DD221174A1 - Verfahren zur herstellung reiner 1,2-naphthochinondiazide-(2) - Google Patents

Verfahren zur herstellung reiner 1,2-naphthochinondiazide-(2) Download PDF

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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von reinen 1,2-Naphthochinondiaziden-(2), die wertvolle Zwischenprodukte bei der Herstellung von lichtempfindlichen Schichten und von o-Oxy-azofarbstoffen sind. Erfindungsgemaess werden die 1,2-Naphthochinondiazide-(2) aus 2-Naphthylamin-1-sulfonsaeuren durch "umgekehrte" Diazotierung und anschliessenden Substituentenaustausch in 1-Stellung mit nachfolgender Faellungskristallisation und Isolierung aus der Reaktionsloesung hergestellt. Der Substituentenaustausch erfolgt durch Alkalisieren der Diazoniumsalzloesung in Gegenwart von ueberschuessigem Natriumhypochlorit unter Einhaltung eines definierten Bereiches des Redox-Potentials. Die 1,2-Naphthochinondiazid-(2) werden in hoher Ausbeute und ausgezeichneter Reinheit erhalten.

Description

"Vl; 13 Oheiniekombinat öitterfeld · 2^90
Vorfahren zur Herstellung reiiu-r^J Λ 2i-"Napht i hochi.nond.iaa.ldo«-(2 )
. Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 1,2-Naphthochinondiaziden-(2 ) aus 2 -Naphthylamin-1 -sulfonsäuren als Zwischenprodukte für die Erzeugung lichtempfindlicher Schichten auf geeigneten Unterlagen sowie für die o—Oxyazofarbstoffe.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
i ,2-Nap.hthochinondiazido-(2) sind seit rund 80 Jahren al« Farbstoffzwischenprodukte bckai;ntc chemische Verbindungen * Dokantifce Prozesse für ihre Herstellung verlaufen über die • Diazo tiorung von 2~Ainino~1~naplith.olen in Abwesenheit von Mj.ne'ralsäuren bei Gegenwart von Schwerinotallsalzen, wie zum Beispiel Cu-, Fe-, Ni-, Zn*-Salzen beziehungi.weise untei* Verwendung von organischen Säuren. (üE-PS 155 083; 171 02fi; 172 kh6\ 175 593» 178 621; vergleiche auch BIOS Filial Report 9.86,
Spiirera der verwendeten Schwermetalle lassen sich nur schwierig entfernen und stören iin allgemeinen bei der weiteren Verwendung der Naphthochinondiazidc, so daß meist aufwendige iteiivift'uiTißiioperationen erforderlich sind. Schwerer noch als dioser Nachteil wiegt jedoch die Tatsache, daß die 2 «-Amino-1-naphthole gewöhnlich nur über die Stufe der entsprechenden .2"Ni -J:ro ^ o-*1-naphthole , einer physiologisch ausgesprochen bedenklichen Stoffklassq, gewonnen werden können. Bs ist daher
einem anderen, ebenfalls lange bekannten Syntheseweg für Naphthochinondiazide der. Vorzuj:; zu geben. Er basiert auf der Tatsache, daß 2-Naphthylamine$ deren 1-Steilung mit leicht gegen eine Sauerstoff-Funktion austauschbaren Substituenten besetzt ist, durch Diazotieren und nachfolgendes Basisch*· luachon in die gexvünschten 1,2~.Maphthochinondia2iden-(2) üborf ührbar sind. Für diese Ikniktion besonders geeignet sind 1~ChIor~2-naphthylamine (DE-PS 1^5 906; 1^*8 881; 1^8 882; vergleiche auch L· C, Anderson und M* J. Roedel, J. Ajner· Chei». soc. 67, /19V>/, 955) und 2«Naphthylamin-1-sulfonsäuren (DE-PS 156 ^O; 157 325). Eine wesentliche Verbesserung· der Austauschreaktionen bei 2-iiaphthylatnin-i«-sulfonsäuren wurde dux'ch Einwirkung von Oxydationsmitteln, wie Hypochlorit, Wasserstoffperoxid oder Moitallper oxiden auf die Diazo-» kierungsgemische erreicht (Dß«PS 16O 536; I62 009; vergleiche auch Houben-Weyl Band IO/3, Seite 107 f).
