DD140877A1 - Verfahren zur herstellung von sarcosylheptapeptiden - Google Patents

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Hartmut Niedrich
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Sarcosylheptapeptiden der Formel I, welche biologisch aktiv sind und Vorstufen zur Herstellung pharmazeutisch nutzbarer Analoga des Angiotensin II darstellen. Die Erfindung hat das Ziel, Peptide der angegebenen Formel mit hohen Ausbeuten unter Vermeidung aufwendiger Reinigungsoperationen zu gewinnen. Erfindungsgemäß wird das geschützte Oktapeptid aus zwei Tetrapeptiden Z-Sar-Arg(NO ind 2)-Val-Tyr-OH (1-4) und X-His-Pro-Y-ONb (5-8) hergestellt. Das hierfür erforderliche Tetrapeptid Z-Sar-Arg(NO ind 2)-Val-Tyr-OH erhält man durch Kondensation von Z-Sar-OH mit DCCI unter Zusatz von HONB bzw. des entstehenden aktivierten Esters Z-Sar-ONb, der nach Isolierung oder in situ mit dem H-Arg(NO ind 2)-Val-Tyr-OH-Hydrobromid umgesetzt wird, unter Zusatz von mindestens 2 Mol eines tertiären Amins, vorzugsweise 3 Mol Triäthylamin. Das Tetrapeptid lässt sich in guter Reinheit durch Umkristallisieren aus Isopropanol erhalten. Das geschützte Tetrapeptid X-His-Pro-Y-Onb wird in bekannter Weise hergestellt. Die so erhaltenen Tetrapeptide werden nach Zusatz von N-Äthylmorpholin zum geschützten Sarcosylheptapeptid in der Weise umgesetzt, dass das Sarcosyltripeptid und die Kondensationsmittel in 10- bis 20%igem Überschuss eingesetzt werden und das entstehende Oktapeptid nacheinander aus Isopropanol und Methanol umkristallisiert wird. Z-Sar-Arg(NO ind 2)-Val-Tyr-X-His-Pro-Y-Onb, I X = Val oder Ile, Y = Ile, Ala, Leu, Thr(OMe) oder Thr

Description

Verfahren zur Herstellung; von Sarcosylheptapeptiden
der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein "Verfahren zur Herstellung von Sarcosylheptapeptiden der Formel I
Z-Sar-Arg(E02)-Val-Tyr-X-His-Pro-Y-ONb,
in der X = VaI oder lie
und Y = eine neutrale hydrophobe Aminosäure wie lie, AIa,
Leu, Thr(OMe) oder Thr bedeuten.
Diese Verbindungen stellen Vorstufen zur Herstellung pharmazeutisch nutzbarer Analoge des Angiotensin II dar,
Anwendungsgebiet für die Erfindung ist die pharmazeutische Industrie.
^jjgj^jj.yi.gtik der bekannten technischen Lösungen
Die Herstellung und die biologische Wirksamkeit von Hepta- und Oktapeptiden mit dem Angiotensin II verwandter Struktur zur Gewinnung von Antagonisten ist bereits mehrfach beschrieben worden. So werden z.B. nach der DOS212 73 93 derartige Peptide durch stufenweise Kondensation am festen Träger hergestellt. Dieses Verfahren besitzt einige Nachteile. Bei
a) hohem Risiko für größere Ansätze ist
b) ein sehr, großer Reinigungsaufwand erforderlich, um die für klinische Untersuchungen stehenden Anforderungen an Standardisierung zu erfüllen.
Bei Verfahren mit Kondensation von Fragmenten, wie in Hoppe-Seylers Z. physiol. Chenu 357, Seite 825-828 und 3£äs Seite 1083-1096 und in der DOS 23 23 322 und DOS 24 57 4^3 beschrieben sind, verlaufen wichtige Synthesestufen mit geringer Aus-
t beute, z.B. bei der Darstellung von Z-Arg(Z)p-Val~Tyr(Bu )-
Val-His-Pro-Ala-OBu5.
Das schrittweise Anknüpfen der H-terminalen Aminosäuren ist bei diesen Verfahren hinsichtlich Reinheit der erhaltenen Produkte und Ausbeute nach der Reinigung nicht optimal.
