DD158042A5 - Verfahren zum extrahieren von zucker aus zuckerhaltigen geweben - Google Patents

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DD158042A5 DD81229404A DD22940481A DD158042A5 DD 158042 A5 DD158042 A5 DD 158042A5 DD 81229404 A DD81229404 A DD 81229404A DD 22940481 A DD22940481 A DD 22940481A DD 158042 A5 DD158042 A5 DD 158042A5
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Arthur H Freytag
Rodney D Cooke
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Great Western Sugar Co
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B10/00Production of sugar juices
    • C13B10/003Production of sugar juices using chemicals other than extracting agents

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  • Non-Alcoholic Beverages (AREA)
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Extraktion von Zucker aus Zucker enthaltenden Pflanzengeweben, bei dem das Pflanzengewebe mit Diffusionswasser behandelt wird, zu dem Kohlendioxid zugefuegt wurde. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass das Zucker enthaltende Pflanzengewebe nahe am Saftende eines Diffusionsverfahrens mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer Menge von Kohlendioxid behandelt wird, welche ausreicht,die Ausbeute bei der Zuckerextraktion aus dem Pflanzengewebe zu erhoehen.

Description

Die Erfindung betrifft Verfahren zur Gewinnung von Zucker aus Zucker enthaltendem Pflanzengewebe. Sie betrifft insbesondere ein Verfahren, mit dem die Ausbeute bei der Zukkerex.traktion erhöht wird und bei dem das Zucker enthaltende Pflanzengewebe mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer wirksamen Menge an. Kohlendioxid behandelt wird.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen:
Bei den bekannten Zuckerherstellungsverfahren, wie bei der Behandlung von Zuckerrüben oder ähnlichen Materialien, bei denen im wesentlichen reine Saccharose erhalten wird, werden die Zuckerrüben im allgemeinen zur Entfernung von Schmutz, Blättern, Unkräutern und anderen Fremdmaterialien gewaschen. Sie werden dann unter Bildung langer dünner Streifen, die als Zuckerrübenschnitzel bezeichnet werden, geschnitten. Bei den technischen Verfahren werden die Zukkerrübenschnitzel typischerweise durch einen kontinuierlichen Diffuseur, wie beispielsweise einen Schräg-Diffuseur mit verlängertem Trog, der nach oben schräg ausgerichtet ist, geleitet. Darin werden die Zuckerrübenschnitzel nach oben durch den Trog mittels Schnecken oder Spiralen mit perforierten plattenartigen Flügeln oder ähnlichen Vorrichtungen transportiert. Das für die Diffusion erforderliche Wasser, beispielsweise Kondensatwasser aus Fabriken und fri-
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sches Wasser bei Temperaturen über etwa 500C, wird typischerweise in den Diffuseur an seinem oberen Ende eingeleitet. Es kann abwärts durch die Zuckerrübenschnitzel, bedingt durch die- Schwere, zu dem unteren Ende des Diffuseurs perkulieren, wo die Zuckerrübenschnitzel anfänglich in den Diffuseur eingeleitet werden. In dem Diffuseur diffundieren der Zucker und andere lösliche Materialien, wie Verunreinigungen aus Zuckerrübenschnitzeln, heraus und in das Diffusionswasser. Das mit Zucker angereicherte Diffusionswasser, das als Diffusionssaft oder Rohsaft bezeichnet wird, wird typischarweise von dem unteren Ende des Diffuseurs entfernt, während die verbrauchten Zuckerrübenschnitzel, die als Pulpe bekannt sind, typischerweise von dem oberen Ende entnommen werden. Bei einem typischen Diffusionsyerfahren werden im wesentlichen alle verbrauchten Zuckerrübenschnitzel mit dem Diffusionsvorratswasser, welches eine relativ geringe Menge an gelösten Feststoffen enthält, bei oder nahe an dem "Pulpenende" des Diffuseurs behandelt. Frische Zuckerrübenschnitzel mit relativ hohem Zuckergehalt werden mit Diffusionswasser behandelt, welches eine relativ große Menge an gelösten Feststoffen, wie Zukker und wasserlösliche Verunreinigungen, enthält. Diese Behandlung erfolgt bei oder nahe an dem "Saftende" des Diffuseurs. Das obige Diffusionsverfahren wurde im Zusammenhang mit einem typischen kontinuierlichen im Gegenstrom arbeitenden Schrägdiffuseur beschrieben. Die gleichen Prinzipien gelten jedoch in gleicher Weise bei anderen bekannten Diffusionssystemen, beispielsweise bei kettenartigen Diffusionssystemen und .ähnlichen, und den anderen Systemen,
^v die bei einem Diffusionsverfähren für die Herstellung von Zucker aus Zucker enthaltenden Pflanzengeweben nützlich sind.
Diffusionssaft, der bei den technischen Zuckerherstellungs- °^ verfahren erhalten wird, enthält typischerweise etwa 10% bis etwa 15% Zucker, was so viel ist wie 98% des ursprünglich in den Zuckerrübenschnitzeln enthaltenen Zuckers. Zu-
sätzlich enthält der Diffusionssaft typischerweise Nichtsaccharose-Zucker und andere Nicht-Zuckermaterialien, beide als Verunreinigungen in Lösung, und andere Materialien . in Kolloidsuspension. Die Anwesenheit der Nichtsaccharose-Zucker und anderer gelöster Nicht-Zucker und der wasserlöslichen Verunreinigungen beeinflußt die Fähigkeit, nachfolgend die Kristallisation von im wesentlichen reiner Saccharose aus dem Diffusionssaft durchzuführen, sehr nachteilig. Es ist daher erforderlich und übliche Praxis, den Diffusionssaft zur .Entfernung löslicher Verunreinigungen und zur Entfernung ungelöster Feststoffe zu behandeln, bevor man versucht, die Saccharose aus dem Saft durch Kristallisation zu gewinnen.
