DD222497A1 - Steifer wundverband, insbesondere wundhaube - Google Patents

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DD222497A1
DD222497A1 DD26104484A DD26104484A DD222497A1 DD 222497 A1 DD222497 A1 DD 222497A1 DD 26104484 A DD26104484 A DD 26104484A DD 26104484 A DD26104484 A DD 26104484A DD 222497 A1 DD222497 A1 DD 222497A1
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wound
stiff
wounds
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wound dressing
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DD26104484A
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Klaus Menzel
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Bezirkskrankenhaus Dresden Neu
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen steifen Wundverband, insbesondere eine Wundhaube. Die Wundhauben sollen vorzugsweise in operativ taetigen Kliniken eingesetzt werden. Das Spektrum der Anwendung erweitert sich durch Einsatzmoeglichkeiten bei internen Krankheitsbildern, Hauterkrankungen, bei thermischen Verletzungen und in der experimentellen Chirurgie. Die transparenten, leichten und vorzugsweise aus Thermoplasten wie Polymethylmethacrylat, Polyaethylen, Polystyrol, Polyacrylnitril, Polyamiden oder Polyvinylchlorid hergestellten Wundhauben gestatten eine Wundversorgung wobei die Wunden nur mit dem Medium Luft in Beruehrung kommen. Durch den freien Luftzutritt zur Wunde werden eine Reihe fachliche und oekonomischer Nachteile, die den traditionellen Wundverbaenden anhaften, eliminiert. Das Verfahren hat ausserdem das Ziel Vorbehalte, die man der offenen Wundbehandlung immer wieder entgegenbrachte, abzubauen.

