DD142201A1 - Verfahren zur herstellung sulfonsaeuregruppenhaltiger 1:2-chromkomplexazofarbstoffe - Google Patents

Verfahren zur herstellung sulfonsaeuregruppenhaltiger 1:2-chromkomplexazofarbstoffe Download PDF

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Ernst-Adolf Jauer
Hans-Walter Modrow
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Jauer Ernst Adolf
Modrow Hans Walter
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Abstract

Verfahren zur Herstellung sulfonsäuregruppenhaltiger 1:2-Chromkomplexazofarbstoffe mit verringerter Abwasserbelastung, gekennzeichnet dadurch, dass man ein Gemisch von 0,0´-Dihydroxymonoazofarbstoffen, von denen sich mindestens einer vom 2-Hydroxynaphtalin ableitet, in wässrigem Medium mit der erforderlichen Menge eines anorganischen Chromsalzes und weniger als 0,8 Mol, bevorzugt 0,15 bis 0,25 Mol, Salicylsäure bezogen auf 1 Mol Chromsalz bei einem Ausgangs-pH-Wert kleiner als 7 auf 80 bis 100 Grad C erhitzt, bis ein pH-Wert von 2 bis 3 erreicht ist, sodann für 3 bis 6 Stunden in diesem pH - Bereich hält, anschließend einen pH-Wert zwischen 7 und 12 einstellt und danach den gebildeten 1:2-Chromkomplexazofarbstoff in an sich bekannter Weise isoliert.

