DD144706A1 - Fungizid - Google Patents

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DD144706A1
DD144706A1 DD21413479A DD21413479A DD144706A1 DD 144706 A1 DD144706 A1 DD 144706A1 DD 21413479 A DD21413479 A DD 21413479A DD 21413479 A DD21413479 A DD 21413479A DD 144706 A1 DD144706 A1 DD 144706A1
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DD
German Democratic Republic
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fatty acids
fungicides
phytophthora infestans
active ingredients
late blight
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DD21413479A
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English (en)
Inventor
Heinz Seidel
Beate Voigt
Ulf Thust
Hans-Dieter Pfeiffer
Helmut Sandvoss
Original Assignee
Heinz Seidel
Beate Voigt
Ulf Thust
Pfeiffer Hans Dieter
Helmut Sandvoss
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Abstract

Fungizide, insbesondere zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans). Ziel der Erfindung war es, fungizide Wirkstoffe zu finden, die keine toxischen Nebenwirkungen hervorrufen und deren Herstellung kostengünstig möglich ist. Die Aufgabe der Erfindung· bestand in der Bereitstellung von Fungiziden, die nicht schwermetallhaltig sind. Es wurde gefunden, daß Fettsäuren, •die aus Lipidextrakten der mikrobiellen Fermentation von Kohlenwasserstoffen gewonnen werden, bei Aufwandkonzentrationen von 0,5 bis 10 kg/ha, fungizide Wirkstoffe, insbesondere gegen die Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) darstellen. Von besonderem Vorteil ist die geringe Toxizität des Wirkstoffgemisches. Die Erfindung kann in der Landwirtschaft angewendet werden.

