DD157594A1 - Vorrichtung zur druckmessung an schliessmuskeln - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Druckmessung an Schliessmuskeln. Ziel der Erfindung ist es, eine Moeglichkeit zur schnellen und genauen Ermittlung von Werten unabhaengig vom subjektiven Empfinden und den Erfahrungen des Arztes als Mass fuer die Funktionsfaehigkeit des Schliessmuskels zu schaffen. Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass ein Roehrchen, das auf der einen Seite verschlossen und auf der anderen Seite einen Ansatzstutzen aufweist, einen in der Ausdehnung vom Schliessmuskel abhaengigen Abschnitt hat, der von zwei Verdickungen begrenzt ist, wobei unterhalb der Roehrchenspitze eine Oeffnung angeordnet und das Roehrchen von einer dehnbaren Folie umschlossen ist, und an den Ansatzstutzen des Roehrchens ueber einen flexiblen Schlauch ein an sich bekannter Druckerzeuger mit einem Tonometer angeschlossen ist.
Description
228 573 6
Vorrichtung zur Druckmessung an Schließmuskeln
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Druckmessung an SchließmuskeIn,
Charakteristik der bekannten^ techniechenn Löeun^en
Bei der Diagnostik steht der Arzt häufig vor der Notwendigkeit der Beurteilung.der Punktion von Schließmuskeln des menschlichen Körpers. Darunter fallen u.a. das Harnblaeensphinkterorgan, der Mageneingang, der Pylorus, die Papilla duodeni major, die Beuhin'sche Klappe, der Analsphinkter und auch der Gebärmutterhalßkanal. In Abhängigkeit vom jeweiligen Schließmuskel sind zur Beurteilung bzw. zur Messung verschiedene Methoden der Perfusionemanometrie bekannt. Dabei wird beispielsweise ein doppelläufiger Katheter durch den Schließmuskel geführt und mit einem oberhalb des Schließmuskels liegenden Ballon die Druckschwankungen einer durch den Katheter in äen oberhalb des Schließmuskels liegenden Hohlraum gepumpten Flüssigkeit gemessen. Diese Methode erfordert große Erfahrungen in. der Anwendung, ist mit relativ großen Fehlern behaftet und braucht einen hohen Zeitaufwand zur Erlangung gesicherter Ergebnisse. Eine besonders häufige Fragestellung liegt in der Beurteilung des Analsphinktertonus. So ist ein schlaffer Sphinkter Ausdruck einer Kontinenzstö'rung, die durch ein erworbenes oder angeborenes Leiden verursacht ist. Auch durch perinale Ver-
letzungen während des Geburtsvorganges, nach Operationen von Analfisteln und periproktitischen Abssessen mit "Verletzung der Analmuskulatur., Atonie des Analmuskels bei neurologischen Erkrankungen, bei Diabetes mellitus sowie durch unfallbe» dingte Sphinkterverletzungen kann, es zur analen Inkontinenz kommen. Eine Erhöhung des 'Sphinktertonus, der im schmerzhaften Sphinkterspasmus gipfelt, wird durch Analfissuren verursacht. Zur exakten Erkennung dieser Leiden, der Beurteilung eines medikamentösen oder chirurgischen Behandlungserfolgee am Sphinkterorgan, vor allem aber zur Früherkennung des Rektum- und Kolonkarzinoms, ist die Beurteilung der Funktion des anorektalen Kontinenzorganes von ausschlaggebender Bedeutung« Aus LEDERBOGM, Rektoskopie - Sigmoidoekopie KoloBkopie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1979 und OTTO et EWE, Atlas of Rectoscope and Colonoscopy, Springer-Verlag, Berlin(West)-Heidelberg - Hew York 1979 ist bekannt, den Spinktertonus durch Einführen des rechten Zeigefingers in den Analkanal zu beurteilen. Hierbei wird mit dem Zeigefinger der zirkuläre Druck gefühlt. Die Hachteile dieser allgemein praktizierten Methode sind, daß die Ergebnisse stark vorn subjektiven Empfinden und der Erfahrung des Arztes abhängig Bind.