Typischerweise wird der Diffusionssaft zuerst mit Kalk be-' handelt, damit eine Koagulation und Präzipitation eines wesentlichen Teils der ungelösten Feststoffe, wie der Kolloide, bewirkt wird, und damit ein Teil der löslichen Verunreinigungen ausgefällt wird. Andere Verunreinigungen werden an dem Calciumcarbonatkristallen, die während des . Reinigungsverfahrens gebildet werden, adsorbiert. Der mit Kalk behandelte Saft wird dann mit Kohlendioxidgas während einer Stufe behandelt, die als erste Carbonation (Kohlensäuresättigung) bezeichnet wird, damit weiter ungelöste Feststoffe und lösliche Verunreinigungen koagulieren und ausgefällt werden. Der Saft wird dann einer primären Trennung der koagulierten und ausgefällten Feststoffe, wie Filtration, Absetzen und ähnlichen Verfahren, unterworfen. Der Saft wird dann erneut mit Kohlendioxidgas während einer Stufe behandelt, die als zweite Carbonation bezeichnet wird. Diese Stufe wird so durchgeführt, daß der in dem Saft zurückbleibende Kalk als Calciumcarbonat ausgefällt wird. Der Saft wird dann filtriert und gegebenenfalls einer Schwefeldioxidbehandlung unterworfen. Das gereinigte FiI-
trat ist als dünner Saft bekannt. Selbst nach der Reinigung des Diffusionssafts oder des Rohsafts enthält der
&· «L» w*
] technisch hergestellte dünne Saft typischerweise eine.wesentliche Menge an in Wasser löslichen Verunreinigungen, die die nachfolgende Saccharosekristallisation stören.
Nach der Reinigung wird der dünne Saft typischerweise zur Entfernung von überschüssigem Wasser und zur Konzentration des Zuckers in dem Saft eingedampft. Man erhält dabei den dicken Saft. Der dicke Saft wird dann typischerweise gekocht . oder in anderer Weise durch Entfernung von Wasser 10. konzentriert.. Dabei wird der Zucker in dem Wasser weiter konzentriert, und die Kristallisation des Zuckers aus dem Saft wird erzwungen. Der kristallisierte Zucker kann dann gewaschen, getrocknet und weiter für die Verpackung behandelt werden. All dies geschieht auf übliche Weise.
15 .·
Damit das Zuckerherstellungsverfahren optimiert wird, ist es aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich, die Gesamtzuckerextraktion zu .maximieren, mindestens teilweise, indem man die Zuckerdiffusion auf solche Weise durchführt, daß die größte wirtschaftlich mögliche Menge an Saccharose erhalten wird, während die Menge an wasserlöslichen Verunreinigungen in dem Diffusionssaft so gering wie möglich gehalten wird. Die Extraktionsausbeute eines Diffusionsverfahrens hängt somit von der Fähigkeit ab, das Verfahren bei der Extraktion der Saccharose aus den Zuckerrübenschnitzeln so wirksam wie möglich zu gestalten, und der Fähigkeit, bei dem Verfahren gleichzeitig die Extraktion unerwünschter wasserlöslicher Verunreinigungen so gering wie möglich zu halten, und der Fähigkeit, bei dem Verfahren die extra-
30 hierten wasserlöslichen Verunreinigungen für.die
folgende Elimination aus dem Zucker enthaltenden Saft empfindlich zu machen.
Bereits bekannte Vorschläge für die Erhöhung der Gesamtausbeute bei der Zuckerherstellung oder für die Ausbeutesteigerung sind Verfahren, bei denen die Verunreinigungen
] in dem Diffusionszufuhrwasser verringert werden, indem man den pH-Wert des Diffusionszufuhrwassers durch Zugabe von Chlorwasserstoffsäure oder Schwefelsäure erniedrigt, das Diffusionszufuhrwasser sterilisiert, die Diffusionstempe-/j raturen und die Zuckerrübehschnitzelgrößen und ähnliche Merkmale optimiert. Diese bekannten Verfahren haben eine Erhöhung in der Gesamtzuckerausbeute mit sich gebracht. Es besteht weiterhin ein Bedarf, die Ausbeute bei der Zukkerextraktion zu verbessern. Gelingt dies, so kann das auf "JO die technische Zuckerfabrik einen wesentlichen wirtschaftlichen Einluß haben.
In der US-PS 2 801 940 (Stark et al.)"wurde vorgeschlagen, daß die Menge an kolloidalen Materialien, wie Araban, Pectin und proteinhaltigen Materialen, die aus Zuckerrübenwasser, welches Ammoniak enthält, extrahiert werden, verringert werden kann, wenn, man eine ausreichende Menge an Kohlendioxid zu dem Diffusionssystem am Pulpenende des Diffuseurs zugibt, so daß man mindestens neutrale Bedingungen erhält. Stark et al. schlagen somit eine Verringerung der Extraktion "der unlöslichen oder kolloidalen Materialien aus Zuckerrüben mit Wasser, welches Ammoniak enthält, vor, wobei das Diffusionswasser durch Zugabe von Kohlendioxid in den Diffuseur an der Stelle vorbehandelt wird, wo die Hauptmenge des Zuckers bereits aus dem Rübenmaterial extrahiert worden ist und wo das verbrauchte Material mit neueintretendem Zufuhrwasser behandelt wird. Stark et al. beschreiben weiterhin,.daß die Zugabe von Kohlendioxid am Saftende des.Diffuseurs unwirksam ist und nicht erforderlieh, da am Saftende die rohen Zuckerrübenschnitzel wesentliche Mengen an Betain, Aminosäuren und anderen löslichen Substanzen enthalten, die eine Pufferkapazität ausüben und somit dem Einfluß des alkalischen Wassers, welches Ammoniak enthält, bei'der Extraktion der unlöslichen kolloidalen Materialien aus den Zuckerrübenschnitzeln entgegenwirkt. Stark et al«, beschreiben nicht> daß die Extraktion der wasserlöslichen Verunreinigungen aus Zucker enthal-
- 6 - J / H
tendem Pflanzengewebe verringert werden kann, wenn man Kohlendioxid zu irgendeinem Zeitpunkt in das Diffusionsverfahren einleitet. Bei dem von Stark et al. beschriebenen Verfahren wird Kohlendioxid zu dem Diffusionswasser an einer Stelle in dem Diffusionsverfahren zugegeben, wo die Hauptmenge des Zuckers und der wasserlöslichen Verunreinigungen bereits aus dem Rübenmaterial extrahiert worden ist und sich bereits in dem Diffusions- oder dünnen Saft befindet. Das von Stark et al. beschriebene Verfahren hat niemals technische Verwendung oder Anerkennung, gefunden, da die kolloidalen Materialien und andere ungelöste Feststoffe leicht aus dem Diffusionswasser durch Koagulation, Filtration und ähnliche Verfahren entfernt werden können und in der Industrie kein wesentliches Problem darstellen.
