DD155887A1 - Verfahren zur herstellung von thermostabilen rueckenbeschichtungen fuer textile belaege - Google Patents

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Abstract

Das beschichtete Traegermaterial findet eine vielfaeltige Anwendung im Dekorations- und Heimtextilsektor. Das Ziel der Erfindung besteht in der Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung von thermostabilen Rueckenbeschichtungen auf der Basis von Butadien - Styrol - Latices mit vergleichbar hoher Vulkanisationsgeschwindigkeit und Qualitaet, wobei das Endprodukt eine genuegend hohe thermische Alterungsstabilitaet aufweist. Die Aufgabe wird dadurch geloest, dass das fuer die Herstellung des Schaumes zur Rueckenbeschichtung von textilem Traegermaterial hergestellte Ausgangsgemisch mit einer Beschleunigerkombination bestehend aus Beschleunigern der Thiuram-Klasse in Kombination mit Beschleunigern auf der Basis von Salzen der Dithiocarbaminsaeure und gegebenenfalls Sekundaerbeschleunigern auf der Basis von Mercaptobenzthiazol bzw. dessen Derivaten oder basischen Beschleunigern hergestellt wird, wobei der Vulkanisationsmischung gegebenenfalls gegenueber den bekannten Verfahren eine reduzierte Schwefelmenge zugesetzt wird.

