DD207740A1 - Verfahren zur mikrobiziden ausruestung zellulosehaltiger textilfasern und flaechenfasergebilden - Google Patents

Verfahren zur mikrobiziden ausruestung zellulosehaltiger textilfasern und flaechenfasergebilden Download PDF

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DD207740A1
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Hans-Juergen Kiese
Ulf Thust
Gisela Berger
Gerhard Hoffman
Werner Kochmann
Alfred Tzschach
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Bitterfeld Chemie
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  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Abstract

DIE ERFINDUNG BETRIFFT EIN TEXTILES AUSRUESTUNGSVERFAHREN, MIT DEM UNMODIFIZIERTEN UND ACRYLSAEUREMODIFIZIERTEN ZELLULOSEHALTIGEN TEXTILFASERN UND GEWEBEN BIOLOGISCHE WIRKSAMKEIT GEGENUEBER MIKROORGANISMEN (BAKTERIEN UND PILZEN) VERLIEHEN WERDEN KANN. ALS WIRKSTOFF FINDEN POLYMERE ORGANISCHE TRIBUTYLZINNVERBINDUNGEN, INSBESONDERE DAS TRIBUTYLZINNPOLYACRYLAT, VERWENDUNG. DIESE WIRKSTOFFE WERDEN IN NIEDRIGSIEDENDEN, WASSERLOESLICHEN ORGANISCHEN LOESUNGSMITTELN GELOEST; D. WIRKSTOFFGEHALTE DER TRAENKLOESUNGEN SOLLEN 0,05 BIS 5 GEWICHTSPROZENT BETRAGEN. VOR D. TRAENKPROZESS MUESSEN DIE TEXTILEN FASERN UND GEWEBE IN WASSER GEQUOLLEN (QUELLZEITEN 1 BIS 2 MINUTEN) UND ANSCHLIESSEND ABGEQUETSCHT (ABQUETSCHEFFEKT 70 BIS 90 %) WERDEN. DER TRAENKPROZESS FINDET BEI NORMALTEMPERATUR IN ABHAENGIGKEIT VON ACRYLSAEUREGEHALT DER TEXTILIEN STATT (TRAENKZEIT 5 BIS 20 MINUTEN BEI UNMODIFIZIERTEN, 1 BIS 5 MINUTEN BEI ACRYLSAEUREMODIFIZIERTEN GEWEBEN). UEBERSCHUESSIGE TRAENKLOESUNG WIRD VOM GEWEBE ABGEQUETSCHT. DAS BESCHRIEBENE VERFAHREN EIGNET SICH ZUR MIKROBIZIDEN AUSRUESTUNG VON TEXTILIEN IN KRANKENHAEUSERN (BETTWAESCHE, KITTEL, HANDTUECHER) ZUR BEKAEMPFUNG DES HOSPITALISMUS. TECHNISCHE TEXTILIEN (ZELTPLANEN, ABDECKPLANEN, SACKMATERIAL) KOENNEN MIT DIESEM AUSRUESTUNGSVERFAHREN WIRKUNGSVOLL VOR DEM BEFALL MIT SCHIMMELPILZEN BZW. VERROTTUNG GESCHUETZT WERDEN.

