DD225426A1 - Verfahren zur herstellung stabiler gelantinezubereitungen - Google Patents

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DD225426A1
DD225426A1 DD26440384A DD26440384A DD225426A1 DD 225426 A1 DD225426 A1 DD 225426A1 DD 26440384 A DD26440384 A DD 26440384A DD 26440384 A DD26440384 A DD 26440384A DD 225426 A1 DD225426 A1 DD 225426A1
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gelatin
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viscosity
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nsa
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DD26440384A
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Reinhard Huettenrauch
Sabine Fricke
Original Assignee
Jenapharm Veb
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  • Medicinal Preparation (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung stabiler Gelatinezubereitungen. Ziel der Erfindung ist es, wasserhaltige Gelatinesysteme so zu stabilisieren, dass sich ihre physikalischen Eigenschaften im Verlauf der Aufbewahrung nicht oder nur wenig veraendern. Es wurde gefunden, dass der Mechanismus der "Alterung" durch Zusatz von Verbindungen mit Amin- und/oder Amidgruppen unterbunden wird.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herabsetzung der Alterungstendenz von gelöster Gelatine.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
In der Arzneimittel- und Lebensmittelindustrie stellt Gelatine einen häufig verwendeten Rohstoff dar. Die Eigenschaft des Proteins, mit Wasser hochelastische Gele zu bilden und die Funktion eines Bindemittels auszuüben, läßt sich vielseitig nutzen. Dabei ist es von Vorteil, daß der Hilfsstoff auf Grund seiner Eiweißstruktur vom Organismus relativ schnell abgebaut wird. Beispielsweise beruht die verbreitete Herstellung von Hart- und Weichgelatinekapseln sowie Mikrokapseln und „Mikrospheres" nicht nur auf der geradezu idealen Formbarkeit von Gelatinesystemen, sondern auch auf deren Biodegradibilität, so daß die Zubereitungen als „verdauliche Verpackungen" einzuordnen sind. Ebenso basiert der Einsatz von Gelatine bei der Tabletten-und Drageeherstellung in Granulier- und Dragierflüssigkeiten sowohl auf der Bindwirkung als auch auf der leichten biologischen Angreifbarkeit des Biopolymeren. Neben der guten Verfestigung ist die gute ZerfalIbarkeit der Arzneiformen von Bedeutung. Außerdem sind Zubereitungen wie Zäpfchen, Vaginalkugeln, Pellets und Leimbinden gebräuchlich, in denen Gelatine die Grundlage massiver elastischer Produkte bildet.
Die Verarbeitung der Gelatine erfolgt grundsätzlich über eine Lösungsphase, wobei fast ausschließlich Wasser als Lösungsmittel dient. Als ein großer Nachteil ist bekannt, daß sich diese Lösungen sehr instabil verhalten. In relativ kurzer Zeit verändert sich der physikalische, chemische und mikrobiologische Zustand der Zubereitungen. Die „Alterung" ist durch eine Zunahme der Viskosität und Elastizität, eine pH-abhängige Hydrolyse und einen Anstieg der Keimzahl gekennzeichnet. Während man aber durch optimale Einstellung des pH-Wertes und durch Zusatz von Konservierungsmitteln die chemische und mikrobiologische Veränderung stark einschränken kann, sind Maßnahmen zur Hemmung der physikalischen Vorgänge aus unserer Sicht bisher nicht bekannt. Man geht lediglich davon aus, daß Vorstufen der Gelatinezubereitungen möglichst schnell weiterverarbeitet werden müssen. Für Fälle, in denen die Verträglichkeit der Zubereitung unbedeutend ist, wird als Alterungsinhibitor Phosphorsäure beschrieben (A.Epstein, US-PS 2413815/1947).
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, wasserhaltige Gelatinesysteme so zu stabilisieren, daß sich ihre physikalischen Eigenschaften in Verlauf der Aufbewahrung nicht oder nur wenig verändern. Dadurch soll ermöglicht werden, auch die Gebrauchsparameter der Zubereitungen reproduzierbar einzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, durch Zusatz bestimmter Hilfsstoffe den Mechanismus der „Alterung" teilweise oder vollständig zu unterbinden. Überraschend wurde festgestellt, daß ein solcher Effekt der Unterbindung der „Alterung" vor allem von Verbindungen mit Amin- und/oder Amidgruppen ausgelöst wird. Durch Säureamide wie Nikotinsäureamid (NSA), Methylacetamid und Harnstoff konnte beispielsweise die Zunahme der Viskosität beträchtlich herabgesetzt werden. Die Untersuchungen ergaben nach Einarbeitung von 0,5mol/l Nikotinsäureamid in Gelatinelösungen vergleichsweise die folgenden Viskositätsänderungen: System Viskosität Viskosität Faktor nach der nach 48h
Herstellung mPa-s mPa · s 0,8% Gelatine ohne NSA 1,79 2,85 1,6 mitNSA 1,65 1,85 1,1 1,0 % Gelatine ohne NSA 2,19 11,47 5,2 mitNSA 1,78 2,33 1,3
Die höhere Stabilität von amidhaltigen Lösungen ist offensichtlich. Der Effekt steigt mit der Gelatinekonzentration. Durch den Hilfsstoff wird gleichzeitig die Zähigkeit der Lösungen etwas herabgesetzt. Falls neben der physikalischen Stabilität eine bestimmte Viskosität angestrebt wird, so kann die Einstellung durch geringe Erhöhung der Gelatinekonzentration erfolgen. Unter bestimmten Konzentrations- und Temperaturbedingungen führt die Stabilisierung dazu, daß die Gelierung (als Alterungseffekt) vermieden wird.
Das folgende Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutern.
Ausführungsbeispiel
Die vielseitig anwendbare Glycerol-Geiatine wird in der Weise hergestellt daß 4,0g Propylhydroxybenzoat und 24,4g Nikotinamid auf 400,0ml in heißem Wasser gelöst werden.
Die klare Lösung wird mit 1,0kg Glycerol und 200,00g Gelatine versetzt und zur Quellung beiseite gestellt.

