DD217407A1 - Verfahren zur bekaempfung phytopathogener, saatgutuebertragbarer bakterien - Google Patents

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DD217407A1
DD217407A1 DD24950883A DD24950883A DD217407A1 DD 217407 A1 DD217407 A1 DD 217407A1 DD 24950883 A DD24950883 A DD 24950883A DD 24950883 A DD24950883 A DD 24950883A DD 217407 A1 DD217407 A1 DD 217407A1
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seeds
bacteria
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DD24950883A
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Andreas Plescher
Manfred Herold
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Halle Pharma Veb
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf das Verfahren zur Temperaturbehandlung der Fruechte (Samen) von Kulturpflanzen der Umbelliferae Kuemmel (Carum carvi L.), Koriander (Coriandrum sativum L.), Anis (Pimpinella anisum L.), Fenchel (Foeniculum vulgara MILL.), Dill (Anethum graveolens L.), Petersilie (Petroselinum crispum NYM.), Sellerie (Apium graveolens L.), Moehre (Daucus carota L.) u. a. zur Bekaempfung von samenuebertragbaren, phytopathogenen Bakteriosen. Ziel der Erfindung ist die vorbeugende und gezielte Abtoetung von Bakterien und Verhinderung einer zunehmenden Besiedelung am Saatgut der genannten Kulturpflanzen. Es resultiert daraus phytotherapeutisch die Minderung der Gefaehrdung von Pflanzen durch mit Bakterien kontaminiertes Saatgut. Das Wesen der Erfindung beruht in der Temperaturbehandlung der Fruechte, die als Samen bestimmt sind. Es ist dazu eine vorgegebene Verweilzeit der Fruechte bei vorgeschriebener Temperatur in einer von Warmluft erwaermten kammerartigen Vorrichtung erforderlich. Die Erfindung wird vornehmlich in der Saatguterzeugung und bei der Vorbereitung wirtschaftseigenen Saatgutes der genannten Kulturpflanzenarten angewendet.

