DD18336A1 - Verfahren zur Feinrein igung und Desodorisierung technischer Phenole - Google Patents
Verfahren zur Feinrein igung und Desodorisierung technischer PhenoleInfo
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Description
Patentart: Deutsches Wirtschaftspatent
Technisch gewonnene Phenole, wie Carbolsäure und, Kresole, haben, einen mehr oder weniger unangeneh- men Fremdgeruehj Das gilt besonders für solche Phenole, die aus der Braunkohlenverarbeitung stammen. Dieser Geruch ist bedingt durch Beimischung verschiedenster. Stoffe mit starkem Eigengeruch. Es sind daher schon zahlreiche Versuche unternommen worden, diese Verunreinigungen, die sich nicht nur bei der unmittelbaren Verwendung der Phenole, z. B. als Bestandteil von Desinfektionsmitteln, sondern darüber hinaus auch in den technischen Folgeprodukten der Phenole störend und wertmindernd bemerkbar machen, in einfacher und wirtschaftlicher Weise ,zu entfernen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß sich diese übelriechenden Fremdstoffe mit den für Phenole üblichen Aufarbeitungsverfahren, wie normaler Destillation, Behandlung mit Schwefelsäure oder Ausblasen mit Luft nicht restlos beseitigen lassen und die Phenole selbst nach einer derartigen: Reinigung immer noch mehr oder minder starken Fremdgeruch aufweisen. -
Es wurde nun gefunden, daß eine praktisch wirksame Reinigung erzielt wird und Carbolsäure wie auch Kresole mit einwandfreiem Geruch erhalten werden, wenn man die entsprechenden Rohphenole einer Wasserdampfdestillation bei vermindertem Drück
unterwirft. Es wurde nämlich überraschenderweise festgestellt, daß unter den Bedingungen des erftndungsgemäßen Verfahrens die übelriechenden, nichtphenolischen Verunreinigungen quantitativ abgetrieben werden, während die zu reinigenden Phenole im , wesentlichen zurückbleiben und nur noch belanglose - Mengen an nichtflüchtigen Fremdstoffen enthalten, die so gering sind, daß der Eigengeruch der Phenole
nicht mehr beeinträchtigt wird. ..
ίο Das Abtreiben der nichtphenolischen Verunreinigungen kann, je nach den vorliegenden Rohprodukten, bei höchsterreichbarem Vakuum erfolgen oder bei irgendeinem beliebigen Unterdruck innerhalb des gesamten technisch möglichen .Vakuumbereichs vorgenommen werden. Mit steigendem Druck nimmt die Menge des mit dem Wasserdampf und den flüchtigen Verunreinigungen übergehenden Phenole bzw. Kresols zu. Die mitdestillierten Phenole können kontinuierlich in. den Prozeß zurückgegeben werden; das gleiche gilt für die Phenolwässer, falls diese nicht anderweitig aufgearbeitet werden.
. ' Die Wasserdampf behandlung kann in einfachster Form durch Abdestillieren der zu reinigenden Phe-, nole in Gegenwart von Wasser und Kondensieren der · übergehenden Dämpfe erfolgen oder durch Ausblasen der Rohstoffe mittels Wasserdampfes in einem . geeigneten System beliebiger Konstruktion vorgenommen werden.
' Das Reinigungsverfahren ist nicht nur dann durchführbar, wenn in den technischen Phenolen, nur geringe Mengen nichtphenolischer Verunreinigungen enthalten sind, sondern -läßt sich auch bei stark verunreinigten Rohstoffen anwenden, z. B. wenn diese neben anderen Verunreinigungen verhältnismäßig große Mengen flüchtiger Kohlenwasserstoffe enthalten.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Phenole wie Carbolsäure und Kresole, durch Behandlung mit wäßriger Alkali-Carbonatlösung, vorzugsweise Sodalösung, unter Druck und bei Temperaturen über 373° K (100° C) und unter Entspannung der dabei entwickelten freien Kohlensäure, wobei sich Phenolatlaugen bilden, die 'angesäuert' werden, in der Weise zu reinigen, daß die Druckbehandlung in einer Kolonne mit zwei übereinander angeordneten Füllkörperschichten vorgenommen wird, von denen die obere mit Alkali-Carbonatlösung und die untere mit dem zu reinigenden Phenolprodukt beaufschlagt werden, während unterhalb der unteren Füllkörperschicht direkter Dampf eingebliasen und das entwickelte Dämpfe-Gas-Gemisch am Kopf der Kolonne ohne Rückfluß abgezogen wird.
Mit diesem Verfahren gelingt es zwar, verhältnismäßig reine Produkte zu gewinnen, es ist jedoch wesentlich komplizierter als das erfindungsgemäße Verfahren.
Weiterhin ist ein Verfahren vorgeschlagen worden, mit dem es gelingt,. Verunreinigungen aus Kresolen extraktiv durch Ausziehen wäßriger Calciumkresolatlösungen mit überschüssigen freien Kresolen zu entfernen. Abgesehen davon, daß dieses Verfahren für Carbolsäure nicht anwendbar ist, wird es nur in solchen Fällen in Frage kommen, wo die Aufarbeitungskosten für die weitere Verwendung der gereinigten Kresole nicht entscheidend ins Gewicht fallen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist. zwar hinsichtlich seines Reinigungseffekts nicht so weitgehend wie das vorstehend angeführte, ist aber wesentlich billiger durchzuführen und für die meisten technischen Verwendungszwecke, besonders aber zur Desodori- 'o sierung, ausreichend. Außerdem hat es den Vorteil, auch auf Carbolsäure anwendbar zu sein.