Description

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Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung sulfonsäuregruppenhaltiger 1:2~Chromkomplexazofarbstoffe mit verringerter Abwasserbelastung.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Zur Herstellung sulfonsäuregruppenhaltiger 1:2-Chromkomplexfarbstoffe sind eine Reihe von Verfahren bekannt. Beispielsweise ist es möglich, sulfonsäuregruppenhaltige, sich vom 2-Hydroxynaphthalin ableitende ο,ο'-Dihydroxymonoazofarbstoffe im sauren Medium bei Temperaturen über 100 0C mit bestimmten Chromsalzen, wie Chromfluorid, Chromformiat oder Chrom-III-chlorid zu einem 1:1-Komplex umzusetzen und diesen 1:1-Komplex in neutralem bis alkalischem Medium mit einem weiteren Mol o,o'-Dihydroxymonoazofarbstoff zum 1:2-Komplex umzusetzen, wobei der zweite Farbstoff sowohl vom ersten verschie-
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den als auch mit dem ersten Molekül identisch sein kann· Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß zur technischen Realisierung ein hoher Aufwand an Apparaten, Zeit und Energie notwendig ist· In der Praxis werden deshalb zur Herstellung dieser sulfonsäuregruppenhaltigen 1:2-Chromkomplexfarbstoffe häufig Verfahren angewendet, wie sie auch für die Herstellung solcher 1:2-Chromkomplexfarbstoffe benutzt werden, die anstelle von Sulfonsäuregruppen Sulfonamidgruppen oder Alkylsulfongruppen enthalten· Als bekanntestes derartiges Verfahren ist hier das sogenannte Disalicylatochromatverfahren zu nennen, welches dadurch charakterisiert ist, daß die Chromierung der beiden ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffe mit Hilfe des in alkalischer lösung beständigen Natrium- oder AmmoniumdisalicylatochromatS-(III) bei Temperaturen unter 100 0C und einem pH-Wert von 7 bis 12 durchgeführt wird. Ein ähnliches Verfahren benutzt Oxalsäure statt Salicylsäure. Der Nachteil dieser Verfahren liegt darin, daß nach beendeter Reaktion die gesamte Salicylsäure bzw. Oxalsäure als Alkalisalz im Abwasser verbleibt, was eine schwere Umweltbelastung darstellt. Eine Möglichkeit zur Verringerung dieses Nachteils ist durch die DD-PS 104 003 gegeben. Danach wird die Chromierung mit einem Chromierungsagenz, das je Atom 0,2 bis 1,2 Mol Salicylsäure enthält, so durchgeführt, daß das heiße Chromierungsagenz mit der alkalischen Farbstoffsuspension versetzt und unmittelbar nach dem Erreichen der Reaktionstemperatur von 80 bis 95 0C auf einen pH-Wert von 7 bis 12 eingestellt wird. Dieses Verfahren erlaubt in der Praxis die Verringerung der Salicylsäuremenge auf die Hälfte gegenüber dem Disalicylatoverfahren. Bei weiterer Verringerung des Molverhältnisses Chrom : Salicylsäure von 1:1 in Richtung auf ein Verhältnis von 1 : 0,2 muß die Reaktionszeit ganz erheblich verlängert werden, so daß solch ein Arbeiten mit geringeren Salicylsäuremenge η als im bevorzugten Bereich der DD-PS 104 OO3 angegeben fertigungstechnisch nicht vertretbar ist.
21 1 388 -3- 199°
WP C 09 B / 211 388 Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung sulfonsäuregruppenhaltiger 1:2-Chromkomplexazofarbstoffe, das auch bei Anwendung von Salicylsäuremengen, die unterhalb des in der DD-PS 104 003 bevorzugt angegebenen Bereiches liegen, eine technisch vertretbare und günstige Reaktionsgeschwindigkeit aufweist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Erfindungεgemaß wird das Gemisch der ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffe nach Zugabe von weniger als 0,8 Mol, bevorzugt 0,15 bis 0,25 Mol, Salicylsäure je Mol anzuwendendes Chrom auf einen pH-Wert χ 7 eingestellt und nach Zugabe des Chromsalzes auf 80 bis 100 0C aufgeheizt. Das Reaktionsgemisch wird unter diesen Bedingungen zunehmend saurer. Ist der pH-Wert auf etwa 2 bis 3 abgefallen, wird ein weiteres Absinken durch Zugabe von Alkali, vorzugsweise Soda, verhindert· Nach 3 bis 6 Stunden wird die Bildung des 1:2-Komplexes durch Erhöhung des pH-Wertes auf 7 bis 12 bewirkt, wozu man vorteilhaft ebenfalls Soda verwendet. Die Bildung des 1:2-Chromkomplexes nach diesem Verfahren ist dann nach etwa 1 bis 2 Stunden abgeschlossen, so daß für die Gesamtdauer der Chromierung sich der technisch günstige Zeitaufwand von 5 bis 8 Stunden ergibt. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht also eine entscheidende Senkung der für die Chromierung erforderlichen Salicylßäuremenge und damit eine wesentliche Verringerung der Abwasserbelastung. Darüber hinaus wurde überraschenderweise gefunden, daß das erfindungsgemäße Verfahren im Gegensatz zu den bisher großtechnisch praktizierten Arbeitsweisen eine Reduzierung der erforderlichen Chrommenge auf den stöchiometrischen Wert erlaubt, wodurch eine weitere Senkung der Abwassertoxizität erreicht wird. Weiterhin konnte festgestellt
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werden, daß die nach dem neuen Verfahren hergestellten Farbstoffe eine verbesserte Löslichkeit gegenüber den nach bekannten Verfahren hergestellten Farbstoffen aufweisen.
Das nachfolgende Beispiel dient der näheren Erläuterung der Erfindung, ohne diese hierauf beschränken zu wollen.
AusfÜhrungsbeisTJJe 1
15,4 Ma.-Teile 5-Nitro-2-aminophenol werden in 200 Vol.-Teilen Wasser suspendiert und nach Zugabe von 14 Vol.-Teilen Salzsäure 20 οΒέ bei 10 0C mit 6,9 Ma.-Teilen Natriumnitrit diazotiert. Anschließend wird mit Sodalösung schwach kongosauer eingestellt» Die so erhaltene Diazoniumlösung läuft bei 0 0C in eine Lösung von 28,8 Ma.-Teilen 2-Naphthol und 20 VoI.-Teilen Natronlauge 35 0Be in 500 Vol.-Teilen Wasser. Nach Zugabe von 20 Ma.-Teilen Soda wird auf 20 0C angewärmt. Anschließend werden 29,5 Ma.-Teile Nitrodiazoamidolsäure eingetragen und bis zur Beendigung der Reaktion gerührt. Das Reaktionsgemisch wird mit 2 Ma.-Teilen Salicylsäure versetzt und mit 35 Vol.-Teilen Salzsäure 20 οΒβ auf pH 6 eingestellt. Nach Zugabe von 35 Ma.-Teilen eines basischen Chromsulfats mit einem Cr20~-Gehalt von 25 % wird auf 95 0C angeheizt. Nach etwa 30 Minuten sinkt' der pH-Wert auf 2 und wird durch Sodazugabe 5 Stunden zwischen 2 und 3 gehalten. Anschließend wird mit 10,5 Ma.-Teilen Soda auf pH 8 bis 9 gestellt und 90 Minuten bei 95 0C gerührt. Durch Zugabe von Kochsalz und Essigsäure wird der 1:2-Chromkomplexfarbstoff nunmehr in bekannter Weise isoliert.

Claims (1)

  1. 2 11 388 - 5 - 1990
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    Erfindungsanspruch
    Verfahren zur Herstellung sulfonsäuregruppenhaltiger 1:2-Chromkomplexazofarbstoffe mit verringerter Abwasserbelastung, gekennzeichnet dadurch, daß man ein Gemisch von ο,ο·-Dihydroxymonoazofärbstoffen, von denen sich mindestens einer vom 2-Hydrοxynaphthaiin ableitet, in wäßrigem Medium mit der erforderlichen Menge eines anorganischen Chromsalzes und weniger als 0,8 Mol, bevorzugt 0,15 bis 0,25 Mol, Salicylsäure bezogen auf 1 Mol Chromsalz bei einem Ausgangs-pH-7/ert kleiner als 7 auf 80 bis 100 0C erhitzt, bis ein pH-Y/ert von 2 bis 3 erreicht ist, sodann für 3 bis 6 Stunden in diesem pH-Bereich hält, anschließend einen pH-TCert zwischen 7 und 12 einstellt und danach den gebildeten 1:2-Chromkomplexazofarbstoff in an sich bekannter Weise isoliert·
DD21138879A 1979-03-05 1979-03-05 Verfahren zur herstellung sulfonsaeuregruppenhaltiger 1:2-chromkomplexazofarbstoffe DD142201B5 (de)

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