DD219365A1 - Einrichtung zur reduzierung der schliesskraft des zitzengummis - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Reduzierung der Schliesskraft des Zitzengummis waehrend der Stimulation des Kuheuters, insbesondere bei Anwendung des alternierenden Pulsationsfrequenzmelkverfahrens. Die Erfindung hat das Ziel, dafuer zu sorgen, dass sich waehrend der Stimulationszyklen auch ein weicher Zitzengummi nicht voellig schliesst und waehrend dieser Zeit Milch abgesaugt werden kann. Dadurch verkuerzt sich die Melkzeit. Erfindungsgemaess wird dies dadurch erreicht, dass ueber ein Umsteuerventil ein Schaltventil angesteuert wird, welches zyklisch den Unterdruck im Melkbecherinnenraum mindert oder dass zyklisch im Melkbecherzwischenraum ein hoeheres Vakuum wirksam wird. In beiden Faellen wird die Druckdifferenz im Melkbecher verringert. Dadurch wird in den Stimulationsphasen mit hoher Taktzahl das vollstaendige Schliessen des Zitzengummis verhindert. Anwendung bei allen Melkanlagen mit Frequenzstimulation. Fig. 1
Description
Einrichtung zur Reduzierung der Schließkraft des Zitzengummis Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Reduzierung der Schließkraft des Zitzengummis während der Stimulation des Kuheuters, insbesondere bei Anwendung des alternierenden Pulsatiönsfrequenzmelkverfahrens durch Verminderung des Differenzdruckes im Melkbecher.
Das alternierende Pulsationsfrequenzmelkverfahren besteht darin, daß zyklisch der Pulsator mit hoher Frequenz zur Erzeugung einer Stimulationswirkung und danach wieder mit Normalfrequenz betrieben wird.
Praktische Erprobungen haben erwiesen, daß es nicht erforderlich ist, zusammenhängend ohne Milchabzug das Euter zu stimulieren. Durch den Milchabzug während der zyklischen Stimulierung und der Verwendung von phasenverschoben arbeitenden Pulsatoren kann ein erheblicher Zeitgewinn beim Melken dadurch erzielt werden, wenn der Zitzengummi nicht völlig schließt, ohne daß das Nachgemelk steigt oder Euterschäden eintreten.
Die DD-PS 157069 beschreibt ein Stimulationsverfahren und die dazugehörige Vorrichtung, bei welchem durch Reduzierung des pulsierenden Unterdruckes in Abhängigkeit des Melkvakuums und des Einfaltdruckes des Zitzengummis während der zusammenhängenden Anrüstphase vor Melkbeginn erreicht wird, daß der Zitzengummi nur kollabiert.
Angestrebt wird nach dieser Patentbeschreibung eine große Keilkraft am Zitzengummi, die diesen mit Sicherheit verschließt und den Milchentzug verhindert.
Wie bereits erwähnt, ist es nicht erforderlich, den Milchfluß während der Stimulationsphase zu unterbinden, insbesondere
dann nicht, wenn eine zyklische Stimulation vorgenommen wird.
Untersuchungen haben ergeben, daß die Milchausschüttung in die untere Euterpartie, hervorgerufen durch die Geräusche bei der Melkvorbereitung und durch das Euterwaschen ausreicht, um sofort mit dem Milchentzug zu beginnen. Der Milchentzug erfolgt beim alternierenden Melkverfahren sowohl während des Melkzyklus als auch während des Stimulationszyklus.
In der Patentanmeldung WP A Oij/2466468 ist eine Vorrichtung beschrieben, die es ermöglicht, zyklisch eine hohe Pulsationsfrequenz und anschließend wieder eine normale Pulsationsfrequenz zu erzeugen. Die Zyklen können gleich sein, können aber auch in der Zeit unterschiedlich sein. Entscheidend für die Erreichung eines bestimmten Offnungsgrades des Zitzengummis ist eine hohe Härte des Gummis, die aber in der Regel nicht vorliegt, so daß weiche Zitzengummis in der Stimulationsphase fast völlig schließen.
Dem läßt sich begegnen, wenn die Pulskurve so gestaltet wird, daß diese eine kleine Amplitude nahe dem max. Melkvakuum
Ziel der Erfindung ist der erhöhte Milchfluß beim alternierenden Pulsationsmelkverfahren während des Stimulatiofiszyklus, um die Melkzeit gegenüber dem bekannten alternierenden Druckluft-Stimulationsverfahren zu senken und Anlagen- und Energiekosten einzusparen.
