DD205600A1 - Anwendung eines temporaeren keimhemmungsmittels fuer pflanzkartoffeln - Google Patents

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DD205600A1 DD24128882A DD24128882A DD205600A1 DD 205600 A1 DD205600 A1 DD 205600A1 DD 24128882 A DD24128882 A DD 24128882A DD 24128882 A DD24128882 A DD 24128882A DD 205600 A1 DD205600 A1 DD 205600A1
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Claus-Dieter Steinbeiss
Heidi Steinbeiss
Erika Skalka
Horst Nindel
Karl-Heinz Schoenknecht
Clemens Ladewig
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Steinbeiss Claus Dieter
Heidi Steinbeiss
Erika Skalka
Horst Nindel
Schoenknecht Karl Heinz
Clemens Ladewig
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Abstract

BEI SEINER ANWENDUNG WIRD DAS KEIMWACHSTUM LAGERNDER PFLANZKARTOFFELN ZEITWEISE (TEMPORAER) UNTERBUNDEN. ZIEL DER ERFINDUNG IST DIE APPLIKATION EINES LEICHT ZUGAENGLICHEN UND BILLIGEN KEIMUNGSINHIBITORS FUER PFLANZKARTOFFELN, DER DIE KEIMFAEHIGKEIT BEIM FELDNACHBAU NICHT BEEINTRAECHTIGT, DIE FAEULNISRATE NICHT ERHOEHT, DEN ERTRAG NICHT BEEINFLUSST UND AUSSERDEM EINE GERINGE TOXIZITAET BESITZT. DER ERFINDUNG LIEGT DIE AUFGABE ZUGRUNDE, IN FUMIGANTMISCHUNGEN, DIE VORZUGSWEISE ALS REAKTIONSAEROSOLE AUSGEBRACHT WERDEN SOLLEN, ALS KEIMUNGSINHIBIERENDE KOMPONENTEN GEMISCHE HOEHERER ALKOHOLE VON EINER KETTENLAENGE VON ETWA C17 BIS C23 SOWIE M-CHLORNAPHTHALIN ZU VERWENDEN. ERFINDUNGSGEMAESS WERDEN DIESE ALKOHOLE DEN FUMIGANTMISCHUNGEN MIT EINEM ANTEIL VON 25 BIS 30 MASSE-% ZUGESETZT. WEITERHIN SIND 6 BIS 20 MASSE-% M-CHLORNAPHTHALIN IN DER FUMIGANTMISCHUNG ENTHALTEN. DIE AUSBRINGUNG DER AKTIVSUBSTANZ, DEREN AUFWANDMENGE ZWISCHEN 75 UND 225G PRO TONNE ZU BEHANDELNDER PFLANZKARTOFFELN BETRAEGT, ERFOLGT VORZUGSWEISE ALS REAKTIONSAEROSOL IN BELUEFTBAREN LAGERN UND MIETEN.