Gemäß den dafür gegebenen technischen Lehren erfolgt die Diazotierumg der 2—Naphthylamin—1—sulfonsäuren in dor üblichen Weise durch Zugabe von Natriurnnitritlösung zu deren. Salzsäuren Lösungen beziehungsweise Suspensionen. Fach er— folgt tu" Diazotierung wird dann der Roaktionsansatz ailmäh~ lieh durch Sodazusatz schwach alkalisch gestellt und in Ge- genu'o.rt des Oxydationsmittels, meist NaOCl, auf 35 !jis ^O C crwäntrt. Dabei soll der Reaktionsansatz am Ende dieser Prozedur keine positive KJ-Stärke-Reaktion mehr zeigen. (DE-PS 160 536). Die so erhaltene Lösung des 1,2-Naphthochinondiazids-(2) wird nach den bekannt gexfordenen Verfahi'ojß ohne Zwischenisolierung zur Synthese·, von o-Oxyazofarbstoffen ein-/ie.se t zt . ·
Zio.l_ der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Vorfahren κιχτ Herstellung von 1,2-Nap.bthooninondiaziden-(2 ) aus 2-Naphthylamin.-1 -sulfonsäuren, insbesondere von 1,2»Naphthochinondiazid-(2)—sulfonsäuren-^)* das din Mängel der bekannten Herstellungsprozesse überwindet« Speziell ist gegenüber deni Stand der Technik eine höhere Aus»·
beute an Isolierbarem Produkt bei einer für die Weiterverarbeitung zu lichtempfindlichen Substanzen erforderlichen hohen Qualität zu erreichen.
Darlogung des Wesens der Erfindung
In jüngerer Zeit haben Naphthochinondiazide zunehmende Bedeutung als Zwischenprodukte für lichtempfindliche Komponenten für Fotoprozesse erlangt. Diese Anwendung setzt eine Isolierung der Produkte aus der Reaktionslösung voraus, für die es bisher keine Literaturangaben gibt. Durch die Produktiso— lierung treten aber Mangel der Synthese nach dein Stand der Technik deutlich hervor. So ist die Diazotierungsstufe problematisch und vielfach Ursache für Qualitätsmängel durch farbige Verunreinigungen, da es bei der Diazotierung leicht zu Produkteinschüssen kommt. Bei der Weiterverarbeitung machen sich letztere infolge ihrer Kupplungsfähigkeit zu Farbstoff on bezüglich Ausbeute und Qualität negativ bemerkbar.
Für tile Durchführung des Prozesses ist darüber hinaus ungünstig:, daß der Ansatz bei der Alkalisierung mit Soda stark schäumt, so daß dieser Schritt einen ungünstig langen Zeitaufwand erfordert·
Insgesamt ist die Synthese der 1,2-Naphthochinondiazide-(2) nach dem bekannten Stand der Technik, insbesondere hinsichtlich der für die neuen Anwendungen erforderlichen hohen Produktqualität und der erreichten Ausbeuten als unbefriedigend einzuschätzen. Dies ist vermutlich zum Teil auch der Grund dafür, daß in der Literatur, auch in jüngster Zeit, keine Angaben y.ur Ausbeute gemacht werden.
Es wurde nun gefunden, daß 1,2-Naphthochinondiazide-(2) in hoher Ausbeute und Reinheit nach folgendem Verfahren hergestellt und isoliert werden können:
Man läßt eine ca. 0,35 bis O,k*j M wässrig-alkalische Lösung einer 2-Naphthylamin-i-sulfonsäure, die mit der zur vollständigen Diazotierung erforderlichen Menge an Natriumnitritlösung innig vermischt ist, in an sich bekannter Weise unter intensi-
vein Rühren in eine vorgelegte überschüssige Schwefel«- oder Salzsäure, besonders in eine etwa 3,0 bis 3»5 M Salzsäure bei 0 bis 30° C, vorzugsweise bei 5 bis 15° C, einfließen. Dabei scheidet sich schon bald nach Zulaufbeginn das entsprechende Diazoniumchlorid feinkristallin aus, ohne daß es zu Produkt— einschüsse kommt» Zweckmäßigerweise stellt man dann die so erhaltene Suspension des Diazoniumchlorides bei der Diazotierungstemperatur, möglichst jedoch bei wenigstens 12 bis 15 C, vorzugsweise mit Natronlauge, auf pH 6 bis 10, besonders auf pH 6,5 bis 8,0, und läßt sofort überschüssiges, mit Soda oder/und Natronlauge versetztes Oxydationsmittel, bevorzugt Natriumhypochloritlösung, einwirken, so daß nach der Vereinigung der Lösungen ein pH-Wert von 8,5 bis 11, besonders von 9 bis 10, vorliegt» Die Alkalisierung der Diazoniumsalzlösung kann wahlweise gleichzeitig mit der Einwirkung des Oxydationsmittels oder aber auch davor erfolgen» Im ersteren Fall wird vorzugsweise nur Natronlauge benutzt, und es wird zweckmäßig in einem Vorversuch die zur Einstellung des pH-Wertes erforderliche Alkalimenge ermittelt, da sich sowohl Unter- als auch Überschreitungen des pH—Bereiches negativ auf Ausbeute und Qualität auswirken«