Die technische Aufgabe besteht dann, durch Verschiebung der Pulsationskurve ein völliges Schließen des Zitzengummis während des Stimulationszyklus zu vermeiden, um Milch abzusaugen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß über ein Umsteuerventil zyklisch ein Schaltventil angesteuert wird, welches den Unterdruck in der Absaugleitung zum Melkbecherinnenraum reduziert, also den Unterdruck zwischen Melkzeug und Milchsammelleitung reduziert. Durch die verminderte Druckdifferenz verschiebt sich die Pulskurve nach unten, und der Zitzengummi schwingt im teilweise offenen Zustand.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das pulsierende Vakuum im Melkbecherzwischenraum weiter abzusenken. Dies geschieht durch Erzeugung eines höheren Vakuums für die Pulsation. Während des Stimulationszyklus wird dieser höhere < Unterdruck im Melkbscherzwischenraum wirksam, was bedeutet, daß bei der hohen Frequenz der Druck beim Taktwechsel nicht mehr bis zum atmosphärischen Luftdruck ansteigt und die Druckdifferenz zwischen Melkbecherinnenräum und Melkbecherzwischenraum nicht ausreicht, den Zitzengummi völlig zu schließen. Während des Melkzyklus herrschen wieder normale Druckverhältnisse im Melkbecherzwischenraum, was durch ein Vakuumregelventil vor dem Pulsator erreicht wird. Die Erfindung mit hohem pulsierendem Vakuum ist in Anlagen vorteilhaft, wo bereits durch die bisherige Melktechnologie unterschiedliches Vakuum in der Pulsatorleitung und Milchleitung vorhanden ist, welches für das neue Verfahren genutzt werden kann. Die Absenkung des Melkvakuums in der Milchleitung erfordert jedoch keinen wesentlichen Mehraufwand, da das vorhandene Vakuum durch ein dem Melkzeug vorgeschaltetes Regelventil während der Stimulationsperiode reduziert werden kann.
Ausiübtrurngsbeispie! '
Die Erfindung soll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen und den zugehörigen Zeichnungen näher erläutert werden.
Es zeigen: * 7 ·
Fig. 1: das Schaltbild mit Unterdruckregulierung in der Milchleitung,
Fig.2: das Schaltbild mit Unterdruckregulierung vor dem Pulsator,
Fig.3: die Pulskurve für den Melk-und Stimulationszyklus ohne Erfindung,
Fig.4: die Pulskurve bei Anwendung der Erfindung nach Fig. 1 und
Fig.5: die Pulskurve bei Anwendung der Erfindung nach Fig.2.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, besteht die Vorrichtung aus dem Pulsator 1, der Vakuumleitung 2, dem Pulsstutzen 3 sowie-einem Umsteuerventil 4, einer Verbindungsleitung 5 zum Pulsator 1 und dem Vakuümregelventil 6, sowie der Milchleitung 7, die mit dem Abschnitt 8 zum Melkzeug führt. Wenn das Steuerelement 4 bei pneumatischer Steuerung die Leitung 5 mit Luft atmosphärischen Druckes füllt, wirkt dieser Druck auf ein Ventil im Pulsator, welches das Zusatzvolumen absperrt. Der Pulsator läuft schnell (Stimulationszyklus). Ebenso wirkt diese Luft auf die Membran 9, die die Kammer 10 abgrenzt. Über den Stößel 11, die Membran 12 wird das Ventil 13 teilweise geschlossen. Die Schließ- und Öffnungskraft wird durch die Drücke in den Kammern 10; 14; 15 und den Flächen der Membranen 9 und 12 gebildet. Durch Optimierung dieser Einflußgrößen gelingt es, den Unterdruck in der Leitung 8 gegenüber der Leitung 7 zu vermindern, indem die Luftabsaugung am Ventil 13 gedrosselt wird.
Folglich schwingt der Zitzerigummi durch die höhere Pulsatorfrequenz schneller, und der Unterdruck im Melkbecherinnenraum ist reduziert, so daß die Druckdifferenz geringer ist und der Zitzengummi nicht völlig oder erst kurz vor dem Umschaltpunkt schließt. Dadurch schwingt der Zitzengummi im teilweise geöffneten Zustand, und es kann auch während der Stimulationsperiode Milch abgesaugt werden.
