DD207516A1 - Vorrichtung und verfahren zum pneumatischen pressen von keramischen hohlkoerpern - Google Patents

Vorrichtung und verfahren zum pneumatischen pressen von keramischen hohlkoerpern Download PDF

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    • B28B11/00Apparatus or processes for treating or working the shaped or preshaped articles
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Formen von keramischen Hohlkoerpern aus weichplastischem Material, bei gleichzeitiger Einpraegung bzw. Auspressung von dekorativen Elementen. Die erfindungsgemaesse Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Mutterform und einem elastischen, gasdichten Balg, welcher an seiner unteren Seite in einer Bodenplatte und am oberen Ende in einer Deckplatte mittels Klemmringen gasdicht eingespannt ist. In der Deckplatte ist eine in den elastischen Balg ragende Luftlanze befestigt sowie Ein- und Auslasstutzen zur Beaufschlagung des Balges mit Druckluft angeordnet. An der Innenseite der Bodenplatte ist ein durch eine Druckfeder umschlossener Fuehrungsbolzen angeordnet. Mittels dieser Vorrichtung werden durch Anpressen des Gummibalges an die Innenseite des keramischen Rohreformlings und dessen Aussenseite an die Innenseite der Mutterform keramische Hohlkoerper, z.B. Bodenvasen, mit hoeherer Produktivitaet und sehr guter Qualitaet hergestellt.