Description

Verfahren zur Herstellung von thermostabilen Rückenbe schichtungen für textile Beläge
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der thermischen Stabilität von Schäumen auf Basis von Butadien-Styrol-Latices, wie sie für die Beschichtung von Flächengebilden z.B. als Rückenbeschichtung von textlien Fußbodenbelägen verwendet werden.
Charakit^tri3_t iik der bekannten technischen Lösungeri
Es ist bekannt, für Beschichtung von Flächengebilden, wie z.B. bei textlien Fußbodenbelägen, Latices auf der Basis von Butadien - Styrol - Copolymerisaten anzuwenden. Es werden Latex, Seifen, Füllstoffe, Vulkanisations· agentien und -beschleuniger mit einem Rührwerk vermischt und anschließend mit oder ohne Zusatz von Geliermittel in geeigneten Mixern durch Zufuhr von Luft verschäumt, auf ein Trägermaterial aufgetragen und nachfolgend in Trocknern vulkanisiert. (DD-PS 105 585; DD-PS 115 911; DD-PS 96 931)
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Entscheidend ist für die thermische Stabilität des Rückens ein möglichst breites Vulkanisationsplateau, was durch eine entsprechende Beschleuniger-Zusammensetzung (WP 139 610) erreicht werden soll.
Die thermische Stabilität der auf diese Weise hergestellten Rückenbeschichtungen reicht jedoch insbesondere dann nicht aus, wenn die Schaumschicht im Rahmen des gesamten Produktionsprozesses im ersten Arbeitsgang aufgetragen wird und ein oder mehrere Arbeitsstufen folgen^ in denen der Schaum thermisch und mechanisch beansprucht wird*
Es ist ferner bekannt, daß bei Verwendung von Thiuramen als Vulkanisationsbeschleuniger ohne Zusatz von Schwefel bzw. mit nur geringen Schwefelanteilen thermostabile Vulkanisate hergestellt werden können. Als Nachteile dieses Verfahrens sind nicht ausreichende Vulkanisations geschwindigkeiten und druckelastische Eigenschaften, wie sie für Rückenbeschichtungen bei textilen Fußbodenbelägen gefordert werden, festzustellen. Diese spezifischen Eigenschaften schwefelfreier bzw. schwefelarmer Vulkanisationssysteme haben ihre Einführung in die Latex-Verarbeitung verhindert, da sie eine unvertretbar niedrige Produktivität durch lange Vulkanisationszeit und eine Reduzierung des physikalisch-mechanischen VVertniveaus der Latex-Fertigprodukte bedingen wurden.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist, die geschilderten Nachteile, die bei der Herstellung von Schäumen aus Kautschuklatices insbesonderes im Hinblick auf ihre Thermostabilität bestehen, zu beseitigen» Es soll erreicht werden, daß geschäumte Vulkanisate mit bisher üblichen
— 3 »
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hohen Vulkanisationsgeschwindigkeiten und druckelastischen Eigenschaften mit wesentlich verbesserter thermischer Stabilität hergestellt werden können. Diese thermische Stabilität soll sich vor allem dann auswirken, wenn die Schaumschicht im Rahmen des Produktionsprozesses im ersten Arbeitsgang aufgetragen wird und eine oder mehrere Arbeitsstufen folgen, in denen der Schaum zusätzlich thermischen Belastungen ausgesetzt ist. -
parlegunc) des Wesens öer^ Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, die thermische Stabilität des Schaumrückens gegenüber dem gegenwärtigen Niveau wesentlich zu erhöhen. Dabei soll ein für Streichschäume notwendiges gutes 'druckelastisches Verhalten gewahrt bleiben. Die für übliche Latexvulkanisate ohne hohe thermische Stabilität gewohnte Vulkanisationsgeschwindigkeit soll beibehalten werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß man dem für die Herstellung des Schaumes zur Rückenbeschichtung von textilem Trägermaterial nach bekannten Verfahren hergestellten Ausgangsgemisch auf Basis von Butadien Styrol - Latices zur Vulkanisation gegebenenfalls unter Zusatz von Schwefel eine Beschleunigerkombination bestehend aus einem Beschleuniger der Thiuramklasse, z.B. Tetramethylthiuramdisulfid als Hauptbeschleuniger in einer Menge von 1,5 - 5,0 Massel vorzugsweise 2,5 - 3,0 Masse%, einem weiteren Ultrabeschleuniger, vorzugsweise auf Basis von Salzen der Dithiocarbaminsäure, wie z.B. Zinkalkyl- bzw. Natriumalkyldithiocarbamat in einer Menge von 0,2-3 Massel, vorzugsweise von 0,5 - 1,5 Massel und gegebenenfalls als Sekundärbeschleuniger Mercaptobenzthiazol oder dessen Derivate in einer Menge von 0,1 - 2,0
Masse%, vorzugsweise 0,4 - 1,0 Massel und/oder basische Beschleuniger, wie z.B. Diphenylguanidin in einer Menge von 0(1 »1,5 Mssse%, vorzugsweise 0,2 - 0,·5 Massel, bezogen auf 100 Masseteile Latex - Trockensubstanz, eingesetzt wird, wobei der S-Anteil ebenfalls bezogen auf 100 Teile Latex Trockensubstanz 0,1 - I1O Masse%, vorzugsweise 0,2 - 0,8 Massel, beträgt.
Die mit der speziellen Beschleunigerkombination mit gegenüber der sonst zur Vulkanisation notwendigen reduzierten S-Menge erfindungsgemäß verwendete Vulkanisationsmittelzusammensetzung ermöglicht die Herstellung von Rückenbeschichtungen mit wesentlich verbesserter thermischer Stabilität, die vor allem dann von Bedeutung ist, wenn im Produktionsprozeß bei der Herstellung von Fußbodenbelag nach der Schaumvulkanisation Arbeitsstufen notwendig sind, die den Schaumrücken zusätzlich thermisch belasten.
Mit dem erfindungsgernäßen Verfahren ist es überraschend möglich, die bekannten Nachteile, die bei der Verwendung von Thiuramen bzw. Dithiocarbamaten auch in Kombination beider Stoffklassen auftreten, zu beseitigen. So wird bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Lötex-Vulkanisationsgeschwindigkeit gegenüber dem Niveau der alleinigen Verwendung von Dithiocarbamaten nicht verringert und andererseits wird trotz der Mitverwendung von Dithiocarbamat das für eine gute thermische Stabilität des Schaumrückens entscheidende große Vulkanisationsplateau beibehalten.
Die Erfindung wird an 5 Beispielen näher erläutert.
- 5 .- 2 2 6 7 19
Ausführunqsbeispiele 1 - 5
1. Herstellung der Prüflinge ,; : ' .
In einem 0,5 1 Gefäß mit aufgesetztem Rührwerk werden Butadien - Styrol - Latex mit einem Feststoffgehalt von "^ 50 Massel» Kaliumfettsäuresulfat, Schwefel, Zinkoxyd, die Vulkanisationsbeschleuniger, Verdickungsmittel und Mahlkreide entsprechend den unter 2. angegebenen Mengenverhältnissen gemischt, in einem Labormixgerät verschäumt und der fertige Schaum mittels Laborrakel auf eine textile Unterlage gleichmäßig aufgestrichen und die Proben 20, 40, 60, 80 und 100 min bei 150 · C im Trockenschrank vulkanisiert. Von dem ausvulkanisiertem Material wurden die druckelast-. ischen Werte nach TGL 16 650 513 bestimmt.
2» Vergleich der Mischungsverhältnisse und Prüfergebnisse der Ausführungsbeispiele 1 bis Ausführungsbeispiel
Butadien-Styrol-Latex Kaliumfettsäuresulfonat
Zinkoxyd
Schwefel 2
Zinkalkyldithiocarbamat Tetramethylthiuramdisulfid £
Mecaptobenzthiazol Diphenylguanidin Garboxymethylcellulosa Mahlkreide ^""g_7
Litergewicht des Schaumes^"*g/3;7
Schaumdicke des fertigen Schaumes /
Vergleichs probe ohne Thiuram 185 0,2 . 185 ,5 185 - 1 mm 0 .0 185
185 14 100 14 ,5 14 5 0 .0 14
14 3 465 3 ,0 3 100 3
3 0,2 0 .2 465 A 0,8
2,2 0,5 0 ,2 0,4
2,0 3,0 3 »2 3,0
- 0,3 0 0s3
- - -
- 0 0*2
0,2 100 100
100 469 467
468
3,53
3,61
3,54
3,80
3.71
Prüfung der Druckelastizität nach TGL 16 650 513 a) 73,8 b) 62,9 a) 67,4 b) 44,9 a) 73.4 b) 34,6 a) 34,1 b) 28,1 a) 50,1 b) 48el ι
Vulkanisationszeit bei 150 C 88,5 90,1 85,4 91,3 88,8 91,5 78,5 74,1 90,2 92,3 \
a) Kompressibilität £%J b) Wiedererholung £%J 10 min 87,3 93,7 89*8 93,3 89,9 93,6 73,1 74,3 91,3 93,4 h & Q
20 min 83,4 92,5 91ä3 93,5 91,0 93,7 77,1 76,8 82,4 94,1
30 min 78,9 90,0 89*5 93,2 91,4 94,3 79,3 77,6 92,8 93,4
40 min 76,8 76,2 90,1 93,7 89,3 95,3 77,6 78,1 92,1 93,1
'50 min 73,1 75,1 90,2 93,6 90,9 94,9 79,5 78,5 92,3 92,9
60 min . 70,2 68,3 90,8 92,9 91,3 95,1 78,5 I 76,9 91,9 93,5
80. min
100 min
-8-
-8-22 6 7T9
Die Prüfergebnisse zeigen, daß die Vulkanisationsgeschwindigkeiten uer anspruchsgemäß hergestellten Prüf-:.-, lingo (Ausführungsbeispiel 2-5) gegenüber dem zum Vergleich hergestellten Prüfling ohne Thiuram (Ausführungsbeispiel 1) unverändert sind, dieser Prüfling jedoch bereits nach 40 min Verweilzeit bei 150 0C einen Abfall der druckelastischen Werte infolge der einsetzenden thermischen Alterung erkennen läßt, während die erfindungsgemäß hergestellten Prüflinge nach 20 bzw. 100 min Verweilzeit keine Unterschiede zeigen,»

