DD223064B5 - Verfahren zur Herstellung von Mitteln mit antiphlogistischer Wirkung - Google Patents

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DD223064B5
DD223064B5 DD26459184A DD26459184A DD223064B5 DD 223064 B5 DD223064 B5 DD 223064B5 DD 26459184 A DD26459184 A DD 26459184A DD 26459184 A DD26459184 A DD 26459184A DD 223064 B5 DD223064 B5 DD 223064B5
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Chlodwig Dipl-Agr-Ing Dr Franz
Otto Dr Isaac
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Degussa
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Mitteln mit antiphlogistischer Wirkung aus Matricaria Chamomilla. Arzneimittel und kosmetische Mittel aus Zubereitungen der Blütenköpfchen der Echten Kamille (Chamomilla recutita [L.] Rauschert, synonym mit Matricaria chamomilla L) finden wegen ihrer antiphlogistischen und spasmolytischen Wirkung eine
breite Verwendung. Besondere Bedeutung kommt dabei den Wirkstoffen (-)-a-Bisabolol und Chamazulen zu. Ein aus Kamillehergestelltes Mittel sollte deshalb einen möglichst hohen Gehalt an diesen beiden Substanzen aufweisen.
Bekannt ist die Kamillensorte DEGUMILL (DE-PS 2 402 802; IT-PS 1 035 096), die einen hohen Gehalt an (-)-a-Bisabolol und Chamazulen aufweist. Chladek u. a. beschreiben in der Pharmazie Band 13 (1958), Seiten 712-718 die Blütenfaszinationen bei der Echten Kamille
(Matricaria chamomilla L) und die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Verwertung solcher Formen.
Phytochemische Untersuchungen einer neu gezüchteten Kamillensorte wurden von Poethke u. a. in der Pharmazeutischen Zentralhalle, Band 108, (1969), Seiten 733 und 813 bis 823 beschrieben. Für den Erhalt der Wirkstoffe in getrockneten Kamillenblüten, insbesondere der wichtigen antiphlogistisch wirkenden Wirkstoffe A2ulen und (-)-a-Bisabolol, ist die Grusanfälligkeit solcher getrockneter Blüten, das heißt ihre Zerbröselung, von größter Bedeutung. Bei getrockneten Kamillenblüten, die leicht zerbröseln, also eine starke Grusbildung ausweisen, erfolgt eine sehr viel raschere Abnahme des Ölgehalts und damit der Wirkstoffe als bei den nicht zerbröselten Blütenkörbchen. Es ist aber bekannt, daß alle derzeit bekannten tetraploiden bzw. großblütigen Kamillen, also auch die in den vorab genannten Literaturstellen erwähnten, im getrockneten ι Zustand sehr instabile Blütenköpfchen besitzen. Das bedeutet, daß hier eine
starke Grusbildung bzw. Zerbröselung stattfindet. Dabei kann der Anteil der Brösel bis zu 50 % betragen. Durch diesen Zerfallder Blütenkörbchen wird die Qualität der getrockneten Blüten stark vermindert, der Wirkstoffgehalt sinkt bis auf die Hälfte.
Darüber hinaus verlieren die getrockneten Blüten (Drogen) ihr Aussehen. Ein weiterer Nachteil der vorab erwähnten bzw. beschriebenen Kamillen besteht darin, daß es sich bei ihnen sämtlich um Bisaboloxid-Kamillen handelt, d. h. sie enthalten entweder gar kein oder nur sehr geringe Mengen (-)-a-Bisabolol. Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens zur Herstellung von neuen Mitteln mit
antiphlogistischer Wirkung einer neuen tetraploiden Kamillensorte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neues Mittel mit antiphlogistischer Wirkung herzustellen, welches sich
insbesondere durch einen erhöhten Gehalt an (-)-a-Bisabolol und Chamazulen auszeichnet, wobei der Gehalt an Chamazulenmindestens 120 mg%, an (-)-a-Bisabolol mindestens 200 mg% und der Gehalt an übrigen Bisaboloiden weniger als 50 mg%
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Mitteln mit antiphlogistischer Wirkung, bestehend aus getrockneten Blüten von Matricaria Chamomilla, wobei diese Blüten mindestens 120 mg% Chamazulen, mindestens 200 mg% (-)-Ot-Bisabolol und,weniger als 50 mg% an übrigen Bisaboloiden enthalten, falls die entsprachenden Blüten im Vegetationsstadium geerntet werden, wo 30 bis 100 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens geöffnet sind und die Trocknung bei einer Temperatur von höchstens 60 9C stattfindet Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß man die diploide Kamillensorte Degumill in an sich bekannter Weise tetraploidiert, das tetraploidisierte Produkt in an sich bekannter Weise ausselektiert und so erhaltene beziehungsweise aufgezogene Pflanzen weiteren Selektions- und Vermehrungsschritten unterwirft, wobei stets solche Pflanzen ausselektiert werden, welche
a) ungefähr gleichzeitig blühen
b) eine gleichmäßige, grundständige Verzweigung und eine schmale Blühzone von ca. 5 cm aufweisen
c) große Blütenköpfchen mit einem Außendurchmesser von ca. 30 mm (25 bis 35 mm) haben und
d) einen Mindestgehalt der bei 40 °C getrockneten Blüten (bezogen auf die getrockneten Blätter) von mindestens 150 mg% Chamazulen, mindestens 300 mg% (-)-ot-Bisabolol und einem Gehalt an übrigen Bisaboloiden unter 50 mg% aufweisen, wobei die Blüten hier bei 40 0C getrocknet und im Vegetationsstadium, wo 40-60 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens aufgeblüht sind, geerntet werden,
und die so erhaltenen Pflanzen vermehrt, in dem Stadium erntet, wo 30-100 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchensgeöffnet sind und bei einer Temperatur von höchstens 60 9C trocknet.
Vollkommen überraschend und im Gegensatz zu allen bisher bekannten tetraploiden großblütigen Kamillenblüten sind die
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen getrockneten Kamillenblüten hingegen fest, und es findet hier praktischkeine bzw. nur eine sehr geringe Zerbröselung statt. Da es sich bei dem erfindungsgemäß hergestellten Mittel um ein Mittelmit antiphlogistischer Wirkung handelt ist für die Stabilität und die Lagerung dieses Mittels die nur sehr geringe Zerbröselungein ganz entscheidender Faktor und gegenüber den bisher bekannten getrockneten Blüten ein völlig überraschender
Fortschritt. Die Tetraploidisierung erfolgt mittels Chemikalien bei Temperaturen zwischen 0 und 35 9C, mittels Gammastrahlen, Röntgenstrahlen oder UV-Strahlen bei Temperaturen zwischen 0 und 35 9C, mittels hoher Temperaturen von 33 bis 50 9C oder
mittels niedriger Temperaturen von 0 bis 5 °C.
Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Mittels wird eine Kamille mit der Bezeichnung DEGUMILL verwendet (es handelt sich
hierbei um die im Patentanspruch der DE-PS 24 02 802 erwähnte Kamillensorte; DDR-Sortenschutzrecht Degumill;
IT-PS 1 035 096). Diese Kamillensorte Degumill weist einen gleichzeitig hohen Gehalt an (-)-O-Bisabolol und Chamazulen auf. Der Chamazulen- und Bisabololgehalt dieser Kamillensorte DEGUMILL ist jedoch nur dann beständig, wenn jegliche Einkreuzung beziehungsweise Fremdbestäubung mit anderen Kamillensorten, deren Bisabolol- und Chamazulengehalt
erheblich niedriger ist, beziehungsweise mit der überall vorhandenen wirkstoffarmen Wildkamille, verhindert wird. Diese
Einkreuzungsgefahr durch Fremdbestäubung ist fast immer vorhanden, da die Wildkamille praktisch überall vorkommt. Die Kamillensorte DEGUMILL ist diploid. Durch Tetraploidisierung gemäß den in dem Hauptanspruch angegebenen Methoden
wird aber überraschenderweise erreicht, daß die so erhaltene tetraploide Kamille nicht mehr anfällig gegen die
Fremdbestäubung ist, das heißt, daß der Chamazulengehalt und der (-)-a-Bisabololgehalt beständig wird. Durch weitere Selektions· und Vermehrungsschritte gelingt es dann insbesondere, den Gehalt an (-)-a-Bisabolol und auch an Chamazulen
weiter zu erhöhen, während der Gehalt an den übrigen Bisaboloiden abnimmt und unter 50 mg% liegt.
Die so aus der Kamillensorte DEGUMILL erhaltene neue Kamille zeichnet sich überraschenderweise auch gegenüber den
anderen bekannten tetraploiden Kamillensorten durch eine Reihe von neuen und vorteilhaften Eigenschaften aus, nämlichdurch einen unvergleichlich höheren Gehalt an dem wichtigen Wirkstoff (-)-ot-Bisabolol sowie einen sehr geringen Gehalt anden übrigen Bisaboloiden, sowie durch verbesserte Keimfähigkeit der Samen; geringeren Anfall von nicht brauchbarer
Krautmasse (das heißt höherer Blütenertrag); niedrigeren Wassergehalt der Blüten (das heißt bessere Ausbeute an
getrockneten Bluten und kürzere Trocknungszeiten); bessere Eignung für die maschinelle Ernte, weil die Blüten weitgehend ineiner Ebene lokalisiert sind und die meisten Blüten gleichzeitig blühen (dadurch wird auch ein einheitlicher Ernteterminmöglich); bessere Haltbarkeit der Droge (geringere Neigung zu Zerfall und Grusbildung) und besonders aromatischen undtypischen Kamillegeruch.
Die Tetraploidisierung kann beispielsweise in an sich bekannter Weise durch Behandlung von Pflanzenteilen (Samen, Wurzeln, Sproßspitzen, Keimen, Achselknospen) oder Gewebe der Kamillenpflanze DEGUMILL mit Chemikalien, Röntgenstrahlen, Gammastrahlen oder UV-Strahlen erfolgen. Sie kann weiterhin durch Anwendung von hohen oder auch
niedrigen Temperaturen auf die Kamillenpflanze DEGUMILL beziehungsweise Pflanzenteile oder Gewebe der Kamillenpflanze
DEGUMILL erfolgen. Es wird hierzu beispielsweise auf das Buch von Werner Gottschalk ,Die Bedeutung der Polyploidie für
die Evolution der Pflanzen", Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 1976, insbesondere Seiten 13 bis 22 verwiesen.
Die Tetraploidisierung durch Chemikalien. Als Chemikalien für die Tetraploidisierung kommen zum Beispiel in Frage: Colchicin, Acenaphthen, Alkaloide wie Atropin, Veratrin, Nicotin, Sanguinarin, Derivate des Benzols, Diphenyle und Phenanthrene, Naphthalin und Naphthalinderivate, Diphenylamin, Tribromanilin, Paradichlorbenzol, Methylnaphthochinon, Methylnaphthohydrochinon, Salicylsäure und
verwandte Substanzen, Hexachlorhexan, Pervitin (Hydrochlorid), Alkyl-Alkali-Carbamate wie Isopropyl-Natrium-Carbamat,
Phenylurethan, Salze der Kakodylsäure (zum Beispiel Natriumsalz), Glykoside von Convallaria wie Convallarin, Convallatoxin
und Convallamarin, Heteroauxin, Germisan (Phenylmercuribrenzkatechin), organische Quecksilberverbindungen wie Ethyl-
OuecksiierPhoiphat, Ethyl uuecksifcerChlorid, PhenylQuecksilbef-Hydrotid, Phe^uueckdberOhaiiMhylinethandisiilfonat, Chloroform, Lachgas (N2O) sowie Gemische dieser Stoffe. Weiterhin können auch Ölkuchen, Kompost und Kuhdung in Betracht. Die Behandlung mit den hier erwähnten Stoffen erfolgt beispielsweise bei Temperaturen zwischen 0 und 35 9C, vorzugsweise
zwischen 12 und 30 9C, insbesondere 15 und 25 0C.
Die Applizierung erfolgt beispielsweise durch Behandeln von Samen, Sproßspitzen, Wurzeln (insbesondere Wurzelspitzen
oder Wurzeln von Keimlingen), Fruchtknoten, von Schnittflächen aus Blättern oder Stengeln, von Zellsuspensionen aus
Meristem-Gewebe, von Kalluskulturen oder auch durch Injektion in die basale Stengelregion oder in den Bereich der Achselknospen. Die Chemikalien werden im allgemeinen in Form von Lösungen in Wasser, schwach alkoholischen
(Alkoholgehalt in der Regel unter 5 %) oder schwach sauren Lösungen angewendet. Der pH-Wert der schwach sauren
Lösungen liegt beispielsweise bei 5,5-6,5, wobei das Ansäuern beispielsweise mittels niederen organischen aliphatischen Säuren wie Essigsäure, erfolgt. Falls man alkoholische Lösungen verwendet, können diese ebenfalls schwach sauer sein. Die Konzentrationen deV Chemikalien in diesen Lösungen kann beispielsweise 0,01 bis 0,5 %, vorzugsweise 0,02 bis 0,2 %,
insbesondere 0,05 bis 0,1 % betragen. Gasförmige Stoffe kommen als solche, gegebenenfalls unter Druck (zum Beispiel 1 bis10 bar) zur Anwendung. Die Behandlungsdauer beträgt beispielsweise 1 bis 36, vorzugsweise 2 bis 12, insbesondere 4 bis 6Stunden.
Die wirksamsten Konzentrationen sowie die Einwirkungsdauer sollte zweckmäßig jeweils in Vorversuchen getestet werden. Besonders günstig ist zum Beispiel die Behandlung mit Colchicin bei Temperaturen zwischen 0 und 35 0C, vorzugsweise 12 bis
30 0C, insbesondere 15 bis 25 0C. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß Samen der Kamillensorte DEGUMILL ineiner 0,01 bis 0,2%igen, insbesondere 0,02 bis 0,1%igen, vorzugsweise 0,05%igen Colchicinlösung zum Quellen gebrachtwerden oder daß ausgekeimte, 5 bis 7 Tage alte gute entwickelte Keimlinge der Kamillensorte DEGUMILL (mit den
Keimblättern nach unten) in eine 0,01 bis 0,2%ige, insbesondere 0,02· bis 0,1%'ige, vorzugsweise 0,05%ige Colchicinlösung
getaucht werden. Bei letzterem Verfahren soll die umgebende Atmosphäre nahezu 100 % relative Luftfeuchtigkeit aufweisen.
