DD211270A5 - Koeder fuer nagetiere - Google Patents

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DD211270A5
DD211270A5 DD83255644A DD25564483A DD211270A5 DD 211270 A5 DD211270 A5 DD 211270A5 DD 83255644 A DD83255644 A DD 83255644A DD 25564483 A DD25564483 A DD 25564483A DD 211270 A5 DD211270 A5 DD 211270A5
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Malcolm R Hadler
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Shell Int Research
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N25/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators, characterised by their forms, or by their non-active ingredients or by their methods of application, e.g. seed treatment or sequential application; Substances for reducing the noxious effect of the active ingredients to organisms other than pests
    • A01N25/002Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators, characterised by their forms, or by their non-active ingredients or by their methods of application, e.g. seed treatment or sequential application; Substances for reducing the noxious effect of the active ingredients to organisms other than pests containing a foodstuff as carrier or diluent, i.e. baits
    • A01N25/004Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators, characterised by their forms, or by their non-active ingredients or by their methods of application, e.g. seed treatment or sequential application; Substances for reducing the noxious effect of the active ingredients to organisms other than pests containing a foodstuff as carrier or diluent, i.e. baits rodenticidal

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Abstract

Nagetierkoeder aus Futtermittel und einem Gift, wobei das Gift vollstaendig in Form von einem oder mehreren gifthaltigen Teilchen vorliegt oder darin enthalten ist und eine solche Wirksamkeit in bezug auf die Nagetierspezies, fuer die der Koeder vorgesehen ist, hat jedes gifthaltige Teilchen eine lethale Dosis in bezug auf ein ausgewachsenes Nagetier dieser Spezies darstellt, jedes gifthaltige Teilchen im wesentlichen homogen ist und eine solche Teilchengroesse aufweist, dass ein Nagetier der Spezies, fuer die der Koeder bestimmt ist, den Koeder in den Mund nehmen wird, ohne vorher daran zu knabbern.

Description

15 752 58 "— I
Anwendungsgebiet der Erfindung t '
Die Erfindung betrifft Köder für Hagetiere, d, h. eßbare Zusammensetzungen zum Töten von Nagetieren.
Charakteri StJk1 der bekannten technischen lösungen:
Herkömmlich handelt es sich bei solchen Zusammensetzungen um Futtermittels die eine das Nagetier anlockende eßbare Komponente und ein Gift enthalten, das so mit der eßbaren Komponente vermischt ist, daß eine homogene Dispersion des Giftes in der gesamten Zusammensetzung entsteht* Die Wirksamkeit einer derartigen Zusammensetzung ist von dem Hagetier, das angelockt werden und davon so viel fressen sollj 1>is es eine lethale Menge des Giftes aufgenommen bat, abhängig. Folglich darf das Nagetier im zuerst genannten Fall nicht durch einen durch den Geruch und/oder das Aussehen der Zusammensetzung hervorgerufenen Argwohn abgeschreckt werdenj es darf während dös Fressens nicht argwöhnisch werden, damit es nicht nur eine Menge der Zusammensetzung frißt, die für die erforderliche Iethale Wirkung unzureichend ist ι und es darf keine akuten Beschwerden bekommen, nachdem es eine nicbtlethale Dosis der Zusammensetzung gefressen hat, weil es zum Beispiel beim Fressen gestört oder weil sein Appetit bereits nach dem Verzehr einer nlcht-lethalen Menge der Zusammensetzung befriedigt wurde· Das sind ganz besonders schwerwiegende Probleme bei Nagetieren, weil diese anscheinend die Fähigkeit besitzen, das später auftretende Unwohlsein oder die akuten Beschwerden mit dem zuvor gefressenen Köder in Beziehung zu bringen, so daß sie infolgedessen eine im Fachgebiet als Köderscheu bekannte Abneigung entwickeln·
Obwohl das Wort "Köder" oft umgangssprachlich zur Beschreibung der oben erläuterten Zusammensetzungen gebraucht wird, ist es ein herkömmlicher Fachausdruck, der als solcher eine Einheit von vergiftetem Futter bezeichnet, die zur Vernichtung einer Anzahl einzelner Nagetiere bestimmt ist. Es dürfte wohl klar sein, daß das Wort "Köder" hier in diesem Sinne verwendet wird.
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Viele'. Bemühungen, von Fachleuten sind auf die Schaffung umweltverträglicher und trotzdem wirksamer Köder gerichtet gewesen, durch die Nagetiere'mit einem Mindestmaß an Gefahr für andere Formen des Lebens getötet werden, wenn die Köder nach den An--Weisungen des Herstellers verwendet werden»;... -: .;' ' ;\ ' ;. :";'' :;!
Wie von WV öS· Howard in "Principles of Vertebrate Animal Control" (Prinzipien der Bekämpfung von Wirbeltieren), 1966, dargelegt wurde, ist es aas ökologischen Gründen unbedingt erstrebenswert 5 so wenig Giftstoffe wie möglich zu vörwenden. Aufgrund dieser Erkenntnisse schlug Howard vor, die Porschungsbemübungea auf die Methodologie auszudehnen, und er zeigte eine Reib© von Gebieten für derartige Forschungsarbeiten auf, die unter anderem die Prüfung der Verwendung nicht-toxischer Köder» vermischt aus einer geringen Menge von einfachem Köder - letbalen Ködern, die untersuchung der Verdünnung von Ködern (die Verdünnung eines toxischen Köders mit einem anderen nicht-toxischen Material), die Bestimmung der wirksamsten Größe und Menge des zu verwendenden Köders in Abhängigkeit von der Stärke des Giftes und der Häufigkeit der zu bekämpfönden Tiere umfassen. In seinem Artikel lenkt Howard die Aufmerksamkeit auf Gebiete, auf di® sich die Forschungsarbeiten konzentrieren sollten,, aber er hat keinen Weg zu einer Lösung der grundlegenden Probleme vorgeschlagen, so daß weitere Forschungen erforderlich wurden« Seit 1966 wurde im Fachgebiet das Stadium erreicht, daß zwei Arten von Giften zur Verfügung stehen. Auf der einen Seite gibt es die akuten, schnell wirkenden Gifte, die wenn sie gewirkt haben, sichtbare Tierkadaver zurücklassen, und die im Falle von sich leicht entgiftenden Giften die Gefahr sekundärer Töxizitjät verringerti (wenn solche Tierkadaver von Raubtieren gefressen werden), die aber denNachteil haben, daß sie zu Köderscheu führen können (so daß eine Vorköderung mit der Futterkomponente erforderlich wird), weil sie ein potentielles Umweltproblem bei der Verwendung in der bisherigen Weise darstellen und verhältnismäßig teuer hinsichtlich des aktiven Giftes je getöteter Einheit sind. Andererseits gibt es
' . . . ' ' - 3 - . ' .- -ν. .-- f .- ; . :"
die Antikoaguliermittel-Verbindungen, die in 'bezug auf die eben erläuterten Probleme einen beträchtlichen Fortschritt auf dem Fachgebiet darstellen, allerdings sind sie langsam wirkend und können daher in erbeblichen Überdosismengen gefressen werde**» wobei die echte Chance von sekundären Toxizitätsproblemenbe^ stehtj weil Haubtiere oder Aasfresser von solchen Körpern fressen und weil das praktische Problem besteht, daß, weil der Tod erst einige Zeit nach dem Fressen eintritt, die Kadaver wahrscheinlich nicht zu sehen sind, sondern unter Fußböden usw. verborgen sein können. Solche Antikoäguliermittel entgiften sich langsam in den Körpern der Nagetiere, von denen sie gefressen wurden«
Die Forschungsarbeiten, die zu der Erfindung; führten, hatten unter anderem zum Ziel, die Menge von in die Umwelt gelangendem Gift zu reduzieren, aber der eingeschlagene Weg unterschied sich ganz deutlich von dem, der auf federn der von Howard vorgeschlagenen Forschungsgebieten hätte eingehalten werden müssen.