Von besonderer Bedeutung für die glatte Umwandlung des Diazoniumchlorides in das Naphthochinondiazid ist neben der Einhaltung des pH-Wertes die völlig überraschende Beobachtung, daß die Sulfogruppe in I-Stelliaig praktisch spontan und vollständig ausgetauscht wird, wenn man nicht, wie es dem Stand der Technik entspricht, das Oxydationsmittel zur Diazoniumsalzlösung gibt, sondern umgekehrt die Diazoniumsalzlösung beziehungsweise -suspension unter guter Rührung schnell in eine vorgelegte, mit Alkali versetzte Hypochloritlösung bei Temperaturen von 12 bis ^O C, vorzugsweise bei 20 bis 30 C, einfließen läßt, derart, daß während der gesamten Operation ein Überschuß an Oxydationsmittel vorliegt» Diese Beobachtung; war in zweifacher Hinsicht nicht naheliegend, da den bekannten Synthesßvorschriften entsprechend nur so viel Oxydationsmittel angewendet werden darf, daß KJ-Stärkepapier nach der
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Vereinigung der Lösungen nicht mehr anspricht. Außerdem mußte mit einer vergleichsweise langen Reaktionszeit gerechnet werden, die beispielsweise für die vollständige Diazidbildung und den Austausch der 1-ständigen SOJH-Gruppe in diazotierter 2-Naphthylamin-1,7-disulfonsäure bei pH 7 bei Gegenwart von Natriumhypochlorit h Stunden dauert· Ebenso zeigte sich, daß die Hypochloritlösung aber nur in einem relativ engen Überschußbereich, charakterisiert durch das Oxydationspotontial, angewandt worden darf, wenn hohe Ausbeuten und hohe Qualität erzielt werden sollen. Das Oxydationspotential der Reaktionslösung darf sich während der Zugabe der DiaKoniuinsalzlösung beziehungsweise -suspension nur um einen Betrag von +_ 50 mV, vorzugsweise jedoch nur um ^f 25 mV, ändern. Auch nach dem vollständigen Zulauf muß es noch im angegebenen Bereich liegen. Für die Potentialmessung ist dabei die Kenntnis des Absolutbetrages des Potentials nicht erforderlich. Vielmehr genügt die Ermittlung der relativen Veränderung gegenüber einem willkürlich an einem geeigneten Meßgerät eingestellten Ausgangswert, wobei die Messung zweckmäßig mit einer Meßkette aus Pt- und Ag/AgCl-Elektroden erfolgt. Unmittelbar nach der Vereinigung beider Flüssigkeiten, gegebenenfalls nach einer Aktivkohlebehandlung mit anschließender Klarfiltration, wird das gebildete 1,2-Naphtho— chinondiazid-(2) durch Zugabe von Kochsalz oder gegebenenfalls durch Aussäuern kristallin aus der klaren orangegelben Lösung ausgeschieden, von ihr abgetrennt und getrocknet. Selbstverständlich sind alle Manipulationen unter weitestgehendem Lichtausschluß durchzuführen· Anderenfalls kann es zur Bildung von sehr kupplungsfreudigen Ketenen beziehungsweise Carbonsäuren kommen, was Verfärbungen der Zielprodukte und Ausbeuteverluste nach sich zieht.
Weiterhin ist bei allen Reaktionsschritten ein zügiges Arbeiten erforderlich, ganz besonders bei und nach der Hypochloritbohaxidlung. Die Aufarbeitung muß sich unmittelbar anschließen, da sich schon nach einer Stunde Ausbeute- und Qualitätsrückgang bemerkbar machen, die sich selbstverständlich bei Licht-
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einwirkung noch verstärken.
Aus fuhrungsb ei s pi e Ie
Die folgenden Beispiele demonstrieren das erfindungsgeiiiäße Verfahren. Alle in den Beispielen beschriebenen Ansätze werden, selbstverständlich unter Lichtausschluß durchgeführt.
