DD219074A3 - Verfahren zur vorausbestimmung und steuerung der faserstoffeigenschaften von synthesefasern und-seiden durch kennwertermittlung - Google Patents

Verfahren zur vorausbestimmung und steuerung der faserstoffeigenschaften von synthesefasern und-seiden durch kennwertermittlung Download PDF

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DD219074A3
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Klaus Pohl
Roland Fajerski
Albrecht Bauer
Rolf-Dieter Schulze
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Cottbus Textil & Konfektion
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorausbestimmung und Steuerung der Faserstoffeigenschaften von Synthesefasern und -seiden durch Kennwertermittlung, indem aus Zugpruefungen die 0. und/oder 1. und/oder 2. Ableitung der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik ermittelt, und diese mit den sich im technologischen Ablauf einstellenden Eigenschaften des Materials verglichen wird. Bei Sollwertabweichungen werden fuer den nachfolgenden Prozess Korrekturmoeglichkeiten angegeben. Die Methode ist in der Textilfaser- und Seidenindustrie, insbesondere der Texturseidenverarbeitung anwendbar.

Description

Klaus PoIlL Roland Fajerski Dr. Albrecht Bauer Rolf-Dieter Schulze
Titel der Erfindung -
Verfahren zur Vorausbestimmung und Steuerung der Faserstoffeigenschaften von Synthesefasern und -seiden durch Kennwertermittlung
Anwendungsgebiet der Erfindung :
Die Erfindung ist anwendbar in der Faserstoff- und faserst off verarbeitenden Industrie zur Qualitätskontrolle von Synthesefasern und -seiden sowie zur VorausbeStimmung und Steuerung der Verarbeitungseigenschaften unabhängig von dem Herstellungsstadium der Faserstoffe. Dieses Verfahren ist in der Textilindustrie, insbesondere Texturseidenverarbeitung, anwendbar.
Charakteristik der bete
Die bei der herkömmlichen Qualitätskontrolle von Synthesefaserstoffen angewendeten Prüfverfahren werden unabhängig voneinander durchgeführt und ausgewertet. Die Durchführung mehrerer Prüfverfahren zugleich ist sehr aufwendig. Die Aussagekraft der Verfahren bei separater Auswertung ist i. a. zu gering, um quantitative Schlußfolgerungen für die folgenden Verarbeitungsstufen abzuleiten und/oder die zur Verfügung stehende Zeit zu kurz, um derartige Schlußfolgerungen in wirksame Steuermaßnahmen umzusetzen. Z. B. muß für einen Anfärbetest die untexturierte Seide ge-
* 1*714 7 G
strickt, formfixiert, gefärbt und visuell ausgewertet werden, ohne daß die Ergebnisse auf den nachfolgenden Prozeß
Einfluß nehmen können.
1 ν .
Aus der Literatur ist bekannt, daß das Spannungs-Dehnungsverhalten wesentliche Aussagen über die MikroStruktur der Paser, insbesondere über die Orientierung in den amorphen Bereichen liefert. (Egbers, G.: Materialprüfungen JJ- (1969) 3, S. 73-78; Meffert, B.: Chemiefaser/Textilindustrie 29/81 (1979) 2, S. 132-135, S. 279-282;.Schultze-Gebhardt, F.: Zur Deutung der Spannungsdehnungscharakteristik: orientierter Polyamidfäden, Faserforsch, und Textiltechnik 28 (1977) 9, S. 467-474)· Desweiteren ist bekannt, daß die Orientierung entscheidend die Eigenschaften der Faser vor und nach der textlien Verarbeitung bestimmt. Bis auf ein "Verfahren zur Bestimmung des Farbaufnahmevermögens von Texturseiden" DD-PS 154 850 führten diese Erkenntnisse aufgrund der Schwierigkeiten, charakteristische Punkte des Spannurigs-Dehnungsverhaltens zu ermitteln, nicht zu quantitativen Methoden. Darin wird eine Methode beschrieben, welche das 1. relative Maximum der ersten Ableitung d<5Vd£ der-Spanv nungs-Dehnungs-Charakteristik ©* =<O(£ ) ermittelt und als Maß für die Färbstoffaufnähme an, gereckter Seide verwendet. Die Anwendung der Methode auf teilgereckte oder ungereckte Seide führt nicht zum Ziel. Dieses Verfahren ist auf die Bestimmung der Anfärbbarkeit eingeschränkt und damit nur für die Selektion des Materials geeignet.