DD224766A1 - Verfahren zur kontaktierung von gussmodellen - Google Patents

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Eduard Mann
Edwin Lenz
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Erfurt Medizinische Akademie
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kontaktierung von Gussmodellen. Das Ziel der Erfindung besteht darin, hydrophobe Gussmodellwerkstoffe (Wachse, Kunststoffe) mit einem hochviskosen, hydrophilen Film zu bedecken, um die fuer einen Praezisionsguss erforderliche Oberflaechenbeschaffenheit der Gusshohlform zu erhalten. Diese entsteht durch das Umgeben der Modelle mit einem Einbettmedium (Einbettmasse), das aus einer pulver- und einer wasserhaltigen Fluessigkeitskomponente besteht. Erfindungsgemaess wird eine Loesung eines hochviskosen Tensids auf der Basis des Triethanolammoniumsalzes eines Alkylphosphorsaeureesters in Ethanol auf die Modelloberflaeche aufgebracht. Der nach dem Verdunsten des Loesungsmittels zurueckbleibende Film ermoeglicht aufgrund seiner Wasserloeslichkeit den erforderlichen Kontakt zwischen dem Modellkoerper und dem wasserhaltigen Einbettungsmittel. Das Verfahren ist in allen Bereichen der Gusstechnik und somit auch im Bereich der Stomatologischen Laboratoriumsgusstechnologie einsetzbar, wo die Forderung nach praezisen und an ihrer Oberflaeche ebenen und gussperlenfreien Gussobjekten steht.