Die Dauer der Colchicin-Behandlung beträgt beispielsweise 3 bis 36 Stunden, insbesondere 4 bis 10 Stunden. Bei der Verwendung von Keimlingen ist im allgemeinen eine Einwirkungsdauer bis zu 10 Stunden ausreichend. Bei der Verwendung
von Samen kann sich die Einwirkungsdauer gegebenenfalls bis zu 36 Stunden erstrecken.
Nach der Behandlung mit den Chemikalien werden die gequellten Samen, Keimlinge, beziehungsweise sonstige Pflanzenteile,
mit Wasser mehrmals gespült. Die gequellten Samen werden beispielsweise ausgesät. Die Pflanzen mit behandelten Wurzelnoder sonstige Pflanzenteile oder die behandelten Keimlinge werden beispielsweise in Pflanzkisten pikiert. Aus den sobehandelten Samen beziehungsweise Keimlingen werden die Pflanzen aufgezogen (zum Beispiel im Gewächshaus:
Temperatur zwischen 18 bis 25 0C am Tag und 10 bis 16 0C nachts) und die Pflanzen ausgewählt, deren Pollen etwa 1'/,mal
größer sind als die Pollen des Ausgangsmaterials beziehungsweise eine Chromosomenzahl der somatischen Zellen von 36aufweisen. Falls man sonstige Pflanzenteile (ober- oder unterirdische Teile) der Chemikalienbehandlung unterwirft, werdenausschließlich die aus den behandelten Teilen hervorgegangenen Triebe, Wurzeln oder Blüten/Samen einer späteren
Untersuchung auf erfolgte Tetraploidisierung unterzogen. Wenn beispielsweise eine Sproßbehandlung oder eine Achselbehandlung vorgenommen wurde, wird anschließend nur der aus dieser Achsel beziehungsweise aus diesem Sproß
entstehende neue Trieb und die auf ihm gebildeten Blüten beziehungsweise Samen auf Chromosomenzahl untersucht.
Die Pollengrößenmessungen und die Chromosomenzählung können beispielsweise so durchgeführt werden wie in Beispiel 1
angegeben ist.
Die Behandlung mit Chemikalien kann auch nach folgender Methode durchgeführt werden: Von blühenden Pflanzen werden geschlossene Röhrenblüten geerntet, deren Antheren (Staubbeutel) sich im Stadium vor der
ersten Pollenmitose befinden. Die Antheren werden mittels Mikromanipulator aus den Blütenknospen entnommen und in
Petrischalen übertragen, die beispielsweise mit dem Nährmedium nach Nitsch und Nitsch (Tabelle 1) gefüllt sind. Anschließend
werden die Petrischalen in einem Kulturraum im 16-Stunden-Tag bei 28 "C Tag- und 20 *C Nachttemperatur aufbewahrt. Nachcirca vier Wochen beginnen die Antheren aufzubrechen und Pflänzchen herauszuwachsen. Diese sind bei diploidem Elternteilhaploid, bei tetraploidem Elternteil dihaploid; sie werden nach Ausbildung von Wurzeln beispielsweise in Gartenerde getopftund im Gewächshaus zum Blühen gebracht. Diese (di)haploiden Pflanzen sind steril, können jedoch durch Sproßspitzen-,
Wurzel- oder Stengelbehandlung mit Chemikalien, wie zum Beispiel Colchicin polyploidisiert werden, wobei homozygote Pflanzen entstehen, die sich dann über Samen weitervermehren lassen. Das weitere Vorgehen erfolgt wie bei der Behandlung
mit Chemikalien (zum Beispiel Colchicinbehandlung) beschrieben ist.
Die Tetraploidisierung durch Strahlen. Die Einwirkung erfolgt beispielsweise auf Samen oder Wurzelspitzen bei Temperaturen zwischen 0 und 35 *C, vorzugsweise
10 und 30 °C, insbesondere 15 und 25 "C. Bestrahlungssumme: 5 bis 50 Krad. Vorzugsweise kommen Gamma- oder
Röntgenstrahlen in Frage. Als UV-Strahlen kommen beispielsweise solche mit einer Wellenlänge von 400 bis 30 nm, vorzugsweise von 350 nm in Frage. Die so bestrahlten Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile werden dann ebenso weiterbehandelt wie nach der Behandlung
mit Chemikalien.
Anwendung hoher und niedriger Temperaturen. Als hohe Temperaturen kommen beispielsweise Temperaturen zwischen 33 und 50 eC, vorzugsweise 42 bis 45 0C in Frage. Diesen Temperaturen werden beispielsweise ausgesetzt: gequollene Samen, Keimlinge, Triebspitzen und meristematisches Gewebe. Dauer der Behandlung: zum Beispiel 1 bis 48, vorzugsweise 12 bis 24 Stunden. Als niedrige Temperaturen kommen beispielsweise in Frage: 0 bis 5 "C, vorzugsweise 0,5 bis 4 "C, insbesondere 2 0C. Diesen Temperaturen werden beispielsweise ausgesetzt: gequollene Samen, Keimlinge, Triebe und meristematisches Gewebe. Dauer
der Behandlung: zum Beispiel 1 bis 100, vorzugsweise 20 bis 40 Tage. Die so behandelten Pflanzen beziehungsweise
Pflanzenteile werden ebenso weiterbehandelt wie nach der Behandlung mit Chemikalien.
Kulturmedium nach Nitsch und Nitsch (Science, 1969)
mg/1
KNO3 9SO
NH4NO3 720
MgSO4XTH4O 185
CaCI2 166
KH2PO4 68
MnSO4 χ 4 H2O 25
H3BO3 10
ZnSO4 χ 7 H2O 10
Na2MoO4 x 2 H2O 0,25
CuSO4XSH2O 0,025
5 ml einer Lösung aus 7,45 g
Ethylendiamintetraessigsäure-dinatriumsalz
und 5,57 g FeSO4 χ 7 H2O auf 1000 ml
myo-lnosit 100
Glycin 2
Nicotinsäure 5
Pyridoxin-HCI 0,5
Thiamin-HCI 0,5
Folsäure 0,5
Biotin 0,05
Saccharose 20 g
Fertignährboden (DIFCO-Bacto-Agar) 8g
Indolessigsäure 0.1
pH des Mediums eingestellt auf 5,5
Von den durch Pollengrößenmessung und/oder Chromosomenzählung ausselektierten tetraploiden Kamillenpflanzen, die nach den vorstehend beschriebenen Möglichkeiten erhalten werden können, werden dann nochmals die Pflanzen ausselektiert, die folgende Bedingungen erfüllen:
a) ungefähr gleichzeitiges Blühen,
b) eine gleichmäßige, grundständige Verzweigung und eine schmale Blühzone von circa 5 cm,
c) große Blütenköpfchen mit einem Außendurchmesser von circa 30 mm (25 bis 35 mm),
d) Mindestgehalt an Chamazulen von 150 mg% und Bisabolol von 300 mg% und einem Gehalt an übrigen Bisaboloiden (insbesondere Bisabololoxide) unter 50 mg% (bezogen auf die getrockneten Blüten, siehe Beispiel).
