DD208380A1 - Verfahren zur herstellung von foliegarnen mit naturfaseraehnlichem aussehen - Google Patents
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Abstract
Die Anwendung erfindungsgemaess hergestellter Foliegarne erfolgt in der Textilindustrie, im technischen Sektor und der Nahrungsgueterindustrie. Ziel sowie Aufgabe der Erfindung sind die produktive Herstellung hochfester wenig materialintensiver Foliegarne mit geringem Glanz bei geeigneter Materialzusammensetzung und kontrollierter Spaltfaserbildung. Die erfindungsgemaesse Loesung sieht vor, dass die Foliefaeden aus Polypropylen mit einem Zusatz von 5-10% Polystyrol bestehen u. dem Spaltaggregat in einem Winkel zwischen 5 und 15 Grad zur Senkrechten der Achse des Spaltaggregats in Folielaufrichtung zugefuehrt werden. Das Spaltverhaeltnis betraegt max. 2:1 und der maximale Drehungskoeffizient Alpha 95 bei der nachfolgenden Verdrehung des Garnes.
Description
a) Titel der Erfindung
Verfahren zur Herstellung von Foliegarnen mit naturfaserähnlichem Aussehen
b) Anwendungsgebiet der Erfindung
Die nach dem erfindungsgamäßen Verfahren hergestellten Foliegarne sind vorzugsweise für die Weiterverarbeitung in der Textilindustrie, den technischen Sektor und die Nahrungsgüterindustrie geeignete
c) Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Durch eine Vielzahl von Verfahren ist bekannt, naturfaserähnliche Garne durch Aufspalten von Folien / Foliefäden in Spinnbänder, Konvertieren und Verarbeiten des Konverterbandes oder auch Direktverarbeitung der Spinnbänder mittels Spinnmaschine herzustellen. Nachteilig bei nach diesen Verfahren hergestellten Garnen sind der relativ hohe tachnisch-ökononsischa Aufwand zu ihrer Herstellung sowiie bei der Direktverarbeitung relativ große Ungleichnjäßigkeitsn im Garn, Z, 3. nach den DD-PS 63 847, 81 424 und den DH-OS 22 60 und 19 17 822 hergestellte Zwirne aus netzartig oder raultifilähniich aufgespaltenen Folien oder Foliefäden weisen einen cheroieseiden- bzw· kunststoffartigen Charakter auf*
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Diesem Aussehen wird zum einen durch die Mischung von Foliafasern mit Naturfasern im Zwirn begegnet (DS-OS 25 12 720)β Andererseits werden in der Folie 2 und mehr Polymere gemischt, um den Aufspaltgrad zu erhöhen (DE-OS 25 12 707). Dabei ergeben sich Probleme durch die unterschiedliche Reckbarkeit der Polymeren, indem entweder 1 Komponente nicht ausgereckt wird und so ihre Dehnbarkeit behält, oder die andere Komponente reißt. Die Fasern spalten dabei so stark auf, daß die netzartige Struktur zum großen Teil zerstört wird, wobei der naturfaserähnliche Charakter verstärkt wird. Allerdings treten relativ hohe Festigkeitsverluste auf. Bei diesem Verfahren ist ein Spaltverhältnis von mindestens 1 : 3 erforderlich.
Mit den bekannten Verfahren zuhj Herstallen naturfaserähnlicher Foliegarne kann eine Feinheit von 150 tex nicht unterschritten werden* vor allem um die notvirendige Festigkeit und Verarbeitungssicherheit zu erreichen.
d) Ziel der Erfindung·.
Ziel der Erfindung ist es, ein produktives Verfahren zur Herstellung von - Foliegarnen aiii naturfasarähniichen? Aussehen vorzuschlagen j welches bei geringen Materialkosten und geringem Titer sine hohe Reißfestigkeit und einen geringen Glanz das Foiiagarnes gewährleistet. "
e) Wesen der Erfindung
Die technische Aufgabe, dia durch die Erfindung gelöst werden soll, besteht in einer Verfahrensgestaltung für Foliegarne mit naturfassrähnlichem Aussehen derart, daS durch eine geeignete Materialzusammensetzung die Spaltbarkeit der Foliefäden erhöht und ihr Glanz verringert wird und das Spaltaggrsgat auf die Foliefädsn so einwirkt, daß
sich freie Faserenden weitestgehend kontrolliert bilden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgeraäß dadurch gelöst, daß die Foliefäden aus Polypropylen mit einem Zusatz von 5 - IO % Polystyrol bestehen und dem Spaltaggragat in einem Winkel zwischen 5 und 15° zur Senkrechten der Achse des Spaltaggregates in Folielaufrichtung zugeführt werden· Das Spaltverhältnis soll dabei 2 : 1 nicht übersteigen« Die anschließende Drehung der gespaltenen Folisfädsn soll einen maximalen Drehungskosffizienten oi von nicht überschreiten.
