DD208918A1 - Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins Download PDF

Info

Publication number
DD208918A1
DD208918A1 DD24171982A DD24171982A DD208918A1 DD 208918 A1 DD208918 A1 DD 208918A1 DD 24171982 A DD24171982 A DD 24171982A DD 24171982 A DD24171982 A DD 24171982A DD 208918 A1 DD208918 A1 DD 208918A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
human
intravenous
aggregates
albumin
item
Prior art date
Application number
DD24171982A
Other languages
English (en)
Inventor
Werner Guddat
Karl Hillger
Original Assignee
Werner Guddat
Karl Hillger
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Werner Guddat, Karl Hillger filed Critical Werner Guddat
Priority to DD24171982A priority Critical patent/DD208918A1/de
Publication of DD208918A1 publication Critical patent/DD208918A1/de

Links

Landscapes

  • Medicines Containing Antibodies Or Antigens For Use As Internal Diagnostic Agents (AREA)
  • Medicinal Preparation (AREA)

Abstract

DIE ERFINDUNG BETRIFFT EIN VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINES INTRAVENOES VERTRAEGLICHEN HUMANGAMMAGLOBULINS, BEI WELCHEM DIE KOMPLEMENTAKTIVIERENDEN IMMUNGLOBULINAGGREGATE DURCH ADSORPTION AN POLYMERES HUMANALBUMIN IN GEGENWART EINES WASSERLOESLICHEN, UNGELADENEN, KETTENFOERMIGEN POLYMER ENTFERNT WERDEN. DAS VERFAHREN GESTATTET EINE HOEHERE AUSBEUTE ANINTRAVENOES VERTRAEGLICHEM GAMMAGLOBULIN, WEIL DER POLYMERENANTEIL DURCH DIE ADSORPTION DER AGGREGATE GESENKT WERDEN KANN UND SO DIE MITFAELLUNG VON MONOMEREN IMMUNGLOBULINMOLEKUELEN VERMIEDEN WIRD. DAS VERFAHREN IST VORZUGSWEISE IM BEREICH DER HUMANMEDIZIN ANWENDBAR.