Die so ausgesuchten Pflanzen werden nun vegetativ durch Stecklinge vermehrt (verklont) und über 3 bis 5 Generationen ausgelesen, wobei die Auswahl stets nach den oben angegebenen Kriterien a)-d) erfolgt. Das heißt, die gemäß den Kriterien a)-d) ausgesuchten Pflanzen werden verklont, aus den verklonten Pflanzen wird Saatgut gewonnen, die hieraus erhaltenen Pflanzen nach den Kriterien a)-d) ausselektiert und aus letzteren wieder Saatgut gewonnen.
Die Sequenz Aussaat - Selektion gemäß a)-d) - Saatgutgewinnung kann 2-4mal wiederholt werden.
Daran schließt sich nochmals eine Sequenz Aussaat - Selektion gemäß a)-d) - Verklonung - Saatgutgewinnung an.
Das zuletzt erhaltene Saatgut ist dann das Vermehrungsgut der verfahrensgemäßen Kamillensorte Manzana.
Die Stecklingsvermehrung erfolgt dabei auf folgende Weise: Zur Stecklingsvermehrung müssen die Ausgangspflanzen (Klonmutterpflanzen) unter Kurztagbedingungen blütenknospenfreie Kurztriebe ausbilden. Dies erfolgt im Winterhalbjahr im Gewächshaus ohne Zusatzbeleuchtung oder in Klimakammern bei einer Tageslänge von 6 bis 10, vorzugsweise 8 Stunden und Temperaturen von 10 bis 15 "C, vorzugsweise 12 °C. Zur Verklonung beziehungsweise Vermehrung eignen sich Blatt-, Trieb· und insbesondere Kurztrieb-(Seitentrieb-)Stecklinge. Ihre Bewurzelung erfolgt bei 12 bis 18 9C, vorzugsweise 15 "C und Tageslängen von 12 bis 16, vorzugsweise 14 Stunden in gespannter Atmosphäre (ca. 100 % relative Luftfeuchte). Als Substrat kann beispielsweise ein Torf-Sand-Gemisch im Verhältnis 1:1 verwendet werden; es eignen sich aber auch reiner Quarzsand, Steinwolle-Stecklingswürfel, Torf-Stecklingswürfel und ähnliches.
Für die Aussaat kommen hierbei beispielsweise folgende Böden in Betracht: Gartenerde; humose, mittelschwere Lehmböden; lehmige oder humose Sandböden.
Es kann im Gewächshaus oder auch im Freiland ausgesät werden. Die Temperaturen für Keimung und Wachstum der Pflanzen liegen beispielsweise zwischen 12 bis 24 °C, insbesondere 18 bis 20 °C. Falls im Freiland ausgesät wird, wird vorzugsweise im Herbst (September/Oktober) oder im Frühjahr (März/April) gesät. Diese Termine gelten für sämtliche in Frage kommenden Anbaugebiete (zum Beispiel nördliche Hemisphäre, gemäßigte bis subtropische Klimagebiete).
Die so erhaltene Kamillensorte gehört zur Kulturpflanzenart der echten Kamille mit der botanischen Bezeichnung Matricaria Chamomilla L. (synonym Chamomilla recutita [L.], Rauschert). Das bei einer Temperatur von höchstens 60 0C getrocknete Material aus den Blüten dieser Kamille, die in dem Vegetationsstadium geerntet werden, wo 30-100 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens geöffnet sind, enthält mindestens 120 mg% Chamazulen, mindestens 200 mg% (-)-ot-Bisabolol und weniger als 50 mg% an übrigen Bisaboloiden. Ein besonders wirkungsvolles Mittel erhält man, wenn solche Blüten getrocknet werden, die in dem Blüten-Entwicklungsstadium geerntet werden, wo erst 30-70 %, insbesondere 40-60 % (das heißt im allgemeinen 50 %) aller Röhrenblüten eines Blütenköpfchens geöffnet sind und unter Ausschluß des Sonnenlichts bei einer Lufttemperatur von höchstens 50 °C beispielsweise bei 35-50 °C, insbesondere 40 X getrocknet werden.
Die Trocknung kann hierbei entweder durch künstliche Luftzufuhr oder auch durch Trocknung im Schatten, gegebenenfalls auch in der Sonne erfolgen, wobei jedoch darauf geachtet werden soll, daß die Wärmezufuhr nicht über das zur vollständigen Trocknung erfordediche Maß hinausgeht. Es ist also vorteilhaft, daß man sich durch jeweilige Kontrollwägungen von der erreichten Gewichtskonstanz überzeugt. Die Trocknung kann spontan oder künstlich (zum Beispiel mit künstlicher Warmluft) erfolgen. Die Wirkstoffausbeute ist am größten bei spontaner Trocknung unter Ausschluß des Sonnenlichts, vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 40-60 9C, insbesondere 40-50 "C. Der Trocknungsprozeß soll möglichst bald beziehungsweise umgehend nach der Ernte stattfinden. Die Trocknung soll in dünnen Schichten, beispielsweise von 5 bis 20 cm, vorzugsweise 10 cm Dicke durchgeführt werden.
Beispielsweise enthalten im Trockenschrank bei 40 8C getrocknete Blüten (geerntet wo 40-60 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens geöffnet sind) mindestens 150 mg%, zum Beispiel zwischen 150 bis 200 mg% Chamazulen, mindestens 300 mg%, zum Beispiel zwischen 300 bis 450 mg% (-)-a-ßisabolol und nur wenig, das heißt zwischen 5 bis 50 mg% andere Bisaboloide bezogen auf die Trockensubstanz (das heißt bezogen auf das absolute Trockengewicht der Blüten). Dieses absolute Trockengewicht wird durch Trocknung einer separaten Probe von Kamillenblüten der verfahrensgemäßen Kamille (Sortenbezeichnung Manzana) im Trockenschrank bei 105 "C bis zur Gewichtskonstanz (72 bis 96 Stunden) bestimmt. Der Wirkstoffgehalt der bei beispielsweise 35 bis 50 "C getrockneten Blüten (Droge) wird dann auf die bei 105 0C ermittelte Trockenmasse der Blüten berechnet.
Unter der Bezeichnung „übrige Bisaboloide" in dem Anspruch 1 werden insbesondere verstanden:
(-)-a-Bisabololoxid A und B; (-)-a-Bisabolonoxid A. Weitere Bestandteile des ätherischen Öls der verfahrensgemäßen Kamillensorte sind En-In-Dicycloether, Farnesen, Spathulenol und in geringen Konzentrationen verschiedene leichtflüchtige Terpenkohlenwasserstoffe.
