DD148010A1 - Verfahren und vorrichtung zum ziehen von metallischem umformgut - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Metallurgie und ist anwendbar zum Ziehen von metallischem Umformgut in Form von Draht, Stangen, Rohren, Profilen und aehnlichem. Das Ziel der Erfindung besteht in einer Vereinfachung der Technologie, einer Steigerung der Arbeitsproduktivitaet und einer Verbesserung der Qualitaet beim Ziehen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Umformgut mehrstufig umzuformen, bei Vermeidung des Einsatzes von Beschichtungs- und Trocknungsvorrichtungen fuer die Vor- und Zwischenbeschichtung mit einem Schmiermittel und bei Vermeidung der Bildung eines nennenswerten Schmiermittelrestes auf dem umgeformten Gut. Diese Aufgabe wird dadurch geloest, dasz das Umformgut in einem Zug durch zwei oder mehrere Arbeitsziehsteine gezogen wird, wobei das Umformgut vor dem ersten Arbeitsziehstein sowie zwischen den folgenden Arbeitsziehsteinen mit einem fluessigen Schmiermittel kontaktiert wird, welches aus einer Fluessigkeit und einem darin enthaltenen festen oder halbfesten Schmierstoff besteht.
Description
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Verfahren und Vorrichtung zum Ziehen von metallischem Umformgut .
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Metallurgie, Objekte, bei denen die Anwendung der Erfindung möglich und zweckmäßig ist, sind Verfahren und Vorrichtungen zum Ziehen von metallischem Umformgut in Form von Draht, Stangen, Rohren, Profilen und ähnlichem»
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Zum Ziehen von metallischem Umformgut wurde bereits vorgeschlagen, ein flüssiges Schmiermittel, bei dem in einem organischen Lösungsmittel Salze von Fettsäuren als Schmierstoff gelöst enthalten sind, auf das Umformgut homogen aufzutragen (WP C 10 M/205 929) und danach zu trocknen. Das derart beschichtete Umformgut wird- anschließend dem Arbeitsziehstein zugeführt. Für das Auftragen des flüssigen Schmiermittels wurde bereits eine Vorrichtung vorgeschlagen, bei der innerhalb eines geschlossenen Schmiermittel-Auffangbehäiters ein geschlossener, mit dem flüssigen Schmiermittel gespeister Beschichtungsbehälter angeordnet.ist (WP B 21 C/ 210 026). Für das notwendige Trocknen der aufgetragenen Schmiermittelschicht wurde bereits vorgeschlagen, das beschichtete Umformgut durch einen Trockenkanal zu transportieren, durch den Luft mit innerhalb des Kanals gewollt erzeugter Turbulenz und/oder Druckänderung längs des Kanals gesaugt oder geblasen wird und der erforderlichenfalls mit einer
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Lösungsmittelrückgewinnungsanlage gekoppelt ist (WP B 21 C/ 210 027).
Diese Technologie hat gegenüber der üblichen Technologie, bei der feste Schmierstoffe in pulvriger Form eingesetzt werden, eine Reihe wesentlicher Vorteile. Allerdings ist bei sehr hohen Umformgeschwindigkeiten für die erforderliche schnelle Trocknung ein relativ großer apparativer Aufwand notwendig, z.B. eine zusätzliche Erwärmung des Umformgutes. Vor- und Nachteile ergeben sich aus dem beim vorgeschlagenen Verfahren in der Regel auf dem Umformgut nach der einstufigen Umformung verbleibenden Schmiermittelrest. Dieser kann in bestimmten Fällen bei der Weiterverarbeitung des fertig gezogenen Umformgutes störend wirken, beispielsweise bei seiner Weiterverarbeitung zu Schweißelektroden bezüglich einer ordnungsgemäßen Beschichtung mit dem Flußmittel oder' bei der Drahtglasherstellung,3bei der durch den Schmiermittelrest unerwünschte Farbeffekte entstehen können. Andererseits kann das Umformgut in vorteilhafter V/eise in einem Zug durch mehrere Arbeitsziehsteine gezogen werden, ohne daß eine Zwischenbeschichtung des Umformgutes zwischen den Ziehsteinen notwendig ist, sofern der Schmiermittelrest, in ausreichender Dicke und als ununterbrochener Überzug vorliegt. Diese Qualitätsmerkmale des Schmiermittelrestes sind jedoch nur bei bestimmten Festigkeiten des Umformgutes und bei Einhaltung spezieller Verfahrensbedingungen gesichert.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht in der Schaffung von Voraussetzungen für eine Vereinfachung der Technologie, die Steigerung der Arbeitsproduktivität und die Verbesserung der Qualität beim Ziehen von metallischem Umformgut.