Die Messung der Redox-Potentiale in allen Beispielen erfolgt gleichermaßen mit einer Pt- gegen eine Ag/AgCl-Elektrode. Als Bezugspunkt wird das Potential einer alkalischen Natriumhypochloritlösung gewählt, die aus 170 Teilen Wasser, kO Teilen Soda und 80 Teilen Chlorlauge (i*>6 g/l "aktives Chlor11) besteht und die bei 22° C einen pH von 10,7 aufweist. An einem Millivoltmeter wird das Potential willkürlich auf + *K)0 mV einreguliert. Alle genannten Meßwerte sind darauf bezogen.
In Beispiel 1 wird ein Vergleichsansatz nach bekannter Literaturangaben beschrieben, wobei die Überwachung des Reaktionsablaufes durch Potentialmessung und die Produktisolierung in der gleichen Weise erfolgen wie bei den erfindungsgemäßen Beispielen,
Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel)
30,3 Teile 2-Naphthylarain-1,5-disulfonsäure, 100 #, werden in 300 Teilen Wasser gelöst. Nach Zugabe von 10 Teilen konzentrierter Schwefelsäure wird bei 5 C mit einer Lösung von 7 Teilen Natriumnitrit in 100 Teilen Wasser in üblicher Weise diazotiert. Mit Soda (9,8 Teile) wird anschließend auf pH 7»5 gestellt und die Lösung auf 20° C erwärmt. Sie weist dann ein Potential von 250 mV auf. Nun läßt man binnen 30 Minuten unter gutem Rühren eine Lösung zutropfen, die in 200 Teilen Wasser 50 Teile Soda und 62 Teile Chlorlaugo (123 g/l "aktives Chlor") enthält. Diese Lösung hat bei 25° C einen pH von 10,9 und ein Potential von 370 mV. Unmittelbar nach Beginn des Zutropfens mißt man in der Diazoniumsalzsusponsion noch 205 mV bei pH 7»6. Bereits eine Minute danach
ist das Potential auf 95 mV gesunken, der pH auf* 9,6 gestiegen, 12 Minuten nach Begiitn des Zutropfens ist das Potential auf 0 gefallen, der pH beträgt 10,0, und die Temperatur ist auf 28 C gestiegen, es ist eine klare orangerote Lösung entstanden. Bei Beendigung des Zutropfens mißt man box 30° C ein Potential von 3^5 mV, pH 10,2. Nun wird die Lösung auf 35 C erwärmt, woboi nach 5 Minuten der pH 10,1 beträgt und das Potential wieder auf 90 mV abgesunken ist. Die Lösung wird nun mit soviel Kochsalz versetzt, wie zur Eri-eichung einer 15 %igen Lösung erforderlich ist, und nach Abkühlung auf 10° C wird das auskristallisierte Natriurasalz der 1,2-Naphthochinondiazid-(2)-sulfonsäure-(5) abgesaugt und getrocknet·
Ausbeute: 15,7 Teile 91,2 %iges Produkt, das sind 52,7 % der Theorie.
Beispiel 2 ί
Man bereitet eine Lösung aus 30,3 Teilen 2-Naphthylamine-1,5-disulfonsäure, 100 #ig, in 300 Teilen Wasser, neutralisiert mit Natronlauge und fügt 7 Teile Natriumnitrit zu. Nach Abkühlung auf 5° C läßt man eine Mischung von 10 Teilen konzentrierter Schwefelsäure und 100 Teilen Wasser zutropfen. Nach Abschluß der Diazotierung wird der Ansatz analog zum Beispiel 1 umgesetzt.
Ausbeute: 2^,9 Teile 86,5 #iges Produkt a 63,3 % der Theorie,
Beispiel 3
Von 75,8 Teilen 2-Naphthylamiri-1,5-disulfonsäure wird eine etwa 0,*t molare wässrige Lösung bereitet und durch Zugabe von Natronlauge auf pH 8,5 bis 9 gestellt. Dazu gibt man ti ine Lösung von 17 »5 Teilen Natriumnitrit in 100 Teilen Wasser. Die so erhaltene Lösung wird auf 5 bis 10° C abgekühlt. Sie läuft dann langsam einer ebenfalls auf 5 bis 10 C gekühlten verdünnten Salzsäure zu, die aus 85 Teilen konzentrierter Salzsäure und 200 Teilen Wasser hergestellt wurde.