Die Aufgabe, eine erhöhte Saftreinheit zu erhalten und die Extraktion der wasserlöslichen Verunreinigungen zu veringern, besteht jedoch noch.
Ziel der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt das Ziel zugrunde, ein verbessertes Verfahren für die Herstellung von Saccharose zur Verfügung zu stellen, bei dem eine erhöhte Saftreinheit erhalten wird und bei dem die Extraktion wasserlösli-
25 eher Verunreinigungen gering ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es wurde gefunden, daß die Ausbeute der Zuckerextraktion aus zuckerhaltigem Pflanzengewebe oder Pflanzenmaterial bei einem Diffusionsverfahren wesentlich und überraschenderweise erhöht werden kann, wenn man das Zucker enthaltende Pflanzengewebe nahe dem Saftende eines Diffusionsverfahrens mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer wirksamen Menge von Kohlendioxid behandelt. Das Zucker enthaltende Pflanzengewebe wird mit dem Diffusionswasser in Anwesen-
heit von Kohlendioxid nahe dem Saftende des Verfahrens behandelt, wo frisches oder teilweise extrahiertes Pflanzengewebe in Kontakt mit dem Diffusionssaft kommt, welcher eine wesentliche Menge an wasserlöslichem extrahierbarem Zucker enthält, und vor der Stelle, wo ein wesentlicher Teil der wasserlöslichen Verunreinigungen bereits aus dem Pflanzengewebe extrahiert worden ist. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren erhält man eine erhöhte Ausbeute bei der Zuckerextraktion bei relativ wirtschaftlichen Kosten.
IQ
Erfindungsgemäß wird zuckerhaltiges Pflanzengewebe nahe dem Saftende eines Diffusionsverfahrens mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer Menge von Kohlendioxid behandelt, die ausreicht, die.. Ausbeute der Zuckerextraktion aus dem Pflanzengewebe zu erhöhen.
Der Ausdruck "Zuckerextraktion", wie er in der vorliegenden Anmeldung verwendet wird, bedeutet das Verhältnis der Nettomenge von Zucker, die bei einem Zuckerherstellungs-Raffinier- oder Gewinnungsverfahren erhalten wird, zu der Menge an Zucker, die in das Verfahren eingeführt wird, wie sie im Pflanzengewebe enthalten ist. "Eine erhöhte Zuckerextraktion" bedeutet, daß das Verhältnis der Nettomenge an Zucker, die bei dem Zuckerherstellungs-, Raffinier- oder Wiedergewinnungsverfahren gewonnen wird, zu der Menge an Zucker, die in das Verfahren eingeleitet wird, erhöht wird. "Scheinbare Reinheit" bedeutet das Verhältnis in % des Zuk-"kers, bestimmt durch direkte Polarisation an den gelösten Feststoffen, wobei die gelösten Feststoffe nach einem re-
fraktometrischen Verfahren, wie es in der Industrie üblich ist, bestimmt werden. Die "wahre Reinheit" bedeutet den An- · teil in % der wahren Saccharose zu der Gesamtmenge an löslicher trockener Substanz. Die Saccharose kann durch das Inversionsverfahren bestimmt werden. Die Gesamtmenge an
QC
"3^ Trockensubstanz kann durch Trocknen, wie es in der Industrie üblich ist, bestimmt werden, oder die wahre Reinheit kann gaschromatographisch bestimmt werden.Die "Verunreinigung" oder
] "Verunreinigungen" bedeuten die gelösten Feststoffe, die Nicht-Saccharose sind, wie Betain, Glutamin, Asparagin, Purine, Pyrimidine, Ammoniak, verschiedene Kationen und Änionen, wie Nitrat und Chlorid, und ähnliche. "Saftende" <j bedeutet das Ende des Diffusionsverfahrens, wo der mit Zucker angereicherte Rohsaft aus dem Verfahren entfernt wird. Beispielsweise bei einem Gegenstromdiffusionsverfahren der rohe Diffusionssaft von der Diffusionsvorrichtung am Saftende entfernt und die Zuckerrübenschnitzel dort IQ eingeleitet.
Erfindungsgemäß„kann man irgendein Zucker enthaltendes Pflanzengewebe behandeln. Bevorzugt enthält das Pflanzengewebe eine relativ hohe Konzentration an Zucker, welcher aus dem Diffusionssaft gewonnen werden soll. Der am häufig-. sten gewonnene Zucker ist die Saccharose. Erfindungs,gemäß können jedoch auch andere Mono- und Disaccharide gewonnen werden. Derzeit besonders bevorzugte Zucker enthaltende Pflanzengewebe sind Pflanzengewebe, die sich von Zuckerrüben, Zuckerrohr> Zuckersorghum und anderen, weniger üpigen Quellen der Saccharose ableiten. Zur Erläuterung der derzeit besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsformen wird im folgenden die Extraktion und Gewinnung von Saccharose aus Zuckerrüben beschrieben.
Zuckerrüben werden bevorzugt gezüchtet, geerntet, gewaschen und in Zuckerrübenschnitzel für die nachfolgende Diffusion geschnitten. All dies geschieht auf übliche Weise. Das Zucker enthaltende Pflanzengewebe wird dann nahe dem Saftende des Diffusionsverfahrens und vorzugsweise mindestens an einer Stelle, wo der Anfangskontakt zwischen den geschnittenen Zuckerrübenschnitzeln und dem Diffusionssaft erfolgt, mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer Menge von Kohlendioxid behandelt, die ausreicht, die Aüsbeute beim Diffusionsverfahren zu erhöhen. Bei einer derzeit besonders bevorzugten Ausführungsform wird das Kohlendioxid zu Beginn in das Diffusionswasser nahe dem Saftende als Gas eingeleitet. Bei der erfolgreichen Durchfüh-
- 9 - / / a u O L c
rung·des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es jedoch nicht. kritisch, welche anfänglichen Formen von Kohlendioxid verwendet werden. Beispielsweise kann man Trockeneis oder festes Kohlendioxid verwenden, wie auch Materialien, die in Lösung so reagieren, oder geändert werden können, daß Kohlendioxid gebildet wird, oder daß in Lösung die gleichen Molekülteile, Liganden oder Ionen gebildet werden, als wenn Kohlendioxid in das komplexe Gemisch eingeblasen wird, welches die Zusammensetzung des Diffusionswassers darstellt. Die exakten Parameter sind erfindungsgemäß flexibel, und es ist ein besonderer Vorteil der vorliegenden Erfindung, daß günstige Ergebnisse erhalten werden, wenn man die Zuckerrübenschnitzel mit Diffusionswasser auf übliche Weise behandelt, welches jedoch auf unübliche Weise so modifiziert wird, daß es bei den angewendeten Temperaturen gelöstes Kohlendioxid enthält. Dies erfolgt derzeit bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, indem man durch das Diffusionswasser eine Menge an Kohlendioxidgas bei den Temperaturen und Volumen an Diffusionswasser leitet, die verwendet werden, die mehr ist als die Menge, die normalerweise in dem Wasser bei den gleichen Bedingungen löslich wäre.