Description

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Titel der Erfindung Anwendung eines temporären Keimhemmungsmittels für Pflanzkartoffeln Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft die Anwendung eines temporären Keimhemmungsmittels für Pflanzkartoffeln. Das Keimhemmungsmittel soll das Keimwachstum lagernder Pflanzkartoffeln zeitweilig unterbinden« Bs kann in allen belüftbaren Lagern und Mieten für Pflanzkartoffeln angewendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Behandlung von Kartoffeln mit chemischen Keimungsinhibitoren ist bekannt. Dabei finden vor allem feste und flüssige Keimhemmungsmittel in Form von Stäubepräparaten, Spritzbrühen und Flüssigkeitsaerosolen Anwendung. Seit einiger Zeit werden Keimhemmungsmittel für Speisekartoffeln, wie beispielsweiße Isopropyl-N(3-chlorphenyl)-carbamat-CIPC-in Form eines Reaktionsaerosols angewendet (Jumar, A., Sieber, K., Bollmann, W. Die Nahrung 1£, 4, S.469). Weiterhin wurde eine Vielzahl von leicht zu verdampfenden Substanzen wie zum Beispiel Äthanol, Azetaldehyd und Äthylen untersucht. Besonders gute keimheroroende Eigenschaften besitzt das 3,5,5-Trimethylhexanol (1), eine Isomeres des Nonanols (Burton, W.G., Europ. Potato Journal Vol,1 (1958) Nr. 1 ). Von den zur KeimungsunterdrUckung bei Kartoffeln genutzten Alkoholen, bringen Nonyl-.Amyl- bzw. Decylalkohole die besten Ergebnisse (Sa- T. wyer, R.L. und Thorne, W.H. Amor. Potato Journal 1962 (J32.) S. 167-175).
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In Langzeitversuchen von W.G.Burton(Europ.Potato Journal 1980 voll Nr.1, S.^2)wurden verschiedene Alkohole untersucht und erprobt.Die Applikation erfolgte hier durch Verdampfen des Wirkstoffes in einem kontinuierlichen Luftstrom während einer Behandlungsdauer von jeweils 15 Tagen an vier hintereinander folgenden Terminen. Die Alkoholaufwandmengen betragen hier pro Behandlung 200- 220 g/t Kartoffeln. Dies bedeutet, daQ Energie für vier Applikationsabschnitte von insgesamt 60 Tagen und eine Gesamtaufwandmenge von 800 - 1000 g/t Kartoffeln erforderlich sind. Die Applikationsdauer von 60 Tagen und obengenannte Aufwandmeng ü bewirken eine fast vollständige Unterbindung des Keimaustriebes und beim Auspflanzen derart behandelter Kartoffelknollen einen unzureichenden Peldaufgang. Die in der Literatur (Sawyer, R.L. und Thorne, W.H., Amer. Potato Journal 1962 (^) S.167- 175) beiläufig urwahnte Eignung derartig behandelter Kartoffeln als Pflanzkartoffeln konnte in mehrjährigen Nachbauversuchen nicht bestätigt werden. Vielmehr führte eine solche Behandlung zu einer fast vollständigen Unterbindung des Pflanzenaufganges und somit zu erheblichen Ertragedepressionen. Die versuchsmäßige Prüfung von einwertigen Alkoholen, darunter mit den Kettenlängen Cq, C10, C1Ji C^1 C 1?, C21 bei Aufwandraengen
von 0,95 bis 9,0 ml/bushel und 1 bis 8maliger Behandlung durch obengenannte Autoren zeigte Dekanol im Vergleich zu dem Speisekartoffelkeimhemmungsmittel - CIPC - die besten Ergebnisse betreffs Inhibierungseffekt. .
Im VP 138 731 wird die Anwendung einer Kombination höherer Alkohole, vorzugsweise von Verschnitten, deren Hauptbestandteile Nonanol und Decanol sind, für die temporäre Keimhemmung beschrieben. Der Wirkstoff wird als Gas, Aerosol, Kondensat oder in der flüssigen Phase mit dem Lagergut in Kontakt gebracht. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht hauptsächlich in dem hohen Preis des Mittels.
Die WP 146 237 und 14? O39 beinhalten Verfahren zur temporären Keimhemmung von Pflanzkartoffeln, die durch die Verwendung von Gemischen höherer Alkohole, die als Neben- bzw. Restprodukte bei der Herstellung geradkettiger Alkohole durch Paraffnoxydation Unfällen, als Reaktionsaerosol formuliert und wie im Fall WP 14? O39 durch Zusatz dos Synergisten Propham (IPC) gute temporäre Inhibierungseffokte bewirken. Die Verwendung von Naphthalinen als Keimhemmungsmittel geht zum großen Teil auf FINDLEN (Amer.Potato Journal J}2 (1955) S.159) zurück. Die von ihm eingesetzte Substanz, c(- Chlornaphthalin, wurde in Aufwandmengen von 50 - 100 mg/kg Kartoffeln in Form der Aufsprühurig des