Zi^l^der^Erfindimg
Ziel der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zur schnellen und genauen Ermittlung von Werten unabhängig vom subjektiven Empfinden und den Erfahrungen des Arztes als Maß für die !Punktionsfähigkeit des Schließmuskels zu schaffen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zur Druckmeesung an Schließmuskeln zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgebe dadurch gelöst, daß ein Röhrchen, das auf der einen Seite verschlossen ist und auf der anderen Seite einen Ansatzstutzen aufweist, einen in der
Ausdehnung vom Schließmuskel abhängigen Abschnitt hat. Dieser Abschnitt ist von einer Verdickung an der verschlossenen Röhrchenspitze und von einer Verdickung am Ansatzstutzen begrenzt. Unterhalb der Röhrchenspitze ist seitlich eine lochförmige Öffnung angeordnet. E3 ist vorteilhaft, die Verdickung an der Röhrchenspitse als eine die Öffnung überdeckende Kuppel auszubilden. Das Röhrchen wird von einer an der Röhrchenspitze fixierten und auswechselbaren dehnbaren Folie umschlossen. Hierbei ist es vorteilhaft, zur Fixierung der Folie zwischen der Verdickung am Ansatzstutzen und dem Ansatzstutzen einen Zapfen anzuordnen. An den Ansatzstutzen des Röhrchens ist über einen flexiblen Schlauch ein Druckerzeuger, beispielsweise ein Handgebläse, mit einem Tonometer angeschlossen. Bei nicht unmittelbar zugänglichen Schließmuskeln ist es vorteilhaft; das Röhrchen als'Vorderteil eines doppelläufigen Katheters zu benutzen. Dabei ist eine Entlüftungsöffnung seitlich an der Verdickung am Ansatzstutzen angeordnet» Die dehnbare Folie ist hinter der Entlüftungsöffnung mit der Außenwand des Katheters hermetisch verbunden.
Die erfindungsgemäße Lösung erlaubt in einfacher Weise und exakt die Bestimmung von Werten, die für die Funktionsweise des Schließmuskels charakteristisch sind. Hierbei erfolgt die Ermittlung der Werte durch die Bestimmung des Drucks (Gegendruck). Obwohl dieses Meßprinzip seit langem für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetst wird, wurde bisher nicht erkannt , daß unter Verwendung dieses Meßprinzips auch Werte als Grundlage für die Beurteilung der Funktion des Schließmuskels in überraschend einfacher Weise erlangt v/erden können. In Abhängigkeit von dem zu untersuchenden Schließmuskel und dessen Zugänglichkeit kann die beschriebene Vorrichtung entweder direkt, in Form eines Katheters, der mit Hilfe eines Endoskopes plaziert v/ird, oder als Zusatsteil für ein Endoskop benutzt werden. Dabei beschränkt sich die Anwendung nicht nur auf die Humanmedizin, sondern ist auch für die Veterinärmedizin möglich.
Die Erfindung ooll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen
-4 -££ a 5
erläutert werden. Im Ausführungsbeispiel 1 wird eine günstige Ausführung für die Untersuchung eines nicht unmittelbar zugänglichen Schließmuskels dargestellt. Pur die Untersuchung des Analsphinkter wird eine vorteilhafte Ausführung im Ausführungsbeispiel 2 beschrieben.
Ausführunffsbeispiel 1
In Figur 1 ist eine Vorrichtung dargestellt, wie sie zur Ermittlung von Druckwerten von äußerlich nicht direkt zugänglichen Schließmuskeln als Grundlage für die Beurteilung der Funktionsweise benutzt wird«, Hierzu bildet das Röhrchen 1 das Vorderteil eines Katheters. Die Spitze des Röhrchens 1 ist verschlossen. Ein in seiner Ausdehnung vom Schließmuskel abhängiger Abschnitt wird von einer Verdickung 4 am verschlossenen Ende des Röhrchens 1 und von einer Verdickung 5 begrenzt, so daß der Abschnitt gewissermaßen eine Aussparung ergibt, in der der Schließmuskel lokalisiert wird. Unterhalb der Spitze des Röhrchens 1 ist seitlich eine lochförmige Öffnung 3 angeordnet. An der Verdickung 5 ist seitlich eine lochförmige Entlüftungsöffnung 11 angeordnet. Das Röhrchen 1 ist von einer an der Röhrchenspitze fixierten dehnbaren Folie 7 umschlossen, die hinter der Entlüftungsöffnung 11 mit der Außenwand des Katheters hermetisch verbunden ist. Die beiden Kanäle des doppelläufigen Katheters münden einerseits in das Röhrchen 1 bzw. sind über einen Entlüftungskanal 12 mit der Entlüftungsöffnung 11 verbunden, wobei an dem in das Röhrchen 1 mündenden Kanal über einen flexiblen Schlauch 8 ein Druckerzeuger 9 mit einem Tonometer 1o angeschlossen ist.