Bei der Durchführung der vorliegenden Erfindung kann man somit gleich gut Carbonate, Bicarbonate und andere Verbindungen, die, wenn sie gelöst, dispergiert oder auf sonstige Weise in dem Diffusionswasser vorhanden sind, auf irgendeine Weise oder zusammen mit anderen Materialien und Chemikalien den erforderlichen Kontakt aus von gelöstem Kohlendioxid oder Kohlendioxidgas mit den Zuckerrübenschnitzeln ergeben, wenn diese zu Beginn mit dem Diffusionswasser behandelt werden, verwenden. Durch die Verwen- ; dung einer wirksamen Menge an Kohlendioxid wird, wie im
folgenden näher gezeigt wird, bei· dem sonst üblichen Zuk- or OJ kerextraktionsverfahren die Gesamtausbeute erhöht und
die Wirksamkeit bei der Zuckerextraktion erhöht.
Damit man die gewünschten Ergebnisse erhält, wird das Zuk- · ker enthaltende Pflanzengewebe .mit Diffusionssaft in Anwesenheit von Kohlendioxid nahe dem Saftende des Diffusionsverfahrens behandelt, d.h. nahe dem Teil des Diffusions-Verfahrens, wo der Rohsaft aus der Diffusionsvorrichtung entfernt wird, wo frisches Zucker enthaltendes Pflanzengewebe zuerst in den Diffuseur eingeleitet wird und wo das Pflanzengewebe mit dem Diffusionswasser oder dem Rohsaft, der eine wesentlichs Menge an gelösten Feststoffen einschließlich Zucker enthält, behandelt wird, überraschenderweise wurde gefunden, daß an dieser Stelle des Diffusionsverfahrens eine wesentliche Menge an wasserlöslichen Verunreinigungen in dem Pflanzengewebe verbleiben, wenn man auf erfindüngsgemäße Art arbeitet. Bei einer Diffusions'vorrichtung, bei der mehrere Zellen verwendet werden, kann das Kohlendioxid in die Vorrichtung in eine einzelne Zelle, die am nächsten dem Saftende ist, eingeleitet werden, oder es kann in eine Vielzahl von Zellen an diesem Ende der Vorrichtung eingeleitet werden. Es wurde gefunden, daß durch die Einleitung von Kohlendioxid mindestens in die Hälfte der Zellen der Vorrichtung,, die am nächsten benachbart zu dem Saftende sind, die gewünschten Ergebnisse erhalten werden. Es wurde weiterhin gefunden, daß durch das Einleiten von Kohlendioxid nur nahe dem Pulpenende des Diffusionsverfahrens, wo ein wesentlicher Teil der wasserlöslichen Verunreinigungen bereits aus dem Pflanzengewebe heraus und in das Diffusionswasser diffundiert ist, nicht die gewünschten erfindungsgemäßen Ergebnisse erhalten werden .
30 ' .
/ Obgleich der genaue Mechanismus für die zuvor beschriebenen Vorteile nicht vollständig bekannt ist, wurde gefunden, daß andere Faktoren die Ausbeute bei der Durchführung der vorliegenden Erfindung beeinflussen können. Diese Faktoren
OJ sind solche Variablen, wie die Natur und die Qualität, der Zuckerrübenschnitzel, die Natur und die Art der verwende-
ten Diffusiorisvorrichtung, und ähnliche, die einen Einfluß auf die Menge an Kohlendioxid' haben können, die bei einer besonderen Anwendung erforderlich ist. Aus all den obigen Gründen ist es schwierig, mit Genauigkeit die unteren Grenzen für die Mengen an Kohlendioxid abzuschätzen, die wirksam sind, um die gewünschten Ergebnisse bei allen Situationen zu erhalten. Die Bestimmung solcher genauen unteren Grenzen liegt innerhalb des Fachkönnens und kann für die üblichen Verfahren aufgrund der relevanten Faktoren bei einer besonderen Anwendung leicht bestimmt werden. Es wurde jedoch gefunden, daß bei einer tatsächlichen technischen Saccharoseherstellungsfabrik so wenig wie 0,7 kg Kohlendioxidgas pro metrischer Tonne Zuckerrübenschnitzel (1,33 lbs. Kohlendioxidgas pro Tonne Zuckerrübenschnitzel) ausreichen, wenn das Kohlendioxidgas in das Diffusionswässer eingeblasen wird, und daß dies ausreicht, um die Wirksamkeit bei der Saccharoseextraktion zu'erhöhen. 0,125 kg Kohlendioxidgas pro metrischer Tonne Zuckerrübenschnitzel (0,25 lbs. pro Tonne) sind wirksam, um die Ausbeute bei der Saccharoseextraktion zu erhöhen. Es ist somit bevorzugt, zu dem Diffusionswasser mindestens etwa 0,25 kg, mehr bevorzugt, mindestens etwa 0,5 kg und am meisten bevorzugt mindestens etwa 0,625 kg, Kohlendioxidgas pro metrischer Tonne Zucker enthaltendes Pflanzengewebe zuzugeben.(0,5 lbs., mehr bevorzugt 1,0 Ib. und am meisten bevorzugt 1,25 lbs. Kohlendioxidgas). Funktionell können ebenfalls äquivalente Mengen an festem Kohlendioxid oder anderen Materialien verwendet werden, die in Lösung so geändert1werden können oder auf die so eingewirkt werden kann., daß Kohlendioxid gebildet wird oder daß die gleichen Molekülteile, Liganden oder Ionen gebildet werden, als wenn Kohlendioxidgas in das Diffusionswasser eingeleitet wird.
