DD148185A1 - Verfahren zur herstellung einer oral applizierbaren arzneiform - Google Patents

Verfahren zur herstellung einer oral applizierbaren arzneiform Download PDF

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Annemarie Naumann
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Claus Claussen
Klaus H Chemnitius
Annemarie Naumann
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung oral applizierbarer Arzneiformen von Alkylsulfonsaeureestern des Aethinyloestradiols mit hohem Wirkstoffgehalt und hoher biologischer Verfuegbarkeit, die dadurch gekennzeichnet ist, dasz die erforderliche therapeutische Dosis fuer orale Applikation durch Zusatz geringer Mengen eines Co-Solvens in einem pflanzlichen oder tierischen Oel bzw. einem Gemisch aus aliphatischen Karbonsaeureestern von 12 bis 25 C-Atomen mit Oel geloest in einer Kapsel von kleiner Groesze versiegelt wird, wobei Konzentrationen bis zu 20 mg/ml Loesungsmittelsystem erreicht werden. Die Kapsel besteht aus einem wasserloeslichen und im oeligen Loesungsmittelsystem unloeslichen und zugleich mit dem Loesungsmittel vertraeglichen Material.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer oralen Arzneiform von Alkylsulfonsäurееstern des Äthinylöstradiols, vorzugsweise des Äthinylöstradiolsulfonats. Dieses Verfahren zeichnet sich durch Verwendung von speziellen pharmazeutischen Hilfsstoffen zu einem Präparat mit besonders hoher Bioverfügbarkeit aus, so daß es möglich ist, Wirkstoffspiegel zu erreichen, die mit bekannten Mitteln nicht erzielt werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bei der Herstellung von festen oralen Arzne!Zubereitungen ist die möglichst 100 v°lge biologische Verfügbarkeit von ausschlaggebender Bedeutung. Dabei müssen im allgemeinen die Wirkstoffe in eine solche Anwendungsform gebracht werden, daß sie bei möglichst vollständiger Absorption im Magen-Darm-Trakt eine bestimmte ΐ/irkungsgeschwindigkeit, -dauer und -intensität aufweisen. Gegenwärtig sind zahlreiche Methoden bekannt, wie durch entsprechende galenische
Bearbeitung bzw. Formulierung eine Beeinflussung der biologischen Verfügbarkeit und der davon direkt abhängigen Wirkungsparameter erreicht werden kann. Die dafür verwendeten üblichen Verfahren lassen erkennen, daß zur Erzielung einer optimalen biologischen Verfügbarkeit meist substanz spezifische Verfahren eingesetzt werden müssen (z. B. Reserpin: M. H. Mal one, H. I. Hochman und K. A. Hieforth; J. Pharm. Sei. £5_, 972 (1966); Digoxin: H. Flasch, B. Asmussen und N. Heinz: Arzneim.-Forsch. 28_, 326 (1978); Digoxin: B. F. Johnson, Glynne Jones und G. A. Sabey: Br. J. elin. Pharmac. ,3_, 349 P (1976); Hitrofurantoin: R. B. Stoll, T. E. Bates und J. Swarbrick: J. Pharm. Sei. 6_2_, 65 (1973)).
Aufgrund der gegenwärtigen Erkenntnis besitzen kleine Wirkstoffkristall teile hen eine bessere Absorption als große. Durch besonders kleine Teilchen, wie sie sich durch eine Mikronisierung erreichen lassen, kann nicht in jedem Fall eine hohe BioVerfügbarkeit erzielt werden, wie з. В. vom Digoxin (Patent der BRD, Offenlegungsschrift 2545973) bekannt ist.