Zur Druckmessung wird der Katheter mit dem Röhrchen 1 unter Sichtkontrolle mittels eines Endoskopes so plaziert, daß der Schließmuskel auf dem zwischen den Verdickungen 4 und 5 freigelassenen Abschnitt zu liegen kommt. Damit dem Schließmuskel benachbarte Regionen das Ergebnis nicht eventuell verfälschen, soll die Basisbreite des .zwischen den Verdickungen 4'und 5 liegenden Abschnittes bei Freilassung eines kleinen Spielraumes etwa der Breite des Schließmuskels entsprechen und
der Übergang zu den Verdickungen 4 und 5 ohne Kanten erfolgen. Käch dem Plazieren des Röhrchens 1 wird der Druck durch Betätigen des Druckerzeugers 9 langsam erhöht. Der am .Tonometer 1o ablesbare Druck im Oberteil des Röhrchens 1 wird solange sich erhöhen lassen, bis der Schließmuskel nachgibt und die Luft bis zum Unterschreiten dieses Druckes in das Unterteil des Röhrchens 1 und von dort durch die Entlüftungsöffnung 11, den Entlüftungskanal 12 und den Katheter ins Freie strömt. Somit wird also der Druck gemessen, bei dem der Schließmuskel einer Druckerhöhung keinen Widerstand mehr entgegensetzen kann; und sich öffnet. In Abhängigkeit vom Durchmesser des Röhrchens 1 ist der gemessene Y/ert charakteristisch für einen bestimmten Zustand des Schließmuskels.
In Figur 2 ist eine Vorrichtung dargestellt, wie sie zur Ermittlung von Druckwerten des Analsphinkter benutzt wird. Das Röhrchen 1, beispielsweise aus Glas bestehend, ist auf der einen Seite geschlossen und läuft auf der anderen Seite in einem Ansatzstutzen 2 aus. Unterhalb der verschloesenen Spitze des Röhrchens 1 ist seitlich eine lochförmige Öffnung 3 angeordnet. Ein in seiner Ausdehnung vom Sphinkter abhängiger Abschnitt wird von einer Verdickimg in Form einer als eine die Öffnung 3 überdeckend^ Euppel 4' an der Spitze des Röhrchens 1 und von einer Verdickung 5 εηι Ansatzstutzen 2 begrenzt* Zwischen der Verdickung 5 und dem Ansatzstutzen 2 ist ein Zapfen 6 angeordnet. Das Eöhrchen 1 ist von einer dehnbaren Folie 7, beispielsweise einem Fingerling aus Gummi, umschlossen, die am Zapfen 6 eingehängt ist. Durch einen flexiblen Schlauch 8 ist das Röhrchen 1 mit dem Druckerzeuger 9 Kit Tonometer 1o verbunden.