Bei einer derzeit besonders bevorzugten Ausführungsform wird das Kohlendioxidgas auf einheitliche Weise innerha] des Diffusionswassers nahe dem Saftende des Verfahrens
dispergiert.· Eine einheitliche Dispersion kann man erhalten, indem man das Kohlendioxid in den Diffuseur an einer Vielzahl von Orten nahe dem Saftende im Boden des Diffuseurs einleitet, indem man Gasdispersionsdüsen an den Stellen, wo das Kohlendioxid eingeleitet' wird, und/oder andere geeignete Einrichtungen verwendet.
Gegebenenfalls kann es unter bestimmten Bedingungen bevorzugt sein, das Diffusionswasser zusätzlich zu behandeln, wie mit einer geeigneten Mineralsäure oder einer organischen Säure, damit der pH-Wert des Diffusionswassers erniedrigt wird. Geeignete Säuren zu diesem Zweck sind Schwefelsäure und Chlorwasserstoffsäure, wobei Schwefelsäure derzeit bevorzugt ist, bedingt durch ihre relativ leichte Entfernung und wegen ihrer niedrigen Kosten. Das Diffusionswasser kann mit der Säure der Wahl, behandelt werden, indem man die Säure zu dem Diffusiönswasservorrat zugibt,und/oder die Säure direkt zu dem Diffusionswasser in dem Diffuseur zugibt. Wenn eine·zusätzliche Säurebehandlung erforderlich ist, wird eine ausreichende Menge an Säure zu dem Diffusionswasser oder dem Vorrat zugegeben, um den pH-Wert auf etwa 5,0 bis etwa 6,5, mehr bevorzugt etwa 5,2 bis etwa 6,0 und am meisten bevorzugt etwa 5,4 bis etwa 5,6, zu erniedrigen. Die optimalen Faktoren für die besonderen Anlagevariablen und Bedingungen und für die verschiedenen Verfahrensvariablen können leicht bestimmt werden, und die Einstellungen der Verfahrensvariablen können während der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgen.
30 '
Nach der Behandlung des Zucker -enthaltenden Pflanzengewebes mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer wirksamen Menge an Kohlendioxid, wie zuvor beschrieben, kann der entstehende Diffusionssaft direkt in an sich bekannter
35 ·
Weise behandelt; um den Zucker aus dem Difiusionssaft zu
entfernen.
Es wurde gefunden, daß die Behandlung des Zucker enthaltenden Pflanzengewebes nahe dem Saftende des Diffusionsyerfahrens mit Diffusionswasser, welches eine wirksame Menge an Kohlendioxid enthält, eine wesentlich erhöhte Extraktionsleistung^ermöglicht.. Die erhöhte Extraktionsleistung kommt mindestens teilweise von der erhöhten Reinheit der entstehenden Diffusions- und dünnen Säfte und in einigen Fällen zusätzlich bedingt durch eine stimulierte Zuckerextraktion aus dem Pflanzengewebe. Es wurde weiterhin gefunden, daß eine erhöhte Extraktionswirksamkeit auf billigere und sicherere Weise als bei den bekannten Verfahren erhalten wirdf bei denen nur eine Chlorwasserstoffsäure- oder Schwefelsäurebehandlung und/oder Äthylenbehandlung des Diffusionswassers erfolgt. Die folgenden Beispie-
Ie erläutern die Erfindung. .
-14-1 B.eispiel 1
Drei Proben geschnittene Zuckerrübenschnitzel werden behandelt, indem man 300 g 'der Rübenschnitzel pro Probe zu c 1400 ml Diffusionsleitungswasser bei einer Temperatur von 580C zugibt. Der Zucker von den Zuckerrübenschnitzeln der Probe 1 kann in das Diffusionswasser ohne zusätzliche Behandlung diffundieren. Der pH-Wert des Diffusionswassers der Probe 2 wird durch Zugabe von HCl auf 5,5 eingestellt und dann wird Äthylengas durch das Diffusionswasser in einer Rate von etwa 10 l/min geblasen. Bei der Probe 3 wird im wesentlichen reines Kohlendioxidgas durch das Diffusionswasser in einer Rate von etwa 10 l/min geblasen. Bei 10-minütigen Intervallen werden je 150 ml aliquote Teile
Ί5 aus dem Diffusionswasser von jeder Probe für die Analyse des Zuckergehalts mittels eines Polarimeters entnommen. Die Ergebnisse sind in Tabelle I aufgeführt.
Tabelle I
20 Zeit(min) Probe 1 Zuckergehalt (%) Probe 3
10 18,87 Probe 2 20,98
20 20,76 20,53 22,86
30 21,52 22,26 23,50
40 22,08 22,94 23,89
25 50 22,19 23,33 24,01
60 22,33 23,55 24,19
23,62
Aus Tabelle I folgt, daß die mit Äthylen/Säure und Kohlendioxid behandelten Proben beide höhere Zuckergehalte in Diffusionswasser aufweisen als die Vergleichsprobe (Vergleich Nr. 1). Die höchste Zuckerextraktion wird bei der mit Kohlendioxid behandelten Probe erhalten.
35 Beispiel 2
Das Verfahren von Beispiel 1 wird wiederholt, ausgenommen, daß der pH-Wert des Diffusionswassefs bei der Probe
3 auf 6,0' vor der Behandlung der Probe mit Kohlendioxid eingestellt wird. Die Ergebnisse sind in Tabelle II aufgeführt.
