DD216048A1 - Verfahren und vorrichtung zur gewinnung von gallium - Google Patents

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Klaus-Hagen Reisner
Jochen Ludwig
Guenter Landskron
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Mansf Komb W Pieck Forschungsi
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Gewinnung von Gallium durch elektrolytische Reduktion von galliumhaltigen Betriebslaugen des Bauxitaufschlusses. Ziel der Erfindung ist ein wirtschaftliches Verfahren zur Galliumgewinnung. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Betriebslaugen des hydrothermalen Bauxitaufschlusses ohne besonderen Reinigungsaufwand und ohne Aenderung ihrer chemischen Zusammensetzung einer direkten elektrolytischen Galliumabscheidung so zu unterwerfen, dass bis zu Vorlaufkonzentrationen von <= 100 mg/l Ga technisch befriedigende Abscheideloesungen erzielt werden. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe dadurch geloest, dass von suspendierten Feststoffen, insbesondere Sodasalzen, freie Betriebslaugen mit einem Saettigungsgrad an echt geloesten Ballaststoffen <= 90 % einer an sich bekannten Elektrolyse im kontinuierlichen Durchfluss bei Raumtemperatur bis 75 Grad C und katodischen Stromdichten von 100-500 A/dm hoch 2 unterworfen werden, wobei die Katoden zuvor elektrolytisch mit einer metallischen Beschichtung versehen werden, die den Beduerfnissen einer kontinuierlichen Prozessfuehrung entsprechend erneuert bzw. in Intervallen aktiviert wird.

Description

Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Gallium Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur elektrochemischen Reduktion und Abscheidung von Gallium aus Lösungen, in denen es in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten ist und wird vorzugsweise bei der Verarbeitung von galliumhaltigen Betriebslaugen des Bauxitaufschlusses angewendet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Das Spurenmetall Gallium wird weltweit überwiegend aus den alkalischen Kreislauflaugen der hydrothermalen Tonerdegewinnung aus Bauxit gewonnen. Ein.zu Beginn der großtechnischen Erfindung allgemein angewandtes Prinzip bestand in der direkten Elektrolyse mit einer durch Rührung bewegten Quecksilberkatode, wie es in AS 1 115 031 oder G3-PS 797 beschrieben ist. Diese an sich robuste Technologie
war jedoch durch hohe Quecksilberverluste bis zu 10 kg/kg Ga und einem erheblichen physikalischen Reinigungsaufwand des Quecksilbers gekennzeichnet. · .
Wesentliche Fortschritte brachte hier die ebenfalls auf Quecksilber als Sammler beruhende Technologie der Ga-Abscheidung durch Reaktion mit Na-Amalgam, d; h. durch Na-Zementation. Eine unter Produktionsbedingungen langjährig bewährte Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens-Prinzips ist in WP 27 321 dargestellt. Damit gelang es j u. a., den spezifischen Hg-Bedarf auf 2,0 bis .2,5 kg/kg bereits in den Zementationsapparaten zu reduzieren und eine' ganz,e Reihe weiterer technologischer Probleme erfolgreich zu lösen. .
DieToxizität des Quecksilbers war jedoch ausschlaggebend für die Suche riach weiteren Verfahrensprinzipien ohne Einsatz von Hg. Ein am Anfang beschrittener Weg der Herstellung Ga-angereicherter Zwischen- oder Fällprodukte ζ. Β. durch Einleiten von COo in Aluminatlaugen oder Zusatz von Kohlehydrat konnte sich im Zusammenhang mit der hydrothermischen Tonerdegewinnung nicht durchsetzen, da dabei die Aluminatlaugen chemisch verändert wurden und nicht ohne erheblichen Aufwand regenerierbar waren.