Öle werden als Vehikel von Steroidderivaten vom Typ der Karbonsäureester, in Gelatine verkapselt, speziell mit dem Ziel nach oraler Applikation eingesetzt, das Portalvenensystem zu umgehen und dabei eine verstärkte lymphatische Absorption zu erreichen, wie z. B. beim Testosteronundekanoat (H.-J. Horst, W. J. Holtje, M. Dennis, A. Coert, J. Geelen und K. D. Voigt: Klin. Wschr. £4, 875 (1976)) und beim Östradioldekanoat (P. M. Kicovic, M. Luisi, F. Franchi und E. Alicicco: Clin. Endocrinol. 7, 73 (1977)). Das Ziel dieser Verfahren ist es, den lymphatischen Transport zur Umgehung der direkten beberpassage zu nutzen, um damit einen Teil der Steroidkarbonsäureester einer hepatischen Hydrolyse zu entziehen. Es folgt weiter eine metabolische Inaktivierung des Steroids.
Der Effekt der Verbesserung der Absorption und damit oralen Wirksamkeit bei Gaben in öliger Lösung anstelle von Tabletten und wäßriger Suspension wurde für die Gruppe der Δ^-3-Eetosteroidenoläther beschrieben ITfat.-iir. 31 533; G. Bruni, F. Galetti und A. Ercoli: European J. Steroids 1_, 29 (1966)).
Ton den phenolischen Steroiden Äthinylöstradiol und Quinestrol ist bekannt, daß die Applikation in öliger Lösung im Vergleich zu wäßrigen Suspensionen weder zu höheren Plasmaspiegeln noch zu höheren biologischen Aktivitäten führt (B. G. Steinetz, A. MeIi, V. L. Beach und T. Giannina: Proc. Sog. exp. Biol. Med. Ij^, 183 (1966)).
Äthinylöstradiolsulfonat gehört zur Gruppe der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols. Diese Gruppe ist gekennzeichnet aufgrund ihrer biologischen Aktivität durch den Einsatz bei folgenden Indikationen: Kontrazeption, Xaktationshemmung, Prostatakarzinom, Behandlung bei orchidektomierten Männern, Behandlung des Mammakarzinoms und Postklimakteriums sowie zur Aufhellungstherapie bei Krebsfährtensuche. Alle Indikationsgebiete setzen eine gleichbleibende Absorption von Äthinylöstradiolsulfonat voraus, um einen pharmakologisch wirksamen Wirkstoffspiegel zu erreichen. Das ist bei dieser oubstanzgruppe von besonderer Bedeutung, da sie, oral appliziert, eine Langzeitwirkung hervorruft und daher die Applikationsintervalle wiederholt mehrere Tage betragen und damit die einmalige verminderte Absorption zu einem pharmakologisch unwirksamen Plasmaspiegel über mehrere Tage führt. Eine Tablette oder ein Dragee eines Alkylsulfonsäureesters des Äthinylöstradiols, speziell des Äthinylöstradiolsulfonats, kann zwar die richtige Dosis enthalten, jedoch besteht die Möglichkeit, daß nur ein Teil der Dosis im Magen-Darm-Trakt absorbiert wird. Die Auflösegeschwindigkeit der Tablette oder des Dragees bedingt bekannterweise die Absorption.
Außerdem ist bekannt, daß die Teilchengröße von Bedeutung für den Umfang und die Geschwindigkeit der Absorption ist. Entscheidend wird die Absorption von der Darmpassagezeit beeinflußt. Es wurde gefunden, daß bei schneller Darmpassage ein Teil der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols, speziell des Äthinylöstradiolsulfonats, der vom Organismus absorbiert wird, z.B. bei Applikation in kristalliner Form in Hartgelatinekapseln, auf etwa 60 σβ> der Dosis absinkt. Dagegen können bei längerer Darmpassagezeit Absorptionsquoten von nahezu 100 $> erreicht werden.