Ziel der Erfindung ist es, geschützte Oktapeptide der allgemeinen Formel I in hoher Ausbeute unter Vermeidung aufwendiger Reinigungsoperationen in für die Weiterverarbeitung genügend reiner Form darzustellen. Es wird insbesondere angestrebt, daß die Entfernung der Schutsgruppen durch katalytisch^ Hydrierung als die in der Peptidsynthese vorteilhafteste Abspaltungsreaktion erfolgen kann.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Erfindungsgemäß werden Sarcosyiheptapeptide der allgemeinen 3?ormel I .
Z-S ar-Arg( ITO2)-VaI-Tyr-X-His-Pro-Y-OlTb,
in der X = VaI oder lie - '""" und Y = eine neutrale hydrophobe Aminosäure wie lie,AIa,
Leu, Thr(OMe) oder Thr bedeuten,
durch Kondensation von Z-Sarcosin an H~Arg(KOp)-Val-Tyr-OH und anschließender Kondensation mit X-His-Pro-»Y-01Tb, wobei X und Y die o.g. Bedeutung haben, jeweils unter Zusatz von Dicyclohexylcarbodiimid (DGCI) und I'I-Hydroxynorbornen-2,3-dicarbonsäureimid (HONB) und in Gegenwart von mindestens 2 Mol tertiärem Amin hergestellt.
- 3 - dQ^ ö©a
Die Herstellung des Z-Sarcosyltripeptides erfolgt', indem man Z-Sarcosin in THF/Dioxan-Gemischen mit HOHB/DCCI zum aktivierten Ester Z-Sar-OlTb umsetzt. Dieser aktivierte Ester,, der entweder nach Abtrennen dos.Dicyclohexyl (DCH)-Harnstoffs durch Einrotieren des Lösungsmittelgemisches isoliert oder ohne weitere Isolierung eingesetzt wird, reagiert mit dem Tripeptid H-Arg(l'TOp)-Val~Tyr-OH-Hydrobromid in Gegenwart von vorzugsweise 3 Mol Triethylamin zum Tetrapeptide !Jach Umkristallisation aus Isopropanol wird das Z-Sarcosyltripeptid Z-Sar-Arg(IJOp)-Val-Tyr-OH in 10-20%igem Überschuß unter Zusatz von vorzugsweise 3 Mol IT-Ä'thylmorpholin mit dein Tetrapsptid X-HiS-PrO-Y-OiIb, welches in bekannter Weise hergestellt wird," umgesetzt. !lach Abtrennen des entstehenden Dicyclohexyl-Harnstoffs und des überwiegenden Anteils des Amin-Hydrobromids werden überschüssiges Z-Sarcosyltripeptid und Restharnstoff nach üblicher Aufarbeitung durch Umkristallisation des Oktapeptids aus Isopropanol und anschließendes nochmaliges Umfallen aus Methanol quantitativ entfernt.
Infolge der Verwendung des Nitrobenzyl-Schutzes besteht ein Vorteil des Verfahrens in der Möglichkeit der gleichzeitigen Abspaltung aller Schutzgruppen, die nahezu quantitativ in Gegenwart von 5% Pd/BaSCK in Eisessig/Methanol/Wasser-Gemischen gelingt c
Das erhaltene Produkt besitzt bereits einen hohen Reinheitsgrad und kann durch Chromatographie an Carboxymethylcellulose weiter aufgereinigt werden.
Aufgrund ihrer hemmenden Wirkung auf eine durch Angiotensin II hervorgerufene Erhöhung des Blutdrucks sind diese Peptide wirksame Mittel, um einer durch Angiotensin II verursachten Hypertension entgegen zu wirken. Das Verfahren ist auch geeignet zur Herstellung von Peptiden, die wie Angiotensin II hypertensiν wirken, was von der Wahl der C-terminalen Aminosäure abhängt»
Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren an Beispielen erläutert.
λ \ \\\\'-Aη 7 ύ
- 4 - ZO? ö63 . .