Description

Titel der Erfindung
Steifer Wundverband, insbesondere Wundhauben
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung soll vorzugsweise in operativ tätigen Kliniken zur Wundabdeckung eingesetzt werden. Prinzipiell ist keine Wundart von dieser offenen Wundbehandlung ausgeschlossen. Als besonders geeignet erscheint die V/undhaube jedoch bei allen operativ gesetzten Wunden unter aseptischen Bedingungen. Weitere Möglichkeiten der Anwendung ergeben sich bei der Behandlung von Verbrennungen, von peripheren Durchblutungsstörungen und in der experimentellen Chirurgie.
Darüberhinaus erweitert sich der Anwendungsbereich für Hauterkrankungen, die verbandslos behandelt werden können, bei denen der freie Luftzutritt und di.e permanente Sichtkontrolle fachliche Vorteile bringt.
Charakteristik der bekannten technischen lösungen
Seit; Jahrzehnten wird in den chirurgischen Kliniken der ganzen Welt traditionell mit Baumwollkompressen oder verschiedenen Spraysorten verbunden. Im allgemeinen wird eine eben operativ geschlossene Wunde desinfiziert und dann mit zwei bis.drei Baumwollkompressen abgedeckt. Die Fixierung des Verbandes erfolgt gewöhnlich mit Pflasterstreifen oder einem Maetisolschleier. --Das Auftragen von Flüssigpflaster· erfolgt ebenfalls sofort nach Wundverschluß und wird oftmals
mit der erstgenannten Methode kombiniert. Die Entfernung der Verbände erfolgt unterschiedlich zwischen dem 2, und 12. Tag pqstoperativ. Aus Z. Ghir. Sonderband S. 1084—85 (1967) ist zwar andererseits bekannt, daß bei verbandsloser Wundbehandlung günstige Ergebnisse erzielt werden können, jedoch werden dort keine Angaben über die Methode selbst gemacht. Es· ist auch bekannt, Wunden nach deren Versorgung mit Drahthauben abzudecken, die ihrerseits mit Tüchern abgedeckt sein können. In Mörl, Lehrbuch der Unfallchirurgie S. 96, VEB Verlag Volk und Gesundheit Berlin (I964) wird empfohlen, jauchende Wunden offen, mit zeitweiser Dauerberieselung zu behandeln. Diese Methode wird jedoch nur in 'Sonderfällen angewendet und ist sehr aufwendig und umstand-' .lieh. .. ' ' ' .^ · . · : : ' ' Den bisher bekannten Verbänden haften eine Reihe von Nachteilen an. ; Daß sich die offene Wundbehandlung bisher nicht durchgesetzt hat, scheint historische und technische Gründe zu haben. Einmal glaubte man seit Hippokrates immer noch fest an den schädlichen Einfluß der Luft und versuchte sie durch Okklusivverbände von den Wunden fernzuhalten. N Vorbehalte dieser Art haben sich bis in unsere Zeit gehalten, indem sogar Chirurgen eine Sekundärinfektion frisch geschlossener Operationswunden von außen für möglich und wesentlich halten. Der Umstand, daß es nach operativem Wundschluß zur Verschmutzung der Kleidung .und Bettwäsche kommt, dürfte , ebenfalls der offenen Wundbehandlung bisher entgegengewirkt haben.
Die Nachteile des Baumwollkompressenverbandes bestehen vor allem in folgendem: .
'-" Wärme- und Flüssigkeitsstau im Wundbereich, -Förderung des Bakterienwachstums,
- Förderung des Hospitalismus durch die Koritaktwegstrecke der infizierten Kompressen von der Wunde bis zu ihrer umweltbelastenden Beseitigung,
--. Sensibilisierung gegenüber Antiseptika, . '
- Fehlende Sichtkontrolle der Wunde schränkt die Früherkennung von Wundkomplikatiönen ein,.
- die gewaltsame Entfernung des Verbandes zwischen dem 2. und 12. Tag löst frische Granulationen und frischen Schorf,
- hoher ökonomischer Aufwand (Baumwollkompressen, Desinfektionsmittel, Instrumente, Gummihandschuhe, Verpackungsmaterialien, Trommeln, Sterilisierungskapazitäten, Elektroenergie, Transportkapazitäten, Bindung von chirurgischem und außerklinischem Personal, höheres Müllvolumen, Verbrennungskapazität).
Auch die bisher bekannten Flüssigpflasterverbände und der Wundverband-Sprays bringen eine Reihe Nachteile mit sich wie:
- Allergien,
- mechanische Beeinträchtigung der Wunden beim Abziehen des Sprayverbändes,
- Umweltbelastung durch das Treibgas,
- !bereits vorhandene Bakterien vermehren sich unter dem Plastefilm, .
- Abhebung des Plastefilms durch Wundsekret,
- Störung des Hautmilieus"und Hautstoffwechseis,
- Störung des Operationsbetriebes durch Einhaltung der Antrocknungszeit des Sprays.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, eine mindestens ebenso gute bzw, bessere Wundheilung und eine Vielzahl qualitativer und ökonomischer Vorteile zu erreichen. Die Methode ist geeignet jahrzehntelang bestehende Vorurteile, die man der offenen Wundbehandlung entgegenbrachte, abzubauen. Durch die Anwendung der Wundhauben entsteht ein mechanischer Schutz für die Wunden, der zugleich die Verschmutzung der Bekleidung