Description

241719 5
Verfahren zur Herstellung eines intravenös verträglichen unmodifizierten Humangammaglobulins
Anwendungsgebiet der Erfindung ,
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines intravenös verträglichen, unmodifizierten Humangammaglobulins, welches mittels Polyethylenglycol in Gegenwart eines Albuminpolymeren von unerwünschten Proteinverunreinigungen befreit wird«
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die humorale Immunität des Menschen beruht darauf, daß im Blut Immunglobuline zirkulieren, die von B-Zellen synthetisiert werden.
Immunglobuline oder auch Gammaglobuline sind hochmolekulare Eiweißstoffe, deren Molekülstrukturen entsprechend der auf den Organismus einwirkenden Fremdsubstanzen wie z.B, Viren, Bakterien bzw. deren Stoffwechselprodukte variabel angepaßt sind. Immunglobuline dienen der Abwehr von Fremdsubstanzen, wobei sie in einem komplexen Mechanismus wirken. Von den 5 Klassen der Antikörper sind die der Klasse G von ihrer Menge und Wirksamkeit die wichtigsten* Immunglobulin G hat ein Molekulargewicht von ca. 160 000 Dalton. Das Molekül des Immunglobulin G besitzt einen variablen Teil F (ab1)«» ^er entsprechend der einwirkenden Fremdsubstanz strukturiert ist und einen konstanten Teil (Fc), der wichtige biologische Funktionen im Körper erfüllt wie z.B. die Komplementbindung, die Wechselwirkung mit Rezeptoren auf Zellmembranen, den transplazemtaren Transport des Moleküls, katabolische Eigenschaften und die passive kutane Anaphylaxie.
/\ ο rf
Die Entwicklung der humoralen Immunität wird in den ersten zwei LebensJahrzehnten ausgebildet und ist am schwächsten zwisohan dom 6, und 24. Lebenamonat. Geatürt ist die humorale Immunität bei Menschen, die am Antikörpermangelsyndrom leiden oder deren Organismus infolge einer Krankheit oder anderer hoher Belastungen geschwächt ist.
Um die fehlenden Antikörper zu substituieren, die für die Abwehr von Infektionen von größter Bedeutung sind, werden dem Organismus Immunglobuline appliziert,
Es ist bekannt, daß diese Immunglobuline durch Fraktionieren N von menschlichem Blutplasma nach der sogenannten Cohn-Methode durch Ethanolfällung in reiner Form isolierbar sind
Cohn et.al., J.Amer.Chem.Soc., 68, 459 (1946) Cohn et.al., J.Amer.Chem.Soc, 7^, 465 (1950).
Die so gewonnenen Immunglobulin-Präparate können nur intramuskulär appliziert v/erden, weil während der Fraktionierung Immunglobulin-Aggregate entstehen. Die Aggregate lösen bei intravenöser Applikation eine Reihe von Unverträglichkeitsreaktionen aus, die durch Einwirkung auf das körpereigene Komplementsystem hervorgerufen werden. Die intravenöse Anwendung von Humangammaglobulin ist der intramuskulären vorzuziehen, um einen Abbau der Antikörper im Muskel vor dem Wirksamwerden zu verhindern und um im akuten Krankheitsfalle die therapeutische Wirkung rasch herbeiführen zu können. Es ist versucht worden, die Intravenösvertraglichkeit von' Humangammaglobulin durch verschiedene Methoden zu erreichen. Es wurden Methoden angewendet, bei denen durch Zugabe von Enzymen (Pepsin oder Plasmin) die Immunglobulinmoleküle ganz oder teilweise gespalten oder durch Hydrolyse bei pH 4 so verändert wurden, daß eine Aggregatbildung und die damit ausgelöste Komplementaktivierung verhindert wurde.
Weiterhin wurde der gleiche Effekt der Unterdrückung der •Aggregatbildung dui-ch chemische Modifikation der Immunglobulinmoleküle mit Propiolacton, durch Sulfonierung von 4 bis 5 intramolekularen Disulfidbrücken oder durch Reduktion von 2 bis 4 intramolekularen Disulfidbrücken und anschließende
Alkylierung mit Jodace^tamid erzielt. Durch diese Behandlung wird allerdings die therapeutische ./irkung der Immunglobulinpräparate nachteilig beeinflußt.
Die biologische Qualität der Präparate ist gemindert und die biologische Halbwertzeit der Immunglobuline verkürzt.
Ein weiteres zum Stand der Technik gehörendes Verfahren nach welchem intravenös verträgliches Immunglobulin hergestellt wird umfaßt eine Abtrennung der Aggregate durch selektive Adsorption an Kieselsäure oder an Mineralien, bei denen es sich im Wesen.-!; Hohen Wn Alumosilikate handelt in Gögehwart von Hydroxyethylstärke.