Beispiel 1 ί Z-Sarcosyl-nitroar^inyl^yalyl-tyrosin
#»46 g (20 mMol) Z-Sarcosin v/erden zusammen mit 20 inLIol Η0ΪΙΒ (3$58 g) in einem Gemisch aus 30 ml Dioxan und 20ml Tetrahydrofuran gelöst. Danach wird abgekühlt und bei 0 bis + 20G DGCI dazugegeben. Die Temperatur wird 30 min bei 0 bis + 20G gehalten. Es wird anschließend noch eine Stunde bei Raumtemperatur weitergerührt. Der ausfallende Dicyclohexyl-Harnstoff wird abgesaugt, das Piltrat eingeengt. Der rohe Z-Sarcosyl-OHB-ester kann nun entweder nach Umfallen aus Essigester/Hexan isoliert werden (Pp· 82-840C) oder sofort weiter in situ umgesetzt werden.
Der Rückstand v/ird in 15 ml DMF aufgenommen und mit einer Lösung von 10,8 g (16 mMol) H-Arg(ITO2)-VaI-Tyr-OH · 1,2 HBr (HBr-Gehalt wird vorher durch Titration bestimmt) und 5,36 ml Triethylamin in 50 ml DIv1IB1 (ausfallendes HEt3 · HBr bleibt unberüchsichtigt) vereinigt. Es wird 4 Tage bei Raumtemperatur gerührt« Die Reaktionslösung färbt sich während dieser Zeit gelblich. Das Lösungsmittel wird bei 4O0C im Vakuum entfernt und der ölige Rüchstand zuerst mit Essigester (20 ml) und dann mit 40 ml 2 η HCl verrieben. Anschließend rührt man fen inzwischen pulverig gewordenen Rückstand noch mit 5% HaHCO-, und schließlich mit Wasser aus,.Is wird getrocknet und 2 mal aus Isopropanol umkristallisiert.
Ausbeute: 10,6 g (83%) Pp. 139-14O0C
[ei] 20 a .. 2)2 (c s 1$ DMP)
Rf-Wert: 0,82 n-Butauol/Eisessig/Wasser 4:4:1
3? Si3
Beispiel 2 : Z-Sarcosyl-nitroarginyl-valyl^tyrosyl-valyl·» histidyl-prolyl-alanin-nitrobenzylester
5,47 g (7,6 mMol) R-Val-His-Pro-Ala-OHb » 2 HBr und 5,3 g (7,6 mMol.+ 10%) Z-Sar-Arg(H02)-Val-aJyr-0n v/erden zusammen mit 1,5 g (7,6 mMol + 10%) HOKB in 40 ml absol. DMP gelöst. Es wird auf -100C abgekühlt, 2,8 ml KAM hinzugefügt, 1,8 g DCCI gelöst in 10 ml DIIF addiert, 2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten und anschließend noch 3 Tage bei Raumtemperatur gerührt.
Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der Rückstand mit trockenem Äther verrieben. Danach wird nacheinander mit 5% NaHCOo, 5% KHSO4 und Wasser verrieben, lach dem Trocknen wird aus Isopropanol und anschließend noch einmal aus absol. Methanol umkristallisiert.
Ausbeute: 6,6 g (71%) nach Umkristallisation F · 215-2170C
f = - 36,6 (c = 1, DMP) Rf-Wert: 0,35 n-Butanol/Eisessig/Wasser 4:1:1 R,,-Wert: 0,81 see. Butanol/ 3% Ammoniak 100 : 44
Q <
~ 6
Beispiel 3 :
prolyl-«alanin
3 g des geschützten Oktapeptides, nach Beispiel 2 hergestellt, werden mit 2 g Pd/BaSO^ (5%) in 45 ml eines Lösungsmitteigemisches aus Methanol/Eisessig/Wasser im Verhältnis 3:3:1 hydriert, lach 48 h wird ein weiteres Gramm Katalysator zugefügt. Nach maximal 96 h ist die Hydrierung beendet. Der Katalysator wird abzentrifugiert und mehrfach gewaschen. Die vereinigten Zentrifugate und Waschlösungen werden im Vakuum vom Lösungsmittel befreit und das Produkt nach Auflösen in wenig Methanol mit Äther ausgefällt.