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht in der Entwicklung eines rationellen und ökonomischen Verfahrens zur~frühzeitigen Ermittlung von Eigenschaften an Synthesefasern und -seiden, -die sich in den nachfolgenden Technologiestufen einstellen. Durch die Vorausbestimmung der Eigenschaften soll über die Qualitätskontrolle und Selektionsmöglichkeit hinaus, die Einflußnahme in den Eachfolgeprozessen zur Erzielung glei-
eher Endprodukte gewährleistet werden,
Darlegung des Wesens der Erfindung
- Aufgabenstellung
Es iat ein Verfahren zur Vorausbestimmung und Steuerung der Paserstoffeigenschaften von Synthesefasern und -seiden durch Kennwertermittlung zu entwickeln. Das Verfahren muß unabhängig vom Herstellungsstadium, dem Zustand und der chemischen Konstitution des Materials sein. Die zu ermittelnden Kennwerte sollen mindestens die Auswahl von Produkten gleicher spezieller Eigenschaften ermöglichen aber darüber hinaus die Grundlage zur Steuerung der nachfolgenden Technologie bilden, damit aus uneinheitlichem Ausgangsmaterial Produkte mit gezielt einzu- , stellenden Finaleigenschaften erhalten werden.
- Merkmale der Erfindung
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, indem aus Zugprüfungen, die an ungereckten, teilgereckten oder gereckten Synthesefasern oder -seiden durchgeführt werden, die Spannungs-Dehnungs-Charakteristik S (.6 ) £ f 1 J und/oder deren erste Ableitung do/d£ £ f2 J und/oder zweite Ableitung d267d£2 £.f 3 Ji in der 6* Spannung und <5 Dehnung bedeuten, insgesamt zur Vorausbestimmung und/oder gezielten Steuerung der Eigenschaften zugrundegelegt wird, aus der die Einflußvariablen x^ ermittelt werden. Zur Bestimmung der Einflußvariablen x. werden die Spannungs- \ Dehnungs-Charakteristika abgetastet, wozu die Paktoren- und Regressionsanalyse herangezogen werden können. Der besondere Vorteil des Verfahrens entsteht dadurch, daß der gesamte Kurvenverlauf unabhängig vom Vorhandensein von Extremwerten und damit der gesamte Informationsgehalt der Spannimgs-Dehnungs-Charakteristik zur Vorausbestimmung und Steuerung der späteren Eigenschaften zur Verfügung steht, über die Funktion, y = f(xi) /" f4 J, in der x^ die aus, £f1 J bis £ f3 J resultierenden Variablen bedeu-
ten, werden anschließend die Faserstoffeigenschaften y des zu prüfenden Materials bestimmt« Nachfolgend können jetzt die Korrekturen der Steuervariablen z. aus der Punktion ^y= g (4ζ^ C f5 Js in der ^y die Abweichung der Paserstoff eigenschaft von einem vorgegebenem Sollwert und Δ ζ. die Korrekturwerte der Steuervariablen bedeuten, ermittelt werden, die dann den Steuerorganen zugeleitet werden· x
Zur 'Durchführung der Kennwertermittlung wird vorteilhafterweise so verfahren, daß die Vergleichswerte der Variablen x^ einmalig bestimmt werden, gegen die die Prüflinge verglichen werden, oder für die die entsprechenden Korrekturen vorgeschlagen werden.
Die Vergleichswertbestimmung wird folgendermaßen vorgenommen. Eine präsentative Stichprobe vom Umfang Έ wird entnommen und von jedem Probanden wird auf einer Zugprüfmaschine die Spannungs-Dehnungs-Gharakteristik ermittelt. Die Charakteristik wird bis zum Paserbruch η-malabgetastet. Damit erhält man eine Datenmatrix Vom Umfang η χ U mit η Variablen χ. je Proband und Έ Wertesätzen. Von jedem Probanden werden in dem vorliegenden Herstellungsstadium oder im weiterverarbeiteten Zustand die interessierenden Eigenschaften y erfaßt. > .·....