: ; , Wesentlich 'günstiger gestaltete sich demgegenüber die
in Anlehnung an die Na-Zementation entwickelte Zementation mit Al. AS 1 190 19,7 und OS 2 547'091 beschreiben diesen. Verfahrensweg, wonach technische Na-Aluminatlösungen mit aktivem feinteiligem Aluminium bzw. speziellen Al-Granalien behandelt werden und eine Ga-Al-Legierung als Sammler für das auszementierte Ga dient-. Bei geringen Ga-Konzenträtionen in den Vorlauflaugen, insbesondere bei Gehalten unter 0,5 g/l steigt der Al-Verbrauch jedoch ., extrem an und kann bei ,100 mg G a/l das 50f ache des abge-
schiedenen Ga übersteigen. Die bei Ga ca. 25 % geringere Oberflächenspannung gegenüber Hg führt zu einem erhöhten Austrag von bereits abgeschiedenem Gallium und damit dessen Rücklösung in der Lauge, so daß insbesondere bei Vorlaufkonzentrationen unter 100 mg Ga/1 Lauge das Ga-Ausbringen gegen Null strebt. Zahlreiche Untersuchungen galten auch der Flüssig-Flüssig-Extraktion als weitere Möglichkeit der Ga-Gewinnung. Als besonders problematisch erwies sich hierbei das Auffinden, bzw. die Entwicklung geeigneter, d. h. in den stark alkalischen Betriebslaugen stabiler und genügend selektiver Extraktionsmittel. Nach OS 2 245 ist es möglich, Gallium unter den genannten Bedingungen mit -Diketon als Komplexbildner, wie z. B. Acetylaceton, Acetylacetoacetat, Dibenzylmethan sowie deren Thioderivate bzw. halogensubstituierten Derivate zu binden und den Ga-Diketon-Komplex in geeigneten organischen Lösungsmitteln, wie z. B. Isobutanol, Benzol, Cyclohexanon zu extrahieren. Geringe Leistungsfähigkeit, relativ hoher Chemikalienverbrauch und hohe Anforderungen an die Reinheit technischer Betriebslaugen und deren Ga-Vorlaufkonzentrationen von wenigstens 300 mg Ga/1 setzten diesem Verfahrensvorschlag ebenfalls enge Grenzen hinsichtlich einer allgemeinen und bei geringem Ga-Vorlauf (100 - 200 mg Ga/1) möglichen Anwendbarkeit, wie sie beispielsweise bei der Zementation mit Na-Amalgarn aus üblichen Betriebslaugen unter diesen Bedingungen noch gegeben ist.
Eine weitere Alternative zu den bisher genannten Hgfreien Verfahrensvorschlägen wird in der direkten Elektrolyse unter Einsatz von Permanentelektroden gesehen. Im Gegensatz zu jenen Varianten, die von gereinigten und Ga-angereieherten Aluminatlaugen und damit nicht von üblichen Zykluslaugen ausgehen, sind insbesondere solche Vorschläge interessant, die ,einer direkten,
lediglich von suspendierten Salzanteilen befreiten Betriebslaugen ausgehen. " OS 2 434 819 entspricht beispielsweise dieser Forderung und schlägt eine Elektrolysetechnologie, mit Katoden aus Sn, ,Pb,' Sn-Pb-Legierungen In Blech- oder Folienstärke vor. Während der Elektrolyse diffundiert das Ga bis zu 60 μπι tief in . das' Katodenmaterial ein. Als nachteilig erweist .sich jedoch, daß' eine einfache Rücklösung des Ga als wichtigste Voraussetzung für einen kontinuierlichen Produktionszyklus nicht möglich ist und die Ga-beladenen Katoden mit Alkalihydroxiden oder -carbonaten zusammen eingeschmolzen werden müssen. AS 1 952 988 beschreibt ein Verfahren zur direkten elektrolytischen Ga-Abscheidung an Cu-, Pb- oder Stahlkatoden aus Betriebslaugen, die jedoch zuvor umfang-1 reichen Reinigungsstufen unterworfen werden müssen:
- Entfernung organischer Bestandteile durch,Oxidation bzw. Adsorption "
- Entfernung von Fe und Cu durch ehem. Fällung.
