DD128847B1 - Verfahren zur herstellung von tritiiertem thymidin - Google Patents

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Dieter Baerwolff
Detlef Murawski
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Description

Dr. D. Bärwolff Dr. D. Murawski
"Verfahren zur Herstellung von tritiiertem Thymidin"
Anwendungsgebiet der Erfindung
Tritiiertes Thymidin ist für biochemische Untersuchungen von großem Interesse, u.a. in der medizinischen Diagnostik. Es wird speziell zur Messung der DNS-Synthese und zur Lösung zellkinetischer Probleme verwendet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bei den in den Nucleinsäuren (DNS, RNS) enthaltenen Bausteinen muß man zwischen den zugrundeliegenden Basen (u.a. Thymin, Uracil), den mit Zuckern (Ribose, Desoxyribose) verknüpften Nucleosiden (u.a. Thymidin, Uridin) und den zusätzlich mit ein bis drei Phosphorsäureresten veresterten Nucleotiden (u.a. TTP, UMP) unterscheiden. In der angegebenen Reihenfolge steigt die Temperaturempfindlichkeit und sinkt die Beständigkeit gegenüber jeder Art chemischer Veränderung (siehe dazu: J. Amer. ehem. Soc. 8_1_ (1959) S. 2521). Darin liegt die Ursache, daß für die freien Basen eine Reihe von Markierungsmethoden beschrieben werden, z.B.
- M. Winand und L. Gouverneur, Proc. Conf. on Methods of Preparing and Storing Marked Molecules, Brüssel 1963, S. 1147-1155; vgl. С. А. 63 (1965) 11 910 а):
CHlCt
Dimethoxyäthan
- C. Parkany und F. Sorm, Coll. Czech. Chem. Commun. .28 (1963) S. 2491):
о Q
1" Cu·
n +ThO ^у^ J^
die trotz scheinbar großer Ähnlichkeit auf die empfindlicheren Nucleoside und Nucleotide nicht übertragbar sind.
Für tritiummarkiertes Thymidin hatte sich daher die enzymatische Synthese aus Desoxyribosedonatoren und vorher markiertem Thymin durchgesetzt (siehe dazu: E.A. Evans "Tritium and its Compounds", London 1966). Als Nachteile dieses Verfahrens erwiesen sich die umständliche Herstellung der Ausgangsverbindung, die zusätzlichen Arbeiten zur Enzympräparation und die bei hohem Arbeitsaufwand geringen Ausbeuten der enzymatischen Synthese.
Eine direkte chemische Synthese des ( H]-Thymidins ist auch von K.V. Viswanathan et al. (Proc. of the Chemistry Symposium, Vol. I, S. 86-87, Aligarh Muslim University, Aligarh, 21.-23.Dez.1972) beschrieben worden. Die dabei benötigte Ausgangsverbindung Hydroxymethyl-2'-desoxyuridin erfordert eine 8-Stufen-Synthese, ist also schwer verfügbar. Ein bereits vorher veröffentlichter Weg, diese Verbindung in einem Schritt zu synthetisieren (J. Amer. chem. Soc. 8J[ (1959) S. 2521), konnte von uns (offenbar auch von Viswanathan) nicht reproduziert werden.
Dreifach tritiiertes Thymidin war bisher überhaupt nicht zugänglich.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, ein einfaches und technologisch gut zu realisierendes Verfahren zur Herstellung von
tritiiertem Thymidin zu entwickeln und diese Verbindung bequem zugänglich zu machen. Außerdem besteht das Ziel darin, Thymidin mit hoher spezifischer Aktivität herzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Tritiiertes Thymidin wird aus halogenierten 5-Methylpyrimidinen der Formel I (hergestellt nach DD-WP 113 361), in welcher Hai = Cl oder Br bedeutet, in Gegenwart von Palladium-Kohle als Tritiierungskatalysator, Dioxan als Lösungsmittel und tertiären Aminen als Säurefänger hergestellt und 2-4 Stunden bei gegebenenfalls erhöhten Temperaturen behandelt. Erfindungsgemäß wird Tributylamin als Säurefänger eingesetzt, das sich durch ausreichende Basizität bei starker sterischer Hinderung auszeichnet.
Nach Abdestillieren des Lösungsmittels wird labiles Tritium mittels Methanol rückgetauscht, der Rückstand wird mit Methanol und Ammoniak entacetyliert und über eine Sephadex Chromatographiesäule von inaktiven Verunreinigungen befreit. Mit diesem Verfahren lassen sich 1-3 Halogenatome durch Tritium ersetzen, wobei je nach Halogengehalt der Ausgangsverbindung tritiiertes Thymidin unterschiedlicher spezifischer Aktivität (etwa 28 Ci/ mMol für jedes Halogen) entsteht.
Ausführungsbeispiel
1. 200 mg einer Verbindung I (1 - 3 Chlor- bzw. Bromatome), hergestellt nach DD-WP 113 361,
werden in 10 ml üioxan gelöst und in Gegenwart von 200 mg 10 ij Palladium-Kohle (Hydrierkatalysator) und 0,5 ml Tributylamin mit Tritium bei 400C tritiiert. Reaktionszeit 2 4 Stunden. Nach Abdestillieren des Lösungsmittels wird labiles Tritium mit Methanol rückgetauscht, der Rückstand mit Methanol und Ammoniak ontacetyliert und über eine Sephadex-Chromatographie-Säule von inaktiven Verunreinigungen befreit
üie spezifischen -Aktivitäten sind abhängig vom Halogenierungsgrad der eingesetzten Halogenverbindung. Die bisher besten Ergebnisse lagen bei 60 Ci/mMol.

Claims (1)

  1. Erf indungsanspruch
    Verfahren zur Herstellung von tritiiertem Thymidin aus halogenierten 5-Methylpyrimidinen der allgemeinen Formel I,
    in der Hal = Br oder Cl bedeutet,
    unter Verwendung von Palladium-Kohle als Tritiierungskatalysator, von Dioxan als Lösungsmittel/ von tertiären Aminen als Säurefänger, im Verlauf von 2 bis 4 Stunden bei gegebenenfalls erhöhten Temperaturen, dadurch gekennzeichnet, daß Tributylamin als Säurefänger eingesetzt wird.
DD19289273A 1973-09-21 1973-09-21 Verfahren zur herstellung von tritiiertem thymidin DD128847B1 (de)

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