DD206500A3 - Verfahren zur ligninreduzierung holzschliffhaltiger papiere - Google Patents

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DD206500A3
DD206500A3 DD23141881A DD23141881A DD206500A3 DD 206500 A3 DD206500 A3 DD 206500A3 DD 23141881 A DD23141881 A DD 23141881A DD 23141881 A DD23141881 A DD 23141881A DD 206500 A3 DD206500 A3 DD 206500A3
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lignin
paper
peroxocarbonate
wood
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DD23141881A
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Inventor
Wolfgang Waechter
Peter Nenning
Original Assignee
Univ Leipzig
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Abstract

DIE ERFINDUNG BETRIFFT EIN VERFAHREN ZUR LIGNINREDUZIERUNG HOLZSCHLIFFHALTIGER PAPIERE. ZIEL IST EIN VERFAHREN, DAS MIT GERINGEM ZEITAUFWAND ARBEITET,EINE MASSEN BEHANDLUNGENTSPRECHENDER OBJEKTE ERMOEGLICHT UND DABEI EINFACH UND UNGEFAEHRLICH ZU HANDHABEN IST. DIE AUFGABE BESTEHT IN DER UEBERFUEHRUNG DESLIGNINS IN EINE FORM, IN DER ES SICH AUS DEM PAPIER LEICHT ENTFERNEN LAESST. DIE AUFGABE WIRD GELOEST DURCH DIE BEHANDLUNG HOLZSCHLIFFHALTIGEN PAPIERS MIT EINER LOESUNG VON KALIUMPERIUMPEROXOCARBONAT. DAS IST EINE LOESLICHEFORM UEBERFUEHRTE LIGNIN WIRD IN EINEM KALIUMPERMANGANATBAD AUSGEWASCHEN.

Description

ι- 23Ul 8
Titel der Erfindung
Verfahren zur Ligninreduzierung holzschliffhaltiger Papiere
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ligninreduzierung holzschliffhaltiger Papiere, das insbesondere in der buchrestauratorischen Praxis eingesetzt wird·
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Seit dem 19. Jahrhundert wird in zunehmendem Maße HolzschlifJ d.h. mechanisch zerkleinertes Holz mit allen Inhaltsstoffen wie Harz, Lignin usw. mit zur Papierherstellung verwendet. Derart hergestelltes Papier unterliegt einem natürlichen Abbau durch chemische Reaktionen, an denen das Lignin wesentlich beteiligt ist.
Sind aus holzschliffhaltigem Papier Druckerzeugnisse künstlerischen, politischen, wirtschaftlichen oder anderen Wertes hergestellt worden, wird die Frage des Erhalts und der Restaurierung dieser Druckerzeugnisse akut. Das einfache Entsäuern ist dabei unzureichend, vielmehr sind die Ligninreduzierung und das Anlegen einer Alkalireserve im Papier selbst die aussichtsreicheren Varianten·
-3JUL 1981*944843
23 UI 8 O
Verfahren zur Ligninreduziarung in holzschliffhaltigem Material sind wenig verbreitet, Bekannt ist eine Methode, in deren Verlauf gasförmiges oder in Wasser gelöstes GlOg auf holzschliffhaltiges Material einwirkt. Dabei wird durch chemische Reaktion das Lignin in Chlorlignin überführt, welches dann in einem Polgeschritt mit HgOp abgebaut wird. Dieses Verfahren hat den Wachteil eines sehr hohen Zeitaufwandes, der in der langsamen Reaktion des Lignins mit ClOg seine Ursache hat. Hinderlich ist außerdem die ütfotwendigT keit besonderer Schutzmaßnahmen, da ClOp giftig und im Gemisch mit Luft explosiv ist. Das geschilderte Verfahren ist zur Behandlung wertvollster Einzelblätter u.U. geeignet, nicht aber für eine Restaurierung holzschliffhaltigen Materials in größerem Umfang.
Ziel der Erfindung , , ...... ...
Die Erfindung hat das Ziel, ein Verfahren zur Ligninreduzierung in holzschliffhaltigem Material anzugeben, das mit geringem Zeitaufwand arbeitet, eine Massenbehandlung entsprechender Objekte ermöglicht und dabei einfach und ungefährlich zu handhaben ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Erfindung hat die Aufgabe, einen zügigen Reaktionsablauf der Umsetzung des Lignins in holzschliffhaltigem Material mit entsprechenden chemischen Agenzien zu gewährleisten, wobei diese lagerfähig und leicht zugänglich sein sollen. Dabei soll das Lignin in eine lösliche Form überführt werden, die sich aus dem Papier leicht entfernen läßt.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß holzschliffhaltige Papiere im Prozeß der Restaurierung einer Naßbehandlung unterzogen werden. Dazu werden die Objekte in eine Lösung von Peroxocarbonat, vorzugsweise Kaliumperoxocarbonat, eingetaucht. Das in Abhängigkeit von der Temperatur der Lösung mehr oder weniger schnell in K2CO-, und HgO2 zerfallende Kaliumperoxocarbonat wirkt über das H2O2 und dessen Abspal-
23U18 O
tung von aktivem Sauerstoff auf das Lignin ein, während das KOCÖ~ eine gründliche lileutralisierung dea holzschliffhaltigen Papiers bewirkt. In einem anschließenden KMnO.-Bad wird das Lignin teilweise oder völlig - in Abhängigkeit von Dauer und Intensität der Kaliumperoxocarbonateinwirkung aus dem holzschliffhaltigen Papier entfernt.
Die Ligninreduzierung bzw. -beseitigung in holzschliffhaltigem Material liquidiert die Hauptursache für die schnelle Alterung dieser Papiere, verlangsamt den Prozeß der Vergilbung und der Verschlechterung physikalischer Parameter wie der Falzzahl, der Festigkeit, der Einreißlänge und dient der Erhaltung von Kulturgut.

Claims (6)

  1. -ι- 23U18 O
    Patentansprüche
    ΐ. Verfahren zur Ligninreduzierung holzschliffhaltiger Papiere, dadurch gekennzeichnet, daß holsschliffhaltiges Papier in eine Lösung von Peroxocarbonat der Konzentration 2 bis 10 % bei einer Temperatur von 20 bia 90 0C für eine Zeitdauer von 30 bis 90 min eingetaucht wird, aus dieser Lösung nach der angegebenen Verweilzeit herausgenommen wird, in eine Lösung von Kaliumpermanganat der Konzentration 2 bis 10 % bei einer Temperatur von 10 bis 40 0C für eine Zeitdauer von 10 bis 30 min eingetaucht wird, nach der angegebenen Verweilzeit herausgenommen wird und in an sich bekannter V/eise gewaschen und weiterbehandelt wird,
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß Kaliumperoxocarbonat eingesetzt wird.
  3. 3- Verfahren nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Peroxocarbonatkonzentration ca. 5 % in wäßriger Lösung beträgt.
  4. 4· Verfahren nach Punkt 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verweilzeit der holzschliffhaltigen Papiere in einer wäßrigen Peroxocarbonatlösung ca. 60 min bei einer Temperatur von 40 bis 70 0C beträgt.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendete Kaliumpermanganatlösung eine Konzentration von ca. 5 % in wäßriger Lösung aufweist.
  6. 6. Verfahren nach Punkt 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kaliumpermanganatlösung bei auf das behandelte Papier einwirkt.
    daß die Kaliumpermanganatlösung bei 10 bis 20 0C ca. 15 min
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