Die Erfindung geht neue Wege, indem sie eine Freßgewohnheit ausnutzt, die bei Nagetieren, die vernichtet werden sollen, beobachtet wurde, und zwar, daß sie nicht Teilchen anknabbern, wenn diese sehr kleia sind· Solche kleinen leuchen gelangen als Ganzes in den Magen, und die fressende Spezies scheint die Fähigkeit zu verlieren, zwischen Futter und einem.Teilchen eines lethalen Giftes zu unterscheiden (d.h. einem Gift, das in der Menge in einem solchen Teilchen lethal wirkt). Das ist überraschend, weil ein Nagetier, wenn der Köder in der bisher verwendeten Form ein homogenes vergiftetes Futter ist, ausreichend trainiert ist, eine unerwünschte Komponente in seiner Nahrung zu entdecken, so daß es das Futter wegen des Zweifels über seine iSignung (zum Fressen) ablehnen wird. Das ist bei der Formulierung von Ködern, die aus Gemischen von Futter und Gift bestehen, ein grundlegendes Problem, und es hat sich als unbedingt notwendig gezeigt, den Giftgehalt der einzelnen Nah-
Tungsteilchen bei den bisher verwendeten Ködern so gering zu halten, daß er durch das fressende Tier nicht entdeckt wird. Dadurch wird hinsichtlich der höchsten Konzentration des Giftes , die homogen in dem Futter verteilt werden kann, eine Grenze gesetzt j so daß man es dem Tier überlassen muß, ob es eine so große Menge des vergifteten Futters fressen wird, daß sich in seinem Körper eine lethale Konzentration des Giftes ansammeln wirdβ Das Problem wird durch die Wahrscheinlichkeit noch schwieriger, daß ein Nagetier beim ersten Mal nur an einem Köder knabbern wird, dabei aber soviel Giftstoff absorbieren wird, daß unangenehme Symptome auftreten, die es davon abbalt®E$ bei späteren Gelegenheiten wieder von dieser speziellen Art von Köder zu fressen,, Zur Lösung dieses Problems ist es oftmals erforderlich, eine Vorköderung mit unv ergifteten Naorungsteilchen vorzunehmen, um das Nagetier an die Futterkomponente des Köders zu gewöhnen, obwohl durch diese list nicht die Möglichkeit ausgeschlossen wird, daß das Nagetier nicht genug lethaXe Zusammensetzung in einer bestimmten Freßperiode fressen wird, weil es einfach, nicht hungrig genug beim Zusammentreffen mit dem Köder ist« Man wird einsehen, daß die Chance von Köderscheu und/oder Verschwendung von Gift bei dem herkömmlichen Köder groß sind, weil jedes Köderteileben etwas Gift enthalten wird, und im allgemeinen müssen Köder, in denen das Gift homogen im gesamten Köder verteilt ist, mehr Giftstoff enthalten, als zur Tötung einer bestimmten Anzahl von Nagetieren erforderlich ist·
Darlegung des Wesens der Eact indungp
Durch die Erfindung wird ein Nagetierköder zur Verfugung gestellt, der aus einem Futtermittel und Gift besteht, wobei das Gift vollständig in Form eines oder mehrerer einzelner gifthaltiger Teilchen vorliegt oder in diesen enthalten ist, die in bezug auf die Nagetierspezies, für die der Köder vorgesehen ist, eine solche Wirksamkeit haben, daß jedes gifthaltige Teilchen eine lethale Dosis für ein erwachsenes Nagetier dieser
' - 5 —
Spezies enthält, jedes gifthaltige Teilchen im wesentlichen homogen ist und eine solche Teilchengröße hat, daß ein Nagetier der Spezies, für die der Köder bestimmt ist, das Teilchen ohne vorheriges Beknabbern in den Mund nehmen wird. Auf dies© Weis© wiird: ; jöäöö iäö^a^ifr'i^^-^'^i:iöb.e'iäE:/---pretl''-.Ä-ff;;' JS^'naβ 1 tjei.:lc&#.ii:. aufgenommen. Die erforderliche Teilchengröße kanndurch übliche Bäcperimente bestimmt werdea. Die Bezeichnung "letbale Dosis n umfaßt eine Dosis, mit der normalerweise ein erwachsenes Nagetier der betreffenden Spezies bei oraler Aufnähmegetötet werden kann; für Fachleute bedeutet das eine Dosis, die für 4ie größten Nagetiere der betreffenden Spezies eine minimale Überlebenschance bietet.
Man wird somit feststellen, daß die Erfindung die heue Konzeption betrifft, die Giftkomponente des Köders in Teilchen zu konzentrieren, von denen jedes an sich lethal wirkt, und zu gewährleisten, daß die Giftteilcben als Ganzes vom Nagetier oin den Mund genommen werden, d« h. ohne vorheriges Anknabbern der Giftteilchen« Infolgedessen frißt das Nagetier von dem Köder und nimmt dessen Futterkomponente auf, an der es je nach seiner Teilchengröße so lange knabbern kann, bis es früher oder später mit einem Giftteilcben in Berührung kommt. Wenn das der Fall ist, nimmt es das Teilchen im ganzen auf und hat es das erst einmal im Mund und verschluckt es, tritt der Tod unweigerlich infolge des lethaleη Gehaltes des Teilchens ein, In kurzer Zeit frißt das Nagetier entweder unschädliches eßbares Material oder; eine lethale Dosis Gift. Vorzugsweise gibt es keine erhebliche Zeitspanne zwischen der Aufnähme des Teilchens und dem Tod, weil dadurch weiteres Fressen verhindert wird, das zur Aufnahme eines weiteren gifthaltigen Teilchens führen konnte.