- Entfernung von VoOc durch Reduktion und nachfolgende
Fällun
Obwohl diese Laugenreinigung den gesamten Tonerdegewinnungsprozeß zugute kommt,' belastet sie jedoch das vorgeschlagene Verfahren apparativ und kostenseitig in starkem Maße, ohne eine besonders hohe und etwa der Zementationstechnologie mit Na-Amalgam gleichkommende Effektivität zu erreichen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein wirtschaftliches Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung von, Gallium unter Vermei· dung der bisher bekannten Nachteile.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Ausgehend voa, den technischen Ursachen der Mangel der bekannten Lösungen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Betriebslaugen des hydrothermalen Bauxitaufschlusses ohne besonderen Reinigungsaufwand und ohne Änderung ihrer chemischen Zusammensetzung einer direkten elektrolytischen Ga-Abscheidung an Festelektroden so zu unterwerfen, daß bis zu Konzentrationen von <£. 100 mg/1 Ga technisch befriedigende Abscheideleistungen erzielt werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß von suspendierten Feststoffen, insbesondere Sodasalze, freie Betriebslaugen mit einem Sättigungsgrad von echt gelösten Ballaststoffen im Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 65 0C -Cs 90 % einer an sich bekannten l Elektrolyse im kontinuierlichen Durchfluß bei Raumtemperatur bis 75 0C und katodischen Stromdichten von 100 500 A/m unterworfen werden, wobei die Katoden zuvor elektrolytisch mit einer metallischen Beschichtung versehen werden, die den Bedürfnissen einer kontinuierlichen Prozeßführung entsprechend erneuert bzw. aktiviert •wird.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren v/erden die Betrieb.slaugen dabei wie' folgt behandelt:
1. Mechanische Reinigung von normal eingedampfter, d. h. ', dem jeweiligen Bayer-Zyklus entsprechender Retourläuge durch Sedimentation und/oder Filtration bzw. Zentrifugieren mit anschließender teilweiser Rückverdünnung durch Prozeßwasser oder noch nicht eingedampfter,, 3 edoch feststoff freier " Retourlauge (Mutterlauge) auf den o.a. UnterSättigungsgrad.
2. Erhöhte Eindampfung des für die Ga-Abscheidung vorgesehenen Laugeanteils mit sorgfältiger Feststoffabtrennung wie oben beschrieben und Rückverdünnung vorzugsweise mit Prozeßwasser oder aber auch mit Retourlauge auf ebenfalls 10 %iger Ballastsalzunter-
. Sättigung, bezogen auf den Temperaturbereich von RT bis, 65 0C-..' . . . . ,
Der zweite Weg'ist insbesondere bei geringeren Ga-Vorlaufkonzentrationen zu beschreiten.
Die so gereinigte lauge wird einer speziellen kontinuierlich arbeitenden Vorrichtung der direkten Elektrolyse unterworfen. Von besonderer, Bedeutung für das erfindungsgemäße Verfahren ist die Elektrodenzustellung.' An die Ano4e werden keine besonderen Anforderungen gestellt; diese sind vorzugsweise aus Nickel- oder Titanblech herzustellen und unterliegen keiner nennenswerten Abnutzung. , · (
Die Katodenzustellung ist demgegenüber von ausschlag- . gebender Bedeutung.
Erfindungsgemäß haben sich folgende Varianten besonders bewährt:
1. Mechanisch stabile Katodenbleche aus Reinaluminium oder Kupfer oder Nickel werden nach Blankätzung in ein Na-Gallatelektrolyt-Bäd getaucht und damit
oberflächlich elektrochemisch mit einer Ga-Schicht überzogen. · '
2. Mechanisch stabile Katodenbleche aus Reinzink oder Kupfer oder Nickel werden nach Blankätzung in ein HgCl^-Elektrolyt-Bad, getaucht und damit oberflächlich elektrochemisch mit einer Hg-Schicht überzogen.
Neben den genannten Katodenmetallen können selbstverständlich auch alle anderen, mit Ga unter alkalischen bzw. neutralen Bedingungen dauerhaft benetzbaren bzw. legierbaren bzw. mit Hg.amalgamierbaren Metalle bzw. Legierungen eingesetzt werden.
Während die Ga-Katode hauptsächlich bei normalen und höheren Ga-Vorlaufkonzentrat!onen eingesetzt werden kann, ist die Hg-Katode auch für geringe Ga-K on-z entrati onen, z. B. unter 100 mg Ga/1 erfolgreich einsetzbar. Offensichtlich spielt hierbei die an der Hg-Oberflache infolge der Wasserstoff-Überspannung ins Gemisch fallende katodische Na-Abscheidung eine Rolle, die ihrerseits den bekannten Zementationseffekt bewirkt.
Das sich an den erfindungsgemäß beispielsweise senkrecht angeordneten Katoden abscheidende flüssige Ga-Metall tropft auf einen leicht schräg angeordneten Elektrolysebehälterboden, sammelt sich als Ga-Metall bzw. Ga-Hg-Gemisch und kann über einen Syphon, an den Katodenpotential angelegt ist, kontinuierlich die Vorrichtung verlassen. Je nach Konzentrationsniveau und Gehalt an organischen und anorganischen Beimengungen in den der direkten Elektrolyse vorlaufenden Laugen unterliegen die beschriebenen erfindungsgemäßen Katodenüberzüge einer oberflächlichen partiell fortschreitenden Passivierung, die zu einer Minderung der spezifischen Abscheidungsleistung führen k'ann.