und Bettwäsche vermeidet.\ Ss soll gezeigt werden, daß eine Wunde, die mit nichts anderem als mit dem, Medium Luft in Berührung kommt, ebenso gut heilt und die traditionellen Wundverbände für viele Wunden entbehrlich macht.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die technische Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Wunden mechanisch zu schützen, sie nur mit dem Medium luft in Berührung zu bringen und sie jederzeit visuell durch das gesamte Personal einer Behandlungseinheit kontrollierbar zu machen. Auf diese Weise können besonders die Frühkomplikationen des Wundheilungsprozesses eher erkannt und frühzeitig behandelt werden. Die traditionellen Verbandsmethoden ; lassen die Erkennung Eventration, der Nachblutung, der Ge- · rinnungsstörungen, der foudroyant verlaufenden Wundinfektionen und der Frühabszedierung nur an indirekten Zeichen zu.
Ss handelt sich bei der Erfindung um eine steife, transparente und haubenförmige Wundabdeckung, die _aus physiologisch unbedenklichen Polymeren,insbesondere transparenten Thermoplasten niederer Dichte wie Polymethylmethacrylat, Polyäthylen, Polystyrol, Polyacrylnitril, Polyamide oder Polyvinylchlorid oder auch perforierten metallischen und nichtmetallischen Materialien, hergestellt werden kann, so daß die umgebende Luft über mindestens zwei Öffnungen freien Zutritt zur Wunde hat. Für die Herstellung der Wundhauben bot sich als Thermoplast, insbesondere Polymethylmethacrylat an, das sich durch hohe Lichtdurchlässigkeit, Splittersicherheit und niedrige Dichte auszeichnet. Unmittelbar nach der operativen Zurichtung oder dem operativen Verschluß der Wunden werden die kleineren Ausführungen der Wundhauben mit ein oder zwei Pflasterstreifen auf der Haut fixiert. Für die Abdeckung größerer Körperteile werden die 7/undhauben direkt- auf die Liegefläche des
- 5 -
Patienten aufgesetzt.
Die Erfindung wird an Hand des nachfolgenden-Beispiels erläutert, ohne sie jedo_ch damit in irgendeiner Weise einzuschränken.
Ausführungsbeispiel
Die zweckmäßigste Form der erfindungsgemäßen Wundhauben besteht in einer den Wunden angepaßten, langgestreckten und im Querschnitt ü-förmigen Ausführung wie sie in der Zeichnung in Figur 1,. 2 und 3 in drei Ansichten dargestellt ist. Die Figur 4 zeigt einen Anwendungsfall. Als besonders geeigneter Werkstoff erscheinen uns nach TGL 21410 die Polymethylmethacrylat (PMMA)-Tafeln. Es handelt sich bei dem Werkstoff um ein Thermoplast mit niedriger Dichte (1,18 g/cnr), weitgehender Splittersicherheit und hoher Lichtdurchlässigkeit (92 % bei farblosem Acrylglas) - eine bei der Wundheilung nicht unbedeutende Eigenschaft. Diese Materialeigenschaften lassen den Werkstoffals besonders geeignet· für die Realisierung der Erfindung erscheinen. Die Wundhauben lassen sich durch mechanische und thermische -Verformung aus Materialresten der PMMA-Tafein leicht in kurzer Zeit und in jeder Form herstellen. Durch die Materialeigenschaften und die Formgebung ist eine ideale Wundabdeckung erreicht worden. Medizinische Grundforderungen, wie sie der freie Luftzutritt zur Wunde und der mechanische Schutz der Wunden darstellen, werden neben hoher ökonomischer Effektivität erfüllt. Im Falle einer frisch geschlossenen Operationswunde wird die durchsichtige Wundhaube in wenigen Sekunden über der Wunde mit ein oder zwei Pflasterstreifen fixiert und verbleibt dort bis zur völligen Trockenheit der Schnittränder. Hach unseren Erfahrungen ist die stabile Wundtrockenheit nach 2-4 Stunden erreicht. Anschließend sind die Wundhauben sofort wieder beim nächsten Patienten einsetzbar. Für größere Wundflächen, Verletzungen und Hauterkrankungen sind größere Wundhauben erforderlich und
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über, zeitlich unbegrenzte Zeiträume einsetzbar.
Ergebnisse der klinischen Erprobung
Es wurden 109 Operationen an 101 Patienten durchgeführt, wobei es sich um 102 Leistenbruchoperationen und um 7 ähnliche Operationen gehandelt hat. Eine gewisse Erweiterung der Eingriffsart ergab sich durch 6 Sigmagleitbrüche, durch 9 Rezidivlei etenbrüche, durch 8 doppelseitige Operationen und durch drei gleichzeitige Appendektomien über den Bruchsack. Wir operierten .84 Männer und 17 Frauen. Das ergibt eine Geschlecht fverteilung Männer : Frauen =5:1 (Übereinstimmung mit Literaturangaben "Spezielle Chirurgie" von SERFLIlTG, SCHOBER, SCHMITT 1971/ S. 537).
-Durchschnittsalter bei den Männern betrug 55,2 Jahre' Durchschnittsalter bei den Frauen betrug 52,8 Jahre
0 s 54 Jahre!
präoperative Verweildauer betrug 3,3 ' Tage postoperative Verweildauer betrug 7,4 Tage durchschnittliche Operationsze.it -
pro Eingriff (einschließlich Doppel- und Mehrfacheingriffe). betrug 37 Minuten
Prozentuale Zusammenstellung der Ergebnisse:
Serome . 2,75 %
Hämatome - .. · 0,92 %
Wundeiterung 0,92 %
Wundheilungsstörungen gesamt 4«59 % .
Vergleicht man mit Einschränkungen diese Ergebnisse mit internationalen Werten (Z. Chir. Sonderb. i967 Teil IS. 1091), so liegt die erfindungsgemäße Methode bei allerdings einseitiger Krankengutauswahl bezüglich der Grunderkrankung (HERNIENOPE-.RATIONEN) deutlich unter diesen Angaben.