Diese grundlegende neue Art und Weise der Formulierung von Nagetierködern hat den Vorteil, daß der Köder als ganzer nur verhältnismäßig wenige lethale Teilchen zu enthalten braucht, um gegenüber einer Anzahl von Nagetieren lethal zu wirken, weil, da jedes Nagetier in der Freßperiode früher oder später vermut-
lieb ein gifthaltiges-Teilchen in den Mund nehmen wird, es sehr unwahrscheinlich ist, daß es mehr als ein solches Teilchen frißt, weil das erste bereits lethal wirkt, wenn es sich bei dem Gift um ein akutes Gift bandelt. Die Unfähigkeit, das Vorhandensein von lethalen Teilchen entdecken zu können, führt auch dazus daß das Nagetier normalerweise ohne Köderscheu frißt, so daß es, selbst wenn es beim ersten Mal kein Giftteilchen aufnimmt, keine Bedenken haben wird, wieder von der gleichen Art Köder zu fressen, ..''' . ' ;
Durch die Erfindung wird es zum ersten Mal möglich, Nagetiergif te sicher zu verwenden die in sehr geringen Mengen lethal und schnell wirkend sind. Bisher lag der Giftgebält akuter Köd©r$ in denen das Gift homogen in der Futterkomponente entsprechend der herkömmlichen Praxis verteilt war, normalerweise im Konzentrationsbereich von 0,2 bis 2,0 % (2000 bis 20 000 ppm). Das ist unter dem Gesicbtspunkt der ümweltgefährdung eine hohe Konsentration« Im Gegensatz dazu liegt die für die Durchführung der Erfindung vorgesehene höchste Konzentration des Giftes im Bereich von 200 ppm, und bei dieser Konzentration besteht ein mindestens um das Zehnfache höherer Sicherheitsvorteil gegenüber dem bisherigen Stand der Technik» Eine für Köder vorgese-" heae höchste Konzentration von 200 ppm, die beispielsweise Teilchen mit 1 mg Gift ge Giftteilcben oder 2000 Teilchen mit 0,1 mg Gift je Giftteilchen je Kilogramm Köder enthalten, bietet ausreichend Spielraum für die Formulierung aller Arten von Ködern, wi® sie in der Praxis möglicherweise verlangt werden, und obwohl natürlich keine kritische obere Grenze besteht, gibt es normalerweise keinen Grund, diese höchste Konzentration zu überschreiten, und in der Praxis können gewöhnlich geringere , Mengen eingesetzt werden.
Wenn es auch denkbar ist, daß der Köder nur ein derartiges Giftteilchen enthalten könnte, so wird er doch normalerweise eine Anzahl solcher Teilchen enthalten« Wenn es sich, wie es bevorzugt wird, bei den Giften um solche handelt, die im Hage-
tierkörper schnell entgiftet werden, obwohl ein oral von dem Nagetier aufgenommenes letbales Teilchen das Nagetier töten wird, würde ein größeres Säugetier wie ein Hund (für den die lethal® Dosis viel größer sein müßte, der zufällig von dem Köder frißt, schnell sub-lethal© Symptome spüren und mit dem !Fressen aufhören, oder es käme, da es lange dauern würde, his ein Hund eine beträchtliche Anzahl von Ködern finden und fressen würde, dabei zu einer Entgiftung des Giftes im Körper des Hundes, so daß niemals eine lethale Menge erreicht würde, üärfindungsgemäße Köder können so formuliert werden, daß sie für bestimmte Nagetiere spezifisch sind. Beispielsweise wird eine ausgewachsene 250 Gramm wiegende Ratte täglich etwa 20 Gramm lutter aufnehmen. Jeder für Ratten bestimmte Köder könnte etwa 200 Gramm aufweisen und könnte für das Töten von etwa 10 Hatten ausreichende Giftteilcben enthalten. Auf der Basis von einem Teilchen je Ratte würden 10 solche Teilchen erforderlich sein, weil bei einer möglichst homogenen Verteilung der Teilchen in der Futterkomponente des Köders durchschnittlich eine Ratte an ein Teilchen gelangen und es beim Fressen von 20 Gramm mit aufnehmen wird. Köder für Mäuse würden kleinere Teilchen enthalten, iiine ausgewachsene Maus wird etwa 2 bis 3 Gramm Futter pro Tag fressen, so daß der Mäuseköder ein Giftteilcben je 2 bis 3 Gramm Futteranteil enthalten würde. Die Gesamtmenge an Gift in dem Köder kann die gleiche wie bei dem Rattenköder sein, zum Beispiel 50 ppm betragen, es wäre aberdarin in Form einer größeren Anzahl von kleineren einzelnen Teilchen verteilt. Die Menge des in jedem gifthaltigen Teilchen vorhandenen Giftes wird selbstverständlich je nach der inß Auge gefaßten Spezies und dem Gift variieren. Die Toxizität eines Giftes wird oftmals als eine LD95 ausgedrückt - die Dosis, die zum Töten von 95 % einer Population erforderlich ist. Nach Möglichkeit sollte jedes Teilchen eine Giftmenge in einer Dosis von mindestens ID95 enthalten.
Wenn es verlangt wird, kann ein Hauptanteil der Futterkomponente des Köders oder die gesamte die Form von Teilchen unter der
kritischen Größe aufweisen, um zum "Verschlingen" anstelle von Anknabbern anzuregen aber das kann nach Belieben vorgenommen werden, denn wichtig ist nur, daß das Gift in Form solcher Teilchen vorliegt. Wichtig ist natürlich, daß jedes Giftteilcban eine lethale Dosis darstellt. Dar volle Nutzen aus der der iDrfindung zugrunde liegenden neuen Konzeption ergibt sich, wenn das verwendete Gift schnell wirkend ist und sich schnell entgiftet« Ein schnell wirkendendes Gift gewährleistet, daß von jedem Nagetier nur ein lethales Giftteilchen verzehrt wird, und durch schnelle Entgiftung wird die Menge des in den Körpern vorhandenen Giftes verringert» Um die Forderung erfüllen zu können, daß jedes Giftteilchen eine lethale Dosis darstellt, müssen natürlich Gifte verwendet werden, die stark toxisch sind« Bei den bisher verwendeten üblichen Ködern waren solche Gifte nicht annehmbar, weil für einen herkömmlichen Köder eine viel größere Giftmenge gebraucht wurde und weil durch einen solchen Ködar eine Vergiftungsgefahr der Umgebung geschaffen wurde, oder weil ein Rest nach einem teilweisen Verzehr zurückblieb. ISin bevorzugtes Gift ist das als Aldicarb bekannte, es stehen aber auch andere zur Verfugung, zu denen in einigen Ländern Scillirosid gehört« Beispiel© für geeignete akute Gifte sind:
- ζ· B„ Aldicarb: 2-Metbyl-2-(methy3rtbio) propiqnäldehyd O-(methylcarbamoyl)
Organophosphate - z, B, J-Hydroxycrotonsäuremetbylester von
Dimetby!phosphat und Tetraethylpyrophospbat
Verschiedene akute Giftstoffe - ä,,B.« Crimldins 2-Chlor-4-
(dimethylamine)-6-metbylpyridiη und
Watriumfluoracetat und
Tetramin: S,%Dithia-1,3,5,7-tetrazatricyclo /3,5,1,1,
Man wird erkennen, daß, obwohl starke Gifte der angeführten Art, zum Beispiel Aldicarb, bevorzugt werden, andere erfindungs· gemäße Gifte verwendet werden können, vorausgesetzt, daß solche Gifte bei der Dosismenge eines Teilchens mit einer geringeren als der kritischen Größe lethal wirken.