Zur Vermeidung dieser Einschränkungen ist die dem erfindungsgemäßen Verfahren entsprechende erfindungsgemäße Vorrichtung so konstruiert, daß in variabel einstellbaren Taktzeiten eine den technologischen Bedürfnissen angepaßte Erneuerung der Trägerkätodenbenetzung mit Ga bzw. Hg ermöglicht wird. ' Die Vorrichtung zur' Durchführung des Verfahrens besteht aus einem ebenen, lauge- und säurefest zugestellten Apparateunterbau, auf dem in z. B. fünf Reihen eine oder mehrere Elektrolysebäder bzw. Wasch- und Katodenregenerationsbäder angeordnet sind. An einem beweglichen zentralen Katodenträger 6 sind entsprechend 4er Anzahl der hintereinander angeordneten Eletrolysebäder 1 Katodenpakete 5 justierbar fest montiert und elektrisch in Reihe geschaltet. Ein Katodenpaket besteht beispielsweise aus 9 Katoden mit insgesamt 0,7 m2 Eintauchfläche und damit 1,4 m2 elektrochemisch wirksamer Katodenfläche. Die Katodenpakete 5 tauchen in Arbeitsstellung in die Elektrolysebäder ein, die beispielsweise mit 10 Anoden aus Ni oder Tl etwa gleicher Größe bestückt sind. Der Abstand Katode - Anode ist im Interesse minimalen Energieverbrauchs auf 10 bis 20 mm einzustellen, so daß etwa 2,75 bis 3,5 V anliegen. Damit ergibt sich eine Stromdichte von 200 bis 600 A/m'2, die eine optimale Elektro- chemische Ga-Abscheidung auch bei geringen Vorlaufkonzentrationen ermöglicht. .
Die Elektrolysebäder 1 sind so.ausgelegt, daß genügend 'Badvolumen außerhalb der Elektrodenpakete verbleibt. Dies ist erforderlich,, um einerseits der bei hoher Stromdichte verstärkten Erwärmung der durchströmenden Lauge zwischen den -Elektroden entgegenzuwirken und andererseits das häufig auftretende Schäumen der Lauge bei der Elektrolyse zu kompensieren. ' .
Entsprechend der angewendeten Vorrichtung betragen die Abmaße eines Bades 1 = 1200 mm, h = 1200 mm, b =850 mm. Der Überlauf ist so angeordnet, daß sich ca. 1000 bis 1100 1 Laugefüllvolumen ergeben. Der Laugedurchsatz beträgt 500 bis 750 l/h und Wanne. Die Zuführung der .Lauge erfolgt über ein unterhalb der Elektroden angebrachtes Verteilersystem. Jedes Bad ist mit zwei Überläufen großen Durchmessers (mind 1500 mm 0) zur sicheren Abführung von aufschwimmenden Schäumen versehen. Neben der Bäderreihe zur eigentlichen Ga-Abscheidung befinden sich in paralleler Anordnung eine Bäderreihe \2 mit Spülwasserfüllung, eine Bäderreihe 4 zur elektrochemischen Katodenregenerierung, eine Bäderreihe- 2 mit Spülwasserfüllung und eine Bäderreihe 3 mit Beizlösung-, beispielsweise 20%iger Schwefelsäure, HgOp-haltig. Während die Bäderreihen 2 und 3 keine Badeinbauten : aufweisen, ist die Reihe 1 mit Anoden ausgestattet. Bei der Betriebsart "Gä-Katode" können die Anoden aus Ni oder Ti bestehen. Der aufgegebene Elektrolyt besteht aus Na-GaIlatlösüng mit ca. 50 g.Ga/l und einem molaren . Alkaliüberschuß von 30 bis 50 %.
Bei der Betriebsart "Hg-Katode" müssen platinierte Anoden oder Graphitanoden eingesetzt werden, die selbstverständlich auch im erstgenannten Fall' anwendbar sind. Als Elektrolyt dient 'bei dieser Betriebsart eine Lösung von ca. 50 g HgGl2 und 20 g NaCl/1. Werden beispielsweise an den zentralen Katodenträger 6 4 Katodenpakete mit je 9 Katoden montiert, so ergibt sich eine Katodenfläche von ca. 5,0 m2. Bei einem stündlichen Laugedurchsatz in paralleler Elektrolysebadversorgung mit insgesamt 2,5 m3 können damit täglich mindestens 1,5 bis 2,5 kg Rohgallium abgeschieden werden.