Description

-1- 249 508 7
Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener saatgutübertragbarer Bakterien . ' '
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Entseuchungsverfahren für Saatgut von doldenblütigen Kulturpflanzen mittels Warmluftbehandlung und kann in der Zeit zwischen Ernte und Aussaat angewendet werden. .
Das erfindungsgemäße Verfahren dient der Bekämpfung der bakteriellen und saatgutübertragbaren Doldenbranderkrankungen von Kulturpflanzen der FamiMe Umbelliferae.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Bekämpfung bakterieller Pflanzenkrankheiten ist problematisch, da es derzeit an geeigneten Pflanzenschutzmitteln, die eine hohe bakterizide und eine geringe phytotoxische Wirkung haben, fehlt. Es sind Fungizide mit bakterizider Nebenwirkung wie Kupfer-, Quecksilber-, quaternäre Ammonium-Verbindungen, Natriumhypochlorid u. a. m. bekannt. Die Wirksamkeit entspricht jedoch nicht den Erwartungen oder sie rufen unerwünschte Nebenwirkungen (Phytotoxität, Warmblütertoxizität) . .hervor. ,
Als aussichtsreich erwiesen sich zunächst Antibiotika wie Streptomycin, Terramycin, Neomycin, Kasugamycin und Cycloheximid. In einigen Fällen sind jedoch die gegen Bakterien wirksamen Konzentrationen pflanzenunverträglich. Hinzu kommt, daß diese Präparate aus ökonomischen Gründen nur eingeschränkt einsatzfähig sind.
Ferner dürften Antibiotika in der Pflanzenproduktion auf Grund der hygienischen Bedenken, die sich aus der Anwendung dieser Präparate in der Humanmedizin ergeben, nur beschränkt nutzen lassen. -
Es liegen außerdem Ergebnisse von Untersuchungen zur Resistenzbildung einiger phytopathogener Bakterien vor. Es konnte nachgewiesen werden, daß der hauptsächlichste intraspezifische Infektionsweg mit Bakterien über das Saatgut verläuft. Es ist bekannt, daß bei einigen Wirt-Pathogen-Kombinationen die maximal verträglichen Temperaturen für die einzelnen Bionten sehr unterschiedlich ist. Liegt der thermale Abtötungspunkt der im Saatgut befindlichen Bakterien wesentlich niedriger als die Temperaturverträglichkeit der Samen, ergeben sich Möglichkeiten einer thermischen Entseuchung. ' : _ In der Sowjetunion wurde zur Bekämpfung der Bakteriose des Korianders eine Heißwasserbehandlung der Samen über 20 , min. bei 53°C empfohlen (WODOLAGIN et al.: Meryi borby c bakteriozom i semedom koriandra, Wsjesojusnyi nautschnoisledovatelski institut efiromaslitschnych promshlenosti WIEMP, Krasnodar, 1951). Eine Minderung des Korianderbefalls nach 45minütiger Saatgutbehandlung im 530C heißen Wasserbad wurde auch in der DDR erreicht, jedoch ungenügend in der Wirkung und unter zu starkem Keimfähigkeitsverlust. (FRAUENSTEIN, K.: Hinweise zum Auftreten von Krankheiten und Schädlingen an Arznei- und Gewürzpflanzen, Drogenkontor, Leipzig, 1964). » . .
Ziel der Erfindung v '
Die Erfindung verfolgt das Ziel, bakterielle Erkrankungen von Kulturpflanzen der Familie Umbelliferae, vorzugsweise von Koriander (Coriandrum sativum L.,), Dill (Anethum graveolens L.), Möhre (Daucus carota L.), Kümmel (Carum carvi L.), Petersilie (Petroselinum crispum NYM.), Fenchel (Foeniculum vulgäre MILL.), und Sellerie (Apium graveolens L.) mittels rationell anwendbarer Entseuchungsverfahren zu bekämpfen. Damit sollen die Erträge gesteigert und die außerordentlichen ' Anbaurisiken einiger Kulturen gemindert werden. Jedoch sollen dabei die technischen und resultierenden biologischen Nachteile der Warmwasserheizung umgangen werden und die technischen Behandlungen mittels trockener Warmluft zu einem sicheren, technisch vereinfachten Behandlungsverfahren führen. Der Abtötungseffekt für Bakterien soll hoch und die Schadwirkung auf die Keimfähigkeit des Saatgutes gering sein.
Wesen der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, wodurch die Bakterien am und innerhalb der Samen abgetötet, die Keimfähigkeit des Saatgutes nicht wesentlich vermindert und die Entwicklung der Jungpflanzen nicht
beeinträchtigt wird. ' '
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das Saatgut einer thermischen Entseuchung unterzogen wird.
Grundlage für dieses Verfahren sind die thermalen Abtötungspunkte der bakteriellen Doldenbranderreger
Xanthomonas carotae (KENDRICK) DOWSON 49°C
Erwinia carotovora var. carotovora (JONES) DYE 51 °C
Erwinia carotovora var rhapontici (MILLARD) DYE 51 °C
Pseudomonas fluorescens MIGULA 52°C
Corynebacterium flaccumfaciens (HEDGES) DOWSON 600C t
und die Temperaturverträglichkeit des Saatgutes. '
Maß der Wirksamkeit der Wärmebehandlung ist die Verringerung der Anzahl der am und innerhalb des Samens befiruJIichuii Bakterien. Die Minderung dieser Bakterienkonzentration während des Entseuchungsprozesses unterliegt einer bestimmten Kinetik. Unter Annahme einiger Voraussetzungen (Stetigkeit der Funktion, ideale Wärmeverteilung, Infektion mit nur einer Bakterienart, usw.) folgt sie einer Exponentialfunktion (vgl. Fig. 1) nach dem Ausdruck
(I)IgPg=-CIgH-IgPg0 Pg aktueller Pathogengehalt ,
C Konstante
t Behandlungszeit
Pg0 Pathogengehalt zur Zeit dabei ist C = f (TA, TB, Pg0) t = O(unbehandelt)
TA Thermaler Abtötungspunkt der Bakterien
TB Behandlungstemperatur aus (1) folgt Pg =.Pgot"c
Die Behandlung des Saatgutes erfolgt erfindungsgemäß in einem hermetisch abgeschlossenen Wärmeraum, in welchem die entsprechende temperierte Luft das Saatgut zwangsweise durchströmt (Fig.2).
Aus energetischen Gründen und zur Aufrechterhaltung des notwendigen Feuchtigkeitsgehaltes des Saatgutes wird die Luft im Kreislauf geführt.
Entsprechend der Erfindung wird das Saatgut 2 bis 5 Tage, vorzugsweise 3 bis 4 Tage auf 62 bis 75°C, vorzugsweise auf 65 bis 68 C erwärmt.
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... . · -2- 249508 7
Bekämpfung aller nicht sporenbildenden pathogenen Bakterien, die sich am oder innerhalb der Samen befinden, sofern die Wärmetoleranz des Saatgutes genügend höher als der thermale Abtötungspunkt der Bakterien liegt.
Ausführungsbeispiele Alisführungsbeispiel 1:
Das aufbereitete und sortierte Saatgut wird diskontinuierlich über pneumatische oder mechanische Förderung in eine vertikal luftdurchströmbare Temperierkammer gegeben. Die Schütthöhe gestattet im Saatgutstapel eine Luftdurchströmung zwangsgeführter Luft mit 0,1 bis 0,5m/s, vorzugsweise 0,2 bis 0,3 m/s.
Die zwangsgeführte Luftströmung bewegt sich in einem geschlossenen System vom Lüfter (4) durch den Wärmetauscher (5) von unten durch die Saatgutmasse (2) in der Temperierkammer. Die obere aus dem Saatgut abströmende Luft wird wieder vom Lüfter (4) angesaugt und so in den Kreislauf geführt.
Ein Thermostat (6) regelt den vorgewählten Temperaturbereich konstant.
Die Entnahme des entseuchten Saatgutes erfolgt mittels pneumatischer oder mechanischer Entleerungsverfahren.
Ausführungsbeispiel 2:
Das aufbereitete und sortierte Saatgut wird diskontinuierlich über pneumatische oder mechanische Förderung in einen horizontal liegenden luftdurchströmten rotierenden Zylinder gegeben. Rotationsgeschwindigkeit und Einfüllmenge sind so gewählt, daß die durchströmende Luft mit < 0,2 m/s das Saatgut umspült. Die vom Lüfter über den Wärmetauscher erhitzte Luftströmung^wird an der einen Stirnseite über Lufteintrittsöffnungen in den Zylinder gedrückt, durchströmt die Zwischenräume im eingegebenen Saatgut und wird an der anderen Stirnseite vom Lüfter abgesaugtund wieder dem Wärmetauscher zugeführt. Damit erfolgt eine Kreislaufführurig des temperierten Luftstromes
Ein Thermostat regelt den vorgewählten Temperaturbereich konstant.