In ihrem Phänotyp ist die nach den angegebenen Verfahrensschritten aus der Sorte Degumill erhaltene neue tetraploide Kamille den bisher bekannten tetraploiden Kamillensorten (zum Beispiel Bodegold, Zloty Lan, BK-2, Pohorelicky Velkokvety) ähnlich; sie unterscheidet sich von diesen insbesondere dadurch, daß nun (-)-Oi-Bisabolol die Hauptkomponente des ätherischen Öls der Blüten ist, daß außerdem der Chamazulengehalt höher und der Gehalt an den übrigen Bisaboloiden (Bisabololoxide A und B; Bisabolonoxid) ganz erheblich niedriger ist.
Die aus Degumill erhaltene neue Kamille kann auf allen Böden mit Ausnahme von Böden mit einem Gehalt von mehr als 20 % an organischer Substanz (Humusstoffe und Bodenorganismen) erfolgreich angebaut werden; es sind keine besonderen agrotechnischen Verfahren oder Kulturmaßnahmen erforderlich; lediglich ist für den Anbau ein Langtag mit über 13 Stunden maximale Tageslänge notwendig, das heißt für den Anbau kommen insbesondere die gemäßigten Zonen und die Subtropen in Frage.
Die aus Degumill erhaltene neue Kamille hat einen mittelspäten Erntetermin, eine einheitliche Wuchshöhe mit schmaler Blühzone und große Blütenköpfchen und ist daher besonders für mechanische Ernte geeignet. Hinzu kommt, daß zu gleicher Zeit ausgesäte Pflanzen der aus Degumill erhaltenen neuen Kamille im allgemeinen praktisch zur gleichen Zeit gemeinsam abblühen, so daß auch hierdurch die Ernte sehr vereinfacht und erleichtert wird.
Die aus der Sorte Degumill erhaltene neue Kamille erbringt außerdem einen hohen Ertrag und ist daher besonders für die Herstellung von Bisabolol· und Chamazulenreichen Mitteln mit antiphlogistischer Wirkung geeignet, die in der Medizin, der Kosmetik sowie in Form von Tees Verwendung finden. Aus dem erfindungsgemäß erhaltenen getrockneten Material können zum Beispiel in bekannter Weise durch Extraktion mit Ethanol oder Isopropanol beziehungsweise wässrigen Alkoholmischungen oder durch Extraktion mit überkritischen Gasen Kamillenauszüge beziehungsweise Kamillenextrakte erhalten werden.
Die Bestimmung des Chamazulens erfolgt spektralphotometrisch ähnlich der bei Kamillenextrakten üblichen Weise. Die Bestimmung des (-)-a-Bisabolols sowie der übrigen Inhaltsstoffe des Kamillenöls erfolgt nach der hierfür üblichen gaschromatographischen Methode.
Eine genaue Schilderung der analytischen Bestimmungsmethoden enthält die Anlage A.
Der Wirkstoff Chamazulen liegt in den Kamillenblüten nicht als solcher, sondern in Form des Sesquiterpenlactons Matricin vor. Das Matricin besitzt eine Wirkung, die der des Chamazulens entspricht. Aus dieser Vorstufe Matricin entsteht beispielsweise beim Erhitzen (zum Beispiel Wasserdampfdestillation, Teeaufguß) sofort das Chamazulen. Es ist daher üblich, bei der Kamille nicht den Gehalt an Matricin, sondern den analytisch erfaßbaren Gehalt des sich hieraus bildenden Chamazulens anzugeben.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird nachstehend an einigen Beispielen näher erläutert.
Gewinnung des Mittels mit antiphlogistischer Wirkung. (Nachgereicht am 08.02.1985) Eine Kamille, die man so erhält wie nachstehend beschrieben ist, wird in üblicher Weise feldmäßig ausgesät. Sobald die Pflanzen sich entwickelt haben und die Blütenköpfchen in dem Vegetationsstadium sind, wo etwa 50 % der Röhrenblüten geöffnet sind, werden diese Blütenköpfchen mit einer Kamillenpflückmaschine geerntet, wobei die Kammabstände der Pflückmaschine so eingestellt sind, daß nur die Blütenköpfchen, deren Röhrenblüten zu 50 % offen sind, abgestreift werden.
Das Erntegut wird möglichst rasch an einen schattigen Ort transportiert und dort bis zur Weiterverarbeitung in dünner Lage ausgebreitet. Anschließend werden die Blütenköpfchen in einer Siebanlage von den Stengeln befreit und bis zur
Gewichtskonstanz getrocknet. Der Gewichtsverlust beträgt etwa 80 %. Die Trocknung erfolgt im Schatten an einer gut belüfteteten Stelle auf Horden in einer Schichtdicke von etwa 10 cm.
Nach etwa 2-3 Tagen ist die Trocknung beendet. Zur Entfernung von Stengelteilen und Blütengrus wird das getrocknete Material gesiebt und anschließend in Ballen gepreßt.
Analyse
Ätherisches Öl: 950 mg%
Chamazulen: 1„50 mg%
(-)-a-Bisabolol: 300 mg%
Erfolgt die Trocknung beispielsweise in einer stationären Bandtrockenanlage mittels künstlich erwärmter Luft bei einer Temperatur zwischen SO und 60 'C, so ist die Trocknung nach etwa 4 Stunden beendet. Zur Entfernung von Stengelteilen und Blütengrus wird das getrocknete Material gesiebt und anschließend in Ballen gepreßt.
Die Analysenwerte eines solchen Mittels sind zum Beispiel:
Ätherisches Öl: 850 mg%
Chamazulen: 80 mg%
(-)-a-Bisabolol:
Die verwendete tetraploide Ausgangskamille wird wie folgt erhalten:
Beispiel 1
Samen der Kamillensorte DEGUMILL wurden auf ein mit 0,05%iger wässriger Colchicinlösung getränktes Filterpapier aufgebracht und bei Raumtemperatur (20 0C) 6 Stunden quellen lassen. Daraufhin wurden sie vom Filterpapier entfernt, mit Wasser mehrmals gespült und in Saatkisten (Gewächshaus) ausgesät: Erde: Torf-Sand-Gemisch 1:1, Temperatur: 18 bis 20 °C, relative Luftfeuchtigkeit circa 60 %, Tageslänge bei künstlicher Belichtung: 14 Stunden.
Die keimenden Pflanzen wurden bis zur Blüte beobachtet, der Polyploidisierungserfolg wurde durch Vergleichsmessung der Pollen- und Samengröße sowie durch Chromosomenzählung der Pflanzen ^,-Nachkommenschaft = erste, aus Samen gezogene Nachkommenschaft der als tetraploid bestätigten colchicinierten Pflanzen) festgestellt.
Die Tetraploidisierung kann auch auf folgende Weise erfolgen:
Auf wassergetränktem Filterpapier ausgekeimte, 5 bis 7 Tage alte, gut entwickelte Kamillenkeimlinge der Sorte DEGUMILL wurden bei Raumtemperatur (20 Ό für 4 bis 6 Stunden mit den Keimblättern nach unten in eine 0,05%ige Colchicinlösung gestellt. Die empfindlichen Keimwurzeln wurden dabei geschont; um Trockenschäden an ihnen zu vermeiden, muß die umgebende Atmosphäre nahezu 100 % relative Luftfeuchte aufweisen. Nach der Behandlung wurden die Keimlinge mit Wasser mehrmals gespült und in Pflanzkistchen pikiert. Die weitere Behandlung erfolgte wie bei den Samen.