Tabelle II (%) Probe 3
Zuckergehalt 14,70
Zeit(min) Probe 1 Probe- 2 16,80
10 12,75 13,85 17,65
20 14,40 15,60 18,30
30 15,00 16,30 19,00
40 15,50 16,90
60 15,80 17,30
Wie aus Tabelle II erneut folgt,, zeigen sowohl die mit ' Äthylen/Säure und Kohlendioxid/Säure behandelten Proben höhere Zuckergehalte in dem Diffusionswasser als die Vergleichsproben. Aus diesem Beispiel folgt,, daß die Vorbehandlung des Diffusionswassers der Probe 3 für die Erniedrigung des pH-Wertes eine noch ausgeprägtere Erhöhung in der Zuckerextraktion bei der nachfolgenden Kohlendioxidbehandlung der Probe ergibt·
Beispiel 3
Geschnittene Zuckerrübenschnitzel werden in einen Schrägdiffusor einer Versuchsanlage mit einer Durchlaufkapazität von 9 kg Zuckerrübenschnitzel pro Stunde gegeben.Der Diffusor der Versuchsanlage enthält Einrichtungen .für eine variable Temperatur, Einrichtungen zur Kontrolle der Beschickungsrate und Einrichtungen zur Kontrolle der Neigungsrate. Er enthält weiterhin öffnungen im Körper der Versuchsanlage, durch die man Gas durch das Diffusionswasser blasen bzw. >perlen kann. In- der Versuchsanlage werden drei getrennte Versuche, die je 8 Stunden dauern,
durchgeführt. Beim' ersten Versuch (Vergleichsversuch) werden 9 kg geschnittene Zuckerrübenschnitzel pro Stunde durch die Versuchsanlage transportiert und im Gegenstrom mit Diffusionswasser "in Kontakt·gebracht. Beim zweiten
.2 9.4 0
Versuch wird das Verfahren des ersten Versuchs wiederholt, •ausgenommen, daß der pH-Wert des Diffusionswassers auf 5,5 mit H2SO4 eingestellt wird, bevor das Diffusionswasser in den Diffusor der Versuchsanlage eingeleitet wird und wobei 20 ml/min 0,024 NH2SO4 zu dem Diffusionswasser in dem Diffusor zugegeben werden. Beim dritten Versuch wird das Ver-• fahren des zweiten Versuchs durchgeführt, ausgenommen,daß keine Säure zu dem Diffusionswasser in dem Diffusor zugegeben wird und das Kohlendioxidgas in den Diffusor in einer Rate von 30 l/min eingeleitet und durch das Diffusionswasser geperlt wird. Die anderen Betriebsbedingungen der Versuchsanlage werden in Tabelle III aufgeführt.
Tabelle III
' 5 . Diffusionswasser zugabe Diffusionstemperaturen (°C)
Vers.Nr. Behandig. Rate(ml/min) Temp.'(0C) Pulpenende Mittel Saftende
1 Vergl. 160 83 74
2 H2SO4 138*** 88 74
3 161 161 87 77
pH-Wert der Diffusion
72 77
71 76
71 71
Vers.Nr. Saft RDS* Pulpe Pol%**abgenomm.Pulpe Mitte abgen.Wasser
1 12,80 0,93
2 12,13 1,10 5,3 5,4 6,1 3 13,13 1,29 6,1 6,1 6,3
* "RDS" refraktometrisch gelöste Feststoffe * * "Pulpe Pol%" Prozentgehalt des Zuckers, der in der Probe verbleibt, bestimmt durch einen Polarimeter
*** H3SO4 wird an zwei Stellen im Diffusor zur Erhöhung der Gesamtfließrate auf etwa 160 ml/min zugegeben.
Die Ergebnisse der Versuche in der Versuchsanlage sind in Tabelle IV zusammengefaßt.·'
-17-Tabelle IV
Zuckerrübenschnitzel·
'Behandl·.Zucker- scheinb. i.d.Pulpe schelnb. wahre Reinh.
geh.(%) .Reinh.(%) verleib. Reinh.d. d.dünnen 5 Zucker(%) dünnen Saftes(%)*
Saftes(%)
Vergl·. 13 ,02 91 ,94 1 ,24 90, 40 87 ,44
H2SO4 12 ,98 91 ,11 1 ,03 90, 80 87 ,29
co2 14 ,06 91 ,71 1 ,21 93, 58 88 ,63
* bestimmt mittels eines Gaschromatographen
Aus Tabelle IV folgt, daß die Reinheit des dünnen Saftes aus der Versuchsanlage wesentlich höher ist als beim Ver-]5' gleichsbeispiel und dem Beispiel, bei dem Diffusionswasser mit Schwefelsäure behandelt wurde, wenn man Kohlendioxid in das Diffusionswasser in der Versuchsanlage einleitet.
Beispiel 4
Bei diesem Beispiel werden geschnittene Zuckerrübenschnitzel in einen Silber-Slope-Diffusor in vollem Maßstab,wie in McGinnis "Beet-Sugar Technology", 2. Ausgabe, Seiten 144 und 145 beschrieben, eingeleitet. Sie werden auf' übli-' 25 ehe technische Art behandelt, ausgenommen daß man Kohlendioxid in das Diffusorsystem gibt.- Der Silber-Slope-Diffusor ist an seinen beiden Seiten mit Pulpenschnitzeltrögen und mit sechs Dampfmänteln ausgerüstet, die die Tröge in sechs Zellen teilen, die als Zellen 1 bis 6 identifiziert "werden. Die Zelle 1. ist am unteren Rübenschnitzelaufnahmeende des Diffusors 6 angebracht. Die Zelle 6 ist benachbart zu dem oberen Rübenschnitzelabgabeende des Diffusors angebracht. Der Körper des Diffusors ist so ausgebildet, daß Kohlendioxidgas in das Diffusorwasser in jedem Rübenschnitzeltrog insgesamt an sechs Stellen injiziert werden kann: Zwischen den Zellen 1 und 2, zwischen den Zellen 2 und 3, zwischen den Zellen 3 und 4. Der Diffusor wird während einer Zeit von mehreren Wochen auf fol-
-Ί8-
229404 gende cyclische Art betrieben. Während einer Zeit von 16 Std. wird der Diffuseur auf übliche Weise betrieben und die Werte, die das Diffusionsverfahren betreffen, werden zusammengestellt und als Vergleich genommen. Während der darauffolgenden Zeit von 8 Std. wird Kohlendioxidgas in das Diffuseursystem in einer Gesamtrate von 77 kg/Std. (170 lbs/hr) eingeleitet. 54.kg/Std. (120 lbs/hr) Kohlendioxidgas werden durch die Injektionsöffnungen an den sechs Stellen in die Diffuseurtröge eingeleitet. 22,7 kg/ Std. Kohlendioxid werden in den Diffusionszufuhrwassertank gegeben und darin dispergiert. Der Druck des Kohlendioxids an allen sechs Injektionsöffnungen wird bei 4,22 kg/cm2 (60 lbs/sq.inch) gehalten. Nach einer Zeit von 8 Std. nimmt man an, daß sich das-Diffusionssystem hinsichtlich der Kohlendioxidbehandlung stabilisiert hat.
Während einer unmittelbar darauffolgenden'Zeit von 16 Std. wird die Kohlendioxideinleitung in .das' Diffuseursystem weitergeführt und die Werte werden gesammelt, um den Einfluß der Kohlendioxidbehandlung auf das Diffusionsverfah-
20 ren zu untersuchen.
