontieren zu können, ist es erforderlich, die Schrauben 4zu entfernen und den Schachtboden 3 an ein Hubgerät zu koppeln.
Der Druckbehälter 1 muß dabei mit Wasser gefüllt bleiben. Die Vorrichtung nach der Erfindung ermöglicht diese Arbeiten. Sie besteht aus einem Rohrgestänge 7 mit einem zentralen Führungsrohr 8, das mit Hilfe von mit Spannschlössern Э versehenen radialen Querstreben 10, die gegen die Behälterwand drücken, zentrisch gehaltert wird. Der Fuß 11 des zentralen Führungsrohres 8 ragt dabei in eine zentrische Bohrung 12 des Schachtbodens 3. Parallel zum zentralen Führungsrohr 8 verlaufen weitere Führungsrohre 13; 14, die über dem Schachtboden 3 enden, an deren unterem Ende spanende Werkzeuge anbringbar sind, während die anderen Führungsrohre 14 (Fig.2) Meß- oder Transportstangen 16; 17 aufnehmen. Die Führungsrohre 13; 14sind mit dem zentralen Führungrohr 8 in mehreren Ebenen mit weiteren radialen Querstreben 18 verbunden. Die Arbeitsstange 15 und die Meß-und Transportstangen 16; 17 ragen mit ihren oberen Enden durch Ausnehmungen 19 eines auf dem Druckgefäß 1 speziell angebrachten technologischen Deckels 20, auf dem ein Antrieb 21 für die Arbeitsstange 15 angebracht ist. Damit die Last dieses Antriebes 21 nicht auf die Werkzeuge wirkt, ist oberhalb der Ausnehmungen 19 für die Arbeitsstange 15 ein Drucklager 22 angebracht.
Fig. 2 verdeutlicht, daß die eine der mit Spannschlössern versehenen radialen Querstreben 10 gleichzeitig als Querstrebe zur Halterung des die Arbeitsstange aufnehmenden Führungsrohres 13 dient und zwischen dem Führungsrohr 13 und dem Spannschloß 9 ein Stegblech 23 hat, an das zwei an dem Führungsrohr 13 vorüberführende, die Verspannung vornehmende Verlängerungsstreben 24 befestigt sind. Unterhalb der mit Spannschlössern versehenerrQuerstreben 10 ist um das zentrale Führungsrohr herum eine Arbeitsbühne 25 angebracht.
In Fig.3 sind Varianten für die an der Arbeitsstange 15 anbringbaren Werkzeuge dargestellt. Gemäß Fig. 3 a ist die Arbeitsstange 15 mit einem Sechskanteinsatz 26 versehen, mit dem zunächst versucht wird, die Schrauben 4 zu lösen und herauszudrehen, nachdem der Innensechskant der Schrauben 4, z.B. mittels Preßluft, gesäubert worden ist. Fig. 3 b zeigt die Arbeitsstange 15 mit einer Fräseraufnahme 27, dem Fräser 28 und einer Fräserführung 29, während in Fig.3c die Arbeitsstange 15 mit einem 3ohrereinsatz 30 dargestellt ist. Die Verbindung der jeweiligen Einsätze mit der Arbeitsstange 15 erfolgt mit Hilfe einer Paßfeder 31 und eines Sprengringes 32. Die Transportstange 17 gemäß Fig. 4 hat an ihrem unteren Ende ein Gewinde 33, mit dem sie in vorhandene Gewindebohrungen des Schachtbodens 3 greift. Am oberen Ende ist eine Öse 34 für den Lasthaken eines HuDgerätes vorgesehen. Mit Hilfe der Transportstangen 17 wird der Schachtboden 3 nach dem Entfernen der Schrauben 4 aus seinem Sitz bis an die Führungsrohre 13; 14 gehoben. Anschließend erfolgt der Umsatz des Schachtbodens 3 mitsamt der Vorrichtung nach der Erfindung in ein Abklingbecken. Um die Höhe des Schachtbodens 3 bei der Montage und Demontage genau ermitteln zu können, ist es möglich, anstelle der Transportstangen 17 Meßstangen 16 in die Führungsrohre 14 einzuführen.
Rg. δ zeigt eine derartige Meßstange 16, die am unteren Ende einen Meßeinsatz 35 mit ebener Grundfläche hat, deren Durchmesser kleiner als der Innendurchmesser des jeweiligen Führungsrohres 14 sein muß. Am oberen Ende benötigt sie lediglich einen Handgriff 36.
Claims (1)
- -ι- 172 180Erfindungsanspruch:Anordnung zum Entfernen des Schachtbodens aus einem Druckwasserreaktor, bei dem innerhalb eines Druckgefäßes ein Schacht als Tragkonstruktion zur Aufnahme eines Kassettenkorbes angeordnet und mitteis mehrerer Schrauben mit dem Schachtboden verbunden ist, in dem sich Bohrungen für den Eintritt des Kühlmediums und für Schutzrohre von Kassetten des Steuerungs- und Schutzsystems befinden, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung aus einem in das Druckgefäß (1) einzubringendem Rchrgestänge (7) besteht, das ein zentrales Führungsrohr (8! aufweist, welches sich mit Hilfe von rrit Spannmitteln (9) versehenen radialen Querstreben (10) gegen die Wandung des Druckgefäßes (1) abstützt und mit seinem Fuß (11) in eine zentrische Bohrung (12) des Schachtbodens (3) ragt und durch weitere radiale Querstreben (18) mit senkrechten Führungsrohren (13; 14) verbunden ist, von denen eines eine Arbeitsstange (15) aufnimmt, an deren unterem Ende Werkzeuge (26; 29; 30) zum Entfernenderden Schachtboden (3) mit dem Schacht (2) verbindenden Schrauben (4) anbringbar sind, während die übrigen Führungsrohre wahlweise mit Meß-oder Transportstangen (16; 17) zur Ermittlung der Höhe und zum Anheben des Schachtbodens (3) versehen sind und daß die Arbeitsstange (15) und die Meß- und Transportstangen (16; 17) mit ihren oberen Enden durch Ausnehmungen (19) eines auf dem Druckgefäß (1) angebrachten technologischen Deckels (20) ragen, auf dem ein Antriebsmittel, z.B. eine Preßluftbohrmaschine (21), für die Arbeitsstange (15) über ein Drucklager (22) angeordnet ist.Hierzu 4 Seiten Zeichnungen
Priority Applications (1)
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|---|---|
| DD105532A1 DD105532A1 (de) | 1974-04-20 |
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1973
- 1973-07-10 DD DD73172180A patent/DD105532B1/de unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DD105532A1 (de) | 1974-04-20 |
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