Die Pollengrößenmessungen werden mit einem Leitz-Binokular-Forschungsmikroskop mit Mikrometer-Meßokular und Mikrometer-Objektträger durchgeführt.
Die Chromosomenzählung findet an Wurzelspitzen statt: Von den im Gewächshaus gezogenen Jungpflanzen oder Stecklingspflanzen werden 1 bis 2 cm lange frische Wurzelenden gesammelt, 5 Stunden in 0,002 molare Hydroxychinolin-Lösung und anschließend 15 Minuten in 1N HCI eingelegt. Zur Untersuchung werden circa 1 mm der Wurzelspitzen mit 2%iger
Orcein-Essigsäure angefärbt und in Ölimmersion mikroskopisch untersucht. Bei den in Mitose befindlichen Zellen kann so der 4fache Chromosomensatz der somatischen Zellen bestimmt werden (4n = 36).
Diejenigen Pflanzen, bei welchen die Pollendurchmesser um circa 50 % größer als derjenige des diploiden Ausgangsmaterials (circa 30 statt circa 20 pm) und bei denen der Chromosomensatz der somatischen Zellen auf 36 verdoppelt war (bei dem diploiden Ausgangsmaterial ist die entsprechende Zahl 18) sind tetraploid. Diese wurden ausselektiert Ungefähr 0,1 bis 0,5 % der Samen beziehungsweise der Keimlinge wurden bei der oben angegebenen Methode tetraploidisiert und entwickelten blühfähige, intakte Pflanzen. Es schließen sich nun folgende Schritte an:
Schritt 1:
Von den (wie oben beschriebenen) ausselektierten tetraploiden Kamillenpflanzen wurden diejenigen Individuen ausgelesen,
a) etwa gleichzeitig blühen,
b) eine gleichmäßige, grundständige Verzweigung und eine schmale Blühzone von ca. 5 cm aufweisen,
c) große Blütenköpfchen mit einem Außendurchmesser von ca. 30 mm aufweisen,
d) einen Mindestgehalt für Chamazulen von 150 mg% und Bisabolol von 300 mg% erreichen oder überschreiten und deren Gehalt an übrigen Bisaboloiden (insbesondere Bisabololoxide) deutlich unter 50 mg% liegt. (Sämtliche Werte beziehen sich auf Blütenköpfchen, die bei 40 "C getrocknet wurden und deren Ernte in dem Stadium erfolgte, wo erst circa 50 % (40 bis 60 %) der Röhrenblüten eines Köpfchens aufgeblüht waren.)
Diese Pflanzen wurden verklont. Hierzu wurden die Pflanzen (Klonmutterpflanzen) zunächst auf circa 15 cm Sproßlänge zurückgeschnitten, unter 8 bis 10 Stunden Tageslänge und 12 bis 14 °C zum Neuaustrieb (kurze Seitentriebe) gebracht. Die Kurztriebe wurden geschnitten und in ein Torf-Sand-Gemisch gesteckt. Bei circa 100 % relativer Luftfeuchte, 15 "C Lufttemperatur und einer Tageslänge von 14 Stunden dauerte die Bewurzelung der Stecklinge 7 bis 14 Tage. Anstelle der angegebenen konventionellen Verklonung (Stecklingsvermehrung) kann auch die in-vitro-Vermehrung teilungsfähiger Gewebspartien der Pflanze eingesetzt werden (sogenannte Meristem-Vermehrung). Zur Etablierung einer Kamillen-Kultur eignen sich verschiedene Teile der Pflanze, vorzugsweise die Sproßspitzen oder die Achselknospen. Nach Abspülen der Pflanzen mit H2O2 werden unter aseptischen Bedingungen im „Laminar Flow" (Hochleistungs-Schwebstoff-Filter mit turbulenzarmer Verdrängungsströmung) Sproßspitzen der Blattachselknospen entnommen und in Reagenzgläser übertragen, die mit einem Nährmedium, beispielsweise nach Murashige und Skoog (Physiol. Plant 15, 473-497,1962) gefüllt sind. Die Reagenzgläser werden in einen Klimaraum mit 12 -18, vorzugsweise 16 Stunden Tageslänge (erreicht durch Fluoreszenz-Leuchtstoffröhren), einer Lichtintensität von 500-10 000 lux, vorzugsweise 1 000-3 000 lux und einer Temperatur von 15-30 "C, vorzugsweise 22-27 0C gestellt.
Sobald die Explantate ein gutes Wachstum zeigen, werden sie auf ein obengenanntes Nährmedium, jedoch mit einer höheren Cytokininkonzentration (30 mg/1 N*-Isopentenyladenin) und wenig oder gar keinem Auxin (0-0,3 mg/1 Indolessigsäure) überführt. In der Folge.strecken sich die Achsen und es werden Adventivorgane sowie vermehrt Achselknospen gebildet. Diese können nach der vorerwähnten Weise entnommen und angezogen werden.
Die für die Pflanzenvermehrung in größerer Zahl bestimmten Explantate (der 3. Passage = 3. Vermehrungsgeneration) werden nach Anwachsen und Ausbildung der Blätter auf dem erstgenannten Nährmedium auf einen Nährboden übertragen, welcher 10 mg/l Indolessigsäure oder 3-lndolbuttersäure oder 0,1-0,3 mg/1 ct-Naphthylessigsäure enthält. Dabei bewurzeln sich die Pflänzchen und können nach etwa 4 Wochen in mit sterilisierter Gartenerde (12 Stunden bei 1205C gedämpft) gefüllte Töpfe gepflanzt und im Gewächshaus (unter Bedingungen wie für die konventionelle Stecklingsvermehrung üblich) weiterkultiviert werden.
Nährmedium nach Murashige & Skoog:
mg/l
mg/l
NH4NO3 400 Indolessigsäure 2,0
Ca(NO3), 4 H2O 144 Furfuryladenin 0,1
KNO3 80 Thiamin 0,1
KH2PO4 12,5 Nicotinsäure 0,5
MgSO4-7 H2O 72 Pyridoxin 0,5
KCI 65 Glycin 2,0
NaFe-EDTA 25 myo-lnosit 100
H3BO3 1,6 Casein-Hydrolys. 1000
MnSO4 4 H2O 6,5 Saccarose 2%
ZnSO4 7 H2O 2,7 gereinigtes Agar-Pulver 1%
KJ 0,75
Schritt 2:
Die nach Schritt 1 erhaltenen Pflanzen blühten unter isolierten Bedingungen im Gewächshaus gemeinsam ab. Die Pflanzen
standen hierbei in 11-cm-Töpfen, gefüllt mit Gartenerde, bei 18 bis 24 "C Tag- und 12 bis 14 CC Nacht-Temperatur. Die
Tageslänge betrug mindestens 14 Stunden und wurde im Winterhalbjahr durch Zusatzbelichtung (200 Watt/m2) erreicht. Die Wasserversorgung erfolgte nach Bedarf. Von der Gesamtheit der selektierten Individuen wurden über einen Zeitraum von 4 Wochen laufend diejenigen Köpfchen zur Saatgutgewinnung geerntet, die verblüht und kurz vor dem Zerfallen waren. Das Saatgut wurde nach Nachtrocknen der
geernteten Blüten bei Zimmertemperatur durch Ausblasen der leichteren Blütenbestandteile gewonnen.