Description

Titel der Erflndung
Vorrichtung und Verfahren zum pneumatischen Pressen von keramischen Hohlkörpern
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Formen von keramischen Hohlkörpern aus weichplastischen Material, bei gleichzeitiger Einprägung bzw. Auspressung von dekorativen Elementen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, keramische Hohlkörper, beispielsweise Vaeen, aus vorgefertigten Formungen zu drehen· Dabei können ale Grundkörper in herkömmlichen Verfahren hergestellte Formlinge von Steinzeugrohren, an welche ein Boden angej arbeitet ist, Verwendung finden. Die für Vasen typischen j Auebauchungen und sonstigen Verformungen werden durch Handj arbeit hergestellt. Diese Fertigungsmethode ist durch folgende Nachteile gekennzeichnet;
- sehr schwere Handarbeit
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j - geringe Arbeitsproduktivität ! - hohe Fertigungskosten
! - durch Handarbeit verursachte Abweichungen der Einzelstücke vom vorgegebenen Muster
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Sollen Muster und Ornamente auf oder in die Oberfläche aufgebracht werden, sind zusätzliche Arbeitsgänge notwendig.
Als weitere Herstellungsverfahren sind das Freihanddrehen auf der Töpferscheibe und die Gießtechnologie bekannt. Die wesentlichen Nachteile dieser Verfahren bestehen insbesondere bei der Herstellung von relativ großen Vasen im erforderlichen hohen Aufwand und den daraus resultierenden hohen Kosten* Aus dem für die Erfindung in Betracht zu ziehenden Stand der Technik sind zum Beispiel Formen zum isostatischen Pressen (DT OS 2 101 860) und Membranbefestigungen für Fressen (BT AS 2 225 168) bekannt. In beiden technischen Lösungen werden Membranen aus z. B. Kautschukmaterial verwendet. Nach der in der genannten AS beschriebenen Lösung wird eine eingespannte , mittels Druckluft beaufschlagte Membran gegen ein starres Formwerkzeug gepreßt und damit die sich zwischen Membran und Formwerkzeug befindlichen Textilien mehr oder weniger bleibend verförmt. tDiese Lösungen sind für die Herstellung von Hohlkörpern aus weichplastisohen, keramischen Material nicht anwendbar.
Ziel der Erfindung
Durch die Erfindung sollen die manuellen Tätigkeiten bei der Herstellung von Hohlkörpern auf ein geringes Maß gesenkt, die Produktivität wesentlich gesteigert und die Fertigungskosten verringert werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Pressen von keramischen Hohlkörpern zu schaffen, welche durch ihre Gestaltung eine hohe Variabilität der herzustellenden Erzeugnisse sichert. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einer Mutterform, welche aus mindestens zwei miteinander durch
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Scharniere und Schnellversohlüsse verbundenen Teilen besteht, ein elastischer, gasdichter Balg angeordnet ist. Dieser Balg ist an der unteren Seite in einer Bodenplatte und am oberen Ende in einer Deckplatte mittels Klemmringen gasdicht eingespannt. In der Deckplatte ist mittig eine in das Innere des elastischen Balges ragende Luftlanze befestigt, sowie mindestens je ein Einlaß- und Entlüftungsstutzen angeordnet. Mittig an der Innenseite der Bodenplatte ist ein durch eine Druckfeder umschlossener Pührungsbolzen angeordnet. Zwischen Mutterformoberkante und Unterkante des jKlemmringes ist ein Distanzring angeordnet.
Uach einer besonders vorteilhaften Gestaltung der Vorrichtung wird die Deckplatte zusätzlich mit mehreren Durchbrüchen versehen, welche eine geschlitzte Hülse aufnehmen, die ihrerseits den elastischen Balg umschließt.
Zum Zweck der gleichmäßigen Ausformung des keramischen Hohlkörpers wird der elastische Balg an den Stellen des auszuformenden Hohlkörpers, welche den größten IMfang aufweisen, mit der geringsten Wandstärke ausgebildet. In einer weiteren vorteilhaften Gestaltung des elastischen Balges erfolgt die Ausbildung desselben aus einem Stück mit anvulkanisierten Boden.. :
Nachstehend wird die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mittels der bereits dargestellten Vorrichtung beschrieben.
Das Verfahren zur Herstellung von keramischen Hohlkörpern aus weichplastischeia Material ist dadurch gekennzeichnet, daß in eine feststehende Mutterform ein vorgefertigter zylindrischer keramischer Formling mit angearbeiteten Boden eingesetzt wird und danach eine pneumatisch wirkende Ausformeinrichtung in den Formling soweit eingeführt und arretiert wird9 bis der Distanzring auf der Oberkante der Mutterform aufsitzt und die Bodenplatte über die Federkraft gegen den Formlingsboden drückt und diesen naohverdiohtet. Nach Abschluß dieser Verfahrensschritte wird über den Einlaßstutzen der elastische Balg mit Luft stetig steigenden
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Druckes bis zu 0,2 Mpa beaufschlagt, so daß der Formling an die Innenseite der Mutterform gepreßt wird. Nach erfolgter Ausformung wird der elastische Balg über den Entlüftungsstutzen entlüftet und die Auaformeinriohtung nach oben herausgehoben. Die Mutterform wird entriegelt und das fertig geformte Erzeugnis entnommen.
Insbesondere bei der Formung von Hohlkörpern, welche im Durchmesser teilweise erheblich über den Formlingemaßen liegen wird in besonderer Gestaltung des Verfahrens gleichzeitig mit dem zylindrischen Formling eine geschlitzte Hülse eingebracht, welche während der Beaufschlagung der Ausformeinrichtung mit Druckluft ein entsprechend den Maßen des fertig zu formenden Erzeugnisses mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aus der Vorrichtung nach oben herausgezogen wird.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden: Die dazugehörigen Zeichnungen zeigen: FiG 1 Schnittdarstellung (außermittig) FIG 2 Einzelheit χ
In eine feststehende oben offene metallische Mutterform 1, welche an ihrer Innenseite als Negativform der äußeren Gestaltung der auszupressenden Vase ausgebildet ist und welche aüb zwei miteinander durch Scharniere 12 und Schnellversohlüsee 13 verbundenen Teilen besteht, wird ein keramischer weichplastischer Rohrformling 14 mit einer Nennweite von z. B. 150 mm, an welchen ein Boden aus gleichen keramischen Material bereits angearbeitet ist, durch eine übliche Hub- und Senkeinrichtung eingesetzt. In diesen Formling wird eine Aueformeinrichtung eingebracht, welche im wesentlichen aus einem elastischen gasdichten, etwa zylindrischen Gummihohlkörper 2, welcher in eine Deckplatte 5 und Bodenplatte 3 mittels Klemmringen 10
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gasdicht eingespannt ist, besteht. In der mit Schlitzen versehenen Deckenplatte 5 ist mittig eine in das Innere des Gummihohlkörpers 2 ragende Luftlanae 4 befestigt sowie je ein Einlaßstutzen 6 und Entlüftungsstutzen 7 angeordnet. An der Innenseite der Bodenplatte 3 ist ein durch eine Druckfeder 9 umschlossener Führungsbolzen 8 befestigt. Zwischen Mutterformoberkante und Unterkante des Klemmringes 10 ist ein Distanzring 11 angeordnet. Gleichzeitig mit den Gummihohlkörper 2 wird eine geschlitzte Hülse 15, welche den Gummihohlkörper 2 umschließt, in den zylindrischen Formung* 14 eingeführt. Die Ausformeinriohtung wird dabei soweit in den Formling eingeführt, daß der Distanzring 11 auf der Oberkante der Mutterform 1 aufsitzt und die Bodenplatte über die Kraft der Druckfeder 9 gegen den Formlingsboden drückt und diesen nachverdichtet. Über den Einlaßstutzen 6 wird der Gummihohlkörper 2 mit Druckluft bis 0,2 Mpa beaufschlagt. Die geschlitzte Hülse 15 wird entsprechend der auszuformenden Durchmesser der Vase mit unterschiedlicher Geschwindigkeit nach oben herausgezogen. Die Geschwindigkeit, mit welcher die Hülse 15 Teile des Gummihohlkörpers 2 freigibt ist dabei um so geringer, je größer der Durohmesser des Teiles der auszuformenden Vase ist, Der Ausformvorgang ist abgeschlossen, wenn die Hülse 15 vollständig aus der Form gefahren wurde. Über den Entlüftungsstutzen 7 erfolgt die Entlüftung des Gummihohlkörpers 2; die Mutterform 1 wird mittels Schnellverschlüssen 13 geöffnet und die fertig geformte Vase entnommen. Nach Schließen der Mutterform wiederholt sich dae dargestellte Verfahren. Die Mechanisierung bzw. Automatisierung der erfindungsgemäßen Vasenherstellung erfolgt durch eine im Prinzip bekannte Rundtischfertigung.