Claims (1)

1. Verfahren zur Herstellung von thermostabilen Rückenbeschichtungen für textile Beläge auf der Basis von Butadien - Styrol - Latices mittels einer nach bekannten Verfahren in einem Rührbehälter hergestellten Ausgangsmischung, welche anschließend in einem Mixer mit Luft mit oder ohne Zusatz von Geliermitteln verschäumt und nachfolgend in einem Trockner vulkanisiert wird, gekennzeichnet dadurch, daß bsi der Vulkanisation der gegebenenfalls unter Zusatz von Schwefel hergestellten Ausgangsmischung eine Beschleunigerkombination, bestehend aus einem Beschleuniger der Thiuramklasse in einer Menge von 1,0 - 5,0 Masse%, vorzugsweise 2,5 - 3,0 Masse%, einem weiteren Ultrabeschleuniger, vorzugsweise auf Basis von Salzen der Dithiocarbaminsäure in einer Menge von 0,2 - 3,0 Masse%, vorzugsweise 0,5 - 1,5 Massel und gegebenenfalls als Sekundärbeschleuniger Mecäptobenzthiazol oder dessen Derivate in einer Menge von*0,1 - 2,0 Massel, vorzugsweise 0,4 - 1,0 ' Masse% und/oder basische Beschleuniger wie Diphenylguanidin oder dessen Derivate in einer Menge von 0,1 - 1,0 Masse%, vorzugsweise 0,2 - 0,5 Masse % bezogen auf 100 Masse-Teile Butadien - Styrol . Latex verwendet wird.
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2β Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß der vulkanisierbaren Ausgangsmischung 0„l -1,0 Masse% vorzugsweise 0,2 - 0,8 Masse% Schwefel bezogen auf 100 Masse-Teile Feststoff Butadien - Styrol - Latex zugesetzt wird.
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