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Bereits kurze Zeit nach dem Zulaufbeginn scheidet sich das Diazoniumsalz in Form feiner Kristalle ab« Nach beendetem Zulauf wird der Überschuß an salpetriger Säure mit Amidosulf onsäure zerstört.
Dann erwärmt man die Suspension auf 16 C und stellt sie durch Zugabe von Natronlauge auf pH 8,9« Eine '.Potentialities sung ergibt dann 24O mV.
Diese Suspension läßt man binnen 2 Minuten unter guter Rührung in eine vorbereitete Chlorlaugenlösung einfließen, die wie folgt charakterisiert ist: 3*iO Teile ¥asser, 80 Teile wasserfreie Soda, i6o Teile Chlorlauge (i46 g/l "aktives Chlor11)» 22° C, pH 10,7, gemessenes Potential *f00 mV. Unmittelbar nach Zulaufbeginn stellt sich ein Potential von h^O mV ein, das auch noch nach beendetem Zulauf gemessen wird. Die Temperatur ist dann auf 28 C gestiegen, der pH beträgt 9»^5· Bereits zu diesem Zeitpunkt kuppelt die Lösung nicht mehr mit ß-Naphthol. Nach weiteren 5 Minuten beträgt das Potential 435 mV, der pH 9,^5» KJ-Stärkepapier reagiert positiv» Man fügt dieser klaren gelben Lösung soviel Kochsalz zu, daß auf das Volumen bezogen eine 15 $>ige NaCl-Lösung resultiert und salzt so das Natriumsalz der 1,2-Naphthochinondiazid-(2 )-sv»lfonsäure-(5) aus. Durch Abkühlen auf ca. 15 C wird die Kristallisation vervollständigt. Man saugt ab und trocknet und erhält 58,4 Teile 92,3 %±ges Produkt, entsprechend 54,2 Teilen 100 $ig, das sind 79»8 % der Theorie.
Beispiel 4
Die Diazotierung und die weitez-e Behandlung erfolgen wie im Beispiel 3 mit dem Unterschied, daß die verwendete Chlorlauge folgende Zusammensetzung hat: 220 Teile Wasser, 52 Teile Soda und 160 Teile Chloriauge (i42 g/l "aktives Chlor"). Das Potential beträgt gleich nach Zulaufbeginn 460 mV, nach 2 Minuten mißt man 455 niV, pH 9»1» Temperatur 30 C. 3 Minuten später salzt nian aus und erhält nach dem
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Trocknen 57,8 Teile 92,3 ^iges Produkt, was einer Ausbeute von 78» l* % der Theorie entspricht.
Bcispiel 5
3?,9 Teile 2-Naphthylamine-1, 5-"USwIfonsäure werden in 250 Teilen Wasser unter Zusatz von 32 Teile« Natronlauge, 25 %, .gelöst. Diese Lösung (pH 9) wird nach Abkühlen auf 5° C langsam in eine ebenfalls gekühlte wässrige Salzsäure gegeben, die aus 100 Teilen Passer und hZ Teilen konzentrierter Salzsäure besteht. Die überschüssige salpetrige Säure nird zerstört und die Suspension mittels Natronlauge auf pH 7,0 bis 7»5 gestellt; Temperatur 18° C. Die Suspension läuft in j/2 Minute einer auf 25 C erwärmten Chlorlaugenlösung folgender Zusammensetzung zu: 25O Teile Wasser, 60 Teile Soda, 110 Teile Chlorlauge mit einem Gehalt an 95»5 g/l "aktivem Chlor". Unmittelbar nach Zulauf beginn mißt man ein Redox-Potontial von 395 mV und pH 9,1, 1 Minute nach dem Zulauf bot pH 9»1 385 mV. Die Realcticriskontrolle mit KJ«-Stärkepa.pi.er ist positiv, mit ß—Naphthol negativ.
NiJah Aufarbeitung gemäß 'Beispiel 3 werden 29,6 Teile 89,2 $iges Produkt, entsprechend 77»7 % der Theorie, eriial»
ten. . . .
Beispiel 6 ' ..'·
Man verfährt bis zum Ende der Diazotiertmg analog Beispiel 3» Dann läßt man die Diazoniunssalzsuspension schnell in eine Jböiiung aus 500 Teilen Wasser, 120 Teilen Soda, 55 Teilen Katronlauge, 25 %t und 16O Teilen Natriufflhypoehloritlösung (\hli g/l Aktivchlor) einfließen. Unmittelbar nach Zulaufbeginn mißt man 375 mV, nach der Zugabe 3*»5 mV bei 29° C und pH 9i9. Nach Aufarbeitung analog Beispiel 3 erhält man 26,7 Teile 1,2-Naphthochinondiazid-(2 )«-sulfonsaures 9^,2 $, entsprechend 7^>0 % der Theorie.