Claims (2)

  1. -1- 644
    Erfindungsansprüche:
    1. Verfahren zur Herstellung stabiler Gelatinezubereitungen mit wenig veränderlicher Viskosität durch Verarbeiten der Gelatine über eine wäßrige Lösungsphase, dadurch gekennzeichnet, daß dem System ein Säureamid zugesetzt wird.
  2. 2. Verfahren gemäß Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Säureamid vorzugsweise Nikotinsäureamid, Methylacetamid und Harnstoff zugegeben wird.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herabsetzung der Alterungstendenz von gelöster Gelatine. Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
    In der Arzneimittel- und Lebensmittelindustrie stellt Gelatine einen häufig verwendeten Rohstoff dar. Die Eigenschaft des Proteins, mit Wasser hochelastische Gele zu bilden und die Funktion eines Bindemittels auszuüben, !äßt sich vielseitig nutzen. Dabei ist es von Vorteil, daß der Hilfsstoff auf Grund seiner Eiweißstruktur vom Organismus relativ schnell abgebaut wird. Beispielsweise beruht die verbreitete Herstellung von Hart- und Weichgelatinekapseln sowie Mikrokapseln und „Mikrospheres" nicht nur auf der geradezu idealen Formbarkeit von Gelatinesystemen, sondern auch auf deren Biodegradibilität, so daß die Zubereitungen als „verdauliche Verpackungen" einzuordnen sind. Ebenso basiert der Einsatz von Gelatine bei der Tabletten- und Drageeherstellung in Granulier-und Dragierflüssigkeiten sowohl auf der Bindwirkung als auch auf der leichten biologischen Angreifbarkeit des Biopolymeren. Neben der guten Verfestigung ist die gute Zerfallbarkeit der Arzneiformen von Bedeutung. Außerdem sind Zubereitungen wie Zäpfchen, Vaginalkugeln, Pellets und Leimbinden gebräuchlich, in denen Gelatine die Grundlage massiver elastischer Produkte bildet.
    Die Verarbeitung der Gelatine erfolgt grundsätzlich über eine Lösungsphase, wobei fast ausschließlich Wasser als Lösungsmittel dient. Als ein großer Nachteil ist bekannt, daß sich diese Lösungen sehr instabil verhalten. In relativ kurzer Zeit verändert sich der physikalische, chemische und mikrobiologische Zustand der Zubereitungen. Die „Alterung" ist durch eine Zunahme der Viskosität und Elastizität, eine pH-abhängige Hydrolyse und einen Anstieg der Keimzahl gekennzeichnet. Während man aber durch optimale Einstellung des pH-Wertes und durch Zusatz von Konservierungsmitteln die chemische und mikrobiologische Veränderung stark einschränken kann, sind Maßnahmen zur Hemmung der physikalischen Vorgänge aus unserer Sicht bisher nicht bekannt. Man geht lediglich davon aus, daß Vorstufen der Gelatinezubereitungen möglichst schnell weiterverarbeitet werden müssen.
    Für Fälle, in denen die Verträglichkeit der Zubereitung unbedeutend ist, wird als Alterungsinhibitor Phosphorsäure beschrieben (A.Epstein, US-PS 2413815/1947).
    Ziel der Erfindung