Zum Stand der· Technik gehören auch Verfahren, die zur intravenösen Anwendung bestimmtes Immunglobulin von dem antikomplementären Aggregatanteil durch wasserlösliche, ungeladene, kettenförmige Polymere in Gegenwart von künstlich zugesetzten hochmolekularen Proteinstabilisatoren (Hydroxyethylstärke, Kohlehydrate, Albumin) befreien.
Diese Verfahren zeichnen sich dadurch aus, daß die Immunglobulinmoleküle chemisch unverändert bleiben und so ihre volle biologische Wirksamkeit behalten.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, die Abtrennung der un-
^ erwünschten Immunglobulinaggregate vom nativen Immunglobulin unter Zusatz einer möglichst kleinen Menge künstlicher Substra te zu erreichen, indem als letztere lediglich vernetztea polymeres Albumin und ein geringer Zusatz eines indifferenten wasserlöslichen Polymeren eingesetzt werden.
Darlegung des V/esens der Erfindung^
Bei einem bekannten Verfahren zur Gewinnung von intravenös verträglichem Gammaglobulin, bei dem die antikomplementär wirkenden Aggregate mittels Polyethylenglycol 6000 in einer Menge von 4.5 - 7 g/100 ml Lösung einer 3%igen Gammaglobulinlösung ausgefällt werden sollen (GB-PS 1372953), wird keine absolute Abtrennung der Polymeren erreicht. Ursache dafür ist die unzureichende Selektivität des PEG als Fällungsmittel,
fm. a ι ι ι ν %J
wobei auoh ein zusätzlich angefügter Pällungsschritt kein aggregatfreies Iminunglobulin G liefert.
In der Patentschrift DE - 2856939 wird ein besseres Resultat bezüglich der Aggregatfreiheit erzielt, indem neben dem PEG Humanalbumin in einer Konzentration von 0.3 bis 3 Gew.-% der Gammaglobulinlösung zugesetzt wird. Das Albumin bewirkt einen Schutz der nicht aggregierten Immunglobulinmoleküle vor der Ausfällung. Nach Zusatz von, 10% PEG werden in einem ersten Fällungsschritt die antikomplementär wirkenden Aggregate ausgefällt und abgetrennt. Der Überstand wird mit 20% PEG versetzt, wobei das Gammaglobulin ausfällt. Der Niederschlag wird in physiologischer Kochsalzlösung gelöst und steht nach Sterilfiltration zur therapeutischen, intravenösen Anwendung bereit.
Es stellt sich die Aufgabe, den aggregierten Immunglobulinanteil mit hoher Selektivität zu entfernen, ohne dabei eine Mitfällung monomerer Immunglobulinmoleküle zu verursachen, wobei eine möglichst geringe Menge an Premdsubstanzen zum Einsatz kommen sollte. Das wird mit dem vorgeschlagenen Verfahren erreicht, indem die Gammaglobulinfallung mit PEG in Gegenwart von vernetztem Albumin in Form eines unlöslichen Gels vorgenommen wird. Das polymere Albumin bewirkt dabei eine Bindung der aggregierten Immunglobulinmoleküle durch hydrophobe Wechselwirkung, die schon bei PEG-Konzentrationen
>5 von unter.5 Gew.% eintritt. Durch einfache Filtration ist das mit aggregiertem Immunglobulin angereicherte polymere Albumin abtrennbar.
AusfÜhrun^abe isp iel:
Zur Herstellung der Gammaglobulinlösung, aus welcher die Aggregate abgetrennt werden sollen, wird steriles Humanplasma in einer ersten Fraktionierungsatufe mit 8 Gew.% Ethanol bei einem pH-'./ert von 7.2 bei -30G versetzt. Dabei fällt die sogenannte Fraktion I nach Cohn aus.
Der Überstand wird bei -50G und einem pH-V/ert von 5.8 auf !5 einen Ethanolgehalt von 19 Vol.% gebracht, wobei sich die sogenannte Fraktion II-III absetzt, die in der Hauptsache aus Humangammaglobulinen besteht.
ITISS
Dor Niederschlag wird angelbst. Nach Abtrennen eines Niederschlages, der sich bei pH 5.0 und 8 Vol.% Ethanol bildet, wird auo dem Überstand bei einem ISthanolgehalt von 25 Vol.% und einem pH-Wert von 7*0 bis 7.2 das Gammaglobulin als Niederschlag abgeschieden. Dieser Niederschlag besteht aus mindestens 90/5 Gammaglobulin.
Dieser Rohniederschlag v/ird in einem Citratpuffer angelöst und 4 Gewichtsprozente mit Glutaraldehyd vernetztes Humanalbumin als Gel sowie 4 Gew.% PEG 4000 zugesetzt. Nach 2~stlindisem Rühren wird das Humana Ib um in-Gel abgetrennt.
Aus dem Überstand ist das aggregatfreie Humangammaglobulin in bekannter V/eise zu gewinnen und als 5/Sige Lösung intravenös verwendbar.
Das nach dem beschriebenen Verfahren gewonnene Gammaglobulin ist ein natives Produkt, d.h. die Immunglobulinmolekiile sind gänzlich unverändert und entsprechen damit der im Serum vorliegenden Molekülf'orm. Die geringe Komplementaktivierung siohert eine gute intravenöse Verträglichkeit.