Die η Variablen x, dienen als Regressoren (unabhängige Einflußvariablen), das Merkmal y als Regressand (unabhängige Zielgröße) für eine Regressionsanalyse. Mit der H χ η Datenmatrix oder einer Auswahl davon, sowie dem Merkmal'y wird mit einem geeigneten herkömmlichen Regressionsverfahren eine Regressionsanalyse durchgeführt. Vorteilhaft ist es, insbesondere bei starker statistischer Abhängigkeit der Einflußvariablen x. und/oder unzureichender Genauigkeit der Vergleichswerte (Bestimmtheitsmaß,. Reststandardabweichung) die erste oder zweite Ableitung d6Vd£ oder d 6Vd£ der Spannungs-Dehnungs-Charakteriatik anstelle der nicht abgeleiteten Charakteristik zu verwenden und analog wie' oben beschrieben zu yerfahren,-Eine andere vorteilhafte Variante besteht darin, die Span-
nungs-Dehnungs-Charakteristik oder deren 1. bzw. .2. Ableitung einer Faktoranalyse zu unterziehen. Anstelle der η Einflußvariablen bilden dann m Faktoren (m < η), die statistisch unabhängig sind» die neuen Einflußvariablen. Mit ihnen wird anschließend die Regressionsanalyse durchgeführt. Für die routinemäßige Kontrolle der Produktion auf der Grundlage der Vergleichswerte und der Werte der aktuellen Stichprobe wird aus jeder Produktionseinheit oder Lieferung eine Stichprobe, vom Umfang K entnommen, die Spannungs-Dehnungs-Charakteristik aufgenommen, die Werte der signifikanten Einflußvariablen errechnet £ f1 J; £f2 J'; ff} J, die voraussichtlichen Werte des Merkmals y C f4 J und die- Steuerwertempfehlungen für die nachfolgenden. Stufen £ f5 J berechnet (Kennwertermittlung).
Dazu sind stets aus der 6. und/oder "1. und/oder 2. Ableitung die~Werte direkt zu entnehmen oder über die Faktor- ' analyse die Faktorwerte zu ermitteln, anschließend über die Funktion £ f4 J in die zu erwartenden charakteristischen Kennwerte, z. B. Remissionswerte R., der Spülen im texturierten und modifizierten Zustand zu errechnen. Die gesamte Rechenzeit beträgt für eine Faktor- und Regressionsanalyse auf einer EDVA etwa 1 min für 100 zu kontrollierende Spulen« Wenn die Abtastung der Zugprüfung elektronisch durchgeführt und die Kennwertermittlung ebenfalls auf direkt gekoppeltem Rechner vorgenommen wird, sind sowohl für die Kontrollmethode ohne als auch mit Faktoranalyse die Voraussetzungen vorhanden,„die Kontrollergebnisse noch vor der Weiterverarbeitung der Lieferposten bereitzustellen. Die gesamte Datenerfassung, Kennwertermittlung und Steuerung kann als geschlossenes Programm vollautomatisch ablaufen. Analoge Kennwerte können für weitere Eigenschaften y an der gleichen Stichprobe ermittelt werden.
Besondere Vorteile des Verfahrens liegen darin, daß über die Selektions- und Steuerungsmöglichkeiten hinaus bereits kurz nach dem Wareneingang die Qualitätsparameter
definiert werden können und somit eine schnelle Kontrolle über die Lieferung besteht. Aus der Abweichung der vorauszuberechnenden Eigenschaften lassen sich desweiteren Bückschlüsse auf die Ursachen bis hin zum'Rohstoff- bzw. Faserstoffherstellungsprozeß ziehen.
Da zur Kennwertermittlung der gesamte Informationsgehalt der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik benutzt wird, ist die Einflußnahme auch auf weitere Pasereigenschaften möglich. Derartige Eigenschaften sind beispielsweise die Kräuselkontraktion, die Reißkraft und die Reißdehnung der texturierten und modifizierten Seide. .,.'"' Die Methode ist außerdem unabhängig von der Form der Charakteristik und wird somit nicht auf ein SynthesmateriäT eingeschränkt.