Description

24 0 4
VEB ΟΉΕϊ'ΠΕΚΟΙΐΒΉϊΑΤ Β IT TEEPELD
- ' ν ' ' 2254
Yerf ahren zur mikrobiziden Ausrüstung zellulosehaltiger Textilfasern und Plächenfasergebilden
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Yerfahren zur-mikrobiziden Ausrüstung.zellulosehaitiger Textilfasern und Plächenfasergebilden, insbesondere von Baumwoll- und BaumwollmisciLgeweben sowie deren Acrylsäure-Pfropfcopolonnereii, mit Triorganozinnverbindungen·
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es' ist bekannt, daß zur mikrobiziden Ausrüstung ron Textilien monomere organische Zinnverbindungen in wäßriger Pormulierung verwendet werden können (DE-AS 1 ^567 117, DE-OS 2 313'687, DE-OS 2 402 954).
. - 2 -
-7^11382*014590 :
049
- 2 - ' 2254
Nachteilig ist, daß die verwendeten monomeren zinnorganischen Verbindungen, insbesondere die Trialkylzinnverbindungen, sehr unangenehm riechen und Haut- bzw· Schleimhautreizungen hervorrufen können. Y/eiterhin sind diese Wirkstoffe relativ waschunbeständig, besonders bei Waschprozessen über 90 0C in stark alkalischen Waschlaugen· Das Langzeitverhalten bezüglich der Wirkst off Verluste durch Verdunstung, chemische Reinigungsprozesse oder Verwitterung kann ebenfalls nicht befriedigen. . . .
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, zellulosehaltige Textilfasem und -gewebe mit weniger toxischen und beständigeren organischen Zinnverbindungen auszurüsten·
Darlegung des Wesens der Erfindung;
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch ein Ausrüstungsverfahren, die,, unmodifizierten. und. acrylsäuremodifizierten zellulosehaltigen iextilfasem und -gewebe mit polymeren organischen Trialkylzinnverbindungenzu behandeln»
Ss wurde nun gefunden, daß die Aufgabe gelöst wird, wenn man polymere Trialkylzinnverbindungen, die in niedrigsiedenden, wassermischbaren organischen Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemischen gelöst sind,, auf in Wasser gequollene zellulosehaltige Pasem bzw. Gewebe aufbringt.
— 3 —
. ' ik υ 4 a D ι
< .. . ,- 3 ..- 2254
Als Wirkstoffe werden Copolymere von Sributylzinnacrylat mit Acrylsäure oder Methacrylsäurebutylester, hauptsächlich aber Tributylzinnpolyacrylat (Polymerisationsgrad 10) verwendet. Die Wirkstoffe werden in niedrigsiedenden, wassermischbaren organischen Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemischen gelöst. Für Tributvlzinnpolyacrylat hat sich Aceton als vorteilhaft erwiesen. Die Wirkstoffkonzentration im Lösungsmittel soll zwischen 0,05 und 5 Gewichtsprozenten, vorzugsweise bei 0,5, Gewichtsprozent, liegen. '
Tor dem Tränkprozeß ist es notwendig, die zellulosehaltigen Fasern bzw.,Gewebe durch Quellung in Wasser zu aktivieren. Die Faserquellung fördert den Diffusionsprozeß der Wirkstoffe in das Paserinnere. Bei einer . Wassertemperatur von 20 0C sind Quellzeiten von 1 bis Minuten ausreichend. Anschließend muß das überscÄüssige Wasser abgequetscht werden. Der Abquetscheffekt soll zwischen.70 und 90 % liegen.
Der Tränkprozeß findet.bei Zimmertemperatur (20 bis 25 0G) statt. Um eine ausreichende biologische Wirksamkeit in den'ausgerüsteten Fasern bzw. .'Textilien 3u;,gewährleisten, sollten dieTränkzeiten in Abhängigkeit von der Wirkst off konzentration der Sränklö.sung zwischen, 5 und 20 Minuten betragen. Bei einem diskontinuierlichen Tränkprozeß kann das Plottenverhältnis (Gewebemasse : Tränklösung) in'weiten GrenzenJvariiert werden. Zur Erzielung einer homogenen.Wirkstoffverteilung sollte ,jedoch bei unmodifizierten Geweben ein,Flottenverhältnis von 1 : nicht überschritten werden. Bei einem kontinuierlichen Tränkprozeß muß auf eine konstante Wirkstoffkonzentration der Tränklosung geachtet werden.
L 4 U 4 ^ O
- 4 - 2254
Sine weitere Verbesserung/der Haltbarkeit und Beständigkeit der ndkrobiziden Ausrüstung läßt sich bei acrylsäuremodifizierten zellulosehaltigen lexfeilfasern -und -geweben erreichen* Der Acrylsäuregehalt der Textilien kann zwischen 2 und 20 Gewichtsprozenten, vorzugsweise bei etwa 5 Gewichtsprozent, liegen· Bei der Behandlung ist analog den unmodifizierten Geweben zu verfahren« Lediglich bei Temperaturen um 20 C genügen Tränkzeiten von 1 bis 5 Minuten, um den Geweben mikrobizide Wirksamkeit zu verleihen· Das Flottenverhältnis kann 1 : 20 betragen·
Uach der Tränkung wird die überschüssige Tränklösung abgequetscht und das Gewebe getrocknet* Mit diesem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich auch äcrrylsäuremodifizierte Synthesefasern und -gewebe (Polyester, Polyamide) mikrobizid ausrüsten. Dabei kann eine Gewebequellung mit Wasser entfallen. Die Verbesserung der Haltbarkeit und Beständigkeit der mikrpbiziden Ausrüstung wird deutlich,, wenn man ein mit einer monomeren organischen Zinnverbindung (Tributyl- . zinnosid) ausgerüstete unmodifizierte Bauiawoll/Viskosefaser- und ein Baumwoll/Polyesterfasergewebe sowie ein mit Tributylzinn-Polyacrylat ausgerüstetes acrylsäuremodifiziertes Gewebe unter gleichen. Bedingungen 40 mal im Thermo-Desinfektionswaschverfahren wäscht· Die mit der polymeren Verbindung ausgerüsteten acrylsäuremodifizierten Gewebe zeigen noch eine deutliche Wirkung im Hemmhoftest gegenüber Bakterien und Pilzen*
Ausführungsbeispiel
Die nachfolgenden Beispiele sollen zur Erläuterung der Erfindung dienen, ohne sie jedoch zu beschränken.
• ; ^4 0 4^8
• - 5 - 2254
Beispiel 1
die milcrobizide Ausrüstung unmodifizierter Bäumwoll/Yiskosefasergewebe (75 % Bw, 25 % ITEP) und Baumwoll/Polyestergewebe ( 50 % Bw, 50 % EB) werden die Textilgewebe in" Wasser von 20 0G für zwei Minuten ' getaucht· Das überschüssige Wasser wird zu 80 % abgequetscht· In einer 0,5 %igen Tributylzinnpolyacrylat--Losung wird das vorbereitete Gewebe 15 Minuten bei 20 0C behandelt· Als Lösungsmittel dient Aceton· Das Flottenverhältnis beträgt 1 : 20· Anschließend wird die überschüssige Tränklösung abgequetscht und das Gewebe mit Warmluft getrocknet. \
Beispiel 2
Die im Beispiel 1 beschriebenen Textilgewebe werden * chemisch oder strahlenchemisch mit Acrylsäure modifiziert, wobei der Gehalt an gepfropfter Acrylsäure 5 Gewichtsprozent beträgt· . Vor dem Tränkprozeß werden die modifizierten Gewebe^ durch Eintauchen in Wasser von 20 C innerhalb von
'/'
2 Minuten aktiviert.. ,Das überschüssige Wasser wird·.mit einem Abquetscheffekt von 80 % entfernt* Die aktivierten Gewebe werden in einer 0,5 folgen Tributylzinnacrylat-Lösung für eine Zeitdauer, von 2 Minuten getränkt; als Lösungsmittel dient Aceton* Die Temperatur beträgt 20 0G und das Flottenverhältnis 1 : 50» Fach dem Tränkprozeß wird die überschüssige Tränklösung durch Abquetschen entfernt und das Gewebe mit Warmluft getrockne
t.