Description

Fungizid
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Fungizid, insbesondere zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), vorzugsweise an Kartoffeln und ist in die IPK A 01 K einzuordnen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Als Fungizide zur Bekämpfung insbesondere der Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln und anderen Pflanzen werden vorwiegend Triphenylzinnverbindungen, Zink- und Mangandithiocarbamate und Kupfersalze verwendet. (R* Wegler, Chemie der Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Berlin, 1970, 1977)· Daneben sind eine Vielzahl anderer chemischer Verbindungen vorgeschlagen worden, ohne zu wirtschaftlicher Bedeutung zu gelangen« Die bekannten und verwendeten Fungizide besitzen generell den Nachteil, daß sie schwermetallhaltig sind· Ihre Anwendung führt in jedem Fall zu bestimmten .Pflanzenschädigungen und es verbleiben metallhaltige Rückstände auf den Pflanzen, die ein Risiko für die pflanzliche und tierische Nahrungskette darstellen· ·
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, fungizide Wirkstoffe, insbesondere gegen die Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) zu finden, die keine toxischen Nebenwirkungen hervorrufen und deren Herstellung kostengünstig möglich ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Substanzen mit fungizider Wirksamkeit bereitzustellen, die nicht schwermetallhaltig sind,
Überraschenderweise wurde gefunden, daß Fettsäuren und fettsäurehaltige Fraktionen, die aus Lipidextrakten der mikrobiellen Fermentation von Kohlenwasserstoffen mit Hefen oder Bakterien gewonnen werden, eine hohe fungizide Wirksamkeit, insbesondere gegen die Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), die besonders an Kartoffeln hohe Schädigungen hinterläßt, aufweisen· Die Fettsäuren und fettsäurehaltigen Fraktionen können aus den Lipidextrakten mit Hilfe bekannter Verfahren gewonnen werden, wie sie z/b. in DD-PS 110 037, DE-OS 2 756 977 und GB-PS 1 410 091 beschrieben sind.
Wenn der Lipidextrakt von Mikroorganismen stammt, die aus Fermentationen unter Verwendung eines Erdöldestillat schnittes, z.B. der Siedelage 240 bis 380 0C, gewonnen worden sind, haben die aus dem Extrakt isolierten Fettsäuren eine Länge der Kohlenstoffkette im Bereich von 12 bis 20, wobei ein verhältnismäßig hoher Anteil eine Kettenlänge von 17 aufweist. Der Anteil der ungesättigten Fettsäuren beträgt > 30 Gew.%, vorzugsweise etwa 50 bis 70 Gew.%« Insbesondere sind die CL,-,- und C4O-Fettsäuren
1 / Io
im wesentlichen ungesättigt, wobei ein erheblicher Teil mehrfach ungesättigt ist* Fettsäuren, die aus den unter Verwendung von η-Paraffinen als Kohlenstoffquelle stammenden Mikroorganismen isoliert werden, sind den Fettsäuren
aus den unter Verwendung von Erdöldestillatschnitten gezüchteten Mikroorganismen ähnlich, wenn die n-Paraffine in beiden KohlenstoffSubstraten identisch sind. Die erfindungsgemäßen Fettsäuren können mit üblichen Hilfsstoffen zu entsprechenden Formulierungen verarbeitet werden. Zum Einsatz können auch mit Fettsäuren angereicherte Fraktionen des Lipidextraktes gelangen« Zur Erhöhung der Dauerwirksamkeit hat sich die Anwendung von Haftmitteln bewährt. Die Anwendungskonzentration beträgt 0,5 bis 10 kg, vorzugsweise 1 bis 5 kg Wirkstoffgemisch pro Hektar.
Die fungizide Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Fettsäuren, insbesondere gegen die Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), beruht auf der gemeinsamen Anwesenheit der angeführten Fettsäuren.
Eine Wirkung gegen Warmblüter, Insekten sowie auf Pflanzen konnte bei den Anwendungskonzentrationen nicht beobachtet werden, was einen bedeutenden Fortschritt gegenüber anderen Fungiziden darstellt.
Die Toxizität des Wirkstoffgemisches ist äußerst gering und beträgt (oral an Ratten) 4000 bis 8000 mg/kg. Es wird nach der Applikation ohne Hinterlassung toxischer Rückstände abgebaut.
Das folgende Beispiel dient der weiteren Erläuterung der Erfindung, ohne 3ie zu beschränken.
Beispiel
Aus einem mikrobiellen Lipidextrakt, der als Nebenprodukt bei der Fermentation von Kohlenwasserstoffen aus einem Erdöldestillatschnitt der Siedelage 240 bis 380 0C mit einem Stamm der Hefe Candida guilliermondii anfällt, wurden nach bekannten Verfahren die Fettsäuren sowie fettsäurehaltigen Fraktionen abgetrennt· Die Fettsäuren hatten die in Tabelle 1 genannte Zusammensetzung:
Tabelle 1 Zahl der Doppel bindungen Ungefährer Anteil, Gew.%
0 1,0 1,0 Oi3
Länge der C-Kette 0 2,0 2,0 0U '
13 O 1 4,5 y ' 0,9 ) 5,4 C15
14 O 1 8,0 ) 10,0 ) 18,0 C16
15 15 0 6,9 )
16 16 1 31,5 ] 41,1 C17
17 2 2,7 )
17 O 6,1 }
17 1 2 13,1 ) . 10,5 ] 31,7 C18
18 3 2,0 )
18 18 0,8 0,8
18
Hicht bestimmt
100,0
2ί 413
Folgende Arten von Säuren waren vorhanden:
Geradzahlige Fettsäuren etwa 52 Gew./ζ
Ungeradzahlige Fettsäuren etwa 48 Gew*%
Gesättigte Fettsäuren etwa 29 Gew.%
Ungesättigte Fettsäuren etwa 71 Gew«%
Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Fettsäuren wurden folgende Wirkstoffgeinische in Form von festen und flüssigen Präparationen auf ihre Wirksamkeit gegenüber Phytophthora infestans geprüft:
Mittel A 20 % Wirkstoffe, Flüssigformulierung Mittel B 50 % Wirkstoffe, Feststofformulierung Mittel C 50 % Wirkstoffe, Feststofformulierung
mit 2 % Haftmittel
Methodik
Tomatenpflanzen (Lycopersicmn esculentum) wurden mit der Y/irkstoffemulsion bzw. -suspension in der angegebenen Konzentration bespritzt«
Nach Abtrocknung des Spritzbelages wurde entweder ohne oder mit Beregnung (mit einer Menge von 10 l/m') auf dem Testpilz Phytophthora infestans infiziert.
Nach 48 Stunden bei 96 % relativer Luftfeuchte und + 20 0C wurde gelüftet und die Pflanzen normalen Gewächshausbedingungen ausgesetzt« Die Bewertung erfolgte nach 6 bis 8 Tagen durch Bonitierung des Blattbefalls und der Pflanzenschädigung. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle_2
Mittel Aufwandmenge Wirksamkeit gegen
kg Wirkstoff/ha Phytophthora infestans
ohne Bereg- mit Beregnung nung
A A A A
5 1 0,5
4 4 4 3 4 4 3 2
Pflanzenverträg lichkeit
4 4 4
B B B B
5 . 1 0,5
4 4 4 4 4 4 4
4 4 4-4
C C C C
5 1
0,5
4 4 4 4 4 4 4 4
4 4 4 4
Bonitur: Wirksamkeit
voll wirksam
gut wirksam
mäßig wirksam
unwirksam
Pflanzenverträglichkeit
keine Schädigung
äußerst geringe Schädigung deutliche Schädigung schwere Schädigung

Claims (5)

Patentanspruch
1* Fungizide, insbesondere zur Bekämpfung der Kraut- und
Knollenfäule (Phytophtora infestans), vorzugsweise
an Kartoffeln, dadurch gekennzeichnet» daß sie neben
üblichen Ililfs- und Trägerstoffen als Wirkstoffe höhere Fettsäuren enthalten, die aus Lipidextrakten der mikrobiellen Fermentation von Kohlenwasserstoffen gewonnen
werden,
2. Fungizide nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Kohlenstoffkette der Fettsäuren einen Bereich von 12 bis 20 umfaßt, wobei ein verhältnismäßig großer
Anteil der Fettsäuren eine Kettenlänge von 17 aufweist.
3· Fungizide nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der ungesättigten Fettsäuren > 3OQew,%9 vorzugsweise etv/a 50 bis 70 Gew«%, beträgt«
4· Fungizide nach Punkt 1 bis 3> dadurch gekennzeichnet, daß sie in Aufwandmengen von 0,5 bin 10, vorzugsweise 1 bis 5 kg/ha j angewendet werden.
5· Fungizide nach Punkt 1 bis 4» dadurch gekennzeichnet, daß sie als Spritzpulver und Smulsionskonzentrate vorzugsweise mit Haftmittelzusatz ver?/endet werden.
DD21413479A 1979-07-05 1979-07-05 Fungizid DD144706A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0746204A4 (de) * 1994-02-23 1998-09-30 Univ Bar Ilan Pflanzenschutz unter verwendung von fischöl

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