DD147784A3 - Verfahren zur herstellung von zellstoff aus stroh - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Stroh, welches in Gegenwart von Sauerstoff arbeitet und aus einer Stufe besteht. Ihr Ziel ist es, den Aufschluszprozesz durch Einsatz eines geeigneten Alkalispenders so zu gestalten, dasz die Zellulosefaser eine moeglichst schonende Behandlung erfaehrt, jedoch ein voll aufgeschlossener Zellstoff erhalten wird. Dies wird erreicht, indem Stroh unter Verwendung eines Gemisches von Natriumhydroxid und Natriumkarbonat als Aufschluszmittel aufgeschlossen wird.
Description
-a- 2097
Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Stroh Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft im Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Stroh, welches in Gegenwart von Sauerstoff arbeitet und aus einer Stufe besteht.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es ist bekannt, Stroh nach dem Sulfat- oder Natronverfahren aufzuschließen.
Diese Verfahren führen zu qualitätsmäßig guten Zellstoffen, Jedoch fallen dabei Abwässer an , die mit ihren hohen CSV- und BSBt--Werten Abwasseranlagen mit einem hohen ökonomischen Aufwand erfordern. Darüber hinaus führt das Sulfatverfahren infolge der beim Aufschluß entstehenden schwefelhaltigen Abgase zu einer enormen Geruchsbelästigung.
Beim Aufschluß, von Holz ist es bekannt, den Aufschluß mit einem schwefelfreien Alkalispender in Gegenwart gasförmigen Sauerstoffs zu erzielen (Revue A.T.I.P. Paris 27 (1975) 2, S. 139-145, Bum.prom. Hoskau (1975) 9, S. 5-7)· Dieses Verfahren ergibt nahezu geruchlose Abgase sowie Ablaugen, die wesentlich niedrigere CSV- und BSBe-Werte aufweisen. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß es in zwei Stufen durchgeführt wird, wobei in der ersten Stufe das Material alkalisch vorimprägniert wird"und der eigentliche Sauerstoffaufschluß in der zweiten Stufe erfolgt. Dies erhöht den ökonomischen Aufwand, Außerdem führt das Verfahren bei Stroh als Ausgangsmatefial unter Verwendung der als Alkalispender bekannten Natronlauge nicht zu befriedigenden Srgeb-
Es ist für den Aufschluß von Stroh auch ein einstufiges Verfahren bekannt, bei dem als einziges Aufschlußmittel Natriumkarbonat in Gegenwart von Sauerstoff verwendet wird (Revue A.T.I.P. Paris 31 (1977) 4, S. 131-135). Dieses -/Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß sehr harte Zellstoffe von HalbzellstoffCharakter entstehen und gleichzeitig eine hohe Chemikalienmenge notwendig ist.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, Stroh nach dem Sauerstoff-Alkali-Verfahren in einer Stufe so delignifizieren und dabei den Aufschlußprozeß so zu gestalten, daß die Zellulosefaser eine möglichst schonende Behandlung erfährt, jedoch ein voll aufgeschlossener Zellstoff erhalten wird.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen geeigneten Alkalispender zu finden.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem Stroh unter Verwendung eines Gemisches von Natriumhydroxid und Natriumkarbonat als Aufschlußmittel aufgeschlossen wird. Dabei wird Natriumhydroxid und Natriumkarbonat vorzugsweise in einem Verhältnis 1 zu 3 zu 1, bezogen auf NapO, verwendet. Die Gesamtalkalimenge von Natriumhydroxid und Natriumkarbonat beträgt vorzugsweise 12 bis 18 % Na?0, bezogen auf die Trockenmasse des eingesetzten Strohes.
Au εifuhrυngsbeispiel
Die Erfindung wird anhand der nachstehenden Ausführungsbeispiele erläutert.
0 974 4
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird bis auf eine Stoffdichte von 25 % mit einer wäßrigen Lösung, bestehend aus 8 % Ua2O als Na2CO3 und 8 % Na2O als NaGO sowie 1 % MgSO, als Schutzkolloid, versetzt. Nach Zugabe von Sauerstoff bis zu einem Partialdruck von 0,8 L1IPa wird die Aufschlußmischung während einer Anheizzeit von 60 min auf 4230K erhitzt. Der Aufschluß erfolgt in einer anschließenden Kochzeit von 40 min. Nach Abtrennung der Ablauge wird ein voll aufgeschlossener Zellstoff erhalten. Die Eigenschaften des Zellstoffs wie auch der sich aus den folgenden Beispielen ergebenden Zellstoffe sind aus der zugehörigen Tabelle ersichtlich.
Gehöckseltes ungarisches '.Veizenstroh wird auf die gleiche Weise wie im Beispiel 1 behandelt. Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß es gegenüber dem qualitativ schlechteren Stroh zu günstigeren Kennwerten führt.
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird mit einer wäßrigen Lösung, bestehend aus 11,75 % Na2O als Na2COo und 11,75 % Na2O als NaOH, versetzt und unter den Bedingungen wie im Beispiel 1 aufgeschlossen.
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird unter den Bedingungen wie im Beispiel 1 bei einer Temperatur von 413°K aufgeschlossen. .
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird unter den Bedingungen wie im Beispiel 1 bei einer Temperatur von 433°K aufgeschlossen.
Yergleichsbeispiel 1 ,
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird nach einem bekannten Verfahren bis auf eine Stoffdichte von 25 % mit einer wäßrigen Lösung,bestehend aus 23»5 % ΝβρΟ als NaOH sowie 1 % MgSO. als Schutzkolloid, versetzt. Nach Zugabe von Sauerstoff bis zu einem Partialdruck von 0,ö MPa wird das Aufschlußgemisch während einer Anheizzeit von 60 min auf 423°K erhitzt. Kochzeit von 40 min.
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird unter den Bedingungen wie im Vergleichsbeispiel 1 mit einer wäßrigen Lösung, bestehend aus 16 % Na„0 als NaOH, aufgeschlossen.
Gehäckseltes Weizenstroh aus der DDR wird unter den Bedingungen wie im Vergleichsbeispiel 1 mit einer wäßrigen Lösung, bestehend aus 12 fs Na?0 als NaOH, aufgeschlossen.
Claims (3)
- 209744Erfindungsansprucn1. Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Stroh, welches in Gegenwart von Sauerstoff arbeitet und aus einer Stufe besteht, dadurch gekennzeichnet, daß als AufSchlußmittel ein Gemisch von Natriumhydroxid und Natriumkarbonat verwendet wird·
- 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß Na-.'j triumhydroxid und Natriumkarbonat im Verhätlnis von 1 zu 3 bis 3 zu 1, bezogen auf Na2O, eingesetzt werden.
- 3. Verfahren nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Natriumhydroxid und Natriumkarbonat in einer Gesamtmenge von 12 bis 16 % NapO, bezogen auf die Trockenmasse des . eingesetzten Strohs, verwendet werden.
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