Proben werden aus dem Diffusionssystem alle halbe Stunde entnommen und unter Verwendung an sich bekannter Verfahren zur Bestimmung der scheinbaren Reinheiten,des Rübenzuckerschnitzelzuckers und des Rübenzuckerschnitzelfeuchtigkeitsgehalts analysiert. Die Ergebnisse sind als 16-Stunden-Durchschnittswerte in Tabelle V angegeben.
co cn co2 CO O cn Tabelle dünner Saft .Reinh.(%) IO O V ι.Reinh. (%) cn CO2 O (%) co2 cn - Pulpenfeuch CO2 I
89,47 scheinb. CO2 2.Carbonation CO2 85,89 15,65 tigkeit (%) VD
Vers. 88,44 Vergl. scheint 84,96 15,14 Vergl·. 77,18 I
Nr.· 87,74 92,10 Vergl. 87,71 15,72 78,03
Diffusicns- 89,17 88,10 90,30 90,79 Zuckerrüben 87,92 Zuckerrüben 16,67 77,94 76,01
saft 88,03 89,41 91,38 91,81 schnitzel . 89,35 schnitzel 16,82 ' 78,76 ' 77,11
1 88,64 87,86 93,10 88,94- 93,22 scheinb.Reinh. (%) 85,33 Zucker 16,14 77,89 77,12
2 scheinb.Reinh.(%) 88,23 90,14 91,86 88,98 91,69 Vergl. 85,02 Vergl. 16,18 79,19 78,05
3 · Vergl. 88,13 90,97 93,36 91,62 91,45 84,25 86,99 15,15 16,49 78,35 76,83
4 84,21 88,23 91,33 92,37 91,02 91,40 86,84 87,07 15,41 15,99 79,10 77,09
5 86,50 88,74 92,19 92,16 91,33 92,37 .84,99 86,53 15,08 15,31 77,74 76,93
6 84,69 91,26 92,29 91,60 91,02 91,77 87,97 85,99 16,2C 15,76 78,20 77,19 ·
7 . 88,36 90,01 .91,89 . 91,97 92,85 91,32 88,15 86,50 16,10 16,24 77,22 77,96 ·
8 87,53 89,10 91,37 93,63 91,32 • 93,00 83,65 86,83 16,19 16,42 77,65 .79,59.
9 88,27 91,96 93,20 90,85 92,75 85,79 16,19 77,83 77,35
10 88,33 90,73 94,40 90,30 93,50 87,46 16,31 80,28
11 90,01 91,36 90,50 83,65 15,78 80,00.
12 88., 36 91,10 86,35 15,43
13 86,61 86,27 15,71
88,26 86,81 16,89
89,88. 86,68 15,78
90,11
-2°- I
Die mittleren Werte,. Unterschiede und statistische Signifikanz für diese Ergebnisse sind in Tabelle VI aufgeführt,
Tabelle VI Menge Behandlung Vergl. CO2 88,86 Untersch. Signifik; N.S. '
scheinb.Reinh.(%) 92,42 S.S.
Diffusionssaft 87,78 92,08 86,62 1,08 0,070 S.S. N.S.
dünner Saft 90,74 16,04 1 ,68 0,005 N.S.
Saft der 2.Car- bonation Reinh.d.Zucker rübenschnitzel 90,82 86,07 .77,47 1,27 0,57 0,005 S.S..
Zuckergehalt der Zuckerrübenschnitz. 15,86 0,18 '..'
Pulpenfeuchtiqkeit 78,47 1,00 0,001
N.S. nicht signifikant bei 0,05 Gehalt S.S. sehr signifikant bei 0,01 Gehalt
Aus den Tabellen V und VI folgt, daß die Kohlendioxidbehandlung bei einer technischen Diffusionsfabrik eine Erhöhung in der scheinbaren Reinheit des Diffusionssaftes, in der scheinbaren Reinheit des dünnen Saftes und in der scheinbaren Reinheit des Saftes der 2. Carbonation ergibt.
Zusätzlich ergibt die Behandlung mit Kohlendioxid eine Zuckerrübenpulpe mit einem verringerten Feuchtigkeitsgehalt, was weiterhin Ersparungen bei der nachfolgenden PuI-penverpressung mit sich bringt.
30 Beispiel 5
Zwei Sätze von 0,5 1 Behältern, wobei sechs Kolben einen Satz ergeben, werden mit 250 ml Leitungswasser gefüllt und bei 600C gehalten. Die Behälterkolben von jedem Satz werden aufeinanderfolgend als Zellen 1, 2, 3, 4, 5 und 6 identifiziert. 150 g frisch geschnittene Zuckerrübenschnitzel werden zu dem Wasser .von jeder Zelle 1 gegeben. Nach 10-minüt; Intervallen werden die Zuckerrübenschnit-
-21·
229404 6
zel von jeder Zelle 1 in die entsprechende Zelle 2 übergeben und zusätzliche 150 g frisch geschnittene Zuckerrübenschnitzel werden zu dem Wasser in jeder Zelle 1 gegeben. Dieses Verfahren wird weitergeführt, bis die Zuckerrübenschnitzel die Zelle 6 erreicht haben. Bei den folgenden 10-minüt. Intervallen werden -zusätzliche 0,5 1 Behälter, die 250 ml Leitungswasser bei 600C enthalten,zu jedem Satz gegeben. Die neuen Kolben werden die Zelle 6 von jedem Satz und die verbleibenden Zellen nehmen in der Reihenfolge des Satzes ab. Die Anfangszelle von jedem Satz, die von der Stellung der Zelle 1 weggenommen wurde,wird von dem Satz für die Analyse des Diffusionswassers weggenommen. In einem der Sätze der Zellen wird Kohlendioxid kontinuierlich im Überschuß durch die Zelle 1 des Satzes geleitet, d.h. am Saftende des Diffusionsverfahrens, Beim zweiten Satz der Zellen wird Kohlendioxid kontinuierlich im Überschuß durch die Zelle 6 des Satzes geleitet, d.h. am Pulpenende des Verfahrens.
Die Zellen, die aus den Sätzen in 10-minüt. Intervallen entnommen'werden, werden auf die scheinbare Reinheit des dünnen Saftes unter Verwendung eines modifizierten Carruther-Verfahrens analysiert. Die Ergebnisse sind in Tabelle VII angegeben.