200 cm3 technisches, unangenehm nach Braunkohlenteerdesitillationsprodukten riechendes Phenol werden mit 600 cm3 Wasser in einen geeigneten Glaskolben gebracht, der mit einem in eine Vorlage führenden Kühler verbunden ist. Von der Vorlage geht eine Ableitung über eine Kältefalle' mit CO2-EiS und Methanol zu einer Vakuumpumpe. Durch Erhitzen im ölbad wird bei einem Druck von 5 mm Hg destilliert und dabei das abgehende Wasser von Zeit zu Zeit erneuert. Nachdem 300 cm3 Wasser abdestilliert sind, zeigt der Rückstand einwandfreien Geruch, während in der Kältefalle und im wäßrigen Destillat geringe »5 Mengen sehr übelriechender Stoffe abgeschieden sind.
Derselbe Versuch unter gleichen Bedingungen mit Kresol durchgeführt, führt zu gleichen Resultaten, wenn an Stelle,von 300 cm3 Wasser 1000 cm3 Wasser übergetrieben werden.
500 cm3 technisches Phenol, dem 25 cm3 einer sehr übelriechenden Braunkohlenleichtölfraktion mit den Siedegrenzen von 453 bis 473° K (180 bis 200° C) zugesetzt sind, werden zusammen mit 1500 cm3 Wasser in einer Glasapparatur bei einem Druck von 5 mm Hg destilliert. Die Destillation wird in der Weise durchgeführt, daß zunächst 750 cm3 Wasser bei 5 mm Hg übergetrieben, und nach Erhöhung des Druckes auf ioo 150 mm Hg weitere 1750 cm3 Wasser abdestilliert werden. Das abgehende Wasser wird von Zeit zu Zeit ersetzt. Im Destillat und in der Kältefalle findet sich das eingesetzte Rohleichtöl im Wasser neben geringen Mengen Phenol. Das im Destillatrückstand enthaltene Phenol ist praktisch frei von Fremdgerüchen.
200 cm3 eines technischen Kresolgemischs mit einem Gehalt von 10 cm3 Braunkohlenleichtölfraktion vom Siedebereich 473 bis 483° K (200 bis 210° C) werden no gemäß Beispiel 1 behandelt, wobei 300 cm3 Wasser unter einem Druck von 500 mm Hg übergetrieben und 700 cm3 Wasser bei 150 mm Hg abdestilliert werden. Das Kresol im Destillatrückstand ist von einwandfreiem Geruch, während das eingesetzte Rohleichtöl us
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im Destillat und in der Kältefalle wiedergefunden wird. .
200 cm3 eines stark übelriechenden Gemisches von technischem Phenol und 4 cm3 2-Mercaptopentanon-3 werden mit 800 cm3 Wasser einer Wasserdampfdestillation bei einem Druck von 5 mm Hg unterworfen. Nachdem 500 cm3 Wasser abdestilliert sind, destilliert man nochmals 200 cm3 Wasser bei 150 mm Hg ab. Das übergegangene Wasser wird während der Destillation ' ersetzt. Nach dieser Behandlung ist das Phenol frei von Mercaptoketon und ohne unangenehmen Geruch. Ein Teil' des Mercaptoketons findet sich in der Kältefalle, ein weiterer Teil mit geringen Mengen überdestillierten Phenols im wäßrigen Destillat.
Behandelt man ein technisches Kresolgemisch, das 2 % Mercaptoketon enthält, in der Weise, wie es in Beispiel 5 für Phenol beschrieben wurde, so erhält man ein geruchlich einwandfreies Kresol ohne einen
Gehalt an Mercaptoketon.
300 cm3 eines übelriechenden technischen Kresolgemisches mit einem Zusatz von 6 cm3 2,2,4-Triäthyl-5-methyl-thiazolin-^3 werden mit 80.0 cm3 Wasser versetzt und bei einem Druck von 5 mm Hg 600 cm3 Wasser übergetrieben. Danach setzt man die Destillation bei 150 mm Hg fort und treibt nochmals 600 cm3 Wasser ab. Das übergegangene Wasser wird während der Destillation ersetzt. Das zurückbleibende Kresol ist praktisch frei von Fremdgerüchen. In der Kältefalle und im wäßrigen Destillat findet sich neben geringen Mengen überdestillierten Kresols das zugesetzte Thiazolin,
Beispiel 8: >
200 cm3 technisches Phenol, die mit 4 cm3 2,2,4-Triäthyl-5-methyl-thiazolin-/l3 versetzt sind und einen übelriechenden Geruch besitzen, werden mit 800 cm3 Wasser einer Wasserdampfdestillation bei einem Druck von 5 mm Hg unterworfen, wobei 800 cm3 Wasser abgetrieben werden. Danach wird die Destillation bei 150 mm Hg fortgesetzt und nochmals 600 cm3 Wasser abdestilliert. Das übergegangene Wasser wird während der Destillation ersetzt. Das als Rückstand verbleibende Phenol ist praktisch frei von Fremdgerüchen. Es enthält kein Thiazolin mehr; dieses findet sich in der Kältefalle und im wäßrigen phenolhaltigen Destillat vor.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Feinreinigung und Desodorisie- so rung technischer Phenole, insbesondere von Carbolsäure und Kresolen, dadurch gekennzeichnet, daß die zu reinigenden Phenole einer, Wasserdampfbehandlung unter vermindertem Druck unterworfen werden.
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