Claims (4)

Erfindungsansprüche
1. Steifer Wundverband, dadurch gekennzeichnet, daß er. aus einer leichten formstabilen, transparenten und ungehindert luftdurchlässigen Wundhaube gebildet wird, die in Form und Größe der jeweiligen Körper- bzw» Wundform angepaßt ist und an keiner Stelle der Wunde bzw. der erkrankten Haut aufliegt.
2. Steifer Wundverband nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wundhaube aus einem transparenten formstabilen physiologisch unbedenklichen Polymeren niederer Dichte vorzugsweise aus Thermoplasten wie PoIymethylmethacrylatjPolyäthylen, Polystyrol, Polyacrylnitril, Polyamide oder Polyvinylchlorid besteht.
3. Steifer Wundverband nach Punkt 1 und 2, dadurch gekenn· zeichnet, daß die Wundhäube ein U-förmiges Profil hat und ihre Ränder nach außen eingerollt bzw. abgerundet sind (Figur 1, 2 und 3).
4« St-eifer Wundverband liach Punkt 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wundhaube mittels Pflasterstreifen oder anderer Befestigungsmittel für eine Dauer von mindestens 2-4. Stunden nach der Wundversorgung so auf der Haut fixiert wird, daß die Wunde jederzeit 'gut zu beobachten ist (Pigur 4).
DD26104484A 1984-03-20 1984-03-20 Steifer wundverband, insbesondere wundhaube DD222497A1 (de)

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Cited By (7)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4422659A1 (de) * 1994-06-28 1996-01-11 Maria D Mazar Medizinisches Verbandmaterial
EP0888783A1 (de) * 1997-06-30 1999-01-07 Johnson & Johnson Medical Ltd. Verwendung von Molekularsieben zur Förderung der Wundheilung
DE10138783A1 (de) * 2001-08-07 2003-02-20 Christine Vad Verbandhilfe zur Wundversorgung
DE202008009795U1 (de) 2008-07-22 2008-09-25 Neubauer, Norbert Wundauflage
DE202009013208U1 (de) 2009-10-01 2010-02-18 Neubauer, Norbert Vakuumventil
DE202009016141U1 (de) 2009-11-26 2010-03-04 Neubauer, Norbert Vakuumventil
DE202015007868U1 (de) 2015-11-14 2016-01-26 Norbert Neubauer Belüftungsdrain für Wunden

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