Die Erfindung wird an nachfolgenden Beispielen näher beschrieben. . <. . -
Beispiel 1 (Vergleichswertbestimmung)
Aus mehreren Lieferungen gereckter PES (Glattseide), die für die Produktion bestimmt sind, wird eine Zufallsstichprobe von insgesamt 1 =100 Spulen entnommen. Von Jeder Spule wird auf der Grundlage von 10 Einzelprüfungen und anschließender Mittelwertbildung die Spannungs-Dehnungs-Charakt eristik ermittelt* Die Berechnung "der Mittelwerte und deren anschließende Speicherung für weitere Berechnungen erfolgt zweckmäßig elektronisch.
Dazu kann z. B. ein Mikrorechner direkt (on-line) mit dem Zugprüfgerät gekoppelt werden. Die Ausgangsspannung des Kraftmeßkopfes der Zugprüfmaschine wird auf den notwendigen Eingangspegel des nachfolgenden Analog-Digital-Umsetzers (ADU) verstärkt.
Das innerhalb 1 ms mit einer Genauigkeit von 0,2 % des Endwertes zu digitialisierende Kraftmeßsignal wird auf den entsprechenden Eingang eines Mikrorechners geschaltet. Die Dehnungsmessung erfolt nach der Inkrementalmethode. Ein opto-elektronischer Initiator erfaßt über eine mit den Dehnungsantrieb verbundene Schlitzschreibe Dennungsande-
rungen von 0,5 mm. Me elektronischen Impulse, deren Anzahl der Dehnungsänderung proportional ist, werden mit einem Zähler summiert, der das Ergebnis an den Mikrorechner übergibt. Bei einer Einspannlänge des Fadens von 1 = 500 mm entspricht das einer Genauigkeit von 0,1 % relativer Dehnung. Die Dehnungsmessung ist damit unabhängig von der eingestellten Dehngeschwindigkeit und Schwankungen derselben. Unter den genannten Voraussetzungen ist eine genaue Erfassung und Speicherung der Kraft-(Spanhungs-) Werte in Intervallen von je 0,1 % Dehnung bis zum Bruch der Probe möglich.
Aus den in digitaler Form gespeicherten Spannungs-Dehnungswerten kann auf digitalem Wege die 1. und 2. Ableitung, d6Vd<£ und/oder d S*/d£ , rechnerintern gebildet und ebenfalls in Intervallen von 0,1 % Dehnung gespeichert werden. Im vorliegenden Beispiel werden der 1· Ableitung n.. = 17 Werte aus dem Dehnungsbereich 0,4 %< S < 4 % (in Intervallen von ΔC * 0,2 %) und η« = 5 Werte aus dem Bereich- 4 % έ. ζ < 10 % (in Intervallen von Δ S - 1 %) entnommen. Mit den η = η- + n2 = 22 Werten je Spule ergibt sich eine Datenmatrix η χ m = 22 χ 100 Werte, die rechnerintern oder auf einem externen Datenträger (Lochstreifen, Magnetband) für die Regressionsanalyse bereitgestellt wird. Bei der interessierenden Eigenschaft y der Seide handelt es sich im vorliegenden Fäll um die Anfärbbarkeit der PES im texturierten und modifizierten Zustand.
Von jeder Reckspule wird eine Probe texturiert, modifiziert, gekoht und schlauchförmig verstrickt. Anschließend wird das Testgestrick in einem gemeinsamen Bail mit einem Farbstoff, der Strukturunterschiede des Materials stark markiert, gefärbt (Rezeptur 0,5 % Resolinmarineblau GLS = Disperse Blue 136) Aufheizen von 60 0C auf 125 0C in 40 min, 30 min Färbezeit, ohne Carrier).