Die Giftteilchen v/erden als harte dichte Teilchen mit einer solchen Beschaffenheit (Form, Geruch) hergestellt, daß ein Nagetier keinerlei Verdachtsgrund für eine Zurückweisung haben kann, sondern sie mit den Futterteilchen oder von dem Köder abgeknabbertem Futter verzehren wird.
Vorzugsweise werden die Köder als Blöcke oder Pellets hergestellt· Die Futtergrundlage und die gewählte Anzahl von Giftteilchen werden zu einem homogenen Gemisch verarbeitet, das dann leicht zu Pellets oder Blöcken gepreßt wird« Jedes solche Pellet oder jeder derartige Block wird eine Grundmasse von eßbarem Material aufweisen, in der das Gift durchgehend als einzelne hoch konzentrierte Teilchen mit einer unter der oben genannten kritischen Größe liegenden Größe verteilt ist, wobei die Anzahl dieser Teilchen zwischen beispielsweise 1 und 10 je nach der Größe des Pellets oder des Blockes liegt. Wenn solche Pellets oder Blöcke von den Nagetieren gefressen werden, wird das Nagetier sie im wesentlichen als Pellets oder Blöcke von Futter erkennen und es wird daran knabbern und Stücke davon abbrechen und diese fressen und dabei wird das (werden die) Giftteilcben ebenfalls verzehrt. Sobald das Nagetier eines der in dem Pellet oder dem Block vorhandenen Giftteilchen gefressen hat, wird es eine lethale Dosis des Giftes aufgenommen haben, so daß es nur noch wenig oder gar nichts mehr frißt. Jeder übrigbleibende Köder, der normalerweise mindestens ein weiteres Giftteilcben enthält, kann von einem anderen Nagetier gefressen werden.
Als Futtergrundlage des Köders*kann jede herkömmliche eßbare Köderkomponente dienen wie Hafermehl, Fischmehl und Maismehl,
und auf Wunsch können Bindemittel wie Gelatine enthalten sein. Die Giftteilcben können Kristalle des gewählten Giftes sein, wenn ©s zweckmäßig lst8 oder ein durch ein Bindemittel wie Gelatine j ein Wachs oder ein Harz gebundenes pulverisiertes Gift. Die Giftteilchen können ein Futtermittel wie Saccharose enthalten^ von dem die Nagetiere angelockt werden. Die Giftteilcben können auch sur besseren Identifizierung gefärbt sein. Die Teilchen bestehen vorzugsweise entweder aus dem Gift alleine oder aus dem Gift in Verbindung mit einem Bindemittel. Wichtig ist, daß die gifthaltigen Teilchen weitgehend homogen sind. Mit Beschichtungen versehene Teilchen sind unwirksam, wie in den folgenden Beispielen demonstriert wird«
Die gifthaltigen Teilchen werden vorzugsweise so hergestellt, daß die Ingredienzien für die Teilchen mit einem flüssigen Lösungsmittel zur Bildung einer Paste vermischt werden, die Paste durch eine Düse stranggepreßt wird, das üxtrudat in Teilchen geschnitten wird und die Teilchen getrocknet werden, Ein erfindungsgemäßer Köder wird dann durch Vermischen der Teilchen mit Futtermittel und vorzugsweise Pressen der resultierenden Masse zu Pellets oder Blöcken hergestellt.
Aüsführungsbeispielej_
Durch die folgenden Beispiele wird die Erfindung erläutert.
Toxische Teilchen wurden in Übereinstimmung mit den folgenden Formulierungen A9 B und C hergestellt.
Formulierung A
Aldicarb I500 mg
Gelatine 350 mg
Saccharose 100 mg
ChlorazoI Himmelblau 50 mg
Die drei zuletzt genannten Bestandteile wurden in 1,3 destilliertem VS!asser gelöst, und die Lösung wurde mit dem Aldicarb zur Gewinnung einer steifen Paste vermischt. Die Paste würde durch eine 1~mm-Düse extrudiert. Das üxtrudat wurde 24- Stunden lang bei JO 0C luftgetrocknet, dann mit der Hand in drei Teilcbengrößen nach folgenden Angaben geschnitten.
Mindestens fünfzig Teilchen jeder Größe wurden gewogen, und dar Aldicarb-Gehalt wurde auf Trockengewichtsbasis berechnet:
Aldicarb-Gehalt !Teilchengröße ,jedes Teilchens
1 mm χ 2 mm — 1,25 mg
1 mm χ 1 mm - 0,5 mg
ca· 0 ,5 mm X 0,5 mm - 0,2 mg
Durch das Schneiden mit der Hand sind erhebliche Abweichungen zu erwarten. Im lalle der kleinsten Teilchen wurden diese auf ™ .5° % geschätzt, bei den größten auf £ 10 %,
Formulierung B
Aldicarb 200 mg
Lactose 300 mg
0,2 ml 8 MasselAoI Gelatine in Wasser
Das Aldicarb wurde in Aceton gelöst und anschließend auf Lactose auf geschlämmt. Das Gemisch wurde luftgetrocknet. Nach dem Trocknen wurde die Gelatine-Lösung zugegeben und das resultierende Gemisch zu einer Paste gemahlen, die durch eine 1-mm-Düse stranggepreßt wurde.
Die jixtrudate wurden luftgetrocknet, dann mit der Hand in zwei Teilchengrößen geschnitten, und zwar zu Zylindern von 1 mm χ 1 mm und 1 mm χ 4- mm.
Mindestens fünfzig Teilchen jeder Größe wurden gewogen, und der Aldicart)-GehaIt wurde auf Trockengewichtsbasis berechnet,
Aldicarb-Gehalt Teilchengröße ,jedes Teilchens
1,0 χ 1,0 - « Formulierung C 0,2 mg
1?0 χ 4,0 Wirks amer Gift st off 1,1 mg
Gelatine B«P.
Saccharose 8O1O Massen/Masse
Natriumalginafe 14,7 %
Warnfarbstoff 4,83 %
0,24 %
0,24 %
Die Gelatine wurde in einer solchen Wassermeng© gelöst, daß ein extrudierbares Gemisch entstand. Die anderen Ingredienzien wurden zu sehr feinen Pulvern gemahlen, miteinander vermischt und schließlich mit der Gelatine A^asser-Mischung gemischt und gründlich homogenisiert«
Die resultierende teigartige Mischung wurde unter hohem Druck durch Düsen mit unterschiedlichen Durchmessern gegen eine Schneidscheibe stranggepreßt, so daß zylindrische Teilchen in den verlangten Abmessungen gewonnen wurden.