Description

Verfahren zur Kontaktierung von Gußmodellen Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Kontaktierung von Gußmodellen für die Herstellung von Gußhohlformen, welche für den Erhalt metallischer Gußkörper erforderlich sind, z.B, für die Herstellung von Einstückgußprothesen, Zahnkronen, Zahnteilkörpern u.a.
Charakterisierung: der bekannten technischen Lösungen
Zur Gewinnung von präzisen Gußobjekten ist die exakte Wiedergabe des Modellkörpers in Gestalt der Gußhohlform erforderlich. Dies setzt einen sehr guten Kontakt zwischen dem Modellwerkstoff und der Einbettmasse voraus. Dabei bestehen die Gußmodelle häufig aus Substanzen mit hydrophobem Oberflächencharakter (z.B. Wachse, Kunststoffe), und zur Umhüllung des Modells für die Herstellung der Gußhohlform werden Gießmassen Einbettmassen - verwendet, deren flüssige Komponente überwiegend aus Wasser, wasserhaltigen Lösungen, Dispersionen, Suspensionen oder Solen besteht.
Nach dem Verfestigen der Einbettmasse wird die Gußhohlform durch Ausschmelzen des Wachses und nachfolgendes Ausbrennen der Reste (Wachsausschmelzverfahren) oder die thermische Zersetzung der Kunststoffe erhalten.
Es ist bekannt, daß zur Erzielung eines guten Kontaktes die Oberflächenbeschichtung der Modelle mit niedrigviskosen Tensidlösungen, organischen Lösungsmitteln oder auch. Gelbildnern angewendet werden kann (Graßl, J.-F.: Verbesserung der Oberfläche von Güssen durch Netzmittel und Vakuumeinbettung. Dt. zahnärztl. Z. £ (1954) 1057-1065). Dem Einsatz dieser Medien haftet der Nachteil an, daß der erforderliche Adhäsionsfilm kaum oder nicht in dem gewünschten Umfang gleichmäßig und in sich geschlossen die Modelloberfläche umgibt. Diese bekannten Verfahren sind weiterhin durch den Mangel gekennzeichnet, daß die Adhäsion zur hydrophoben wie zur hydrophilen Kontaktfläche überhaupt nicht gegeben sein kann.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung sind Gußkörper, die sich durch eine möglichst ebene und gußperlenfreie Oberfläche auszeichnen und demzufolge keine formkorrigierende Nachbearbeitung erfordern.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die für die Gußkörper erforderlichen Gußformen genau entsprechend der Gußmodelle abzuformen, wofür ein sehr guter Kontakt zwischen Modell und wasserhaltiger Einbettmasse erreicht werden muß. Erfindungsgemäß werden die Gußmodelle mit einem dünnen PiIm eines hochviskosen Tensids auf der Basis des Tri ethanolamin oniumsalzes eines Alkylphosphorsäureesters, dessen Alkylreste vorzugsweise 10-16 Kohlenstoffatome enthalten, überzogen. Zur Applikation wird eine 5 bis 15%ige Lösung dieser Verbindung in einem leichtflüchtigen, organischen Lösungsmittel verwendet, das die zu behandelnden Oberflächen nicht lösen oder anquellen darf, z.B. Ethanol
Zur Herstellung der Lösung wird die erforderliche Menge des
Lösungsmittels vorgelegt und das Tensid unter intensivem Rühren zugesetzt.
Das Auftragen des Hydrophilisierungsmittels auf die Wachsoder Kunststoffmodelie kann ζ.Β· mittels eines Pinsels oder durch Besprühen erfolgen. Hach dem Verdunsten des Lösungsmittels sind die Modellkörper gleichmäßig mit dem hochviskosen Tensidfilm bedeckt. Der gewünschte Kontakt mit der Einbettmasse wird durch die Wasserlöslichkeit des Tensids bedingt. Vielfach erfolgt der Einbettungsvorgang unter vermindertem Druck und gleichzeitiger Vibration. Das Verfahren ermöglicht durch die Hydrophilisierung an sich hydrophober Oberflächen von Modellkörpern einen sehr guten Kontakt zu dem wasserhaltigen Einbettungsmaterial, und die Kontaktfläche zwischen dem Modell und der Einbettmasse ist bei diesem Verfahren frei von Gasblasen. Daneben wird die Kornanordnung des Einbettungsmaterials durch den hydrophilen PiIm günstig beeinflußt. Die erhaltenen Gußobjekte besitzen eine glatte Oberfläche, die keine Gußperlen aufweist. Dadurch entfällt eine formgebende Nachbearbeitung, die bei Einsatz von Co- und 3Ji-Basislegierungen einen erheblichen Arbeitsaufwand und bei Edelmetallegierungen außerdem einen nicht vertretbaren Metallverlust darstellen würde.
Ausführungsbeispiel
Ein Gemisch der Zusammensetzung
10 Masseprozent Triethanolammoniumsalz des Alkylphosphorsäureesters (Gemisch aus Mono- und Diester) mit einer Kohlenstoff-Kette von 16 Kohlenstoffatomen
90 Masseprozent Ethanol, 96%ig, benzinvergällt,
wird auf das Gußmodell einer festsitzenden Teilprothese (Brückenprothese) aus Wachs oder Kunststoff mittels Pinsel oder durch Besprühen aufgebracht. Die Oberfläche des hydrophoben Modellwerkstoffes ist nach einer Trockenzeit von 5 bis 10 Minuten mit dem nahezu lösungsmittelfreien Kontaktfilm gleichmäßig bedeckt» Dänach kann unmittelbar der Einbettungsvorgang erfolgen· Hierzu wird eine phosphatgebundene Spezial-Einbettmasse' unter Vakuum maschinell angemischt und in die Muffel-Hohlform, in der sich das Modell befindet, einvibriert. ITach einer Aushärtungszeit von mindestens 30. Minuten wird der Modellwerkstoff ausgeschmolzen· Uach dem Vorwärmen der Gußhohlform wird der Guß durch Flammen- oder Induktionsschmelzen der Legierung ausgeführt· Hach dem Abtrennen der Gußform vom Gußobjekt wird das Gußteil gereinigt und liegt dann mit einer Oberflächengüte vor, die der Beschaffenheit des Gußmodells in seinem Peinprofil weitestgehend entspricht· Nach diesem Verfahren können alle Formen restaurativer und rehabilitativer stomatologischer Behandlungsmittel aus Edelmetall- und Uichtedelmetallegierungen, wie Inlays, Kronenprothesen, gegossene festsitzende und abnehmbare Teilprothesen, hergestellt werden·
Modelle, die in der angegebenen Weise vorbehandelt wurden, können auch über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden, ohne daß eine Veränderung des Oberflächenfilms eintritt· Die Einwirkung von Fremdeinflüssen wie Staub, hohe Luft<feuchtigkeit und der Kontakt mit anderen Stoffen ist bei der Lagerung auszuschließen.

Claims (2)

Erfindungsanspruch
1· Verfahren zur Kontaktierung von Gußmodellen für die Herstellung der Gußhohlform aus wasserhaltigen Gießmassen (Einbettmassen), dadurch gekennzeichnet, daß die Modelle mit einem dünnen hochviskosen Tensidfilm überzogen werden, der aus einem Triethanolammoniumsalz eines Alkylphosphorsäureesters besteht, dessen Alkylreste vorzugsweise 10 bis 16 Kohlenstoff-Atome enthalten,
2· Verfahren zur Kontaktierung nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Tensid in einer ethanolischen Lösung in einer Konzentration von 5 bis 15 Masseprozent angewendet wird.
DD26456484A 1984-06-27 1984-06-27 Verfahren zur kontaktierung von gussmodellen DD224766A1 (de)

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