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Wirkstoffe s/Lösungsgemisches appliziert. Neuere Untersuchungen von BEVERIDGE, J.L., DALZIEL, J. und DUHCAN, H. (Potato Res. 2ft. (1981) S, 61-76 und Potato Res. 24 (198I) S. 77-88) ergeben die Verwendung von DMN - Isomerengeraisehen bzw. die Testung von 1,4,1,6 - und 2,3-Dimethylnaphthalin zur Keiraungsinhibierung von Speise - und Pflanzkartoffeln. Voraussetzung fUr den Behandlungeerfolg ist allerdings ein 4 bis 7wöchige Belüftung bei einer Temperatur von ca· 10 C vor dem Pflanzen, eine technologische Verfahrensweise, die unter den klimatischen Bedingungen der DDR sowie unter dem Aspekt der Energiebelastung des Verfahrens nicht opportun ist.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Anwendung eines leicht zugänglichen und preisgünstigen temporären Keimhenunungsmittels für Pflanzkartoffeln, des die Keimfähigkeit des.Pflanzgutes nicht beeinträchtigt und eine geringe Toxizität besitzt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in Pumigantmischungen, die vorzugsweise als Reaktionsaerosole ausgebracht werden sollen, als keiroinhibierende Komponenten Gemische höherer Alkohole mit einer Kettenlänge von C.« bis C?~ sowie ra - Chlornaphthalin zu verwenden. Erfindungsgemäß werden Fumigantmischungen verwendet, deren wirksame Komponenten obengenannte höhere Alkohole sind. Es wurden vorzugsweise Alkohole verwendet, die bei der Fettalkoholgewinnung durch Paraffinoxydation als Nebenprodukt bzw. Ruckstand anfallen. Dies sind einmal solche mit einer Kettenlänge von etwa C17 bis Cp0, die von der Industrie als PC - Alkohole RV und/oder Alkohole mit einer Kettenlänge von etwa C2^ bis Cp-. und darüber/darunter, die von der Industrie als Rückstand FA 21 bezeichnet werden. ·
Diese werden den Fumigantmischungen mit einem Anteil von 23 bis 30 Masseprozent zugesetzt. Weiterhin sind 6 bis 20 Masseprozent ra - Chlornaphthalin in der Fumigantmischung enthalten. Die Ausbringung der Aktivsubstanzen erfolgt vorzugsweise als Reaktionsaerosol, wobei die Behandlung einmal, im Bedarfsfall zweimal in belUftbaren Lagern und Mieten erfolgt. Es wird eine Aufwandmenge von 75 bis 225 g Aktivsub-
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stanz pro Tonne zu behandelnder Pflanzkartoffeln verwendet. Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführuogsbeispiel naher
erläutert werden.
Es wurde die Kartoffelsorte "Adretta-Elite" in 3-facher Wiederholung
einer Streßlagerung bei durchschnittlich 200C unterzogen und mit dem orfindungsgemäOen Mittel als Reaktionsaerosol in Kontakt gebracht.
Behandlungstermin: 16.04.1980 Auslagerungstermin; 28.05.1980 Beispiel Bs wurde ein Fumigantmuster folgender Zusammensetzung verwendet: Alkoholgemisch der Kettenlänge von C21 - C33 (darunter/darüber)
bezeichnet als Produkt FA 21, mit einem Anteil von 25 Massepro-zent im Fumigant und einer Z um i se hu ng von 2,5. 50, 75 ng m-Chlornaphthalin pro kg Pflanzkartoffeln·
Ss wurde eine Konzentration von 50, 100 und 15O g Aktivsubstanz
(FA 21) pro Tonne zu behandelnder Pflanzkartoffeln verwendet.
Tabelle 1 : Ermittlung dor Keimmasseverluste in Masseprozent zur Einlagerungsmasse
Aufwandmenge Zumiscbung m - Chlornaphthalin 75 raK/l se
g/t 2,48 % 3,29 %
FA 21-Aktiv- 2,36 2,91 %
substanz 25 lUR/kK 50 rap/kR 2,08 2.52 %
50 3,87 % 3.52 % 2,31 2,91
100 3.9O # 2,48 %
150 2.87 % 2,62%
X 3.55 2,87
Kontrolle h.80 %
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Tabelle 2 : Ermittlung des Anteils fauler Knollen in Masseprozent
zur Einlagerungsmasse Ai&andmenge Zumisehung m - Chlornaphthalin
g/t PA 21 Aktiv
substanz 25 ιοκ/kK 50 mf?/k/? 75 rag/k« X
50 - 2,80 1,2Ü 0,93
100 0,8 1,20 1,2b 1,09
150 0.48 2.08
0,2?
1,49
1,12
0,85
Kontrolle ι 1.28 %
Tabelle 3 s Ermittlung der Masseverluste in Masseprozeni 50 η »E/kg 75 m ,00 , zur 9 X
Einlagerungsmasse 9 44 10 .76 8 ,75
Aufwandmenge 9 ,12 9 13? 3 96 i
g/t 3 .46 3 .69 .74 I
FA 21 Aktiv 7 ,34 7
substanz Sumischung m - Chlornaphthalin
50
100
150 25 mf?/k)>_
9,80
8,00
4.40
7,40
Kontrolle; 10.88 %

Claims (1)

  1. 241288 1
    ErfindunKsanspruch
    Anwendung eines temporären Keimhemmungsmittels für Pflanzkartoffeln auf dar Basis höherer Alkohole gekennzeichnet durch die Verwendung von Pumigantraischlingen höherer Alkohole mit einer Kettenlänge von etwa C.„ bis C20 und/oder solcher mit einer Kettenlänge von etwa C21 bis C2- sowie m-Chlornaphthalin, wobei die Ausbringung der Aktivsubstanzen vorzugsweise als Reaktionsaerosol mit einem Anteil von 25 bis 30 Masseprozent der höheren Alkohole und 6 bis 20 Masseprozent m-Chlornaphthalin erfolgt, die Behandlung einmal« im Bedarfsfall mehrmals in belUftbaren Lagern und Mieten durchgeführt wird und die Aufwandmenge an Aktivsubstanz 75 bis 225 Gramm pro Tonne zu behandelnder Pflanzkartoffeln beträgt.
DD24128882A 1982-07-01 1982-07-01 Anwendung eines temporaeren keimhemmungsmittels fuer pflanzkartoffeln DD205600A1 (de)

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