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Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Umformgut mehrstufig umzuformen, bei Vermeidung des Einsatzes von Beschichtungs- und Trocknungsvorrichtungen für die Vor- und Zwischenbeschichtung mit einem Schmiermittel und bei Vermeidung der Bildung eines nennenswerten Schmiermittelrestes auf dem umgeformten Gut.
Diese Aufgabe ist nach der Erfindung mit einem Verfahren gelöst, bei dem das Umformgut in einem Zug durch zwei oder mehr Arbeitsziehsteine gezogen wird, wobei das Umformgut vor dem ersten Arbeitsziehstein sowie zwischen den folgenden Arbeitsziehsteinen mit einem flüssigen Schmiermittel kontaktiert wird, welches aus einer Flüssigkeit und einem darin enthaltenen festen oder halbfesten Schmierstoff besteht.
Zur Durchführung des Verfahrens beinhaltet die Erfindung eine Vorrichtung, bestehend aus einem mit einem flüssigen Schmiermittel gespeisten Behälter mit einer Eintritts- und einer Austrittsöffnung für das Umformgut, wobei in der Austrittsöffnung ein Arbeitsziehstein und davor innerhalb des Behälters weiterhin ein oder mehrere Arbeitsziehsteine angeordnet sind und das Schmiermittel aus einem in einer Flüssigkeit enthaltenen festen oder halbfesten Schmierstoff besteht.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist es in besonders einfacher Weise möglich, Umformgut mehrstufig und mit hohen Umformgeschwindigkeiten umzuformen. Das umgeformte Umformgut verläßt die erfindungsgemäße Vorrichtung blank, d.h. ohne einen nennenswerten Schmiermittelrest. Das ist besonders vorteilhaft, wenn das Umformgut anschließend ohne eine weitere Umformung direkt zu Fertigprodukten verarbeitet werden soll. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht auch darin, daß ein blankes Ausgangsmaterial Verwendung finden kann. Damit entfallen das Aufbringen einer Schmiermittelträgerschicht sowie Beschichtung^- und Trocknungsvorrichtungen für die Vor- und Zwischenbeschichtung mit' einem festen oder halbfesten S chmi ermi11 el#
Vorteilhaft ist auch, daß rait dem in den Behälter gespeisten flüssigen Schmiermittel die Temperaturverhältnisse im Arbeitsziehstein und im Umformgut gezielt beeinflußt werden können. Hervorzuheben ist darüber hinaus der geringe Schmiermittelverbrauch, insbesondere der Verbrauch an Schmiermittelflüssigkeit, in welcher der Schmierstoff enthalten ist·
Der Erfindung liegt ein völlig neues Wirkprinzip zugrunde. Dieses besteht darin, daß auf dem im Behälter mit flüssigem Schmiermittel kontaktierten Umformgut unmittelbar vor dem Ziehhol der Arbeitsziehsteine ohne besondere Trockeneinrichtungen ein dünner, trockener Film des im Schmiermittel enthaltenen festen oder halbfesten Schmierstoffs entsteht, da infolge der im Umformgut erzeugten Umformwärme - die auch entgegen der Transportrichtung vor den Arbeitsziehstein geleitet wird - die im Schmiermittel enthaltene Flüssigkeit vor dem Arbeitsziehstein schnell verdampft und sich dabei um das Umformgut eine Gasblase bildet, welche den Schmierstoffilm von dem im Behälter befindlichen flüssigen Schmiermittel trennt. Dadurch ist gewährleistet, daß auch bei sehr hohen Ziehgeschwindigkeiten in den Arbeitsziehstein ein mit einem trockenen Schmierstoffilm versehenes Umformgut einläuft und damit die den festen Schmierstoffen anhaftenden Vorteile, insbesondere deren hohe dynamische Viskosität voll zur Geltung kommen.
Mit dem neuen Wirkprinzip wird erreicht, daß nur ein sehr dünner, aber völlig ausreichender Schmierstoffilm entsteht. Damit wird dem Ziehhol in vorteilhafter Weise nicht mehr Schmierstoff zugeführt, als zur Aufrechterhaltung guter Schrnierverhältnisse notwendig ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann.infolge der genannten Vereinigung mehrerer technologischer Schritte sehr klein ausgeführt werden und eignet sich dadurch auch gut zur Nachrüstung an bereits vorhandenen- Ziehanlagen, da dort zwischen den einzelnen Ziehblöcken meist nur wenig Raum vorhanden ist«,
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- 5 Ausführungsbeispiel
Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel und einer zugehörigen Zeichnung näher erläutert.