Claims (2)

  1. - 6 - 2254
    Erfindungsanspruch
    Verfahren zur mikrobisiden Ausrüstung aellulosehaltiger Textilfaser!! und J'lächenf asergebilden sowie deren- Acrylsäure-Pfropf copolymeren mit polymeren Trialkylzinnyerbindungen, gekennzeichnet dadurch, daß die Tesrtilfasem und Gewebe mit ' Wasser innerhalb von 1 bis 2 Minuten bei 20 0C gequollen werden, das überschüssige Wässer mit einem Abquetscheffelet von 70 bis 90 % entfernt wird, die Testilfasem und G-ewebe mit einer 0,05 bis 5 %igen Tränlclösung aus polymeren Iriallcylzinn-verbindungen in niedrigsiedenden, mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln bei 20 G behandelt werden und die überschüssige Tranklösung abgequetscht wird, .' .'-·
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1 /-gekennzeichnet dadurch, daß· bei umnodifizierten zellulosehaltigen Textilfasern und Geweben die 'Tränkzeiten 5 bis 10 Minuten betragen..
    - 7 - . '· 2254
    Terfahren nach. Punkt 1, gekennzeicianet dadurch, daß acrylsäuremodifizierte zellulosehaltige 3?estilfasern und Gewebe mit einem Acrjlsäuregeiialt yon 2 bis 20 Gewichtsprozenten "behandelt werden und die Tränkzeiten 1 bis 5 Minuten betragen.
    Verfahren nach den Punkten 2 oder 3». gekennzeichnet. dadurch, daß als Wirkstoff Tributylainnpolyacrylat verwendet vn.rd·
DD24049682A 1982-06-07 1982-06-07 Verfahren zur mikrobiziden ausruestung zellulosehaltiger textilfasern und flaechenfasergebilden DD207740A1 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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FR2657895A1 (fr) * 1990-02-05 1991-08-09 Inst Textile De France Materiau antiseptique a greffons complexes par des ions metalliques et procede de preparation.

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2657895A1 (fr) * 1990-02-05 1991-08-09 Inst Textile De France Materiau antiseptique a greffons complexes par des ions metalliques et procede de preparation.
EP0446082A1 (de) * 1990-02-05 1991-09-11 Centre Technique Industriel dit: INSTITUT TEXTILE DE FRANCE Antiseptisches, gepfropftes Polymermaterial mit Pfropf- molekülen, die mit Metallionen komplexiert sind, und Verfahren zur Herstellung

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