Die Teilchen wurden bis zur Gewichtskonstanz luftgetrocknet.
Im folgenden sind typische Massen von Wirkstoff aufgeführt, die durch solche Teilchen unterschiedlicher Längen und Durchmesser entstehen.
Durchmesser Länge Masse
IQHl τη τη
1,5 3,0 5,4
Λ5 1,5 2,6
1,0 1,0 0,85
0,75 0,75 0,36
0,50 0,50 0,11
. 0,45 0,45 0,09
0,40 0,40 0,06
0,20 0,5 0,02
Wenn nichts anderes gesagt wird, wurden erfindungsgemäße Köder durch gründliches Handmischen der Teilchen mit mittelfeinem Hafermehl hergestellt, und die Köder wurden in Käfigen befindlichen Ratten und Mäusen als einziges Futter vorgesetzt. Wasser stand den Tieren nach Belieben zur Verfugung. Die in den Käfigen zurückbleibenden Köder wurden täglich gewogen, und jeden Tag wurden frische Köder angeboten.
Beispiel 1 (Vergleich)
üb wurden vollkommen homogene Köder hergestellt, indem eine Aceton-Iösung von Aldicarb auf mittelfeinem Hafermehl zur Gewinnung eines Konzentrats aufgeschlämmt wurde, dann das Konzentrat mit mittelfeinem Hafermehl durch Handmiscben verdünnt wurde, um eine Aldicarb-Konzentration von 100 ppm zu erzielen. Die Toxizität des resultierenden Köders wurde durch Versuche mit 5 weiblichen Wistar-Ratten und 10 männlichen LACA-Mäusen bestimmt. Die iirgebnisse sind in Tabelle 1 enthalten.
~ 14 fabeile 1
Köderverzehr GO Ratte Tötung Maus ...
Ratte Maus 0 von O von
Tag 10 20 O von 5 O von
1 10 50 O von 5 O von 10
2 15 40 - 5 O von 10
3 40 10
4 Beispiel 2 10
Die Toxizität von zur Formulierung A verarbeiteten Aldicarb-Teilchen wurde durch Versuche mit 5 weiblichen Wistar bestimmt, die mittelfeines Hafermehl bekamen, das ein 1,25-mg-Pellet je 20 Gramm Hafermehl enthielt« Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengestellt,
Tabelle 2
Tag Köderverzehr (g) Tötung
55 Beispiel 3 2 von 5 3
35 2 der übrigen getötet
O übrige Ratte
5 heterozygote, gegenüber Antikoagulationsmittel resistente Ratten ließ man von einem Köder fressen, der aus mittelfeinem Hafermehl bestand, das ein 1,25-mg-Teilchen nach Formulierung A je 20 Gramm Hafermehl enthielt« Der Köder wurde täglich gewogen, aber bei diesem Versuch wurde er nicht täglich ausgewechselt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 enthalten.
Tabelle 3
Tag Köderverzehr (g) Tötung
1 50 3 von 5
2 15 1 der übrigen 2
3 10 übrige Satte getötet
Beispiel 4 (Vergleich)
IG männliche LACA-Mäuse wurden mit Köder gefüttert, der aus mittelfeinem Hafermehl bestand, das ein 0,5-Big-Teilcben nach Formulierung A je 10 Gramm Hafermehl enthielt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zu finden.
tabelle 4
Tag Köderverzehr (g) Tötung
1 75 1 von 10
2 60 O der übrigen 9
3 60 2 der übrigen 9
4 40 1 der übrigen 7
Beispiel 5
10 männliche LACA-Mäuse konnten von einem Köder fressen, der aus mittelfeinem Hafermehl bestand, das ein O,2-mg-Teilchen nach Formulierung A je 2 Gramm Hafermehl enthielt. Die Ergebnisse enthält Tabelle 5.
Tabelle 5
Tag Köderverzehr (g) Tötung
1 60 4 von 10
2 15 3 der übrigen 6
3 10 3 der übrigen 3
Beispiel 6
5 männliche LACA-Mäuse ließ man 24 Stunden lang hungern, danach konnten sie von 50 g mitteIfeinem Hafermehl fressen, das 10 darin dispergierte Teilchen von Formulierung B aufwies, die jeweils 0,2 mg Aldicarb enthielten. Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 enthalten.
Tabelle 6
Tag Köderverzehr Cg) Tötung
1 30 2 von 5
2 Ί5 2 der übrigen 3
Beispiel 7
3 männliche heterozygote resistente Ratten ließ man von 50 g mittelfeinem Hafermehl fressen, das 10 Teilchen voh Formulierung B mit jeweils 1,1 mg Aldicarb enthielt. Die Ergebnisse werden in Tabelle 7 wiedergegeben.
Tabelle 7
Tag Köderverzehr (g) Tötung
1 10 alle getötet
2 — —
Diskussion
Aus dem Vergleicbsbeispiel 1 dürfte klar geworden sein, daß bei einer homogenen Verteilung von Aldicarb in der eßbaren Komponente des Köders, wie es bei einer herkömmlichen Köderformulierung der Fall ist, keine Tötungen weder von Satten noch von Mäusen nach einer Exposition von 3 bzw. 4 Tagen zu · verzeichnen waren. Aus Tabelle 1 kann man entnehmen, daß der Köderverzehr gering war; man vergleiche Tabelle 1 mit den Tabellen 2 bis 7· Das ist wahrscheinlich auf eine Köderscheuwir-
kung zurückzuführen und ist charakteristisch für in herkömmlicher Weise'formulierte akute Giftstoffe. Die Hatten nahmen nur etwa 12 % ihres normalen täglichen Bedarfs zu sich, die Mäuse etwa 20 % am ersten Tag, allerdings stieg der Verzehr an den folgenden Tagen. Man ist der Meinung, daß das auf eine Induktionswirkung zurückzuführen sein könnte, bei der entgiftete, enzyme mit der ersten sub-lethalen Dosis aufgenommen wurden.
Aus den Tabellen 2, 3 und 7 kann man entnehmen, daß das Aldicarb, wenn es als einzelne Teilchen in einer solchen Größe dispergiert wird, daß die Ratten sie nicht anknabbern, sondern im ganzen aufnehmen, insgesamt gegen Ratten wirksam ist. Außerdem sind die Gesamtkonzentrationen des auf diese Weise verwendeten Aldicarbs geringer als diejenigen, bei denen keine Ratten bei homogener Verteilung in der gesamten eßbaren Komponente des Köders, wie bei herkömmlichen Ködern, getötet wurden.