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Beispiel 7
28,8 Teile 2-Naph thy lamin«-1-sulfonsäuren 97 %> werden analog Beispiel 2 diazotiert. Mit Soda stellt man dann auf pH 6,7 und erwärmt die Suspension auf 22° C, Dann läßt man sie innerhalb 2 Minuten in eine Lösung aus 250 Teilen Wasser, 50 Teilen Soda und 85 Teilen Chlorlauge (ih2 g/l aktives Chlor) bei 28 C einfließen· Das Potential beträgt zu Beginn des Zulaufs *H0 mV bei pH 10,7. 3 Minuten nach Zulaufende mißt man 370 mV, pH 9,8 und 33° C. Die Aufarbeitung erfolgt wie in den anderen Beispielen·
Man erhält 1,2~Naphthochinondiazid-»(2) in einer Ausbeute von 63 ia der Theorie.
Beispiel 8
Eine wie Beispiel 5 hergestellte Diazoniumsalzsuspension wird mittels Soda neutralisiert und auf i6 C erwärmt. Dann gibt man sie schnell in eine Losung, bestehend aus 220 Teilen Wasser, 55 Teilen Soda und 90 Teilen Chlorlauge (i^3 g/l Aktivchlor), die 26 C warm ist. Das Potential entwickelt sich von. kiO mV am Beginn des Zulaufs zu *f05 mV nach Zulauf. pH 10,1, Temperatur 30 C. Ausbeute an 1,2-Naphthochinondiazid- -sulfonsaurem Na-(5) 80,4 % der Theorie.

Claims (3)

  1. - 11 - 2^90,
    Erf indurt&sanspruch
    1. Vorfahren zur Herstellung von reinen 1 ,2—Naphtliochinondiaziden~(2) durch Diazotierung von, gegebenenfalls in 5~ Stellung durch eine Sulfongruppe substituierten, 2-Naph« thylarain-!-sulfonsäuren mit unter Umlagerung anschließendem Substituententausch in 1-Stellung durch Alkalieinwirkung in Gegenwart von Oxydationsmitteln) gekennzeichnet dadurch) daß die Diazotierung durchgeführt wird, indem das Amin im Gemisch mit Natriumnitrit in an sich bekannter Weise zu vorgelegter wässriger Schwefel- und/oder Salzsäure gegeben wird, daß das Reaktionsgemiseh nach erfolgter Diazotierung und nachdem es gegebenenfalls auf pH 6 bis 10 gestellt ist, zügig bei Temperaturen von 12 bis *fO C mit einer überschüssigen, mit zusätzlichem Alkali in Form von Soda und/oder Natronlauge versetzten, Lösung eines geeigneten Oxydationsmittels vereinigt wird, wobei sich das Redox-Potential in der Reaktionslösung nicht stärker als +_ 50 mV ändern und die Reakt ions lösung nach beendetem Zulauf einen pH 8,5 bis 11 aufweisen soll und daß ohne zeitliche Verzögerung das gebildete 1,2— Naphthochinondiazid-(2), gegebenenfalls nach einer Aktivkohlebehandlung, durch Fällungskristallisation, wie Ansäuern oder Aussalzen, aus der klaren Lösung abge«~ sjchieden und isoliert wird.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Oxydationsmittel eine mit soviel Soda und/oder Natronlauge versetzte Natriurahypochloritlösung eingesetzt wird, daß nach erfolgter Reaktion eine klare Lösung mit einem pH von 9 bis 10 resultiert·
  3. 3. Verfahren nach den Punkten 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß die Potentialänderung bis +^ 25 mV beträgt und dieser Potentialbereich auch nach beendetem Zulauf noch eingehalten wird»
    Verfahren nach den Punkten 1 bis 3» gekonnzeichnet dadurch, daß die Einwirkung der alkalischen Hypochloritlö sung bei 20 bis 30° C erfolgt.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0965580A1 (de) * 1998-06-15 1999-12-22 Toyo Gosei Kogyo Co., Ltd. Verfahren zur Herstellung von 1,2-Naphthochinon-2-diazidderivaten
CN117720440A (zh) * 2023-11-13 2024-03-19 湖北兴福电子材料股份有限公司 一种重氮萘醌磺酰氯化合物的工艺合成方法

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