Claims (6)

Erfindungsanspruch
1. Vorrichtung zum Pressen von keramischen Hohlkörpern aus weichplastischem Material, gekennzeichnet dadurch, daß in einer Mutterform (1) welche aus mindestens zwei miteinander durch Scharniere (12) und Schnellverscblüase (13) verbundenen Teile und einem elastischen gasdichten Balg (2) besteht, welcher an der unteren Seite in eine Bodenplatte (3) und am oberen Ende in einer Deckplatte (5) mittels Klemmringen (10) gasdicht eingespannt let, wobei mittig an der Deckplatte (5) eine Luftlanze (4)» welche in das Innere des elastischen Balges hineinragt, befestigt ist und ebenfalls mittig an der Innenseite der Bodenplatte (3) ein Führungsbolzen (8) angebracht ist, welcher durch eine Druckfeder (9) umschlossen wird und auf der Deckplatte (5) ein Einlaßstutzen (6) angeordnet und ein oder mehrere Entlüftungsstutzen (7) angeordnet sind und zwischen Mutterformkante und Unterkante des Klemmringes (10) ein Distanzring (11) angebracht ist.
2« Vorrichtung nach Pkt. 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Deckplatte (5) zusätzlich mit mehreren Durchbrüohen (16) versehen ist, welche eine geschlitzte Hülse (15) aufnehmen, die ihrerseits den elastischen Balg (2) umschließt.
3« Vorrichtung nach Pkt. 1, gekennzeichnet dadurch, daß der elastische Balg (2) an den Stellen des auszuformenden Formlinge, welche den größten Umfang aufweisen, die geringste Wandstärke besitzt·
4. Vorrichtung nach Pkt. 1 und 3, gekennzeichnet dadurch, daß der elastische Balg (2) unter Verwendung der Deckplatte (5) aus einem Stück mit anvulkanisiertem Boden besteht.
J. aül. 1'J
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5. Verfahren zum Pressen von keramisohen Hohlkörpern unter Verwendung der Vorrichtung gem. Pkt. 1 bis 4» gekennzeichnet daduroh, daß in eine feststehende Mutterform (1) ein vorgefertigter zylindrischer keramischer Formling (14), welcher einen Boden aus dem gleichen plastischen keramischen Material besitzt, eingesetzt wird, danach eine pneumatisch wirkende Ausformeinriohtung, bestehend aus einem elastischen Balg (2) und einer Deckplatte (5) und wahlweise einer Bodenplatte (3) und Klemmringen (10) und einem Distanzring (11) sowie weiteren im Anspruch 1 genannten Vorrichtungsteilen in den Formling (14) soweit eingeführt und arretiert wird, bis der Distanzring (11) auf der Oberkante der Mutterform aufsitzt und die Bodenplatte (3) über die Federkraft gegen den Formlingsboden gepreßt wird und dieser damit naohverdiohtet wird und danach der elastische Balg (2) über den Einlaßstutzen mit Luft stetig steigenden Druckes bis zu 0,2 Mpa beaufschlagt wird, so daß der Formling (14) an die Innenseite der Mutterform (1) gepreßt wird und nach Ausformung der elastische Balg (2) über den oder die Entlüftungsstutzen (7) entlüftet wird und anschließend die Ausformeinrichtung nach oben herausgehoben, die Mutterform (1) aufgeklappt und das fertig geformte Erzeugnis entnommen wird.
6. Verfahren gem. Pkt. 5 gekennzeichnet dadurph, daß die
. Ausformeinrichtung gemeinsam mit der Hülse (15) in den Formling (14) ei:.igebraoht wird, mit Durchluft wie gem. Pkt. 5 dargestellt beaufschlagt wird und die Hülse (15) entsprechend der den Maßen des fertig zu formenden Erzeugnisses mit unterschiedlicher Geschwindigkeit nach oben gezogen wird.
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Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2003000476A1 (de) * 2001-06-22 2003-01-03 Josef Wagner Verfahren und vorrichtung zum schlickergiessen unter druckeinwirkung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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WO2003000476A1 (de) * 2001-06-22 2003-01-03 Josef Wagner Verfahren und vorrichtung zum schlickergiessen unter druckeinwirkung

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