Fig. 2 zeigt eine andere Möglichkeit der Senkung der Druckdifferenz im Melkbecher. Der Pulsator 1 besitzt einen Vakuumanschluß 2a und Pulsstutzen 3. Dieser ist über die Leitung 5 mit dem Umsteuerventil 4 verbunden, so daß in Abhängigkeit des in der Leitung 5 herrschenden Druckes das Zusatzvolumen des Pulsators 1 zu- oder abgeschalten ist und der Pulsator 1 normal oder schneller läuft. Ebenso wird durch den Steuerdruck des Umsteuerventils 4 ein Schaltventil 6 angesteuert, so daß entweder der erhöhte Unterdruck der Leitung 2 im Öffnungszustand voll am Pulsator 1 und damit im Melkbecherzwäschenraum anliegt oder im Regelzustand ein geminderter Unterdruck im Pulsator und im Melkbecherzwischenraum anliegt. Die Regelung erfolgt wiederum durch das Ventil 6 durch den Kolben 16, der über die Kolbenstange 17 die Kraft auf den Ventilteller 18 überträgt. Die Kompensationskraft wird durch den Kolben 19 über die kolbenstange 20 auf den Ventilteller 18 übertragen, und es ist das Ventil 21 voll geöffnet, wenn in der Kammer 22 und 23 atmosphärischer Druck und in der Kammer 24 ein hohes Vakuum anliegt. Liegt in der Kammer 23 hohes Vakuum an, dann addieren sich die Kräfte an den Kolben 16; 19 in Schließrichtung des Ventils 18. Der Überdruck in der Kammer 25 gegenüber der Kammer 24 wirkt kompensierend auf den Ventilteller 18, so daß das Ventil 21 in der Kammer 25 einen reduzierten Unterdruck erzeugt, der über den Pulsator 1 in den Melkbecherzwischenraum gelangt. Hier wird in der Stimulationsperiöde, wenn der Pulsator schneller läuft, der Melkbecherzwischenraum stärker evakuiert, so daß im Belüftungstakt bei der hohen Taktzahl die Zeit nicht ausreicht, um den vollen Luftdruck im Melkbecherzwischenraum aufzubauen. Die geminderte Druckdifferenz am' Zitzengummi sorgt wiederum dafür, daß der Zitzengummi nicht völlig schließt.
In der Pulskürve nach Fig.4 ist ersichtlich, daß das Vakuum 27 in der Stimulationsphase gegenüber dem Vakuum 26 in der Melkphase vermindert wird;
In Fig. 5 ist die Erhöhung des Pulsationsvakuums gegenüber dem konstanten Vakuum 26 im Melkbecherinnenraum dargestellt.
Beide Figuren zeigen deutlich die Verschiebung der Pulskurve im Stimulationszyklus gegenüber dem Vakuum im Melkbecherinnenraum, so daß also der Punkt, bei welchem der Zitzengummi völlig schließt, nicht erreicht wird.
Claims (3)
1. Einrichtung zur intervallmäßigen Erzeugung von unterschiedlichen Pulsfrequenzen insbesondere hohen Pulsfrequenzen und geminderter Druckdifferenz im Melkbecher während des Stimulationszyklus zur Durchführung des alternierenden Pulsationsfrequenzmelkverfahrens, gekennzeichnet dadurch, daß zur Verringerung des Differenzdruckes während der Stimulationsperiode zwischen Melkbecherinnenraum und Melkbecherzwischenraum ein Umschaltventil und ein von diesem gesteuertes in die Milchleitung eingeschaltetes Druckreduzierventil vorgesehen ist, oder daß zur Verringerung des Differenzdruckes dem Pulsator ein vom Umschaltventil gesteuertes im Stimulationszyklus völlig öffnendes und Melkzyklus unterdruckreduzierendes Ventil vorgeschaltet ist.
2. Einrichtung zur intervallmäßigen Erzeugung von unterschiedlichen Druckdifferenzen nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daßdernicht reduzierte Unterdruck höher ist als der normale Melkunterdruck im Pulsraum und im Melkbecherinnenraum.
Hierzu
3 Seiten Zeichnungen
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