Ausbeute: 2,4 g F .^"2OO unter Zersetzung·
* - 79,8 (6 = 0,5, 1 η Bisessig)
Beispiel 4 J .?ri?i^?i?ilLyA^
histidyl-prolvl-isoleucin-nitrobenzylester
2g (2,51 mMol) H-Val-His-Pro-Ile-OITb 2HBr, hergestellt aus Z-VaI-HiS-IH-HH2 und H-Pro-Ile-OHb durch Azid-Synthese und Entfernen der Schutsgruppe, und 1,97 g (2,8 mMol) Z-Sar-ArgClTOg)· Val-Tyr-OH v/erden zusammen mit 495 mg (2,8 mMol) HOlIB in 25 ml DLIP gelöst. Es wird auf -100C abgekühlt, 0,78 ml (6,2 mMol) T$M hinzugefügt, 576 mg (-2,8 mMol) DCCI gelöst in 3 ml DlEP addiert, 2 Stunden bei dieser Temperatur gehalten und anschließend noch 3 Tage bei Raumtemperatur gerührt
Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der Rückstand mit trockenem Äther verrieben. Danach wird nacheinander mit 5% HaHCO3, 5%-KHSO. und V/asser verrieben. Nach dem Trocknen wird aus Isopropanol und anschließend aus Methanol umkristallisiert. '
Ausbeute: 2,8 g (77%) P 202-2050C
IjQ |2 = - 24,4 (c = 1, DIvIF)
Rf-Wert: 0,685 n-Butanol/Eisessig/Wasser 4:1:1
Rf-Wert: 0,94 n-Butanol/Eisessig/Wasser/Pyridin 9;2:6:7
Rf-Wert: 0,57 see. Butanol/ 3% NH3 100:44
Z-S ar 82%
ff ο r m e 1 s c h- e m a
H-Arg(NO2)-Val-Tyr-OH
1. DCCI/HOHB
2. Umkristallisation aus Isopropanol
Z-S ar-Arg (I1TO2) - Yal-Tyr-
OH
H-Val-His-Pro-Ala-OKb
1. DCCI/HOEB
2. Umkristallisation aus Isopropanol und Methanol
Z~Sar~Arg(IT02)~7al-Tyr-Yal-His-Pro~Ala-0Nb
2β CM-Zellulose
.Sar-Arg-Val-Tyr-Val-His-Pro-Ala
f4 .&
Verwendete Abkürzungen
Z- = Benzylcarbonyl
-OKb = p-Nitrobenzylester
HOEB = Ii-Hydroxy-norbornen-2,3-dicarbonsäureimid
DCCI = Dicyclohexylcarbodiimid
Sar = Sarcosin (IT-Metnylglyein)
VaI' = Valin
Tyr = Tyrosin
Arg(NO2) = g-Nitroarginin
Arg = Arginin
His = Histidin
Ala = Alanin
lie = Isoleucin
Leu . = Leucin
Pro = Prolin
Thr = Threonin
NAM = U-Äthylraorpholin
DMP = N-Dimethylformamid
OBu* = 't-Butyl ester
Bu* = t-Butyläther

Claims (3)

-ίο - 209 863 Erfindungsanspruch
1· Verfahren zur Herstellung von Peptiden der allgemeinen Formel I
in denen X = VaI oder He
und Y = eine neutrale hydrophobe Aminosäure wie
Ile,Ala,Leu,Thr(OMe) oder Thr darstellt,
dadurch'gekennzeichnet, daß Z-Sarcosin an Η-Arg(HOp)-Val»ü?yr-OH, und das entstandene Z-Sarcosyltripeptid an X-His-Pro-Y-OIJb kondensiert wird, jeweils unter Zusatz τ;:\γνοη Dicyclohexylcarbodiimid (DCCI) und IT-Hy droxy-norbornen-2,3-dicarbonsäureimid (HOBB) und in Gegenwart von mindestens 2 Mol eines tertiären Amins und anschließend das erhalt eine Oktapeptid I nacheinander aus Isopropanol und Methanol umkristallisiert wird«
2. Verfahren nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß Z-Sar in THF/Dioxan in den aktivierten Esi?er überführt wird, der nach Isolierung oder in situ mit Arg(NOp)-Val-Tyr-Hydrobromid unter Zusatz von vorzugsweise 3 Mol Triäthylamin umgesetzt wird.
3· Verfahren nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß das Z-Sarcosyltripeptid Z-Sar-Arg(UOg)-Val-Tyr-OH und die Kondensationsmittel in 10-20% Überschuß eingesetzt werden, unter Zusatz von vorzugsweise 3 Mol U-iithylmorpholin.
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