Schritt 3:
Aus dem nach Schritt 2 erhaltenen Saatgut wurde eine Stichprobe entnommen und hieraus circa 2000 Nachkommen gezogen
(ökologische Bedingungen wie bei Schritt 2) und nach den gleichen Kriterien a) bis d) von Schritt 1 selektiert. Mit den soselektierten Individuen wurde dann gemäß Schritt 2 verfahren.
Schritt 4:
Von dem Saatgut gemäß Schritt 3 wurde ein Teil an zwei verschiedenen Standorten im Herbst ausgesät.
Standort A)
450 m NN, 48,5» N/11,5° O,
750 mm Jahresniederschlagssumme,
feucht-gemäßigtes Klima,
Januar -10 bis 00C,
Juli +10 bis+20 "C,
NN = nördlich Normalnull = Seehöhe
0N - nördliche Breite (ngrad)
9O = östliche Länge (ngrad)
Standort B)
200 m NN, 42° N /1° O,
400 mm Jahresniederschlagssumme,
mediterranes Klima,
Januar 0 bis+100C,
Juli +20 bis +30 °C.
Die Aussaat erfolgte an beiden Standorten Ende September/Anfang Oktober. Die so erhaltenen Feldversuchsbestände wurden hinsichtlich homogenem Wuchs, Blütengröße und Erntetermin überprüft
und beurteilt (bonitiert), außerdem wurden Stichproben der Blüten auf die Wirkstoffgehalte untersucht. Aus dem Feldbestandwurden erneut diejenigen Individuen selektiert, die den bei Schritt 1 genannten Parametern entsprechen. Von diesen wird
Saatgut entsprechend Schritt 2, letzter Satz, gewonnen.
Schritt 5:
Mit dem Saatgut gemäß Schritt 4 wurden die Schritte 3 und 4 in der angegebenen Reihenfolge und Weise wiederholt.
Schritte:
Aus dem nach Schritt 5 gewonnenen Saatgut wurden circa 1500 Individuen gezogen (ökologische Bedingungen wie bei Schritt
2) und nach dem gleichen Prinzip, wie bei Schritt 1 angegeben ist, selektiert. Von den so ausselektierten Pflanzen wurden
Individuen ausgewählt und gemäß Schritt 1 verklont. Je 10 Pflanzen jedes Klons wurden in zufälliger Verteilung im Abstand
40 χ 30 cm im Freiland (Standort A, siehe Schritt 4) an isolierter Stelle aufgepflanzt. Der Boden war Lößlehm, pH 7,0; die
Pflanzung erfolgte Anfang Juni, die erste Ernte der Samen Mitte Juli, danach wurden die Pflanzen zurückgeschnitten, blühten
nochmals und lieferten Mitte bis Ende August eine zweite Saatguternte.
Die Saatgutgewinnung dieses Materials erfolgte gemäß Schritt Das nach Schritt 6 erhaltene Saatgut ist das Vermehrungsgut. Blüten von Pflanzen aus diesem Vermehrungsgut (Aussaat September/Oktober, Ernte Anfang Juni des darauffolgenden Jahres), die zu dem Zeitpunkt gepflückt werden, wenn circa 50 % (40 bis 60 % der Röhrenblüten eines Köpfchens geöffnet
sind, und die sofort anschließend im Trockenschrank bei 40 8C 72 Stunden getrocknet wurden, enthalten bezogen auf das
Gewicht der getrockneten Blüten (Trockensubstanz) beispielsweise: 150 mg% Chamazulen, 300 mg% (-)-OC-Bisabolol und
höchstens 50 mg% übrige Bisaboloide.
Weitere beispielhafte Angaben zu der gemäß dem Beispiel erhaltenen Kamille:
I.Wuchs
einheitliche Wuchshöhe (Ausgeglichenheit) mit schmaler Blühzone, daher besonders geeignet für die mechanische Ernte,große Blütenköpfchen, mittelhoher Ertrag;
Form: grundständig verzweigt (3 bis 5fach); Stengel: aufrecht, wenig verzweigt;
2. Belaubung
Blatt: fiederteilig, 2- bis 3fach; Stärke: mittel; Fiederblatt, Farbe mittelgrün; Fiederblatt (Stengelmitte); Fiederung: mittel bis stark gefiedert;
3. Blütenstand
Blütenkörbchen (Blütenköpfchen): circa 30 mm äußerer Durchmesser, circa 15 mm innerer Durchmesser; Einzelkörbchengewicht (trocken): circa 45 mg;
Blütensproß, Länge (mm): circa 700, jedoch abhängig von Anbauort (Klima), Aussaattermin, Boden, Düngung, Pflanzenbehandlung, Witterung; Beginn der Blüte (Tag ab 1. Januar):
circa 160. Tag (Aussaat September, Standort Freising Bundesrepublik Deutschland, ansonsten abhängig von den obengenannten Faktoren).
Blüte: Mitte Juni (siehe oben); Blütenstände ohne Stiel, Gehalt an ätherischem Öl (% der Trockensubstanz): circa 1,0 %; Gehalt an Azulen im ätherischen Öl:
mindestens 15%;
Zerfall der getrockneten Blütenstände, Blütendroge: gering, wenn vor Öffnen der letzten Röhrenblüten geerntet; Pollendurchmesser: circa 30 pm; Samenlänge: circa 1,25 mm; Chromosomenzahl der somatischen Zellen: 4 η: 36;
4. Frucht
Tausendkornmasse (TKM) der Samen: 0,06 bis 0,13 g;
5. Keimfähigkeit (KF) 75,75%;
6. Reinheit 94-95 %;
7. Weitere Merkmale
Eintrocknungsverhältnis frisch: trocken (Blüte) = 5,5 bis 6:1, charakteristisch aromatischer Geruch der Droge, fein aromatischer, typischer Geschmack des Teeaufgusses.
Anlage A
Gewinnung des ätherischen Öls Ausgangsmaterial ist eine Droge aus der Kamillensorte Manzana. Zur Herstellung der Droge werden nur solche Blütenköpfchen verwendet, bei denen 30 bis 70 %, insbesondere 40 bis 60 % der Röhrenblüten geöffnet sind. Die Trocknung
erfolgt in einem Trockenschrank bei 40 °C während 72 Stunden.