Von jeder der 100 Proben wird der, spektrale Remissionsgrad im Remissionsminimum mit einem Spektralphotometer gemessen, der eine Maßzahl für visuell erkennbare Farbtiefenunterschiede zwischen den m Proben bildet und als Regres-
sand (abhängige Variable) für die Regressionsanalyse be- . reitgestellt wird· Mit den nun vollständigen Werten der im Beispiel'1 verwendeten 1. Ableitung der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik an der Glattseide einerseits, sowie den zugehörigen Remissionswerten der modifizierten Texturseiden andererseits, wird die Regressionsrechnung nach einem bekannten Verfahren durchgeführt und liefert die Punktion f f4 J y = f(xi), in der ^ eine durch das Regressionsverfahren getroffene Auswahl aus den η Werten bedeutet:
I = 20,12 + 2,41 M (1,24) + 9,24 M (3,55) - 11,74 M (9,87)
/"Gin 1 /
wozu M (8 i) == x, den 7/ert der 1» Ableitung beim Dehnungswert S^ in % ausdrückt.
' . ..- ' ι ' ·. -'· .
Beispiel 2 '
Pur die routinemäßige Stichprobenqualitätskontrolle bzgl. der Parbungleichmäßigkeit an 40 Spulen einer Charge B mit 1800 Spulen gereckter Glattseide werden von den zu prüfenden Spulen (Polyesterseide mit 16,7 tex) die Werte der 1. Ableitung (Modulwerte) M (1,24); M (3,55); M (9,87) ermittelt, in Gleichung 1 eingesetzt
I= 20., 10+2,41.M(1,24)+9,24 M(3,55)-11,74M(9,.87) TGIn 1 J
und die zu erwartende Remission des Materials nach der Texturierung und Modifizierung vorausberechnet. Dieser Vorgang läuft automatisch ab* Lediglich das Zugprüfgerät ist zu bedienen, sofern ein automatischer Spulenwechsel möglich ist, wird nach einmaligem Bestücken des Automaten die Zugprüfung ebenfalls automatisch durchgeführt« Die an den 40 Spulen gemessenen Modulwerte undvdie nach GIn. 1 errechneten Remissionswerta zeigt Tabelle 1.
Tabelle 1
Spulen Nr.
Charge B
gemessene Werte der 1. Ableitung M(1,24) M(3,55) M(9,87)
ET/%.tex U/^.tex H/%.tex
Errechneter V7ert der Remission
1 2 3
4 5 6
7 8 9
10 11 12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 32 33 34 35 36 37 38
39 40
7,39 7,29 7,71 7,24 7,31 6,90 7,52 7,25 7,38 7,35 7,60 7,27 7,36
7,75 7,51 7,51 7,45 7,42 7,50 7,19 7,62 7,70 7,86
7,49 7,38 7,83 7,15 7,61 7,72 7,52 7,55 7,57 7,85 7,57 7,76 7,40 7,86 7,56 7,81 7,76
5,31
5,22
4,77
5,12
5,27
5,38
5,03
5,22
5,31
5,16
5,69
5,40
5,50
5,28:
5,09
5,40
5,39
5,39
5,30
5,28
5,54
5,55
5,58
5,49
5,52
5,26
5,66
5,45
5,77
5,39
5,40
5,38
5,49 5,32 5,36
5,27 5,40 5,58 5,53 5,41 0,86 0v83 0,83 0,85 0,87 0,87 0,84 0,87 0,88 0,86 0,89 0,89 0,88 0,85 0,83 0,88 .0,88 0,87 0,86 0,87 0,87 0,86 0,95 0,85 0,86 0,85 0,84 0,82 0,88 0,86 0,88 0,89 0,91 0,78 0,87 0,87 0,89 0,89 0,87 0,86
76,9 76,2 73,0 74,9 76,2 76,2
74,9 75,6
76,7
75,5
80,5
77,1
78,4
77,6
75,5
77,8
77,6
77,6
77,0
76,0
79,5
79,9
79,5
78,9
78,8
77,6
79,8
79,2
81,8
78,0
77,9
77,6
79,1
78,4
78,2
76,5
78,5
79,4
79,9
78,7
Arithmetisches Mittel =
Standardabv/eichung
Streuung
77,74 1,81 3,26
Da eine individuelle Korrektur für jede Aufmachungseinheit maschinentechnisch nicht möglich ist (keine Einzelstreuung der Arbeitsstellen), wird die gesamte Charge B mit der vorher gelieferten Charge A verglichen. Der mittlere Remissionswert als Maß des Anfärbeniveaus der Charge B beträgt RB =77,74 % (s. Tabelle 1), der Wert der Charge A wurde zuvor mit R^ = 77,0 ermittelt.