Die Nachteile der Applikation von Alkylsulfonsäureestern des Äthinylöstradiols als kristalline Substanz in Tabletten oder Dragees, die am Beispiel des Äthinylöstradiolsulfonats erläutert wurden, führen zu einer Qualitätsminderung der Arzneifertigware in Form von Tabletten und Dragees und ergeben sich aus der beschriebenen ungleichmäßigen Bioverfügbarkeit.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, die Bio Verfügbarkeit der oral applizierbaren Depotöstrogene vom Typ der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols zu steigern und dabei ein Verfahren zur Herstellung einer geeigneten oralen Arzneiform zu finden. Ein weiteres Ziel bestand darin, daß durch die oral applizierbare Arzneiform ein gleichbleibend hoher Teil der Dosis der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols vom Organismus aufgenommen wird und somit mögliche produktionsbedingte Schwankungen der Tabletten- und Drageezerfallszeiten ausgeschlossen werden.
Ziel der Erfindung ist es weiterhin, ein Verfahren der Arzneiformulierung zur oralen Applikation von Alkylsulfonsäureestern des Äthinylöstradiols zu finden, die die von der Darmpassage-
zeit und alimentären Faktoren abhängigen Absorptionsschwankungen weitgehend ausschließt, ohne dabei zu Absorptionsverzögerungen zu führen.
Darlegen des Wesens der Erfindung
Es wurde ein Verfahren zur Herstellung von oral applizierbaren Alkyl sulfonsäur ее stern des Äthinylöstradiols mit besonders hoher Bioverfügbarkeit gefunden, das eine hohe konstante biologische Verfügbarkeit dieser Ester in oralen Einzeldosierungen gewährleistet. Dabei wurde überraschenderweise gefunden, daß z. B. Athinylöstradiolsulfonat im Gegensatz zu Äthinylöstradiol und zum Zyklopentyläther des Äthinylöstradiols, des Quinestrols, bei Verabreichung in öliger Lösung zu signifikant höheren Plasmaspiegelwerten im Vergleich zu wäßrigen Suspensionen führt. Die Plasmaspiegelwerte nach oraler Gabe im erfindungsgemäßen Vehikel lagen dabei sogar über denen, die nach intravenöser Verabreichung von Athinylöstradiolsulfonat in Propylenglykol erreicht v/erden (Tabelle 1).
Die Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols sind Östrogene mit Langzeitwirkung, die oral verabreicht werden entweder allein oder in Kombination mit anderen Sexualsteroiden. Überraschenderweise wurde gefunden, daß der Effekt der Absorptionsverbesserung, der schon mittels Lösen der Alkyl sulfensäureester des Äthinylöstradiols in Öl beobachtet werden konnte, durch Zugabe eines Co-Solvens weiter verbessert wurde, wobei es erst möglich war, die Ester in einer solchen Konzentration zu lösen, daß Weichgelatinekapseln von kleiner Größe hergestellt werden konnten. Das lipophile Lösungsmittelsystem ist dadurch gekennzeichnet, daß es mit Gelatine kompatibel ist und Kapseln aus Weichgelatine nicht aufzulösen noch zu durchdringen vermag. Derartige Lösungsmittelsysteme bestehen im allgemeinen aus Ölen pflanzlicher
Herkunft, die bei Zimmertemperatur flüssig sind, wie z. B. Erdnußöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Sesamöl, Sojabohnenöl, Rinderklauenöl oder ähnlichen. Erdnußöl wird als pflanzliches Öl bevorzugt, aber auch andere ölige !Lösungsmittel wie synthetische Mono-, Di- oder Triglyzeride oder auch Ester von aliphatischen Karbonsäureestern mit 12 bis 25 Kohlenstoffatomen sowie deren Gemische aus pflanzlichen und tierischen Ölen können eingesetzt werden.
Diese Öle können mit relativ kleinen Mengen eines Co-Solvens wie Benzylalkohol oder ähnl. versetzt werden, um die Löslichkeit der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols in Öl und damit deren Konzentration in öligen Lösungsmitteln zu erhöhen. Somit wird es möglich, auch hohe Dosen dieser Ester in relativ kleinen Kapseln einzuschließen. Auf den Zusatz von Co-Solvens kann verzichtet werden, sofern Ester von aliphatischen Karbonsäuren mit 12 bis 25 Kohlenstoffatomen eingesetzt v/erden, die eine hohe lösende Eigenschaft für die Alkylsulfensäureester des Äthinylöstradiols besitzen.