    Ziel der Erfindung ist es, wasserhaltige Gelatinesysteme so zu stabilisieren, daß sich ihre physikalischen Eigenschaften in Verlauf der Aufbewahrung nicht oder nur wenig verändern. Dadurch soll ermöglicht werden, auch die Gebrauchsparameter der Zubereitungen reproduzierbar einzustellen.
    Darlegung des Wesens der Erfindung
    Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, durch Zusatz bestimmter Hilfsstoffe den Mechanismus der „Alterung" teilweise oder vollständig zu unterbinden.
    Überraschend wurde festgestellt, daß ein solcher Effekt der Unterbindung der „Alterung" vor allem von Verbindungen mit Amin- und/oder Amidgruppen ausgelöst wird. Durch Säureamide wie Nikotinsäureamid (NSA), Methylacetamid und Harnstoff konnte beispielsweise die Zunahme der Viskosität beträchtlich herabgesetzt werden. Die Untersuchungen ergaben nach Einarbeitung von 0,5mol/l Nikotinsäureamid in Gelatinelösungen vergleichsweise die folgenden Viskositätsänderungen: System Viskosität Viskosität Faktor
    nach der nach 48h
    Herstellung mPa-s
    mPa s
    0,8% Gelatine
    ohne NSA 1,79 2,85 1,6
    mitNSA 1,65 1,85 1,1
    1,0% Gelatine
    ohne NSA 2,19 11,47 5,2
    mitNSA 1,78 2,33 1,3
    Die höhere Stabilität von amidhaltigen Lösungen ist offensichtlich. Der Effekt steigt mit der Gelatinekonzentration. Durch den Hilfsstoff wird gleichzeitig die Zähigkeit der Lösungen etwas herabgesetzt. Falls neben der physikalischen Stabilität eine bestimmte Viskosität angestrebt wird, so kann die Einstellung durch geringe Erhöhung der Gelatinekonzentration erfolgen.
    Unter bestimmten Konzentrations- und Temperaturbedingungen führt die Stabilisierung dazu, daß die Gelierung (als Alterungseffekt) vermieden wird.
    Das folgende Ausführungsbeispiel soll die Erfindung näher erläutern.
    Ausführungsbeispiel
    Die vielseitig anwendbare Glycerol-Gelatine wird in der Weise hergestellt daß 4,0g Propylhydroxybenzoat und 24,4g Nikotinamid auf 400,0ml in heißem Wasser gelöst werden.
    Die klare Lösung wird mit 1,0kg Glycerol und 200,00g Gelatine versetzt und zur Quellung beiseite gestellt.
DD26440384A 1984-06-22 1984-06-22 Verfahren zur herstellung stabiler gelantinezubereitungen DD225426A1 (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1996014365A3 (en) * 1994-11-07 1996-06-27 Warner Lambert Co Process for stabilizing gelatin products
WO1997033568A1 (en) * 1996-03-12 1997-09-18 Novartis Ag Filled gelatin capsules having a reduced degree of cross-linking
US8895059B2 (en) 2002-06-05 2014-11-25 Ivax Pharmaceuticals S.R.O. Reduction of cross-linking gelatin in gelatin capsules

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WO1997033568A1 (en) * 1996-03-12 1997-09-18 Novartis Ag Filled gelatin capsules having a reduced degree of cross-linking
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US8895059B2 (en) 2002-06-05 2014-11-25 Ivax Pharmaceuticals S.R.O. Reduction of cross-linking gelatin in gelatin capsules

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