Das ätherische Öl der Kamillenblüten wird wie im folgenden beschrieben durch zweistündige Wasserdampfdestillation der Droge gewonnen:
2,0 g unzerkleinerte Droge wird in einem Liter-Rundkolben mit 250 ml entsalztem Wasser versetzt und einer zweistündigen
Rücklaufdestillation in einer Clevenger-Apparatur (Wasserdampf-Destillations-Rücklauf-Apparatur zur gravimetrischen Bestimmung kleiner Mengen ätherischer Öle) unterzogen. Als Vorlage dient 1 ml Pentan pro analysi. Die Rücklaufgeschwindigkeit beträgt 40 ± 4 Tropfen/Minute. Nach Beendigung der Destillation wird das in Pentan gelöste
ätherische Öl möglichst wasserfrei in Reagenzgläser abgelassen und eventuell restliches in der Apparatur anhaftendes
ätherisches Öl mit Pentan nachgespült. Zur Entfernung eventueller Wasserreste wird der Lösung eine Spatelspitze
getrocknetes Na2SO4 zugesetzt und die Lösung anschließend durch eine Glasfilternutsche der Porosität D 3 oder D 4 in Rollrandfläschchen abgenutscht. Nach Abdunsten des Pentans bei 40 0C im Wasserbad und Nachtrocknen im Exsikkator wird die Ölmenge gravimetrisch bestimmt. In dem so erhaltenen Öl (ca. 20 mg) werden anschließend das Chamazulen und das Bisabolol bestimmt.
Spektralphotometrische Bestimmung des Chamazulens
Meßlösung:
Meßgerät:
Wellenlänge:
Küvette:
Spezifische Extinktion von Chamazulen (1 g/100 ml; 1 cm):
Kompensationsflüssigkeit:
Gefundener Gehalt an Chamazulen in mg/100 g:
Das gesamte, aus 2 g Droge erhaltene ätherische Öl (ca. 20 mg) (erhalten wie vorstehend beschrieben) wird in 25 ml η-Hexan oder Cyclohexan gelöst. Filterphotometer (zum Beispiel Eppendorf). 578 nm 1 cm
20,8
η-Hexan oder Cyclohexan
120 E
S78
Steht zur Messung kein Filterphotometer zur Verfügung, so kann die Bestimmung auch mit einem Spektralphotometer durchgeführt werden:
Spektralphotometer (zum Beispiel PM Q Il / oder PM Q III .ZEISS")
605 nm
1 cm
Meßgerät:
Wellenlänge:
Küvette:
Spezifische Extinktion von Chamazulen (1 g/100 ml; 1 cm):
Kompensationsflüssigkeit:
Gefundener Gehalt an Chamazulen in mg/100 g:
In der Meßlösung wird anschließend das Bisabolol bestimmt.
Gaschromatographische Bestimmung des Bisabolol* und der übrigen Bisaboloid«
24,5
η-Hexan oder Cyclohexan
102 · E1
'60S
Gaschromatograph:
Detektor:
Trägergas:
Säule:
Säulenfüllung:
Temperatur:
Detektor:
Einspritzblock:
Säule:
Temperaturprogrammierung:
Probenlösung:
Vergleichslösung:
Einspritzmenge:
Auswertung:
Gehalt an Bisabolol in mg pro 100 g Droge:
Hewlett Packard Modell 5750, Erba Fractovap 2350 oder ähnliches Gerät
Flammen-Ionisations-Detektor
Helium
V8 Zoll; 200 cm; Stahl
3 % Nitrilsilicongummi „XE 60" auf Kieselgur silanisiert
„Chromosorb WAW HP"
125 bis 150 pm als Trägermaterial
3209C
220 "C
85-220 0C
4°/Minute
Es wird die Meßlösung für das Chamazulen verwandt
Circa 15 mg Standard-Bisabolol werden in Cyclohexan zu 25 ml gelöst
Von Probenlösung und Vergleichslösung je 5 pl
Die Auswertung erfolgt durch Peakflächenvergleich
10 χ Einwaage (Vergleich) [mg] χ Fläche (Probe)
Fläche (Vergleich)
Die Bestimmung der übrigen Bisaboloide kann ebenfalls durch Gaschromatographie, beispielsweise unter folgenden Aufnahmebedingungen erfolgen:
Packard, Modell 7721, Serie 800 beziehungsweise Erba Fractovap Serie 2350
Glassäulen, 3 m/2 mm im Durchmesser; 2 m/2 mm im Durchmesser
3 % Methylphenylsilicongummi „OV 1" auf Kieselgur silanisiert
„Gaschrom Q" 125 bis 150 pm als Trägermaterial
30 ml/Minute N2
80 bis 180 0C, 2,5 (3) "C/Minute
200 "C
Flammen-Ionisations-Detektor
ca. 2 μΙ des ca. 1:50 verdünnten ätherischen Öls
Die Auswertung erfolgt teils ohne, teils mit innerem Standard. Als innerer Standard eignen sich Laurinsauremethylester oder Hexadecan für chamazulenarme beziehungsweise chamazulenfreie Öle. Bei Ölen mit einem Chamazulengehalt über 5 % ist dieser als innerer Standard vorzuziehen, wobei die Gehaltsbestimmung photometrisch (bei 578 nm) erfolgt.
Geräte: Säulen: Füllung:
Trägergas:
Temperatur-Programm:
Injektor/Detektor-Temperatur:
Detektor:
Einspritemenge:

Claims (2)

1. Verfahren zur Gewinnung von Mitteln mit antiphlogistischer Wirkung, bestehend aus getrockneten Blüten von Matricaria Chamomilla, wobei diese Blüten mindestens 120 mg% Chamazulen, mindestens 200 mg% (-)-a-Bisabolol und weniger als 50 mg% an übrigen Bisaboloiden enthalten, falls die entsprechenden Blüten im Vegetationsstadium geerntet werden, wo 30-100 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens geöffnet sind und die Trocknung bei einer Temperatur von höchstens 60 0C stattfindet, dadurch gekennzeichnet, daß man die diploide Kamillensorte Degumill in an sich bekannter Weise tetraploidisiert, das tetraploidisierte Produkt in an sich bekannter Weise ausselektiert und so erhaltene beziehungsweise aufgezogene Pflanzen weiteren Selektions- und Vermehrungsschritten unterwirft, wobei stets solche Pflanzen ausselektiert werden, welche
a) ungefähr gleichzeitig blühen
b) eine gleichmäßige, grundständige Verzweigung und eine schmale Blühzone von ca. 5 cm aufweisen
c) große Blütenköpfchen mit einem Außendurchmesser von ca. 30 mm (25 bis 35 mm) haben und
d) einen Mindestgehalt der bei 40 0C getrockneten Blüten (bezogen auf die getrockneten Blätter) von mindestens 150 mg% Chamazulen, mindestens 300 mg% (-)-ct-Bisabolol und einem Gehalt an übrigen Bisaboloiden unter 50 mg% aufweisen, wobei die Blüten hier bei 40 0C getrocknet und im Vegetationsstadium, wo 40-60 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens aufgeblüht sind, geerntet werden,
und die so erhaltenen Pflanzen vermehrt, in dem Stadium erntet, wo 30-100 % der Röhrenblüten eines Blütenköpfchens geöffnet sind und bei einer Temperatur von höchstens 60 0C trocknet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tetraploidisierung mittels Chemikalien bei Temperaturen zwischen 0 und 35 0C, mittels Gammastrahlen, Röntgenstrahlen oder UV-Strahlen bei Temperaturen zwischen 0 und 35 9C, mittels hoher Temperaturen von 33 bis 50 0C oder mittels niedriger Temperaturen von 0 bis 5 0C erfolgt.
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