Charge / Sollwert / Istwert . B 77,0 77,7
Die Differenz / R^ - R^ / » 0,74 % wird mit dem t-Test (99 % Sicherheitswahrscheinlichkeit) statistisch geprüft und als nicht gesichert ausgewiesen.
Schlußfolgerung: Charge A und B weisen ein gleiches Anfärbeniveau auf. Beide Chargen können zusammen in einem Konfektionsstück verarbeitet werden, ohne das Risiko der Farbstreif igkeit im Finalerzeugnis zu erhöhen. Der Vergleich ist ebenfalls Bestandteil der automatischen Berechnung.
Beispiel 3
Zur Bestimmung der Farbungleichmäßigkeit von Spulen wie in Beispiel 2 einer Charge C werden die gemessenen Werte mit Hilfe der Faktoranalyse in Faktorwerte F. bis F1- umgerechnet und in die der allgemeinen Funktionf f4 J y = f(x^) zugrundeliegende Gleichung 2
I = 77,43-1,6 F1 -0,53 F2-0,73 F3+O,27 F4-0,23 F5 /".GIn.2 J
eingesetzt und die zu erwartende Remission ermittelt. Gleichung 2 ist das Ergebnis der bekannten. Verfahren der Faktor- und Regressionsanalyse. Der mittlere Remissionswert der Charge C beträgt' R„ = 81,6 %. Die Differenz zur vorangegangenen Charge /Rc - Rß/ = 4,8 % ist statistisch signifikant.
Das Material zeigt im Sollwertvergleich Abweichungen (Tabelle 2), die sich im Endprodukt als Parbunterschiede bemerkbar machen. Zur Korrektur der Sollwerte werden Steuerwerke vorgeschlagen (Tabelle 2, Spalte 4-6). Als die der allgemeinen Punktion 5. f f5 /zugrundeliegende Gleichung wurde speziell für die Texturiertemperatur als Korrekturvariable z.
' -ΛΒ = -1,5
κ . .
ermittelt.
Pur eine Reduzierung des Anfärbeniveaus der Charge C um
4 R » - 4,8 % wird 4Τφήτ = Ξτ4γ = 3 K.
Diese Korrektur ist für eine Angleichung der Charge C an die anderen Chargen ausreichend. Die weiteren Steuervari ablen, mit denen alternativ eine Korrektur möglich ist, können konstant-gehalten werden.
Charge Sollwert Istwert Korrektürwerte
' . . · Texturi'er- Δ T.Span- Modifizie
temp. TTex~ nung rung
C 77,0 81,6 +3'K-;- +01 +0K
Beispiel 4 : ' ' ,· :: · '· -. ; : · ."
Es wird eine Stichprobe von 30 Spulen vororientierter (SSW-) Seide aus Charge D geprüft· Die 30 Remissionswerte, wiederum nach der allgemeinen-Punktion [ f'4 J ermittelt, ergeben ein durchschnittliches Anfärbeniveau Rt. = 77»3 % und unterscheidet sich nicht signifikant von Charge A. Die Streuung der Remissionswerte als Maß der Ungleich-
; 2 .·
mäßigkeit zwischen den Spulen beträgt S7. = 8,25. Eine Streuung, die größer als sQ =4,5 ist, erhöht das Risiko von Farbstreifigkeit.
Die Prüfung mit dem F-Test ergibt, daß sD gesichert über dem kritischen Wert sQ liegt. Daraus folgt die Maßnahme, Charge D zu selektieren und"keinesfalls für streifigkeitsempfindliche Erzeugnisse einzusetzen.
Beispiel 5 ' ·
An der Charge E wurden mit den Werten x^ der nichtabgeleiteten Spannungs-Dehnungs-Charakteristik (o (S ) an 40 Spulen der untext'urierten Seide auf der Grundlage der allgemeinen Funktion fiA'J die zu erwartende Anfangsdehnung ^Tex (3»8) = f(xj) des entkräuselten, texturierten Fadens berechnet.