Claims (4)

Ζ4ΙΠ3 Erfindungsanapruoh,
1. Verfahren-zur Herstellung eines intravenös verträglichen unmodifizierten Humangammaglobulins dadurch gekennzeichnet, daß Humangammaglobulin zur intramuskulären Anwendung oder eine Zwischenfraktion der üblichen Fraktionierungsmethoden von Immunglobulinaggregaten befreit werden, indem diese an vernetztes Humanalbumin in Gegenwart eines indifferenten wasserlöslichen Polymeren adsorbiert werden.
2. Verfahren nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß das polymere Albumin durch Vernetzung der Monomeren mit aus der Proteinchemie bekannten bifunktionellen Substanzen, vorzugsweise mit Glutaraldehyd oder durch Hitzebehandlung, gewonnen wird und in einer Konzentration von 1-6 Vol.% als Gel eingesetzt wird.
3· Verfahren nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß ein pH-iVert von 6 bis 8 eingehalten wird.
4« Verfahren nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Polymer Polyethylenglycol 4000 oder Polyethylenglycol 6000 in einer Konzentration von 3 bis 7 Gew.% eingesetzt werden,
DD24171982A 1982-07-16 1982-07-16 Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins DD208918A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD24171982A DD208918A1 (de) 1982-07-16 1982-07-16 Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD24171982A DD208918A1 (de) 1982-07-16 1982-07-16 Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD208918A1 true DD208918A1 (de) 1984-04-18

Family

ID=5540034

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD24171982A DD208918A1 (de) 1982-07-16 1982-07-16 Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD208918A1 (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2936047C2 (de)
EP0122909B1 (de) Immunglobulin-G-hältige Fraktion
DE2801123C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines intravenös applizierbaren Serumeiweiß-Präparates
DE69017050T2 (de) Verfahren zur isolierung von faktor viii.
DE2029455A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines neuen Prothrombinkomplexes
DE3889938T2 (de) Injizierbare Lösungen von Gamma-Globulin.
DE3786832T2 (de) Verfahren zur Herstellung von Immunoglobulinzubereitungen für intravenöse Injektion.
DE2231676A1 (de) Verfahren zur fraktionierung von blutserum und plasmaprodukten
DE2827027C3 (de) Gefriergetrocknetes natives Γ-globulin-Präparat zur intravenösen Verabreichung
DE4435392A1 (de) Hochmolekulare und niedermolekulare Fraktionen des von Willebrand-Faktors
DE2500076A1 (de) Verfahren zur erhoehung der intravenoesvertraeglichkeit von aus blut oder blutprodukten ausgefaellten gammaglobulinen
EP0085747B2 (de) Intravenös verabreichbares humanes Immunglobulin und Verfahren zu dessen Herstellung
DE2127159A1 (de) Verfahren zur Fraktionierung von Plasmaproteinen
AT406265B (de) Humanes virussicheres monomeres immunglobulin a und verfahren zu seiner herstellung
DE2403994A1 (de) Herstellung von antisera
DE2837168A1 (de) Verfahren zur herstellung einer fuer die intravenoese anwendung geeigneten immunglobulinloesung
CH633809A5 (de) Verfahren zur herstellung einer serumalbuminfraktion.
EP0120835B1 (de) Verfahren zur Inaktivierung von Unverträglichkeitsreaktionen verursachenden Substanzen
DE3430320A1 (de) Verfahren zur herstellung von immunglobulin-praeparaten mit verminderter komplementaktivitaet
CH630643A5 (en) Process for concentrating a placenta-specific glycoprotein.
DE2658334C3 (de) Verfahren zum Herstellen von Immunglobulinpräparationen mit verminderter Komplementaktivität und ein diese enthaltendes Arzneimittel
DD208918A1 (de) Verfahren zur herstellung eines intravenoes vertraeglichen unmodifizierten humangammaglobulins
DE3001187A1 (de) Verfahren zur herstellung von gereinigtem s-sulfoniertem gamma -globulin
DE3039855C2 (de)
WO1997025352A1 (de) VERFAHREN ZUR TRENNUNG VON IgG und IgA