Derartige Kapseln können durch zusätzliche Dragierung oder Härtung eine Erhöhung der Gebrauchswerteigenschaften hinsichtlich festigkeit, Lagertemperatur und Konfektionierung erreichen.
Die in Gelatine eingekapselten Lösungen der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols besitzen die Vorteile einer Dosierungsform, welche in Lösung vorliegt, jedoch ebenso bequem wie Tabletten oder Dragees eingenommen werden kann, ohne daß dabei die Probleme der Gleichförmigkeit und der Auflösegeschwindigkeit wie bei Tabletten oder Dragees auftreten.
Es ist darauf hinzuweisen, daß Öle als Lösungsmittel für Arzneistoffe zur Herstellung von in Kapseln konfektionierten Arzneistofflösungen eingesetzt werden. Uicht bekannt ist bisher jedoch, daß sich durch das erfindungsgemäße Vehikel
und damit die erfindungsgemäße Arzneiform eine wesentliche Erhöhung der biologischen Verfügbarkeit von Alkylsulfonsäureestern des Äthinylöstradiols erreichen läßt. Hierbei wird eine biologische Verfügbarkeit von nahezu 100 $ ge-TKährleistet und ein Plasmasp iege-1 erreicht, der über dem liegt, der durch eine fast vollständige Absorption von Alkylsulfonsäurее stern des Äthinylöstradiols, speziell des Äthinylöstradiolsulfonats, kleinster Teilchengröße (70 $> der Teilchen <C[ 5/iMi) hervorgerufen wird. Dies führt wiederum zu einer Wirkungsverstärkung und -Verlängerung.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung liegt darin, daß mit dieser Arzneiform enterale Absorptionsunterschiede - durch Magen-Darm-Passagedauer und alimentäre Paktoren hervorgerufen - weitgehend ausgeschaltet werden. Dies hat seinen Grund in der bevorzugten Absorption der Alkyl sulfonsäureester des Äthinylöstradiols in der erfindungsgemäßen Formulierung in den oberen Dünndarmabschnitten. Die Erfindung gestattet es, die therapeutisch notwendige Dosis unter Beibehaltung des therapeutischen Effektes der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols um mindestens 40 0Jo zu senken.
Erfindungsgemäß ist es möglich, z. B. den Gehalt einer Einzeldosis von Athinylöstradiolsulfonat für ein wöchentlich zu verabreichendes Kontrazeptivum (DEPOSISTON als sog. Wochenpille) so zu senken, daß die wöchentlich aufgenommene Äthinylöstradiolmenge von 1,2/umol, die bekannter v/ei se als optimal zu betrachten ist, mit 1,5/umol nur wenig überschritten wird.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung der oralen Arzneiform der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols, das durch folgenden Ablauf gekennzeichnet istt
Die erste Stufe betrifft das bösen im öligen Iiösungsmittelsystem. Der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols wird
in dem Co-Solvens vollständig oder teilweise aufgelöst, wobei dieses Lösen durch Erwärmen beschleunigt werden kann. Dabei sollen Temperaturen über 1000C vermieden werden, um einer Zersetzung des Esters vorzubeugen. Danach wird das öl. bei Zimmertemperatur oder erhöhter Temperatur unter ständigem Rühren bis zum bösen des Esters hinzugefügt. Eine weitere Möglichkeit besteht im Eintragen des Arzneistoffes, der in fein zerkleinerter, möglichst mikronisierter Form vorliegen soll, in das erwärmte Gemisch aus Co-Solvens und Öl. Die Temperaturen sollen dabei nicht mehr als 1000C betragen, um ein Zersetzen des Esters zu verhindern.