Der Katodenträger 6 ist vertikal.und "horizontal verfahrbar auf seitlichen Führungskonzentrationen 7 gelagert. Entsprechend einem vorgegebenen Programm wird auf der Grundläge technologischer Erfahrungswerte, die von der vorlaufenden Laugequalität in starkem Maße bestimmt werden, folgender Taktablauf realisiert:
- Abschaltung des Elektrolytstromes/Reijie 1
- Anheben des Katodehträgers 6
- Verfahren des Katodenträgers und Absenken in die
. Spülbadserie 2 . .
- Anheben', ,Verfahren und Absenken des Katodenträgers in, die Beladungselektrolysebadreihe 4 . ·.
- Zuschaltung eines Elektrolysestromes entsprechend einer Stromdichte von 100 bis 200 A/m2, wobei 2,5 V Klemmspannung nicht zu unterschreiten sind, Zeitdauer 5 bis 20 min ''''.
- Anheben des Katodenträgers und Rückführung zur Laugenelektrolyse, Absenkung und Zuschaltung des Elektrolysestromes.
Das'Sinbeziehen der Beizstufe (Beizbadreihe 3) erfolgt entsprechend den;technologischen Erfordernissen jeweils nur in größeren Zeitabständen nach visueller Einschätzung der. Katodenoberflächen bzw. nach einge'stellter Haupttaktfolge' des Steuerprogramms.
Das von den'Katoden nach unten abperlende flüssige Rohgallium sammelt am schräg ausgebildeten Badboden und verläßt über einen Syphon 8 die jeweilige Elektrolysezelle. ZurJ Vermeidung von Rücklösungen ist an den Syphon Katodenpotential ausgelegt. '
Die Erfindung wird an nachs-ehenden Beispielen näher; erläutert:
Beispiel 1
Von suspendierten, insbesondere von den bei der Eindampfung ausgeschiedenen Sodasalzen sorgfältig gereinigte technische Betriebslauge (sog. Dicklauge) der Zusammensetzung 245 g Na2O caust./l, 270 g Na2O ges./l, 105 Al^/l und 125 mg Ga/1 wird einer der beschriebenen Elektrolysezellen kontinuierlich aufgegeben.
Der Laugedurchsatz.beträgt. 625 l/h. Während einer effektiven Elektrolysezeit von insgesamt 20 h/d stellt sich eine durchschnittliche Ga-Konzentration von 90 mg/1 Lauge. ein.. Der Abscheidungsgrad beträgt 25 %· Es werden in einer Zelle ca. 460 g Rohgallium (mit ca, 5 % Zn-Inhalt) gewonnen.
Die Zellenspannung betrug dabei 3,2 V, die Stromstärke lag'
2 entsprechend einem spezifischen Wert von 300 A/m bei 3789 A/Zelle. Die Stromausbeute erreicht einen Wert von 0,67 %.
Zur Vorbereitung der Katodenbleche wurden diese vor Beginn der Abscheidungselektrolyse ca. 10 min einem Beizprozeß , in 20 %iger HpSO^ mit HgO-Zusatz unterworfen, mit Wasser gespült und sodann in einer Gallatzelle während 20 min
2
bei 100 A/m Stromdichte elektrolytisch mit einem Ga-Überzug versehen und in dieser Form unmittelbar in die Abscheidungselektrolyse eingesetzt und zugeschaltet. Der Gleichstromverbrauch beträgt ca. 550 bis 600 kWh/kg Rohgallium.