Hach Benetzen der Folie 7 über der Kuppel 4* mit Vaseline wird beim Patienten (in Knie-Ellenbogen-Lage) das Röhrchen 1 so in den Anus eingebracht, daß der zwischen der Kuppel 4* und der Verdickung 5 liegende Abschnitt des Röhrchens 1 dem Analkanal anliegt. Der Analkanal wird von zwei konzentrischen
MuskelEchichtenj dem äußeren Spinkter (M. sphincter ani externus), und dem inneren Spüinkter (M.. sphincter ani internes) gebildet. Der äußere Sp&inkter wird willkürlich, der innere Sphinkter unwillkürlich innerviert. Durch Betätigen des Druckerzeugers 9 wird der Druck zwisshen Folie 7 und Kuppel 4" oberhalb des Arialkanals langsam erhöht. Der Druck läßt sich solange 'erhöhen, bis der. unwillkürliche innere Sphinkte'r nachgibt und die Luft zwischen Röhrchen 1 und Folie 7 bis . zum Unterschreiten dieses Druckes nach außen entweicht. Es wird also der Druck gemessen, bei dem der M. sphincter ani internus als unwillkürlicher Schließmuskelanteil einer rektalen Druckerhöhung keinen Wideretand mehr entgegensetzen kann und eich öffnet. Der Druckwert hängt vom Durchmesser des zwischen der Kuppel 4* und der Verdickung 5 liegenden Abschnittes des Röhrchens 1 ab. So wird ein charakteristischer Druckwert mit größer werdendem Durchmesser größer. Mit Rückeicht auf das Spektrum der zu erwartenden Werte sollte der Durchmesser eo gewählt werden, daß auch noch kleine Drücke gut erfaßbar sind. Die Funktion, dee willkürlichen äußeran Sphinkters wird überprüft, indem der Patient den Anus zusammen« kneift und dabei wie oben der Druck gemessen v/ird. Bei einem in der genannten Weise gewählten Durchmesser wurden als Normalwerte für den passiven Analsphinkteröffnungsdruck 5o bis 7o mm Hg und für/den aktiven 9o bis 14o mm Hg gefunden, während beispielsweise bei Erwachsenen mit Karzinomen vom Rektum bis zum Querkolon ύβτ passive Analsphinkteröffnungsdruck 5 bis 3o mm Hg betrug. Durch den Austausch der Folie kann die Vorrichtung schnell für die Messungen am nächsten Patienten vorbereitet v/erden.
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Druckmessung an Schließmuskeln, gekennzeichnet dadurch, daß ein Röhrchen (1), das auf der einen Seite verschlossen und auf der anderen Seite einen Ansatzstutzen (2) aufweist, einen in der Ausdehnung vom Schließmuekel abhängigen Abschnitt hat, der von einer Verdickung •(4) an der Spitze des Röhrchens (1) und von einer Verdickung (5) am Ansatzstutzen (2), begrenzt ist, wobei unterhalb der Spitze des Röhrchens CiX eine Öffnung (3) angeordnet und das Röhrchen (1) von einer an der Spitze des Röhrchens (1) fixierten und auswechselbaren dehnbaren: Folie (7) umschlossen ist, und an den Ansatzstutzen (2) des Röhrchens (1) über einen flexiblen Schlauch (8) ein an sich bekannter Druckerzeuger (9) mit einem. Tonometer (1o) angeschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Verdickung (4) an der Spitze des Röhrchens (1) als eine die Öffnung (3) überdeckende Kuppel (4*)) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß zur Fixierung der dehnbaren Folie (7) zwischen der Verdickung (5) am Ansatzstutzen (2) und dem Ansatzstutzen (2) ein Zapfen (6) angeordnet ist.
4* Vorrichtung nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß das Röhrchen (1) das Vorderteil eines doppelläufigen Kat&eters bildet, wobei an der Verdickung (5) am Ansatzstutzen (2) seitlich eine Entlüftungsöffnung (11). angeordnet und die dehnbare Folie (7) hinter der Entlüftungsöffnung (11) mit der Außenwand des Katheters hermetisch verbunden ist.
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT402366B (de) * | 1992-03-09 | 1997-04-25 | Michl Ilse Dr | Einrichtung zur überwachung der kontraktionsfähigkeit der beckenbodenmuskulatur |
| DE19634660A1 (de) * | 1996-08-28 | 1998-03-12 | Andreas Dipl Ing Schoenfeld | Vorrichtung zur Bestimmung der Innervation der Beckenbodenmuskulatur, der analen Schließmuskulatur oder der Pubococcygeusmuskulatur |
-
1981
- 1981-03-25 DD DD22857381A patent/DD157594B1/de not_active IP Right Cessation
Cited By (3)
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| DE19634660A1 (de) * | 1996-08-28 | 1998-03-12 | Andreas Dipl Ing Schoenfeld | Vorrichtung zur Bestimmung der Innervation der Beckenbodenmuskulatur, der analen Schließmuskulatur oder der Pubococcygeusmuskulatur |
| DE19634660C2 (de) * | 1996-08-28 | 2001-02-01 | Andreas Schoenfeld | Verwendung einer Vorrichung zur Bestimmung der Innervation der Beckenbodenmuskulatur, der analen Schließmuskulatur oder der Pubococcygeusmuskulatur |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DD157594B1 (de) | 1986-07-16 |
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