Bei dem beschriebenen Verfahren kann statt des Systems von Co-Solvens und Öl pflanzlichen oder tierischen Ursprungs auch ein Gemisch von aliphatischen Karbonsäureestern mit 12 bis 25 Kohlenstoffatomen zusammen mit einem Öl eingesetzt werden. Alle aufgeführten Möglichkeiten haben das Ziel, daß der Arzneistoff in einer solchen Endkonzentration vorliegt, daß er aus dem öligen Lösungsmittelsystem bei normaler Zimmertemperatur nicht auskristallisiert.
Die weitere Einkapselung erfolgt nach den bekannten Einkapselung sverfahren, wobei üblicherweise die Arzneistofflösung von einer flüssigen 7/eichgelatine umhüllt wird und sich dabei eine Kapsel bildet.
Tabelle 1 zeigt den Plasmaspiegelverlauf der Gesamtradioaktivität bei Ratten nach intravenöser Gabe und nach oraler Applikation von radioaktiv markiertem Xthinylöstradiolsulfonat als kristalline Substanz in wäßriger Methylzellulose-Suspension (90 io der Teilchen <O0/um) und in öliger Lösung. Die Dosis betrug jeweils 1 mg/kg Körpergewicht, die Konzentration des Äthinylöstradiolsulfonats lag bei der Methylzellulose-Suspension bei 0,2 mg/ml und in dem erfindungsgemäßen Vehikel ebenfalls bei 0,2 mg/ml. Das erfindungsgemäße Vehikel bestand aus Erdnußöl mit 3 Benzylalkohol.
Dabei ist ohne -weiteres ersichtlich, daß durch Applikation von Athinylöstradiolsulfonat im erfindungsgemäßen Vehikel eine be'fcrächtlich höhere biologische Verfügbarkeit erreicht wurde im Vergleich zur kristallinen Substanz in Methylzellulose-Suspension und zur intravenösen Gabe als Iropylenglykol/Äthanol-Lo sung·
Während bei der vorgenannten niedrigen Dosis bereits signifikante Unterschiede in der Höhe der Plasmaspiegel der Gesamtradioaktivität nachgewiesen werden konnten, wobei die Absorption mit steigender Dosis bekannterweise abnimmt, konnte gezeigt werden, daß sich der Effekt der Absorptionsverbesserung durch Applikation im erfindungsgemäßen Vehikel bei höheren Dosen verstärkt bemerkbar machte. So wurde bei Ratten 24 Stunden nach oraler Applikation von Athinylöstradiolsulfonat in einer Dosierung von 25 mg/kg als kristalline Substanz in Methylzellulose-Suspension und im erfindungsgemäßen Vehikel ein Plasmaspiegel an nichtmetabolisiertem Athinylöstradiolsulfonat gefunden, der bei dem erfindungsgemäßen Vehikel mit 15,23/ug/ 10 ml Plasma 10mal so hoch war wie der nach Applikation der kristallinen Substanz in wäßriger Methylzellulose-Suspension mit 1,45/u-g/IO ml Plasma.
Aus diesen Ergebnissen ist erkennbar, daß sich besonders bei höheren Dosen die Verbesserung der biologischen Verfügbarkeit durch die Erfindung bemerkbar macht.
In Tabelle 2 sind die Ergebnisse eines Experimentes dargestellt, wobei anhand der renalen Exkretion die biologische Verfügbarkeit von kristallinem Athinylöstradiolsulfonat auf !Laktose in Hartgelatinekapseln (80 jo der Teilchen <^10/um) im Vergleich zur erfindungsgemäßen Arzneiform am Menschen untersucht wurde.