Die Beispiele 4 und 5 sind eine Demonstration dafür, wie Fachleute leicht die obere Grenze der Giftteilcben in bezug auf die in Frage kommende Nagetierart bestimmen können. Die Ergebnisse in Tabelle 4 zeigen, daß 0,5 mg Aldicarb-Teilchen für eine durchschnittliche Maus zu groß waren, weil nur 4 von Mäusen im Vergleich zur 100 %igen Vernichtung in Beispiel 5, bei dem die kleineren 0,2-mg-Aldicarbteilchen verwendet wurden, getötet wurden. Die Mäuse haben tatsächlich 235 mg Köder in Beispiel 4 gefressen, woraus deutlich ihr Unterscheidungsvermögen hervorgeht und daß sie normalerweise zu große (0,5 ing) Teilchen ablehnen. Die Tatsache, daß in Beispiel 4 eine 40 %ige Abtötung erzielt wurde, zeigt den Aspekt, daß zweifellos eine gewisse Abweichung in der Teilchengröße zu verzeichnen war (wie in der Einleitung zu den Beispielen erwähnt wurde), und daß man natürlich mit einem gewissen experimentellen Spielraum bei Routineversuchen dieser Art rechnen muß. Aus den Beispielen 4 und 5 wird jedoch deutlich, daß bei einem Routineversuch ohne weiteres die Nenngröße der Giftteilchen ermittelt werden kann, die gewährleisten wird, daß ein durch-
schnittlicbes Nagetier der Art, für dessen Tötung der Köder vorgesehen ist, die Giftteilchen im ganzen verzehren mrd und daher getötet werden wird.
Beispiel 8
In diesem Beispiel wird demonstriert, daß erfindungsgemäße Köder gegenüber dem betreffenden Schädling wirksam sein können, während sie für Tiere, die erheblich größer als der betreffende Schädling sind, ungefährlich bleiben,
Teilchen mit einer geeigneten Größe, daß Mäuse sie im ganzen (ohne Abknabbern) verzehren können, d. h· Kügelchen mit einem Durchmesser von etwa 0,5 mm, die 0,1 mg Aldicarb je Teilchen enthalten, wurden mit Hilfe eines Präzipitationsverfahrens hergestellt,
Entsprechend größere, für Ratten geeignete Teilchen, d# b. Zylinder von etwa 1 mm χ 1 mm, die 1,0 mg Aldicarb je Teilchen enthielten, wurden durch Strangpressen hergestellt.
Die Köderteilchen für Mäuse wurden in mittelfeinem Hafermehl in einer Konzentration von einem Teilchen je zwei Gramm Hafermehl (50 ppm) verteilt, und die Teilchen für Rattenköder wurden in mittelfeinem Hafermehl in einer Konzentration von einem Teilchen je zwanzig Gramm Hafermehl verteilt (50 ppm).
Zehn männliche, 12 bis 18 Gramm schwere LAG-Mäuse und fünf weibliche, 300 bis 350 Gramm schwere Wistar-Ratten ließ man von dem Mäuseköder fressen und fünf weibliche, 300 bis 350 Gramm schwere Wistar-Ratten ließ man von dem Rattenköder fressen. Die Köder wurden abgedeckt, wenn es nötig wurde, einen Vorrat an Ifuttermaterial verfügbar zu halten, und Wasser wurde unbegrenzt zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 8 wiedergegeben. ί
Tabelle 8
Mauseköderteilchen
Rattenköderteilchen
Eat fee
Maus
Hatte
Verzehr Tötung Verzehr Tötung (S) Cg)
Verzehr Tötung (S)
1 95 0/5 25 4 von 10 70 2 von 5
2 80 0/5 10 5 der übri- 20 2 der üb
gen 6 rigen 3
3 70 0/5 0 übrige Maus O übrige
starb Ratte
starb
4 7 65 0/5
5
bis 175 0/5
Alle Köder enthielten 50 ppm Aldicarb. Aus Beispiel 1 geht hervor, daß durch 100 ppm homogen in der eßbaren Komponente, nach der herkömmlichen Praxis verteiltes Aldicarb weder Ratten noch Mäuse getötet wurden. Alle von den 1-nig-Teilchen fressenden Ratten und alle von den O,1-mg-Teilchen fressenden Mäuse starben am iiinde des dritten Tages, aber die von dem Mäuse köder fressenden Ratten wurden erst getötet, nachdem sie sieben Tage davon gefressen hatten. Dieses Ergebnis zeigt, daß wesentlich größere Tiere als Mäuse durch versehentlichen Verzehr eines erfindungsgemäßen, für die Verwendung gegen Mäuse vorgesehenen Aldi carb-Köders, nicht getötet werden. Durch !extrapolation kann man die Schlußfolgerung ziehen, daß der entsprechende Rattenköder bei jedem Tier, das erheblich größer als eine Ratte ist, keine Gefahr darstellt.
Beispiel 9
üs wurden drei Köder hergestellt, die jeweils den Giftstoff Aldicarb in einer Konzentration von 100 ppm (0,01 %) enthielten. Aldicarb war in dem Köder entweder homogen in der Art eines herkömmlichen Rodentizide in Form einzelner Teilchen
von 0,4 χ 0,4 mm (Formulierung C) oder einzelner Teilchen von 1,0 χ 1,0 mm verteilt. Als Verdünnungsmittel diente in allen Fällen eine Mittelsorte von Hafermehl. Versuche wurden mit Mäusen mit einem Körpergewicht von etwa 20 g, Ratten mit einem Körpergewicht von etwa 250 g und Kaninchen mit einem Körpergewicht von etwa 2500 g vorgenommen.
Äs wurden fünf Tage lang Köder mit keiner Wahl für ein alternatives Futter vorgesetzt.
Die Versuche der 5 Tage sind in Tabelle 9 enthalten.
Tabelle 9
Λ^Ω-κ^ί verzehr Tötung Verzehr Tötung Verzehr Tötung
iSll S/*ag '* β/*·β % g/Tag %'
homogen mm 1,6 0 1 ,9 0
0,4 χ 0,4 mm 1,0 100 3 Λ 0
1,0 χ 1,0 1.8 30 9 ,9 100
iSlppmals: S/*ag * β/*·β % g/Tag
14,2 0
11,4 0
Aus diesen ürgebnissen geht hervor, daß keines der Versuchstiere getötet wurde, wenn Aldicarb homogen in der Futtergrundlage in der Art eines herkömmlichen Rodentizide verteilt wurde.
Alle Mäuse wurden getötet, wenn ihnen 100 ppm auf 0,4 χ 0,4 mm Teilchen verteiltes Aldicarb vorgesetzt wurde, nur JO % der Versuchsmäuse wurden durch 100 ppm Aldicarb, als 1 χ iHnm-Teilchen vorgesetzt, getötet.