Tabelle VII
Min.vom Beginn d.Probenentnahme CO«,welches in die Zelle 6 ein geleitet wird (Pulpenende) CO2,welches in die Zelle 1 ein geleitet wird .(Saftende)
10 96,39 97,23
20 87,71 87,82
30 82,48 91,39
40 89,18 92,01
50 84,44 90,90
60 92,57 •91,34
70 84,35 ' 94,08
80 durchschnittl. 87,01 88,02 92,87 • 92,21
Aus den Ergebnissen der Tabelle VI ist erkennbar, daß die Einleitung des Kohlendioxidgases nahe dem Saftende des Dif· fusionsverfahrens eine Erhöhung der Reinheit des dünnen Saftes von über 4%-Punkten gegenüber der Einleitung des Kohlendioxidgases nahe dem Pulpenende' des Verfahrens ergibt.
Beispiel
Das Verfahren von Beispiel 5 wird wiederholt, ausgenommen daß der pH-Wert des Wassers in jeder Zelle von jedem Satz durch Zugabe von Ammoniumhydroxid vor der Behandlung der Rübenschnitzel mit dem Wasser auf 9,5 eingestellt wird. Die Ergebnisse sind in Tabelle VIII aufgeführt.
Tabelle VIII
Min.vom Beg. d.Probenentnahme CO2,d.in die Zel le 6 eingeleitet wird (Pulpenen'de) 7 CO2/d.in die Zel le 1 eingeleitet wird (Saftende)
10 100,00 101,00
20 81,89 88,20
30 82,74 · 80,07
40 82,96 85,07
50 86,83 89,59
60 82,43 87,81
70 ... 83,88 87,56
80 84,26 87,26
durchschnittl. 85,62 88,32 .
Beispiel
Das Verfahren von Beispiel 6 wird wiederholt, wobei drei Sätze von Zellen verwendet werden. In einen Satz der Zellen wird Kohlendioxidgas im Überschuß durch das Wasser in der Zelle 1 des Satzes, d.h. nahe dem Saftende, eingeleitet. Bei einem zweiten Satz von Zellen wird Kohlendioxidgas im Überschuß durch das Wasser der Zelle. 6 des Satzes, d.h. -nahe dem Pulpenende, eingeleitet. Im letzten Satz
wird kein Kohlendioxid in irgendeine Zelle des Satzes gegeben. Die Ergebnisse sind in Tabelle IX aufgeführt.
Tabelle IX
Min.v.Beg. d.Proben entnahme keine CO9 zugabe CO2,d.in die Zel le 6 eingeleitet wird (Pulpenende) CO9,d wird .in d.Zel- eingeleitet (Saftende)
10 80,20 82,75 86,66
20 . 84,64 81,75 89,08
30 86,44 83,48 92,69
40 88,30 86,10 93,31
50 85,62 85,66 94,37
60 89,92 86,20 92,09
durchschn. 85,85 84,32 91,37
ikus Tabelle IX ist erkennbar, daß die Zugabe von Kohlendioxid zur Zelle 6, d.h. am Pulpenende des Diffusionsprozesses, die scheinbare Reinheit des dünnen Saftes, verglichen mit der, die man ohne CO2~Zugabe erhält, um etwa 1,5 %-Punkte zu erhöhen erscheint, wohingegen durch Zugabe von Kohlendioxid zu der Zelle 1, d.h. am Saftende des Diffusionsverfahrens, die scheinbare Reinheit des dünnen Saftes auf etwa 5,5 %-Punkte erhöht wird.

Claims (10)

  1. ***- 22 9 4 0 4 6
    1 Erfindungsansprüche
    1. Verfahren zur Extraktion von Zucker aus Zucker enthaltenden Pflanzengeweben, bei dem das Pflanzengewebe mit Diffusionswasser behandelt wird, zu dem Kohlendioxid zugefügt wurde, gekennzeichnet dadurch, daß das Zucker enthaltende Pflanzengewebe nahe am Saftende eines Diffusionsverfahrens mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer Menge von Kohlendioxid behandelt wird, welche ausreicht, die Ausbeute der Zuckerextraktion aus dem Pflanzengewebe zu erhöhen.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Kohlendioxidgas durch das Diffusionswasser geperlt wird.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß das Kohlendioxidgas in dem Diffusionswasser dispergiert wird, bevor das Pflanzengewebe mit Diffusionswasser behandelt wird.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1, 2 oder 3, gekennzeichnet dadurch, daß Pflanzengewebe, das aus Zuckerrüben, Zuckerrohr, Zuckersorghen oder ihren Gemischen stammt, mit
    Kohlendioxid behandelt wird. 25
  5. 5. Verfahren nach Punkt 4, gekennzeichnet dadurch, daß mindestens etwa 0,25 kg (0,5 Ib.), bevorzugt 0,4 kg
    (0,75 Ib*)', Kohlendioxid pro metrischer Tonne an Pflanzengewebe durch das Diffusionswasser geperlt werden. 30
  6. 6. Verfahren nach Punkt 5, gekennzeichnet dadurch, daß mindestens etwa 0,5 kg (1 Ib.) pro metrischer Tonne Pflanzengewebe durch das Diffusionswasser geperlt wird.
    05 ·
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Punkte, gekennzeichnet dadurch, daß der pH-Wert des Diffusionswassers auf etwa'5,0 bis etwa"6,5, bevorzugt etwa 5,2 bis €,0, eingestellt wird.
  8. 8. Verfahren nach Punkt 7, gekennzeichnet dadurch, daß der pH-Wert des Diffusionswassers durch Zugabe von Schwefelsäure zu dem Diffusionswasser eingestellt wird.
  9. 9. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, gekennzeichnet dadurch, daß das Pflanzengewebe mit Diffusionswasser in Anwesenheit eines Mittels aus der Gruppe Kohlendioxidgas, gelöstes Kohlendioxidgas, Materialien,
    die bei Einwirkung auf sie in dem Diffusionswasser die
    gleichen Molekülteile, Liganden oder Ionen ergeben, die gebildet werden, wenn Kohlendioxid in das Diffusionswasser geperlt wird, oder ihren Gemischen in einer Menge,
    die ausreicht, die Wirksamkeit der Zuckerextraktion aus dem Pflanzengewebe zu erhöhen, behandelt wird.
    . .
  10. 10. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, gekenn-
    . zeichnet dadurch, daß Pflanzengewebe mit Diffusionswasser in Anwesenheit einer Menge .an Kohlendioxid behandelt wird, die ausreicht, die Extraktion der wasserlösliehen Verunreinigungen aus dem Pflanzengewebe während des Diffusionsverfahrens.-zu inhibieren.
    35
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