Das Verhältnis der 10tägigen renalen Exkretion bei der Zubereitung - jeweils an der gleichen Probandin untersucht - beweist, daß eine wesentlich höhere renale Exkretion nach Applikation
von Äthinylöstradiolsulfonat in der erfindungsgemäßen Arzneiform vorliegt. Das zeigt in diesem Pail, daß durch die Erfindung ermöglicht wird, die biologische Verfügbarice it um 4-0 $ gegenüber der kristallinen Substanz zu erhöhen. Weiterhin ist aus der Tabelle zu ersehen, daß die kristalline Substanz starken Absorptionsschwankungen unterliegt, die bei der öligen Lösung nicht auftreten. (Tabelle 1 und 2).
Beispiel 1
Lösungsmittelsystem: Erdnuß öl/ Benzyl aiko hol 97" $ : 3 І°· Erdnußöl und Benzylalkohol werden auf 8O0C erwärmt und Äthinylöstradiolsulfonat darin gelöst in einer Konzentration von 7 mg/ml bösungsmittelsystem. Nach dem Abkühlen wird die Lösung in bekannter Weise in Yfeichgelatine verkapselt.
Beispiel 2
bösungsmittelsystem: Sonnenblumenöl/Bensylalkohol 90 $ : 10 ^. Äthinylöstradiolsulfonat wird in Benzylalkohol bei 600C gelöst und danach mit Sonnenblumenöl versetzt und gemischt. Die Konzentration an Äthinylöstradiolsulfonat beträgt 10 mg/ml Lösungsmittelsystem. lach dem Abkühlen wird die Lösung in bekannter Weise in Weichgelatine verkapselt.
Beispiel 3
Lösungsmittelsystem: Sesamöl/Benzylalkohol 90 $ : 10 ^. Äthinylöstradiolsulfonat wird mit Sesamöl und Benzylalkohol unter Rühren auf 1000C erwärmt bis sich dieses Steroid gelöst hat. Die Konzentration an Äthinylöstradiolsulfonat beträgt dabei 15 mg/ml Lösungsmittel sy st em. Nach dem Abkühlen wird die Lösung in bekannter Weise in Weichgelatine verkapselt.
Beispiel 4
Lösungsmittelsystem: Erdnußöl/Äthyloleat 50 ^ : 50 #.
In dem auf 10O0C erwärmten Gemisch aus Erdnußöl und Äthyloleat
wird Xthinylöstradiolsulfonat unter Rühren gelöst, so daß eine Konzentration von 8 mg/ml Lösungsmittelsystem erreicht wird. Mach dem Abkühlen wird die Lösung in bekannter Weise in. Weichgelatine verkapselt.
Beispiel 5
bösungsmittelsystem: Äthyloleat 100 $>.
Äthinylöstradiolsulfonat wird in einer Konzentration von 10 mg/ml Äthyloleat bei einer Temperatur von 10O0C unter Rühren gelöst. Nach dem Abkühlen wird die Lösung in bekannter Weise in Weichgelatine verkapselt.
Beispiel 6
bösungsmittelsystem: Erdnußöl/Äthyloleat/Benzylalkohol
60 # : 35 # : 5 #.
Äthyloleat wird zusammen mit Benzylalkohol auf 1000C erwärmt und Äthinylöstradiolsulfonat in diesem Gemisch gelöst. Zu dieser klaren Lösung wird das Erdnußöl unter Rühren zugegeben. Die abgekühlte Lösung wird in bekannter Weise in Weichgelatine verkapselt. Die Konzentration der Lösung beträgt dabei 10 mg/ ml· Lösungsmittelsystem.
Beispiel 7
Lösungsmittelsystem: Fettsäureester (12 und 14 C) mit
2-ÄVthylhexanol/Benzylalkohol 95 & : 5 #.
In dem auf 100 C erwärmten Gemisch dieser Fettsäureester mit Benzylalkohol wird Äthinylöstradiolsulfonat unter Rühren gelöst, so daß eine Konzentration von 8 mg/ml Lösungsmittelsystem entsteht. Nach dem Abkühlen wird die Lösung in bekannter Weise in Weichgelatine verkapselt.