Keine Kaninchen starben, wenn sie von einer der drei Formulierungen gefressen hatten. ,
Bei homogener Verteilung wurde das Aldicarb langsam und kontinuierlich in einer solchen Geschwindigkeit absorbiert, daß es entgiftet ist, bevor der Tod eintreten kann. Ein einziges
Ο.,4 χ 0,4-mm-Teilcben ergibt für eine 20-g-Maiis ©ine Dosis von 3 rngAgj aber von nur 0,24 mg Ag für eine 250-g-Hatte und von O9025 mgAg für ein 2,5-kg-Kanineben. Wenn der Köder in so geringen Dosismengen absorbiert wird, ist er nicht toxisch, weil die Entgiftung schneller gebt als die lethale Wirkung eintritt. Ein Teilchen von 1 mm χ 1 mm ergibt 3,4 mgAg für eine 250-g-Katte, aber nur 0,34 mgAg für ein 2,5-kg-Kaninchen, somit werden alle Ratten aber kein Kaninchen getötet.
ifiin Teilchen von 1 mm χ 1 mm kann eine Dosis von 42,5 mgAg für eine 20-g-Maus ergeben, aber nur 3° % der Mäuse wurden getötet. Teilchen in dieser Größe werden von Mäusen erkannt und abgelehnt.
Die Ergebnisse beweisen, daß durch Modifizierung der äußeren Form ein 100-ppm-Aldicarb-Köder erzeugt werden kann, der für den betreffenden Schädling rein auf der Basis des Körpergewichtes des betreffenden Schädlings selektiv toxisch sein kann,
Beispiel 10
Dieses Beispiel zeigt die Routineversuche, die zur Bestimmung der optimalen Teilchengröße beim Einsatz gegen spezifische Zielschädlinge durchgeführt wurden.
Ratten bekamen Futter von mittelfeinem Hafermehl, das Aldicarbteileben (Formulierung C) in einer Menge von einem Teilchen je 10 g Futtergrundlage enthielt, und Mäuse bekamen die Teilchen in einer Menge von einem Teilchen je 4 g Futtergrundlage.
Die nach 5 Tagen zu verzeichnenden Ergebnisse sind in Tabelle 10 enthalten.
- 22 Tabelle 10
Körpergewicht Teilcbendurch- Verzehr Tötung
messer/Länge je Tod (g) (mm) (g) (%)
60 bis 80 1,5 x 3,0 22,7 80
frisch entwöhnte 1,0 χ 1,0 6,1 100
Ratten 0,75 x 0,75 7,2 100
300 bis 400 1,5x3,0 3,5 100
ausgewachsene 1,0 χ 1,0 5,7 100
Ratten 0,75 x 0,75 35,6 50
12 frisch ent 0,2 χ 0,5 10,7 60
wöhnte Mäuse 0,4 χ 0,4 5,9 100
von 10 g 0,5 x 0,5 10,8 70
0,75 x 0,75 12,3 57
20 ausgewachsene 0,2 χ 0,5 132,0 0
Mäuse 0,4 χ 0,4 3,5 100
von 25 S 0,5x0,5 6,2 100
Frisch entwöhnte Ratten wurden durch Teilchen von 0,75 mm x 0,75 mm und 1,0 χ 1,0 mm vollständig getötet, ohne daß Anzeichen für eine Unterscheidung zu verzeichnen waren, aber bei den größeren Teilchen von 1,5 x 3,0 mm und 1,5 x 1,5 mm wurden offensichtlich Unterschiede gemacht, denn trotz der größeren zur Verfügung stehenden Dosis lag die je Tötung verzehrte Menge über der erwarteten und es wurde eine unvollständige Vernichtung erzielt.
Große ausgewachsene Ratten wurden von den kleineren Teilchen von 0,75 x 0,75 mm nicht getötet, sie machten aber auch zwischen den größeren Teilchen von 1,0 χ 1,0 mm und 1,5 x 3,0 mm keinen Unterschied.
Somit beträgt die optimale Teilchengröße, die zur Bereitstellung einer lethalen Dosis von Aldicarb für die kleinste und
größte Ratte in einer Population erforderlich ist, etwa 1,0 χ 1,0 mm·
Frisch entwöhnte und ausgewachsene Muse wurden durch Teilchen von 0,4 m 0,4- mm vollständig vernichtet, und die Menge ^e Abtötung gefressenen Köders entspricht annähernd der Verdünnungsmenge von einem Teilchen je 4 g. Unvollständige Abtötung trat in beiden Gruppen bei Teilchen von 0,2 χ 0,5 mm auf» woraus zu sehen ist, daß nicht genügend Giftstoff zur Bereitstellung einer Ie th ale η Dosis vorhanden war, Teilchen von 0,5 x 0,5 mm töteten alle ausgewachsenen Tiere, aber es wurden nicht alle frisch entwöhnten Tiere getötet, und die Menge Köder, die ;je Abtötung gefressen wurde, deutet auf Auswählen hin. Das Auswählen ist sogar noch ausgeprägter, wenn frisch entwöhnte Mäuse Teilchen von 0,75 x 0,75 mm erhalten. Daher beträgt die für Mäuse erforderliche optimale Teilchengröße etwa 0,4 mm χ 0,4 mm,
Beispiel 11
In diesem Beispiel wird die Anwendung verschiedener akuter Gifte in den erfindungsgemäßen Ködern gezeigt,
Teilchen, die verschiedene akute Gifte enthielten, wurden nach Formulierung C hergestellt, und es wurden Fütterungsversuche mit Ratten und mit Mäusen durchgeführt·
Alle untersuchten Verbindungen sind bekannte akute Rodentizide, sie werden im allgemeinen als gefährlich für die Nicbt-Ziel-Tiere in den normalerweise verwendeten Konzentrationen angesehen und rufen bekanntlich Köderabneigung bei den Zieltieren hervor, wenn sie ohne Vorköderung verwendet werden.
Die zu empfehlenden normalen Konzentrationen in herkömmlichen Ködern sind:
Te tramin 1000 ppm
Natriumf luoracetat 1000 bis 5000 ppm
Scillirosid Criinidine
500 ppm 1000 ppm
Die erzielten Ergebnisse sind in Tabelle 11 enthalten und zeigen, daß alle vier herkömmlichen Rodentizide in den erfindungsgemäßen Ködern in viel geringeren Konzentrationen als normalerweise empfohlen verwendet werden können, ohne daß Koderscheu auftritt·
Tabelle 11
Giftstoff
Teilchen- Köder- Tötung Tage bis
durchmesser konzen- zur Tö~
χ Länge tration tung
mm ppm %
Tetramin -- Maus 0,4 χ 0,4 15 90 5
Ratte 0,75 x 0,75 36 100 2
Natriumfluor acetat Ratte 1,5 x 1,5 250 100 2
Scillirosid Ratte 1,5 x 1,5 50 100 2
Grimidin Maus 0,45 x 0,45 22,5 100 VJl
Ratte 1,5 x 1,5 25O 100 3
Beispiel 12
In diesem Beispiel werden verschiedene Futtergrundlagen für die erfindungsgemäßen Köder vorgestellt·
Aldicarb-Teilchen von 1 mm χ 1 mm (Formulierung C) wurden in einer Menge von einem Teilchen je 10 g Köder in den folgenden Ködern verteilt: „,
1, Aldicarb-Teilcben Warnfarbstoff Natriumchlorid Mononatriumglutamat mittleres Hafermehl
0,0085 0,025 0,50 0,57 98,89
Geprüft als loses granuläres Pulver·
2,. Aldiearb-Teileben 0,085
Warnfarbstoff 0,125
Natriumchlorid 0,50
Mononatriumglutamat 0,45
Glycerin 2,5
pulverisiertes Wachs 30,0
Weizenmehl 66,42
Verdichtet zu wasserbeständigen Blöcken in einer Form, wobei jeder Block eine Masse von 20 g hat«
3, Aldicarb-Teilchen 0,0085
Leinsamenöl 2,7
Hühnermebl 97,29
Zu Pellets mit einem Durchmesser von 4 mm und einer Länge von 7 bis 15 mm stranggepreßt·
Ausgewachsene Ratten bekamen die drei Formulierungen ohne alternatives Futter. Die in Tabelle 12 zusammengefaßten Ergebnisse zeigen, daß alle drei Köder wirksam waren.