Das arithmetische Mittel der Stichprobe beträgt 0,23 N/tex« Dieser Betrag, liegt um 12 % unter dem Sollwert.' Damit ist bei dieser Charge, eine veränderte Dehnkraft des textlien Flächengebildes und eine Verschlechterung des Formänderungsverhaltens des Konfektionsstückes zu erwarten. Durch eine Korrektur der Texturierspannung über die Stellgröße Voreilung (Getriebeübersetzung an der Texturiermaschine) um eine Stufe wird eine Korrektur der entsprechenden Texturseideneigenschaft durchgeführt. .
Beispiel. 6
Es ist eine Stichprobe von teilgereckter Glattseide bezüglich der Farbungleichmäßigkeit zu kontrollieren. Für diesen Materialtyp ist die Gleichung 1 aus Beispiel 2 nicht verwendbar. Demzufolge ist für teilgereckte Seide eine geeignete Gleichung zu ermitteln. Dies erfolgt gleichfalls aus Probenmaterial. Grundlage sind die 0., 1. und 2. Ableitung-der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik, denen Werte im Abstand von 0,5.% Dehnung entnommen werden. Im Ergebnis der nachfolgenden Berechnung entsteht die Gleichung
* 49,2 - 10,4 6*(47,5).+ 28,0 6 (60,0)
worin O (<£*.) =_ s^. dem Wert der O. Ableitung beim Dehnungs wert S ^ in % ausdrückt, entspricht.
Auf der Grundlage dieser Gleichung erfolgt die Voraussage auf die Parbungleichmäßigkeit für oben genannte und weitere Stichproben analog Beispiel 2. . '

Claims (2)

  1. Erfindungsanspruch
    1. Verfahren zur Vorausbestimmung und Steuerung der Pasereigenschaf ten von Synthesefasern und -seiden durch Kenn-
    ' Wertermittlung aus der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik, gekennzeichnet dadurch, daß aus Zugprüfungen über die 0. und/oder 1. und/oder Ableitung der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik mit den allgemeinen Funktionen f 1 - 3 J und/oder d6Vd<£ und/oder d26Vd£2, in denen 6"V=
    Spannung und £ - Dehnung bedeuten, Einflußvariable χ. als Funktionswert aus /" 1 - 3 J bei definierten Dehnungswerten C . ermittelt werden und über die allgemeine Funktion £ 4 J y = f(x^) die nach der Verarbeitung entstehenden Faserstoff- und'Seideneigenschaften y vorausbestimmt werden, die als Kennwerte·für die Faserstoff- und Seideneigenschaften gelten, wobei,die konkrete Form der allgemeinen Funktion. /" 4 J sowie Lage und Anzahl der definierten Dehnungswerte durch Auswertung des gesamten Informationsgehaltes der Spannungs-Dehnungs-Charakteristik einer endlichen Zahl von Anfangsproben in bekannter ,Weise durch Regressions- oder Faktoranalyse ermittelt werden, indem für diese Proben die tatsächlich entstehenden Faserstoff- und Seideneigenschaften experimentell bestimmt werden, sowie aus den derart ermittelten Kennwerten für die Faserstoff- und Seideneigenschaften über die allgemeine Funktion /5/^Iy = g zi), in der Δ γ die Abweichung der Faserstoff- und Seideneigenschaft von einem vorgegebenen Sollwert und Δζ· die Korrekturwerte der Steuervariablen z. bedeuten, die Steuerwerte für die Bachfolgeprozesse zur Erzeugung des Endproduktes mit Sollwerteigenschaften bestimmt werden, wobei die Ermittlung der Funktion f5J wiederum in bekannter Weise an einer endlichen Anzahl von Anfangsproben und dem an ihnen experimentell ermittelten Einfluß variierter Steuerparameter erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Steuerung der Eigenschaften entsprechend der Bestimmung über die allgemeine Funktion 5 durch die Texturiertempe-
    ratur und/oder Texturierfadenspannung und/oder Modifizierungstemperatür vorgenommen wird.
    Verfahren nach'Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Kennwerte zur Steuerung den Stellgliedern manuell und/oder vollautomatisch zugeführt werden.
DD23837382A 1982-03-23 1982-03-23 Verfahren zur vorausbestimmung und steuerung der faserstoffeigenschaften von synthesefasern und-seiden durch kennwertermittlung DD219074A3 (de)

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