Der Anteil von jnaximal 10 % Polystyrol erhöht die Materialkosten nur unwesentlich und ergibt hinsichtlich der unterschiedlichen Reckbarkeit auf Grund des geringen Anteiles keine Probleme. Allerdings wird die Spaltbarkait bereits erheblich verbessert und eine Trübung der Folie erreicht, wodurch der Glanz des Foliegarnes reduziert und dessen naturfaserähnliches Aussehen wesentlich verstärkt wird. Durch die Neigung zwischen Spaltaggregat und Folielaufrichtung wird in Verbindung mit der Materialzusammensetzung bereits bei einem Spaltverhältnis, d. h., dem Verhältnis Umfangsgeschwindigkeit der Nadelwalze zur Endgeschwindigkeit der Foliefädan, von 1,5 : 1 eine erhebliche Länge der Fibrillen bzw« öffnung des Fasernetzwerkes erzielt, ohne daß das Fasernetzwerk im Innern des Foliefadens unter Bildung freier Faserendan aufreißt« Freie Faserenden werden vielmehr nur im Randbereich der Foliefäden durch die Neigung des Spaltaggrsgates gebildet.
Im Zusammenhang mit der Trübung der Folie durch den Polystyrolzusatz ist eine Vergleichbarkeit mit nach aufwendigeren Verfahren hergestellten naturfasarähnlichen Foliegarnen im Aussehen gegeben. Allerdings ist die Festigkeit erheblich verbessert.
Bereits bei einer Feinheit von 100 tex wird eine hohe Verarbeitungssicherheit bei-sehr guten textilphysikalischan
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Eigenschaften, insbesondere einer hohen Festigkeit, erreicht.
Der zur Erzielung dieser Eigenschaften niedrige Drehungskoeffizient ^. von maximal 95 ermöglicht eine Leistungssteigerung der Zwirnmaschine. Außerdem wird die Griffigkeit des Foliegarnes verbessert«
f) Ausführunqsbeispiel
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden.
Eine Rohstoffmischung aus S5 % Polypropylen- und 5 % Polystyrolgranulat wird mittels eines Extruders mit einem Schneckendurchmesser von 90 mm bei einer Temperatur von 200 - 250 0C aufgeschmolzen und zu einer Flachfoiie mit einer Dicke von 0,1 mm extrudiert. Die so hergestellte Folie wird in Fäden mit 8,3 mm Breite geschnitten und mit einem Reckverhältnis von 1 : 7,5 gereckt. Diese Foliefäden werden einem Spaltaggregat, einer Nadelwalze, zugeführt, wobei die Endgeschwindigkeit der Foliefäden 120 m min"*^- beträgt. Die Zuführung der gereckten Fäden zum Spaltaggregat erfolgt unter einem Winkel von 10° zur Senkrechten auf der Achse des Spaltaggregates in Folielaufrichtung. Das Spaltverhältnis wird mit 2 : 1 eingestellt. Die Foliegarne weisen eine Feinheit von 100 tex auf.
Die so erzeugten Foliegarne werden einera OrehungsprozeS unterworfen, wobei der Drehungskoeffizient «* 95 beträgt.
Die gedrehten Foliegarne besitzen eine spezifische Reißfestigkeit von 400 cNtex ~1 und eine Reißdehnung von 11,9 %* Die Knotenfestigkeit beträgt 82 % der Reißfestig keit.
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Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Foliegarnen mit naturfaserähnlichem Aussehen, wobei Foliefäden fibrilliert werden, gekennzeichnet dadurch, daß die Foliefäden aus Polypropylen mit einem Zusatz von 5 - 10 % Polystyrol bestehen und dem Spaltaggregat in einem Winkel zwischen 5 und 15° zur Senkrechten der Achse des Spaltaggregates in Folielaufrichtung zugeführt werden.
2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Spaltverhältnis 2 ; 1 nicht übersteigt«
3· Verfahren nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die gespaltenen Foliafäden anschließend mit einem maximalen Drehungskoeffizienten gC von 95 verdreht werden.
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