Tag Tabelle 12 Tag Tag Tag
1 3 4 5
9,0 Tag
Formulierung 2
1 80 2,1
Kumulative 10,5
Tötung, % 70 100
2 8,6 11,1 17,1 8,3 17,6
Kumulative Tötung, % 60 100 80 80 100
3 11,5
Kumulative Tötung, % 80
- 26 - . ' i
Beispiel 15 (Vergleich)
Dieses Beispiel zeigt die Wirkung, die erzielt wird, wenn die gifthaltigen Teilchen mit einer Beschichtung versehen werden.
Aldicarb enthaltende Teilchen, die nach Formulierung C und in einer Größe von 1 χ 1 mm hergestellt worden waren, wurden mit Schellack oder mit PYA mit Hilfe herkömmlicher Mittel beschichtet* Andere Teilchen wurden mit einer Polymerbeschichtung versehen, indem die Teilchen Formaldebyd-Dampf ausgesetzt wurden: Dadurch polymerisiert das Gelatine-Bindemittel auf der oberfläche ·
jis wurden Fütterungsversuche mit männlichen Wistar-Hatten durchgeführt, die Ergebnisse davon sind in Tabelle 13 enthalten.
Tabelle 13 2 3 tem 2 3 Formalde- hyd-Gela- tine 2 3 P •V.A.. 3
Beschichtungssys M C Schellack O O 1 0 0 1 2 O
Unbeschichtet D C 1 M M 0 C O C C C
Ratte 1 D 0 C M 0 C C M M M
Stunden: 1 M M C C C G 0 D M M
2 D O M G C M M M C
3 M C C M C C C M
4- M X X C X X D X
5 C X
6 X
7
0 keine sichtbare Wirkung
M leichte Krämpfe - Glieder zucken, mühsame Atmung C starke Krämpfe, Verlust der Gliederkoordination, hervorquellende Augen
D Tod
X Tier aus humanen Gründen getötete (Die Gesetze im Vereinig-
ten Königreich beinhalten, daß es Experimentatoren nicht gestattet ist, Tiere längere Zeit sichtlich Schmerzen leiden zu lassen)·
Die Ergebnisse zeigen, daß im wesentlichen homogene gifthaltige Teilchen in den erfindungsgemäßen Ködern sehr viel wirksamer sind als beschichtete Teilchen. Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, daß bei Tieren, die ein toxisches Teilchen gefressen haben, schnell eine Wirkung eintritt, wodurch die Möglichkeit des kontinuierlichen Fressens reduziert wird, das zur Absorption einer weiteren lethalen Dosis führt. Die Verwendung von Beschichtungen ist für diesen Zweck antagonistisch. Außerdem ist allgemein bekannt, daß die durchschnittliche Verweildauer von Futter im Darmkanal eines Nagetieres Cd-. b* die Zeit vom Fressen bis zur Ausscheidung) zwischen 6 und 12 Stunden liegt. Ein Teilchen, das den Giftstoff mit der geringen, oben in den Ergebnissen angeführten Geschwindigkeit freisetzt, könnte vor der Absorption der lethalen Dosis ausgeschieden werden.

Claims (10)

  1. .är£ indungsanspruch; t
    Nagetierköder aus einem Futtermittel und einem Gift, gekennzeichnet dadurch, daß das Gift vollständig in Form q%-nes oder mehrerer einzelner gifthaltiger Teilchen vorhanden ist oder darin enthalten ist und eine solche Aktivität in bezug auf die Nagetier-Spezies, für die der Köder bestimmt ist j bat, daß jedes gifthaltige Teilchen eine lethale Dosis für ein ausgewachsenes Nagetier der betreffenden Spezies darstallt, jedes gifthaltige Teilchen im wesentlichen homogen ist und eine solche Teilchengröße bat, daß ein Nagetier der Spezies, für die der Köder vorgesehen ist, das Teilchen ohne vorheriges Anknabbern in seinen Mund nehmen . wird.
  2. 2. Köder nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß es sich , bei dem Gift um Aldicarb handelt.
  3. 3. Köder nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß es sich bei dem Gift um Tetramin, Hatriumfluoracetat, Scillirosid oder Crimidin handelt.
  4. 4. Köder nach Punkt 1 bis 3» gekennzeichnet dadurch, daß die gifthaltigen Teilchen ein Gift und ein Bindemittel enthalten,
  5. 5. Köder nach Punkt 4, gekennzeichnet dadurch, daß die gifthaltigen Teilchen außerdem ein das Nagetier anlockendes Futtermittel enthalten.
  6. 6. Köder nach Punkt 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß er die Form eines Pellets oder Blockes aufweist.
  7. 7. Köder nach Punkt 1 bis 6, gekennzeichnet dadurch, daß die Anzahl der giftbaltigen Teilchen im Verhältnis zur Menge von Futtermittel so gewählt wird., daß ein Teilchen für jede durchschnittliche Füttermenge, die je Tag von einem
    durchschnittlichen ausgewachsenen Nagetier der Nagetierspezies, für die der Köder zur Verwendung bestimmt ist,
    gefressen wird, vorgesehen ist.
  8. 8„ Nagetierköder nach Punkt Λ bis 7, gekennzeichnet dadurch, daß die Konzentration des Giftes in dem Köder im ganzen
    nicht über 200 ppm beträgt.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung eines Köders nach einem der
    Punkte 1 bis 8, gekennzeichnet dadurch, daß die Bestandteile für die gifthaltigen Teilchen mit flüssigem Lösungsmittel zur Bildung einer Paste kombiniert werden, die
    Paste durch eine Düse stranggepreßt wird, das j&strudat in Teilchen geschnitten wird, die Teilchen getrocknet werden und die Teilchen mit Futtermittel vermischt werden.
  10. 10. Verfahren nach Punkt 9, gekennzeichnet dadurch, daß es
    den nachfolgenden Schritt des Pressens des Köders zu einem Pellet oder Block aufweist.
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