Beispiel 2
Die gemäß Beispiel 1 Ga-abgereicherte Lauge mit ca. 90 mg Ga/1 v/ird in einer gleichartigen Elektrolysezelle einer weiteren.Elektrolyse, ^edoch mit Kg-beschichteten Katoden,, unterworfen. Die spezifische Stromdichte wird auf 400 A/m
erhöht (Zellenspannung = 3,85 V).. Bei ebenfalls 625 l/h Laugedurchsatz werden in insgesamt 20 h/d weitere 325 g Rohgallium abgeschieden. Die abgehende Lauge enthält im Mittel noch 64 mg G-a/l, Die Stromausbeute sinkt jedoch auf 0,37 % ab und der spez-ifische Gleich- !stromverbrauch erhöht sich auf 1194,1 kWh/kg Rohgallium. . . ' · Unter gleichen Bedingungen ist jedoch bei Anwendung einer Ga-beschichteten Katode gemäß Beispiel 1 keine technisch brauchbare Ga-Abscheidung möglich. Zur vorbereitenden Hg-Beschichtung wird das Katodenpaket nach der bereits in Beispiel 1 beschriebenen Beizung einer katodischen Hg-Abscheidung durch ca. 20 min Elektro-
'2 ' ' ' ' lyse mit 100 A/m Katodenstromdichte in einem HgCl^/ NaCl-El.ektrolyten unterzogen.

Claims (6)

Erfindungsanspruch
1. Verfahren zur Gewinnung von Gallium durch elektrolytische Reduktion von galliurahaltigen Lösungen unterschiedlicher Konzentration vorzugsweise von galliumhaltigen Betriebslaugen des Bauxitaufschlusses am Permanentkatoden, dadurch gekennzeichnet,
daß von suspendierten Feststoffen, insbesondere Sodasalzen, freie Betriebslaugen mit einem Sättigungsgrad an- echt gelösten Ballaststoffen .im Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 65 0C ^s 90 % einer an sich bekannten Elektrolyse im kontinuierlichen Durchfluß bei Raumtemperatur bis 75 0C und katodischen
Stromdichten von 100 - 500 A/m unterworfen werden, wobei die Katoden zuvor elektrolytisch mit einer metallischen Beschichtung versehen werden, die den Bedürfnissen einer kontinuierlichen Prozeßführung entsprechend erneuert bzw. in Intervallen aktiviert wird.
2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Xatoden, die aus Kupfer,: Nickel, Zink oder anderen Metallen, die mit Gallium unter alkalischen'bzw. neutralen Bedingungen dauerhaft benetzbar bzw. legierbar sind oder die mit Quecksilber amalgarnierbar sind, bestehen, in einer Beizlösung, beispielsweise einer wasserstoffperoxidhaltigen 20 %±gen Schwefelsäurelösung, bis zur Blauätzung.gebeizt werden, bei Gallium-Vorlaufkonzentrat!onen -> 100 mg/1 in einem reinen Gallat-Elektrolyten mit einer aktiven Galliumschicht oder bei Gallium-Vorlaufkonzentrationen ^HQO mg/1 in einem reinen HgClp-NaCl-Elektrolyten mit^einer aktiven Quecksilberschicht jeweils bis zur beginnenden Tropfenb.ildung überzogen werden. . . ,
3. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanische Reinigung von normal eingedampfter,
d. h. dem jeweiligen BAYER-Zyklus entsprechenden Retourlauge durch Sedimentation und/oder Filtration 'bzw. Zentrifugieren mit anschließender teilweiser / Rückverdünnung durch Prozeßwasser oder noch nicht eingedampfter, jedoch feststofffreier Retourlauge (Mutterlauge) erfolgt.
4. Verfahren nach Punkt" 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere bei geringeren Gallium-Vorlaufkonzentrationen eine erhöhte Eindampfung des für die Galliumabscheidung vorgesehenen Laugeanteiles mit * sorgfältiger Feststoffabtrennung und Rückverdünnung mit Prozeßwasser oder Retourlauge erfolgt.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Punkt 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich neben der Badreihe (1) zur Galliumabscheidung jeweils in paralleler Anordnung eine Badreihe (2) mit Spülwasser, eine Badreihe (3) mit Beizlösung, eine Badreihe (2) mit Spülwasser sowie eine Badreihe/(4) zur elektrolytischen Katodenbe.schichtung befindet.
6. t Vorrichtung nach Punkt 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in Reihe geschalteten Katodenpakete (5) entsprechend den hintereinander eingeordneten Elektro-· lysebädern (1) mit einem zentralen Katodenträger (6) lösbar verbunden sind, der in vertikaler und horizontaler Richtung verfahrbar auf seitliche Pührungskonstruktionen (7) gelagert ist. ' . - '
.. Vorrichtung nach Punkt 5, dadurch gekennzeichnet, . daß die Badreihe (1) zum Verlassen des abgeschiedenen
Rohgalliums mit einem Syphon, (δ,), an den Katoden-". potential angelegt ist, ausgestattet ist.
Hisrru' "t Seife Z
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