Die in der Zeichnung in schematischer Darstellungsweise gezeigte Vorrichtung besteht aus einem Behälter 1, durch den ein flüssiges Schmiermittel 2, bestehend aus in Trichloräthylen oder Benzol gelöstem Kalziumstearat, geleitet wird.. Der Behälter 1 besitzt eine Eintrittsöffnung 3 und eine Austrittsöffnung 4, durch die ein Umformgut 5 gezogen wird. In der Austrittsöffnung 4 und innerhalb des Behälters 1 ist jeweils ein Arbeitsziehstein 6; 7 angeordnet«, Darüber hinaus können sich innerhalb des Behälters 1 weitere, dem Arbeitsziehstein 6 vor- und/oder nachgeordnete Ziehsteine befinden, wenn eine mehr als zweistufige Umformung erforderlich ist. Das Umformgut 5, welches der Vorrichtung als Ausgangsmaterial zugeführt wird, ist schmiermittelträgerfrei und nicht mit einem Schmiermittel behaftet. Das flüssige Schmiermittel 2 wird dem Behälter 1 im Rahmen eines geschlossenen Schmiermittelkreislaufs aus einem in der Zeichnung nicht dargestellten Schmiermittel-Reservoir über einen Schmiermittelzulauf 8 mittels einer nicht dargestellten Schmiermittelpumpe zugeführt und läuft aus dem Behälter über einen Schmiermittelablauf 9 in das Schmiermittelreservoir zurück. Dort wird das Schmiermittel thermostatiert und gereinigt. Vor der Eintrittsöffnung 3 des Behälters 1 befindet sich ein Schmiermittel-Auffangbehälter 10, in dem das ge- . gebenenfalls aus der Eintrittsöffnung austretende flüssige Schmiermittel aufgefangen und über eine Leitung 11 in das Schraiex-mittel-Reservoir zurückgeführt wird. Der Behälter 1 ist mit dem Schmiermittel-Reservoir für den Pail von Arbeitsunterbrechungen außerdem durch eine Entleerungsleitung 12, in der ein Absperrhahn 13 angeordnet ist, verbunden. " ; --'-
Claims (2)
1. Verfahren zum Ziehen von metallischem Umformgut in Form von Draht, Stangen, Rohren, Profilen und ähnlichem, gekennzeichnet dadurch, daß das Umformgut in einem Zug
durch zwei oder mehr Arbeitsziehsteine gezogen wird, wobei das Umformgut vor dem ersten Arbeitsziehstein sowie zwischen den folgenden Arbeitsziehsteinen mit einem
flüssigen Schmiermittel, welches aus einer Flüssigkeit
durch zwei oder mehr Arbeitsziehsteine gezogen wird, wobei das Umformgut vor dem ersten Arbeitsziehstein sowie zwischen den folgenden Arbeitsziehsteinen mit einem
flüssigen Schmiermittel, welches aus einer Flüssigkeit
und einem darin enthaltenem festen oder halbfesten Schmierstoff besteht, kontaktiert wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Punkt 1, gekennzeichnet durch einen mit einem flüssigen Schmiermittel (2) gespeisten Behälter (1) mit einer Eintrittsund einer Austrittsöffnung (3;4) für das Umformgut (5), wobei in der Austrittsöffnung ein Arbeitsziehstein (7)
und weiterhin davor innerhalb des Behälters ein oder
mehrere Arbeitsziehsteine (6) angeordnet sind und das
Schmiermittel aus einem in einer Flüssigkeit enthaltenen festen oder halbfesten Schmierstoff besteht.
und weiterhin davor innerhalb des Behälters ein oder
mehrere Arbeitsziehsteine (6) angeordnet sind und das
Schmiermittel aus einem in einer Flüssigkeit enthaltenen festen oder halbfesten Schmierstoff besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD21794179A DD148010A1 (de) | 1979-12-20 | 1979-12-20 | Verfahren und vorrichtung zum ziehen von metallischem umformgut |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD21794179A DD148010A1 (de) | 1979-12-20 | 1979-12-20 | Verfahren und vorrichtung zum ziehen von metallischem umformgut |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD148010A1 true DD148010A1 (de) | 1981-05-06 |
Family
ID=5521855
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DD21794179A DD148010A1 (de) | 1979-12-20 | 1979-12-20 | Verfahren und vorrichtung zum ziehen von metallischem umformgut |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD148010A1 (de) |
-
1979
- 1979-12-20 DD DD21794179A patent/DD148010A1/de not_active IP Right Cessation
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