Claims (2)

Erfindungsanspruch 1. Verfahren zur Herstellung einer oral applizierbaren Arzneiform mit Alkylsulfonsäureestern des Äthinylöstradiols in Form von therapeutischen Einzeldosen zur Erzielung einer hohen Bioverfügbarlceit dadurch gekennzeichnet, daß ein Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols in einem Öl bzw. in einem aliphatischen Karbonsäureester oder einem Gemisch aus beiden bei Temperaturen bis 1000C aufgelöst wird, wobei der Zusatz einer geringen Menge eines Co-Solvens eine höhere Löslichkeit der Alkylsulfonsäureester des Äthinylöstradiols bewirkt, so daß deren Konzentration, speziell der des Athinylöstradiolsulfonats, mindestens 1 mg/ml und maximal 20 mg/ml des !Lösungsmittels beträgt und therapeutische Dosen der Alkylsulfensäureester des Äthinylöstradiols in an sich bekannter Weise in Kapseln, die aus einem nichttoxischen, in Y/asser löslichen, jedoch in dem Lösungsmittelsystem unlöslichen Material bestehen, eingekapselt und die Kapseln mit einer festen Drageehülle überzogen oder gehärtet werden. 2. Verfahren nach Punkt 1. dadurch gekennzeichnet, daß die Einzeldosisform von Alkylsulfonsäureestern des Äthinylöstradiols eine oral wirksame Dosis ist, die in einem lipophilen Lösungsmittel aufgelöst ist. 3· Verfahren nach Punkt 1. und 2. dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel aus Ölen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs besteht. 4. Verfahren nach Punkt 1. bis 3· dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel aus aliphatischen Karbonsäureestern mit 12-25 C-Atomen besteht. 5· Verfahren nach Punkt 1. bis 4. dadurch gekennzeichnet, daß das Lösungsmittel aus einem Gemisch von Ölen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs mit aliphatischen !Carbonsäureestern mit 12-25 C-Atomen besteht. 6. Verfahren nach Punkt 1. bis 5· dadurch gekennzeichnet, daß die Öle pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, die aliphatischen Karbonsäuren mit 12-25 C-Atomen oder die Gemische aus beiden einen Zusatz eines Co-Solvens enthalten, wobei Benzylalkohol als Co-Solvens besonders geeignet ist. 7. Verfahren nach Punkt 1. bis 6. dadurch gekennzeichnet, daß die wöchentliche therapeutische Dosis zwischen 0,15 "und 0,6 mg liegt. 8. Verfahren nach Punkt 1. bis 7. dadurch gekennzeichnet, daß bei Applikationsintervallen für die erfindungsgemäße Arzneiform bis zu 8 Tagen die Dosis zwischen 0,15 und 0,6 mg liegt. Hierzu _2<LSeiten Tabellen Tabelle 1: Plasmaspiegel der Gesamtradioaktivität nach Gabe von J9,11-Hj-Athinylöstradiolsulfonat bei Ratten (Angaben in $ der Dosis/10 ml Plasma) Stunden nach Applikation Orale Applikation in öliger lösung (n = 6) Orale Applikation in Methylz ellulo se-Suspension (n= 6) Intravenöse Applikation (n = 6) tr, 24 30 48 72 144 192 240
1,360
1,567
1,195
0,445
0,295
0,172
0,109
0,043
0,028
0,023
0,507'
0,555
0,415
0,229
0,152
0,084
0,053
0,017'
0,004
0,004
Tabelle
2: Renale Exkretion der Gesamtradioaktivität beim Menschen nach oraler Applikation von ^HJ-Äthinylöstradiolsulfonat in Hart- und Weichgelatinekapseln bis zum 10. Tag nach Applikation und relative biologische Verfügbarkeit beider Formulierungen
relative BioVerfügbarkeit 56,1 59,3 74,5 93,0 57,2 63,8 49,0 89,3 72,7
der Bioverfügbarkeit der Hartgelatinekapseln au Vfeichgelatinekapseln)
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