Claims (5)

  1. -3- 249 508
    Erfindungsansprüche:
    1. Verfahren zur Bekämpfung phytopathogener saatgutübertragbarer Bakterien durch Behandlung des Saatgutes vor der Aussaat, dadurch gekennzeichnet, daß man das Saatgut 24 bis 96 Stunden, vorzugsweise 48 bis 72 Stunden auf 600C bis 750C, vorzugsweise auf 65°C bis 70"C erwärmt.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Saatgut in einem abgeschlossenen Wärmeraum von der temperierten Luft zwangsweise durchströmt wird.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft im Kreislauf Lüfter, Wärmetauscher und Saatgui passiert. '.
  4. 4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Saatgut von Kulturpflanzen der Familie Umbelliferae behandelt
    wird. '
  5. 5. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Saatgut von Limohium tataricum L behandelt wird.
    Hierzu .2/ Seiten Zeichnung;;r;
DD24950883A 1983-04-04 1983-04-04 Verfahren zur bekaempfung phytopathogener, saatgutuebertragbarer bakterien DD217407A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5615518A (en) * 1993-03-13 1997-04-01 Daisey Kikai Kabushiki Kaisha Sprouted vegetable seeds sterilizing method, and sprouted vegetables cultivating method

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US5615518A (en) * 1993-03-13 1997-04-01 Daisey Kikai Kabushiki Kaisha Sprouted vegetable seeds sterilizing method, and sprouted vegetables cultivating method

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